13. Oktober 2013

Was Fußgänger auf keinen Fall tun sollten

Begegnungen mit Radfahrern sind für Fußgänger gar nicht angenehm. Leider müssen wir in Stuttgart sehr oft auf Gehwegen fahren, die für uns freigegeben sind. Und im Schlossgarten gibt es auf weiten Strecken gar keine Alternative. 

Radler haben auf gemischten Wegen keinen Vorrang. Sie müssen auf Fußgänger achten. Leider sind sie zuweilen dennoch zu schnell unterwegs. Das ist konfliktfrei, solange Fußgänger geradeausgehen und auf dem Weg genug Platz ist.

Gefährlich wird es, wenn der Fußgänger auf Radfahrer erschrocken oder zu höflich reagiert und beiseite tritt. Wir Radfahrer können nicht vorhersehen, in welche Richtung.

Mein Tipp: Setzen Sie als Fußgänger Ihren Weg auf Ihrer Linie fort. Dann weiß ich als Radler, welche Richtung Sie nehmen und kann mich selbst danach richten, ausweichen und Sie umfahren. Richten Sie sich nicht nach uns, wir richten uns nach Ihnen.

Ich erlebe es auch oft, dass Mütter aufgeregt zu ihren Kindern springen oder die Kinder hektisch zu sich rufen, wenn ich mit dem Rad komme. Das heißt, Mutter und Kind werden plötzlich die Richtung ändern oder auch nicht. Für mich bedeutet das: Vollbremsung. Dabei gibt es keinen Grund, die Kinder retten zu wollen. Radler haben Augen, sie sehen, was sich auf ihrem Weg ereignet. Sie haben nicht das geringste Bedürfnis, jemanden über den Haufen zu fahren.

Schauen Sie dem Radler in die Augen und zeigen Sie ihm, dass Sie ihn gesehen haben. Springen Sie nicht plötzlich in die Mitte, an den Rand oder zu Ihrem Kind, falls es auf der anderen Seite geht.

Noch gefährlicher wird es, wenn Radler sich Fußgängern von hinten nähern. Hinten haben Fußgänger keine Augen (siehe Psychologie des Fußgängers). Sie rechnen auch nicht damit, von hinten überholt zu werden. (Ganz anders als Autofahrer, die mit Rückspiegel ausgestattet sind und die Pflicht haben, auch den Verkehr hinter sich im Auge zu behalten.) Die meisten Radler schätzen ab, ob sie an den Fußgängern vorbeikommen, und planen das Manöver. Und die meisten klingeln nicht gern. Denn das bedeutet: Der Fußgänger erschrickt. (Manchmal ärgert er sich auch.) Im guten Fall begibt er sich auf seinem Weg nach rechts, damit der Radler links vorbei kann. Im schlechten Fall dreht er sich um und schwenkt dabei automatisch von seinem geraden Weg ab, tritt in die Mitte und zwingt Radler zur Vollbremsung.

Wenn Sie hinter sich eine Radklingel hören, dann setzen Sie Ihren Weg geradeaus fort. Falls Sie den Weg auf ganzer Breite einnehmen, dann schwenken Sie einen halben Schritt an den Wegrand. Am besten an den rechten. Drehen Sie ich nicht um! Der Radfahrer sieht Sie ja. 


Ach ja: Und gehen Sie nicht auf dem Radweg.

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