5. April 2016

Dorotheenquartier bringt Verbesserungen für die Hauptradroute 1

Das Dorothenquartier mitten in Stuttgart nimmt Gestalt an. Wenn die Gebäude für Breuninger fertig sind, wird der Verkehr am Marktplatz und Karlsplatz neu organisiert. 

Radler haben entsprechende Zeitungsberichte leicht alarmiert gelesen. Soll etwa der Teil der Fahrradstraße am Marktplatz, um den Breuninger herum zum Karlsplatz Fußgängerzone werden und für Radler gesperrt werden?

Nein. Wir verlieren zwar diesen Abschnitt als Fahrradstraße, gewinnen aber einen besser ausgebauten Hauptroutenweg an der Holzstraße.
Die Markt- und Münzstraße werden auch keine Fußgängerzone. Sie bleiben für Radler (wie übrigens auch für den Autoverkehr der Marktbeswchicker) befahrbar. Allerdings haben hier Fußgänger dann Vorrang. Die Taxis verschwinden, und Breuninger kann eine Außengastronomie betreiben, was dem Marktplatz gut tun würde.

Blau: Einbahnregelung für Autos, Rot: Radrouten
Kein echter Verlust, finde ich, denn Fußgänger haben an der Ecke eh nie kapiert, dass sie blicklos über eine Fahradstraße schlendern. Und am Karlsplatz ist auch gar nichts für Radler geregelt. Man hoppelt irgendwie diagonal über Kopfsteinflächen.

Die Hauptradroute wird den Plänen zufolge dann endlich aus dem Fußgängerbereich raus nach rechts an die Holzstraße verlegt. Und zwar breit und prominent und gegen Aufparker geschützt. Die Holzstraße gibt eine Fahrspur für diese Radroute her.

Außerdem soll die Fahrradstraße Eberhardstraße auf ganzer Länge bis zur Ausfahrt in die Holzstraße (B14) Einbahnstraße Richtung Charlottenplatz werden. Das reduziert den Autoverkehr und das Parkplatzsuch-Geschicbe samt Wendemanövern auf der Kreuzung Nadlerstraße enorm. Ein Gewinn!

Ampel am Charlottenplatz/Planie - rot an jeder Spur
Bevor Radhauptroute über den Charlottenplatz aber funktionieren kann, muss die Ampelschaltung am Charlottenplatz über die Planie zum Landtag geändert werden.

Hier stehen Radfahrende derzeit drei Mal bei Rot, einmal am Bordstein, dann auf der schmalen Verkehrsinsel (zu schmal um mehr als drei Radler aufzunehmen), dann auf der großen Verkehrsinsel. In Gegenrichtung steht man nur dann nicht drei Mal bei Rot, wenn man zur kleinen Verkehrsinsel im Fußgängertempo rollt, also sehr langsam, dann ist die folgende Ampel grün.

Ampelschaltungen entscheiden darüber, ob Radfahrende diesen Weg oder einen anderen nehmen, sei er auch eigentlich unbequemer. Radler wollen ebenso wie Autofahrer, eine Querstraße in einem Zug überqueren, nicht in drei. Und ursprünglich war dieser Überweg ja auch als Radlerüberweg mit entsprechender Schaltung geplant. Doch dann hat man sich erinnert, dass Fußgänger den Weg vielleicht auch nehmen wollen, und die Ampelschaltung dem Tempo der Fußgänger angepasst. Ein Riesenfehler, falls man will, dass Radler hier fahren.

Ampel am Karlsplatz - grün für alle Spuren
Sie bevorzugen derzeit die Fußgänger-/Radlerampel am Karlsplatz, denn die ist einzügig. Man kommt bei Grün ganz rüber. Aber der Karlspaltz ist eben auch oft von Märkten verstellt, der Weg über das Kopfsteinpflaster ist auch doof. Eigentlich war der Weg für Radler nie gut.

Deshalb begrüße ich die Planung, die die Holzstraße als Radroute ausbaut.

Kommentare:

  1. Nein. Wir verlieren zwar diesen Abschnitt als Fahrradstraße, gewinnen aber einen besser ausgebauten Hauptroutenweg an der Holzstraße.
    Die Markt- und Münzstraße werden auch keine Fußgängerzone.

    soso, und die Ampelschaltung wird, wie immer in Stuttgart, so gelassen. Wir verlieren ja gar nichts Christine, nur einen Weg der eine Ampelschaltung hat die in einem Zug überfahren werden kann

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  2. Die Ampelschaltung ist entscheidend. Wwnn sie nicht geändert wird, dann müssen wie uns an unsere Stoppschildpartys erinnern. 😊

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  3. Achso, wenn wir uns über die Engstellen bei der Holzstraße quälen sollen, ist es zu verschmerzen, wenn wir den ausreichend breiten Weg über Münz-/Marktstraße verlieren? WTF? Sorry, liebe Christine, außer dir kenne ich niemand, der lieber über die Holzstraße fährt. Der Weg an der Holzstraße entlang wird immer eine Engstelle bleiben, außer du sperrst dort die Fußgänger aus. Was nicht gehen wird. Und eine Ampelschaltung verbessern für Radfahrer? An der Kreuzung? Das wird nie geschehen.

    Ob dieser vermaledeite Touristenbus dann raus endlich wieder weg kommt wird auch offen gelassen.

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    1. Genau lesen! Der Radweg Holzstraße soll gerade und breit werden, eine Fahrbahn breit. Falls du, leiber Anonymus, dich auf die Engstelle vor dem Alten Waisenhaus, Ampel Charlottenplatz beziehst (Mischung mit Fußgängern, die sich aufstellen), so fahre ich schon derzeit dort immer noch lieber als über den Karlsplatz, denn das gibt es jede Menge Bordsteine und Kopfsteinpflaster. Es ist völlig klar, dass der neue Radweg nur akzeptiert wird, wenn sich die Ampelschaltung an der Planie ändert. Und wir haben die Möglichkeit, uns dafür einzusetzen oder gar dafür mit den Rädern auf die Straße zu gehen. Denn das ist uns wichtig.

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    2. Wie soll der Weg in der Holzstraße so breit werden, also so breit wie die Markt- und Münzstraße? Der Platz ist doch gar nicht vorhanden! Jedenfalls nicht wenn dort auch noch Fußgängerverkehr sein soll.

      Wenn du über den Karlsplatz fährst ist das deine Sache. Ich fahre lieber bis zur Planie, dann rechts, und dann links über die Ampel. Bzw. den kurzen Umweg über die Kurve zwischen neuem und alten Schloß.

      Und tut mir leid, die Ampelschaltung wird sicher nicht für Radfahrer geändert. Nicht in Stuttgart, nicht unter diesem grünen OB.

      Martin

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    3. Ach, und das mit dem Touristenbus hast du auch verdrängt. Wie übrigens auch das Ordnungsamt, nach dem ich mal eine Gelbe Karte wegen der Situation in der gesamten Fahrradstraße geschrieben habe. Und die Antwort erst nach vielen Monaten nach Erinnerung kam.

      Martin

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    4. Ich bin ebenfalls etwas skeptisch bei der vollmundigen Ankündigung des Ausbaus der Holzstrasse. Allein die engen kurven werden den weg behindern. Zusätzlich dazu noch Fußgänger a la Radweg am Eckensee/neues Schloss. Ampelanpassung wird es wegen der Verkehrsbelastung an der Kreuzung nicht geben.

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  4. Es wird eine ganze Fahrbspur von der Straße weggenommen und den Fahrrädern gegeben. Der Fußweg ist getrennt davon. Die Martk- und Münzstraße finde ich als Radlerin der vielen Fußgänger, die blicklos queren und gar nicht merken, dass diese eine Fahrradstraße ist, unbequem, übrigens auch, weil der Touristenbus da durchfahren darf. Und dann diese Kurverei, wenn ich eigentlich in den Stadtgarten will. Über die Holzstraße geht alles viel direkter, zumal ja der Radweg (Hauptroute 1) auch wieder hinter der Oper lang führen wird. So bin ich früher immer gefahren.

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    1. Aha. EINE Fahrspur. Oben schreibst du noch von einer FahrBAHN, also zwei Spuren. So breit, wie Markt-/Münzstraße jetzt schon ist größtenteils. Und diese eine (Auto-)FahrSPUR wird dann natürlich in zwei Fahrspuren für Radfahrer aufgeteilt, stimmts?

      Wenn sie dir unbequem ist, heißt das nicht, daß sie das wirklich sein muss. Das ist ein subjektiver Eindruck. Und wenn dort viele Fußgänger einfach auf die Straße treten, muss man dagegen was tun. Also bei den Verursachern. Und nicht bei den Beeinträchtigten.

      Die Kurverei bleibt doch genauso. Und so eng sind diese Kurven nun wirklich nicht, das ist kein Argument. Direkter ist die Holzstraße auch nicht, dazu müssten zuviele Überwege verlegt werden.

      Und, was wird nun unternommen um die Route des Touristenbusses da wieder raus zu nehmen? Der fährt dann ja nach wie vor unnötigerweise durch die Fahrradstraße, auch wenn das Stück dann kürzer wird. Wieso nicht einfach wieder die alte Route über Planie/Charlottenplatz nehmen? So schön ist das Rathaus nun auch nicht. Und dafür, liebe Christine, könntest du dich mal einsetzen.

      Martin

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    2. Wie hättest du es denn gerne? Was wäre dein Vorschlag?

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    3. ??? Siehe http://dasfahrradblog.blogspot.de/2016/04/dorotheenquartier-bringt-verbesserungen.html?showComment=1459857675041#c8497338052236799258

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  5. Ein Fahrstreifen der Holzstrasse für beide Radfahrerrichtungen ist zu schmal, wenn daneben auch noch der motorisierte Verkehr ist.

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    1. Na, der wäre immerhin eine Fahrbahn breit, der wäre so breit wie der in der Neckartalstraße in Münster. Finde ich eigentlich nicht so schlecht. Zumal daneben ja noch ein sehr breiter Fußweg verläuft, was die Fußgänger daran hindern dürfte, auf dem Radweg zu spazieren.

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  6. Wie hättest du es denn gerne? Was wäre für dich der ideale Weg?

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    1. Wen fragst du, mich oder Robert? Falls mich, da steht's drin: http://dasfahrradblog.blogspot.de/2016/04/dorotheenquartier-bringt-verbesserungen.html?showComment=1459842716343#c183647044216081076

      Martin

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  7. Also eine Fahrspur ist definitiv nicht breit. Für beide Fahrtrichtungen? Plus parkende Fahrzeuge die dort sicher auch noch irgendwo ihre Parkplätze bekommen? Und dann noch Querverkehr aus der Dorotheenstraße? Nein danke. Die Ampelschaltung wird dank Kuhn für immer so bleiben, man muss doch unseren Autokonzernen in den A**** kriechen damit dort auch kein Autofahrer zu lange warten muss.

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    1. Michael, ich finde solche Kommentare ziemlich unangenehm, und zwar, weil da eine Person beschimpft wird. Die Radpolitik wird im Übrigen vom Gemeinderat gemacht, der entscheidet nämlich. Und da müssen wir in der Tat für unsere Belange argumentieren, denn etwa die Hälfte will keine Radförderung und keine Temporeduzierung für Autofahrer. Klar kannst du mir deutlich sagen, dass du die Lösung und meine Meinung dazu für scheiße hältst. Die Ampelschaltung an der Planie (in einem Zug durchgängig für Radler) ist in der Tat entscheidend für die Hauptradroute 1. Aber ich bin da nicht so pessimistisch. Und wenn sie nicht verändert wird, dann werden wir eben mit unseren Rädern zeigen, dass sie notwendig ist, zum Beispiel, weil auf der schmalen Verkehrsinsel nicht genügend Räder Platz haben. Das werden wir sehr leicht zeigen können. Auf diese Aktionen freue ich mich schon. Ich sehe den Vorteil der jetzigen Route über die Münzgasse nicht. Vor allem, weil es am Karlsplatz in keiner Richtung sinnvoll und gebahnt für Radler weitergeht und ich sogar wieder zurückkurven muss, wenn ich rüber in den Schlossgarten will. Natürlich müssen wir darauf achten, dass auf dem Radweg keine Autos geparkt werden können und der Platz ausreicht.

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    2. Ich finde es beeindruckend, wie du dich mittlerweile um das Thema Fahrbahn oder Fahrspur herum drückst. Nur mal so: eine Fahrspur ist 3,5 bis 4m breit. Bleibt also für Radfahrer 1,75 bis 2m. Also das übliche Gedrängel.

      Und jetzt darfst du gerne nochmal fragen, was mein Vorschlag wäre. Wenn's schee machd...

      Martin

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    3. Ja, sag doch mal. Wie sollten die Radler und die Hauptradrote geführt werden?

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    4. Du bist doch Schriftstellerin. Dann kannst du sicher nicht nur schreiben, sondern auch lesen. Bitte mach das doch mal. Wird ja langsam peinlich. Für dich.

      Martin

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    5. Warum kommt von dir eigentlich so ein aggressiver Ton rein? Ich verstehe gar nicht, was dich so ärgert, dass du mich persönlich angreifst.

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    6. Weil ich mich verarscht fühle, wenn du immer wieder die gleiche Frage stellst, die ich schon eingangs beantwortet habe.

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  8. so ganz kann ich das gejammere nicht verstehen, auf der Hauptradroute 1 auf der Böblingerstr ist doch auch eine Fahrspur abgetrennt worden, was meines Erachtens völlig ausreicht - es gibt dort keinerlei Probleme, jedoch sehe ich das Ampelproblem kritisch, denn auch da das Beispiel Böblingerstr: trotz mehrfacher Berichterstattung ist dort nichts passiert, immer noch wartet man dort Minutenlang und btw. seit wann ist denn der Radstreifen in der Elsentalstr. verschwunden, ist der klammheimlich einkassiert worden?

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    1. Böblinger Straße ist EINE Spur für EINE Richtung abgetrennt worden. In der Holzstraße wird es wohl für beiden Richtungen sein (was Christine bestätigen oder widersprechen könnte, aber lieber weiter Scheingefechte führt).

      Anderes Beispiel ist die Waiblinger Straße. Auch hier EINE Spur für EINE Richtung. Aber natürlich nicht die gesamte Breite der ursprünglichen Fahrspur. Das wäre ja zu einfach, da könnten ja schnellere Radfahrer langsamere problemlos überholen. Nein, die verbliebene Spur für Kfz wurde verbreitert, die Spur für Radfahrer verschmälert.

      Martin

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    2. Böblinger Str ist bis Kaltental in beide Richtungen auf dem Radweg

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    3. Elsental war ein sogenanter Sicherheitsstreifen, der nicht sicher war, weil Radler den auch als Geisterradler hinab gefahren sind

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  9. Zumal der Verkehr rechts auf diesem Radweg ja dem Verkehr auf der Holzstraße, ja dort gibt es Verkehr, entgegenfährt, das heisst ein Schlenker dieses Radfahrers und wir haben einen weiteren Toten.

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    1. ich war wohl gestern nicht fit genug. Du hast den Weg beschrieben, den du fährst. Ich war aber echt neugierig auf eine neue Routenführung, die für das Gros der Radler taugt und direkt rsichtlich ist.

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    2. Naja, an dieser Stelle fahre ich nicht über die Holzstraße, ich gebe zu das hat nur einen Grund: Die Ampeln. Ich fahre den Weg der jetzt nur noch ein Fahrrad frei erhalten soll, also von der Eberhardtstraße links und dann diese Straße entlang und nicht über den Karlsplatz sondern bis Vorne und dann rechts um dann über die Ampel die vom Cafe Planie über die Straße Richtung Landtag führt zu fahren. Diese Ampeln sind genau so geschaltet wie es Radfahrer brauchen. Wenn es wirklich so kommt das dann die Straße von der Eberhardtstraße zum Karlsplatz nur noch Fahrrad frei ist und die Ampelschaltung bleibt werde ich mir wohl eine neue Route an dieser Stelle suchen müssen. Ist ja nichts neues hier in Stuttgart das man öfter mal anders fahren muss...

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  10. Fahrrad frei bedeutet aber, dass Schritttempo gefahren werden muss. Das ist für die Hauptroute 1, wo bisher eine Fahrradstraße ohne Autoverkehr war ein Rückschritt.

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    1. Die Hauptradroute verläuft ja auch nicht mehr dort durchs Dorotheenviertel, sondern auf der anderen Seite entlang der Holzstraße, ist dort aber noch arg verbaustellt. Die Hauptroute über die Münzgasse (Dorotheenviertel) hat ja nie irdendwohin geführt, außer auf den Karlsplatz und in die Fußgängerbereiche der Planie. Dass der andere Weg noch nicht ideal ist, weiß ich. Aber da müssen wir dran arbeiten.

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  11. Rainer Dobrinkat21. Juni 2017 um 21:34

    Liebe Christine, aufgrund der vielen Tweets auf Twitter wegen der Abschaffung der Fahrradstrasse habe ich mir das heute mal angeschaut. Du schreibst: "Es wird eine ganze Fahrspur von der Straße weggenommen und den Fahrrädern gegeben". Im Augenblick gibt es dort 2 Fahrspuren. Eine Busspur und eine Spur für Autos. Welche soll denn da wegfallen? Die Busspur - sicherlich nicht. Die Autospur-kann ich mir nicht vorstellen. Also welche Spur bitte? Keine ist meine Antwort! Ein Teil des Radweges ist bereits neu gebaut. Man hat einfach den Fußgängern einen Teil des Gehwegs weggenommen und einen Radweg daraus gemacht. Eine wirkliche Trennung wie du schreibst gibt’s es nicht! Steine in weiß sollen eine Trennung andeuten. Du weißt genauso gut wie ich, dass das nicht funktionieren wird. Fußgänger achten nun mal nicht auf so etwas. Damit ist bezüglich Fußgänger keinerlei Verbesserung gegenüber der Münzstraße erreicht worden. Schauen wir uns die Breite des Radwegs an. Ich hatte keinen Zollstock dabei, das werde ich morgen nachholen. Mein Augenmaß sagt mir aber, dass der beidseitige verpflichtende Radweg ca 2,50 Breit ist. Damit liegt der Radweg nur knapp über den Mindestmaßen die die Verwaltungsvorschrift für beidseitige Radwege vorschreibt drüber (2,40m). Nebeneinander fahren wir in der Münzstraße ist jedenfalls auf keinen Fall mehr möglich. Das wird besonders die Radler mit Kinder ärgern. Auf diesem Radweg gibt es 2 Engstellen an Bäumen. Ich werde morgen messen ob da der Weg überhaupt 2m breit ist.
    Der Radweg kreuzt die Einfahrt zur Tiefgarage des Dorotheenquartiers sowie die Logistikzone. In Höhe der Einfahrt steht ein großer Baum, davor ist eine Bushaltestelle mit Wartehäuschen. Die Sicht des rechtsabbiegenden Autofahrers ist damit eingeschränkt und somit eine potenzielle Gefahr, dass der Radfahrer „übersehen“ wird.
    In den Logistikbereich fahren große LKWs die Ware anliefern. Rechtsabbiegende LKWs und Radfahrer. Mir wird ganz mulmig bei diesem Gedanken. Ich werde jedenfalls versuchen diesen Bereich in Zukunft zu vermeiden oder gleich auf der Straße zu fahre. Sollen sie mir doch ein Ticket geben!
    Im weiteren Verlauf biegen wir rechts in die Marktstr ein. Dort befinden sich regelmäßig Falschparker. Ein Falschparker hat dort vor nicht allzu langer Zeit einen Dooring Unfall verursacht. Trotzdem weigern sich Ordnungsamt und Polizei dort konsequent im Halteverbot stehende Autos abzuschleppen. Eine weitere Gefahrenquelle die es so auf der Münzstr nicht gab.
    Ob es eine Verbesserung ist aus der Eberhardstr. eine Einbahnstr. zu machen ist eine Vermutung von dir. Ich bin gespannt wie die Doppelkennzeichen auf zwei Ihnen entgegenkommende Radler in der Fahrradstraße reagieren. Vor allem wenn dort, weil Platz ist, in zweiter Reihe geparkt wird. Der Parksuchverkehr wird deshalb jedenfalls sicher nicht abnehmen. Ob ich 200 m weiterfahre und dann in der Eberhardstr. Einen Parkplatz suche oder schon beim Breuninger spielt für de Autosfahrer keine Rolle. Ich befürchte, dass sich dadurch die Situation für uns Radfahrer sogar noch weiter verschlechtert.
    Die Abschaffung der Fahrradstraße hat auch Symbolwirkung. Selbst in der Feinstaubhauptstadt Stuttgart ist der Rückbau und Verschlechterung der Radinfrastruktur unter einem grünen OB möglich.
    Wenn du dir das alles durchgelesen hast, bist du immer noch der Meinung dass die Abschaffung positiv ist?
    Ich selbst hoffe, dass die Fahrradgemeinde das nicht so einfach hinnimmt und es zu Protestaktionen kommt und dem Gemeinderat klarmacht, dass er mit dieser gegen Radfahrer gerichteten Politik nicht durchkommt. Breuninger rufe ich zu, mich und meinen Geldbeutel seht ihr so schnell nicht wieder! Als Innenstadtbewohner der offensichtlich als Kunde nicht geschätzt wird, habe ich in Zukunft kein schlechtes Gewissen bei Amazon einzukaufen.

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    1. Rainer, das stimmt. Der Plan war ein anderer als ich ihn vor gut einem Jahr sah, und ich habe vor einiger Zeit bereits einen Antrag gestellt, dass der Radweg entlang der Holzstraße auf einer Fahrbahnspur verlegt wird. Es war nie geplant, die Radstraße durch die Münzgasse zu verlegen, sondern die Hauptradroute 1 soll an der Holzstraße entlang geführt werden. Es ist eine Geradeausweiterführung entlang der B14 geplant, also dort, wo man vor dem Landtagumbau früher auf dem Gehweg an der Oper und dem Innenministerium entlang zum Neckartor radeln konnte. Ich bin momentan auch der Meinung, dass der Radweg, so wie er jetzt an der Holzstraße verlegt ist, nicht ausreicht und der Hauptradroute 1 nicht gerecht wird. Da müssen wir halt noch mal dicke Bretter bohren. Aber vielleicht sollte man mal abwarten, wie es geht, wenn die Baustelle da weg ist. Die Münzgasse war zwar mal Radstraße (am Dorotheenviertel entlang zum Karlsplatz), aber begeistert war ich davon nie, weil es am Karlsplatz eigentlich gar nicht weitergeht. Man hoppelt schräg über den Karlsplatz zur Ampel am Waisenhaus, man hoppelt über einen nicht freigegeben Gehweg Richtung Schlossplatz und schlängelt sich durch Fußgänger und abgestellte Motorräder. Das war doch auch ein Riesenscheiß! Nur wenn man vom Schlossplatz über die Planie kommt, dann kann man da auf der Fahrbahn zum 'Eingang der Münzgasse fahren. Wenn ich aus dem Schlossgarten komme, radle ich meist anders und steure den Radweg Holzstraße an, der derzeit noch nicht fertig ist und von Fußgängern zwangsläufig noch mitbenutz werden muss. Und wie gesagt, ich bin der Meinung, dass wir dem Radferkehr hier eine Fahrbahn hätten geben können.

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    2. Christine, vielleicht empfandest du die alte Lösung als Scheiß, weil du eben über den Karlsplatz gefahren bist. So fuhren doch die wenigsten. Geradeaus bis zur Planie, dann rechts, und an der Ampel am Cafe Grand Planie dann rechts. So fuhr wohl nicht nur ich. Asphaltiert, frei von Fußgängern, und wenig Verkehr.

      Was ein Scheiß ist, ist was anderes. Die einzige echte Fahrradstraße in Stuttgart entwidmen, auf eine Radspur verweisen, die noch nicht fertig ist, und schon jetzt der Meinung sein, dass es dann doch nicht ausreicht, und man dicke Bretter bohren muss um vielleicht in einigen Jahren etwas zu ändern.

      Martin

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    3. Und am Samstag dann überall Flohmarkt, dann auch mal Fischmarkt oder Weindorf auf dem Karlsplatz. Ich fand die Strecke nie toll. Aber ich verstehe, dass viele an ihr hängen. Da werden wir uns halt jetzt drum kümmern müssen, dass das besser für uns Radler wird. Ich hoffe ja immer mal auf einen Aufstand der Radfahrer, darauf, dass sie zeigen, was sie fordern. Aber das entwickelt sich ja vielleicht jetzt.

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    4. Eben deshalb NICHT über den Karlsplatz. Das Kopfsteinpflaster hast du vergessen. Die von den meisten gewählte Route hat das alles nicht.

      Egal, wie oft du beschreibst dass du einer der wenigen bist/warst, die über den Karlsplatz fuhren.

      Martin

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    5. Sorry. Habe ich dich richtig verstanden, die du bist bis zur Straße Planie vorgeradelt, dann rechts abgebogen, auf der Fahrbahn bis zur Fußgängerampel geradelt und dann über die Fußgänger-/Radampel nach links Richtung Landtag geschwenkt? Ist dann zwar Asphalt, aber ein ungeklärter Übergang über eine Fußgängerampelanlage. Ich habe nicht viele gesehen, die so geradelt sind. Ist ja aber auch egal. Ich habe schon verstanden, dass es etliche Radler/innen gibt, die an dieser Route hängen, egal wie häkelig sie ist. Ich hoffe ja immer noch auf massenhaft E-Mails an die Gemeinderäte, dass sie hier eine radlergerechte Lösung schaffen. Auf eine Demo, auf Aktionen und allerlei laute Forderungen.

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    6. Ja, genau so. Und ja, die Stelle an der Ampel könnte man als ungeklärt betrachten. Aber da eine Radfurt markiert ist, und kein blaues rundes Schild mit weißem Pfeil gerade aus hängt ist das meiner Meinung nach legal.

      Martin

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    7. Ja, klar, Radfahrende dürfen diese Fußgängerfurt benutzen. Aber das gehört zu den ungeklärten Übergängen, die ich persönlich hasse wie die Pest. Das ist keine Fahrradinfrastruktur, sondern eine Verlegenheitslösung.

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    8. Rainer Dobrinkat22. Juni 2017 um 19:13

      Also, ich habe mir die Holzstr. mit Zollstock angeschaut. Der Bereich der neu gebaut wurde ist ca 2,60m breit. An den Engstellen wo die Bäume sind 1,80m bzw 1,60m. Der alte Radweg ist ca 2,0m breit. Ich habe von Kopfsteinpflaster zu Kopfsteinpflaster gemessen. Wenn ich die Verwaltungsschrift für den Straßenverkehr richtig interpretiere §2/II Freigabe linker Radwege (Radverkehr in Gegenrichtung) finde ich bezüglich der Breite dieser Radwege:"die lichte Breite des Radweges einschließlich der seitlichen Sicherheitsräume durchgehend in der Regel 2,40 m, mindestens 2,0 m beträgt". Ich bin mir nicht sicher was als Sicherheitsraum zählt (der ganze Gehweg?), die Zahlen zeigen aber, die Stadt gesteht den Radfahrern nur das absolute Mindestmaß zu. Einen Hartz-IV Radweg sozusagen.
      Der Rückbau der Radinfrastruktur in der Münzstr. darf man nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Hauptroute 1 diskutieren. Für viele Radler aus dem Norden war das der beste Weg zum Markt bzw Tübingerstr. So fahre ich z.B. aus dem Postdörfle über die Heilbronnerstr./Arnulf-Klettplatz/Lautenschlagerstr/Bolzstr/Schloßplatz in die Münzstr. dann weiter Richtung Tübinger. Die Münzstr. war perfekt dafür. Einen adäquaten Ersatz gibt es nicht. Denn das worauf wir in Zukunft fahren ist das bereits Bestehende was mit Einfahrten und Logistikbereich sogar noch verschlechtert wurde. Als ich dort war hat übrigens wieder ein großer LKW auf dem Radweg rangiert der anliefern wollte. Bin gespannt wie das in Zukunft geregelt werden soll.

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  12. Liebe Christine, ich habe mir auf stuttgart.de/maps die alten Luftbilder angeschaut. Auf dem Bild aus 2013 ist noch ein fast geradliniger Radweg zu sehen. Jetzt macht der Radweg vom Waisenhaus komment eine schärfer Kurve und es gibt an der neuen Tiefgaragenausfahrt nochmal eine neue Verschwenkung die vorher nicht da war. Das ist keine Verbesserung, sondern eine deutliche Verschlechterung. Norbert Kirsch

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  13. Münzstr. ist zwar nun Geschichte, aber sie war perfekt und ab Karlsplatz quasi die Drehscheibe für Radler, sei es Schloßplatz/ Innenstadt oder weiter durch den Schloßgarten oder einfach die bessere Ampellösung gegenüber dem Charlottenplatz.

    Die jetzige Holzstraßen-Lösung als Mini-Radweg auf dem Gehweg mit ihren Laster- und Pkw-Querungen, insbesondere ins DoQu-Parkhaus sind eine gefährliche Katastrophe! Auswärtige, mit Großstadt- und Radverkehr völlig überforderte Autofahrer, die zudem, selbst wenn sie wollten, die Radler aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (Baum, Busch, Elektrokasten) nicht einmal sehen können!

    Ganz schlimme Sache.

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