23. Juli 2016

Fahrradstraße anradeln am Freitag


Die Tübinger Straße ist jetzt Fahrradstraße zwischen Marienplatz und Paulinenbrücke. 

Am Freitag, den 29. Juli, um 11 Uhr ist Anradeln in Gegenwart von Bürgermeister Pätzold und dem Fahrradbeauftragten Köhnlein.

Treffpunkt ist Marienplatz am Wasserspiel. Ich bin natürlich auch dabei. Die Radverbände wurden eingeladen. Und ich lade hiermit noch alle Radfahrenden in Stuttgart ein, ebenfalls zu kommen und die Fahrradstraße zu genießen.



Sie ist Vorfahrtsstraße geworden und Teil-Einbahnstraße Richtung Gerber. Für Autos gilt: Nur Anlieger frei. Auf Fahrradstraßen haben Radfahrende Vorrang. Sie dürfen auf ganzer Breite fahren, auch nebeneinander. Autos müssen sich der Geschwindigkeit der Radfahrenden anpassen.

Nach der Cottastraße ist die Einfahrt Richtung Marienplatz für Autos verboten. Sie müssen jetzt alle durch die Cotta-Straße wieder raus. Das wird am Anfang zu erheblichen Dramen führen. Und es wird mit Sicherheit etliche Fahrer/innen geben, die es nicht kapieren, obwohl Schilder und Fahrbahnmarkierung eindeutig sind. Und es wird viele geben, die es sehr wohl kapiert haben, das Verbot aber missachten, weil der Ampelstau in der Cottastraße bei ihnen Panik auslöst. Das wird ohne Polizei zunächst nicht funktionieren.

Viele Autofahrende werden auch deshalb glauben, dass sie im Recht sind, wenn sie hier weiterfahren, weil der Verkehr Richtung Gerber hier auf die linke Spur geleitet wird.

Schon seit langem sind auf der Tübinger Straße mehr Räder unterwegs als Autos. Genau deshalb ist sie  nun auch Fahrradstraße geworden. Weil immer mehr Menschen in Stuttgart das Fahrrad als schnellstes und bequemstes Verkehrsmittel wiederentdecken.

Am Montag nach der Einrichtung ist noch eine Markierung für Räder Richtung Marienplatz dazu gekommen, und die Parkplätze dort sind verschwunden.

Und an diesem Vormittag bogen  innerhalb einer Viertelstunde 99 Prozent der Autos korrekt in die Cottastraße ab. Nur einer rauschte durch, und das mit Beschleunigung. Der Fahrer war sich offensichtlicher seiner illegalen Handlung bewusst.

Der Motorradfahrer hatte gleiches vor, nahm dann aber nicht die Fahrbahn, sondern kurzerhand den Gehweg, was natürlich genauso verboten ist.


Kommentare:

  1. Ich bin gestern dort lang gefahren. Und habe noch nicht gemerkt, dass es sich um eine Fahrradstraße handelt: es war Stau und ich musste absteigen und auf den Fußweg schieben...

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  2. Ist mir die vergangen Tage auch schon aufgefallen - bin mal gespannt wie diese neue Situation der Fahrradstraße aufgenommen wird.

    Am gestrigen Freitag habe ich auch schon so einen/den von @Zugezogen erlebten Stau mitbekommen. Durchkommen vom Marienplatz her war mitunter möglich, allerdings haben einige Autos wieder einmal die Kreuzung blockiert.

    Die Spurführung am Ende des Einbahnstraßenteils hängt ganz sicher mit der Möglichkeit zur LKW-Einfahrt für Dinkelacker zusammen: wäre die Absperrung auf deren Seite eingerichtet worden, würden LKW wohl nicht mehr die kurvige Ausfahrt packen.

    Wenn man die Erkenntnisse der schon eingerichteten Fahrradschleuse nun hierauf anwendet, sollte man in einiger Zeit eine ähnliche Konstruktion (links vom Parkscheinautomaten) für Fahrräder in Richtung Marienplatz entdecken können.
    Ergibt sich vielleicht auch von selbst, weil es zu Spannung oder gar Unfällen kommt - ist für Begegnungsverkehr mit Kfz (ohne Fahrradstraßenverständnis) subjektiv einfach zu schmal. Was sagen denn die juristisch Bewanderten dazu - ist grob 3-3,5m breit?

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    1. UPDATE 25. Juli 2016: Prophezeiung eingetreten: die Parkplätze links vom Parkscheinautomaten sind seit heute durch eine Radspur ersetz worden.

      Das macht den Begegnungsverkehr mit Radlern und Kfz vom Marienplatz her zum einen sicherer, schafft jedoch auch genügend Platz für die illegale Durchfahrt einiger Kfz-Lenker.

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  3. Es wird spannend. 4 von 6 PKWs denen ich zugeschaut habe, haben das "Einfahrt verboten" auf Höhe der Cotta-Strasse offensichtlich nicht bemerkt.

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  4. Das verengte Einbahnstrassenstück hat m.E. eher den Hintergrund, dass Autofahrer aus Richtung Marienplatz hier ein Hindernis haben und somit warten müssen, wenn ein Radfahrer entgegenkommt. Wäre das andersrum, hätte der Autofahrer Vorfahrt!

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    1. Autofahrer dürfen da grnicht durch! Vernoten. Schildee sagen es.

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    2. Christine, les es nochmal durch. In eine Richtung (stadteinwärts) dürfen sie ja durch - und diese hat ein Hindernis erhalten, damit Ihnen die Vorfahrt entzogen wird.

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  5. Der StVO nach ist das schon klar, dass in einer Fahrradstraße den Radlern mehr Rechte zugesprochen werden, jedoch sind sich nur wenige Kfz-Fahrer bewusst was das genau bedeutet. Manche scheitern ja schon an den generellen Grundregeln, wenn sie einen Radler auf der Straße antreffen.

    Daher meinte ich ja oben schon, dass Einbahnstrassenstück für "... Kfz (ohne Fahrradstraßenverständnis) ..." ein wahre Herausforderung wird.
    Dennoch glaub ich, dass die From schon mit der LKW-Einfahrt zusammenhängt, die Sperrung wird ja erst nach der Einfahrt auf zu ihrer vollen Breite aufgezogen, unabhängig davon hat natürlich der stadteinwärtige Verkehr das Hindernis und muss daher warten.

    Also ich sehe das wahrscheinlich wieder einmal zu pessimistisch, aber womöglich hat sich die Stadt eine zweite Situation geschaffen, wie sie vor der Errichtung der Schleuse an der Feinstraße herrschte.

    Das gesamte neue Konstrukt nimmt aber auch wieder sehr viel Parkraum weg. Klar mit der gelben Absperrung sollte der nicht mehr nutzbar sein, aber ich denke mal hier wäre eines der Parklets gut aufgehoben. Lesen deren Organisatoren hier auch mit? :-)

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    1. Das Dilemma ist: die DinkelackerLaster sollen raus zu Cottastr kommen und Die Radler hindernifrei von rechts kommen sehen. Für Autofahrersieht es aberso aus, als könnten sie weiter. Schilder sehen und beachten ist eine Kunst, die abnimmt. Die Konstruktion wird nach einem Jahr bewertet. Die Schleuse ist länger gezogen, dami Autofahrer einen längeren illegalen Weg haben. Und Parkplätze gibt es in der Tübinger reichlich.

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  6. Kein Unterschied zur Eberhardstraße, Stuttgart kann einfach keine Fahrradstraßen.

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    1. Tröste dich, Karlsruhe und Leipzig können es auch nicht. Die lassen nämlich Autos auch noch durch. Und solange Autos darin herumfahren ...

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    2. Dank Deines Beitrags habe ich von den Veränderungen in der Tübinger Straße erfahren. Aus Neugier bin ich die Strecke mal am vergangen Samstag um plusminus 13 Uhr 30 gefahren. In der Kirche an der Paulinenbrücke war wohl eine Hochzeit oder eine sonstige Veranstaltung. Ich vermute, dass das, was dort in Höhe der Kirche auf der Straße installiert ist, von den Verkehrsverantwortlichen als Radfaherfurt bezeichnet wird. Ich konnte sie in beiden Richtungen nicht befahren, sondern musste mein Rad um die Hindernisse schieben und tragen. Die vielen Autos, die den gesamten „Furtbereich“ zugeparkt hatten, glänzten durch Waiblinger, Esslinger, Heilbronner und Ulmer Dorfkennzeichen. Auch die anderen, also ausnahmsweise mal nicht parkenden und verkehrsbehinderten Autofahrer, waren in den Zu- und Abfahrten ziemlich nervös und für Stuttgarter Verhältnisse relativ aggressiv. Ich finde das alles unterirdisch bescheuert.
      Irgendwann ist auch meine Geduld und Kooperationsbereitschaft mal erschöpft. Autofahrer raus aus Stuttgart! Ab in die Provinz! Dort nutze auch ich das Auto als praktisches und gemütliches Verkehrsmittel. Aber doch nicht in der städtischen Zivilisation. Abgesehen davon töten, verletzen und gefährden Autofahrer viel mehr Menschen als alle Terroristen und Psychopathen und Amokläufer zusammen. Das muss man mal sagen. Beste Grüße und herzlichen Dank für Deine Arbeit. Und für eure Kritik.
      Ich werde versuchen, am Freitag um elf Zeit zu haben und am Anradeln dabei zu sein. Viele Grüße und Danke.

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    3. Kann ich mir gut vorstellen, was da los war. Da hast du richtig Pech gehabt. Irgendwie spinnt unsere Gesellschaft halt. So ein bisschen prioritätsverpeilt. Allerdings muss man dem Abschnitt dort und den Autofahrern noch ein bisschen Eingewöhnung gönnen. Ich stand heute dort und war erstaunt, dass so gut wie alle brav in die Cottastraße abbogen. In einer Viertelstunde ist nur einer durchgefahren. Das wird heute Abend zur Hauptverkehrszeit sicher anders aussehen. Aber ein paar Wochen (eigentlich Monate) braucht das Teil schon noch. Wär schön, wenn du kommst.

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  7. Was Leipzig besser macht, ist dass Fahrradstraßen oft für den motorisierten Verkehr Sackgassen sind, für Radfahrer dagegen Durchgangsstraßen. Wo das nicht möglich ist, sind sie für den motorisierten Verkehr Einbahnstraßen. Hinzu kommen in der Innenstadt recht hohe Parkgebühren für PKW in diesen Fahrradstraßen und intensive Kontrolle. Man parkt in der Fahrradstraße daher i.d.R. nur, wenn man bei einem der Geschäfte etwas zu erledigen hat. Damit funktionieren die Fahrradstraßen in Leipzig eigentlich ganz gut.

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  8. Ich habe jetzt nichts gelesen, ausser "Anlieger frei" und gesehen habe ich unter dem Radstraßenschild "PKW frei" o ä.

    Dazu

    1. Hat "Anlieger frei" schon mal irgendwo funktioniert? Da muss man nur behaupten, man wolle jmd. besuchen oder noch besser schauen, ob dieser und jener hier und dort wohnt.

    2. Das bedeutet meiner Logik nach dasselbe wie "Radfahrer frei" unter dem Fußgängerschild? Dann bin ich mal gespannt wer als Autofahrer weiß, dass hier Radler Vorrang haben. Gilt auch Schrittgeschwindigkeit f Autos?

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    1. Immerhin gibt es eine Verbesserung zu vorher: Es darf der Schleichverkehr Richtung Marienplatz nicht mehr durch die Tübinger fahren. Das verringert den Autoverkehr dort. Klar, ideal ist das alles noch nicht. Aber wir Radler/innen werden dafür sorgen, dass dies unsere Straße wird und die Autofahrer die Lust verlieren, dort lang zu zuckeln. Übrigens gilt hier 30 km/h für Autos. Da Räder keine Tachos haben müssen, kann man bei Fahrrädern eine so strenge Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einfordern.

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  9. Super Idee - jetzt stehe ich mit dem Fahrrad jeden Tag mit den Autos im Stau bei der Dinkelacker Brauerei...das gab es früher nicht. Da waren die paar Autos ohne Fahreadstrasse ungefährlicher als die momentane Situation. Super Idee ist auch vom Marienplatz kommend quasi frontal auf die Linksabbieger zuzufahren...das war früher ungefährlicher. Naja Hauptsache politisch eine Fahrradstrasse durchgesetzt - Nur nützt die den Fahrradfahren leider nix

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    1. Gib der Regelung doch ein paar Wochen Zeit. Die Autofahrer werden auch keine Lust auf den Cottastraßenstau haben und sich neue Wege suchen.

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