21. September 2015

Ein Schild wird nachgereicht - Königstraße

nachher
Bisher war die Königstraße vom Bahnhof aus für Radler freigegeben, denn es fehlte das Schild "Fußgängerzone". Das ist der Stadt jetzt auch aufgefallen. Jetzt gibt es die Schilder. 

Wenn auch etwas provisorisch aufgehängt. Also merke: Auf der gesamten Königstraße darf zu keiner Uhrzeit Rad gefahren werden. Ich bin kein Fan von einer Mischung von Fußgänger- und Radverkehr. Irgendwo müssen Fußgänger herumschlendern, ohne auf Beräderte aufpassen zu müssen. Und welcher Radler schlängelt sich gern durch Fußgänger?


vorher
Es gibt aber Städte, die inzwischen erkannt haben, dass auch Radler Kunden sind. Und ich hatte mal ein längeres Gespräch mit einem Radfahrer, der sich darüber beklagte, dass er sein Rad durch die Königstraße schieben muss, was er nicht tut. Er begibt sich überhaupt nicht mehr dorthin. Er kauft woanders ein. Ich bin auch so gut wie nie in der Königstraße. Denn erstens gibt es kaum Radständer in den kleinen Seitenstraßen, wo ich mein Rad lassen könnte, und zweitens: Warum sollte ich, wenn ich wanders rollend hinkomme?

Manche Städte erkennen, dass ihnen die kaufkräftigen Radler damit durch die Lappen gehen und geben Fußgängerzonen für Radler frei. Was ja immer heißt: Radler müssen dort Schrittgeschwindigkeit fahren. Das sind keine Raserstrecken, sondern Konsumstrecken. Mal sehen, wann in Stuttgart da ein Nachdenken beginnt. Ich weiß selber nicht, welche Meinung ich dazu haben soll.

Manche Städte, etwa Konstanz, geben die langen Strecken durch ihre Innenstadt im Fußgängerzonenbereich auch zu bestimmten Uhrzeiten frei, etwa von 22 bis 8 Uhr oder 9 Uhr. Das wäre auch für Stuttgart möglich. Dann kämen Radler nachts ziemlich geradeaus längs durch die Stadt. Aber auch da muss wohl erst ein Denkprozess in Gang kommen, der Radler nicht Feinde, sondern als Freunde einer Stadt erkennt.

Kommentare:

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf der Königstraße gut ist, wenn sich Radfahrer unter die Shoppingmeute mischen.

    Was aber fehlt sind zwei Drei Dinge:
    (1) Ein Weg parallel zur Königstraße, den man alternativ nutzen kann (und in der Nähe des geschäfts anhalten)
    (2) Fahrradständer (wie im Artikel geschrieben)
    (3) Möglichkeiten, die Königstraße zu queren! Z.B. beim Wittwer.

    Aber Stuttgart hat bekanntlich kein Radfahrkonzept, darum fehlt das alles.

    Die Königstraße nachts freizugeben wäre Ok, würde aber die drei genannten Punkte nicht ersetzen.

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    1. So wie du es vorschlägst, wäre es eine Lösung. Wobei man durchaus parallel zur Königstraße radeln kann, wenn auch mit Kurverei verbunden. Und man müsste mal das Hoppelpflaster in der Kronprinzenstraße (Fußgängerbereich) erneuern. Das ist grausam. Beim Wittwer quere ich die Königstraße, indem ich brav schiebe. Aber im Grunde unnötig, denn man könnte auch langsam fahren, ohne dass es für Fußgänger gefährlich würde. Allerdings fühlen sich Fußgänger ja gern in Gefahr.

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  2. Auch ohne die neue Beschilderung war für mich auch dieser Teil der Königsstraße jedenfalls "gefühlt" bereits Fußgängerzone.

    Ob Kronprinz-, Lautenschlagerstr. oder durch den Schloßgarten, parallel zur Königsstraße funktioniert ja halbwegs, aber einige Querungsmöglichkeiten wäre klasse!

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    1. Ich komme aus dem Osten und damit durch den Schlosspark in die Stadt. Da gibt es keine Parallelverbindung, denn die ist nur für Fußgänger. Also einmal am Eingang des Hotels vorbei zum I-Punkt, das ist nur für Fußgänger, obwohl am I-Punkt eine Menge Fahrradständer sind und auch ein neuer Überweg. Oder auch an der Hinterseite des Gebäudes entlang; den Weg gibt es, aber nur für Fußgänger.

      Das Radlerleben könnte so einfach sein...

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  3. Oha, dann bin ich wiederholt ordnungswidrig unterwegs gewesen... *hüstel*

    Dann ganz andersw. Das Gerber muss sich ja neu positionieren wollen.Klare Sache: Zielgruppe radfahrende Stuttgarter. An der Hauptroute liegt es eh schon. Anständige Abstellmöglichkeiten dazu. Dann wird das vielleicht noch was.

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    1. Na ja, bisher stand ja auch das Fußgängerzone-Schild nicht an der Königstraße, dass das Radfrei-Schild am Fußgängerüberweg aufgehoben hätte. (In Gegenrichtung, an der Bolzsstraße stand es aber schon.) Und ich glaube, es gibt ein oder zwei Passagen vom Schlossgarten zur Königstraße, wo die Schilder auch fehlen. Man kann den Bereich auch von den Grünanlagen am Schlossplatz entern, ohne gleich auf ein Fußgängerschild zu stoßen. Aber ich fürchte, bei der Diskussion mit der Polizei hätte man als erfahrener Stuttgarter Radler dennoch Schwierigkeiten.

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    2. Ich finde ein offizielles "Hier dürft Ihr fahren!" täte gut! Klar kann man vorhandene Lücken nutzen, aber das kann nicht die Lösung sein...

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  4. Naja, ich habe mit der Stuttgarter Verkehrspolizei ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Die Beamten sind vernunftbegabt und pragmatisch. Ich bin sicher, dass mir kein Bußgeld abgeknöpft wird, wenn ich morgens um 6 oder abends um 10 Uhr die menschenleere Königsstraße mit dem Fahrrad benutzen sollte. Viel interessanter ist die Frage, wie sich denn die Stadtverwaltung die Querung der Innenstadt mit dem Fahrrad vorstellt.
    PS: Die critical mass ist eine super Sach´. Aber wir Radfahrer sollten (noch) viel mehr demonstrieren. Gerade am Samstagmittag in der City. In etwa nach dem Motto: "Und wo sollen wir fahren?"

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    1. Das wird vor allem an diesem Wochenende auf der Hauptroute 1 interessant, wenn in der Tübinger Straße das Gerberfest stattfindet und man absolut nicht mehr mit dem Rad durchkommt. Wo sollen wir fahren? Eine gute Frage, die für die gesamte Innenstadt gilt.
      In der Tat sollten wir Radler die Stecken durch die Innenstadt mehr problematisieren. Keine einzige ist wirklich gut. Und quer kommt man ohne absteigen und schieben auch nicht.

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