10. Oktober 2017

Winnie, die Goldene

Die alten Räder stehen in Stuttgart oft offen oder minimal gesichert an Abstellanlagen herum. Klaut eh niemand. 

Obwohl sie schön sind. Das hier dürfte ein Staiger-Damenrad sein. In Kleinanzeigen wird es als Commodore Staiger Damenrad angeboten. Dieses Exemplar hat eine Gangschaltung, die in den Lenkergriff integriert ist und eine anständige moderne Beleuchtung. Es stand am Schlossplatz, als ich es sah.

Winora-Staiger gibt es seit 1914 in Deutschland. Staiger-Fahrräder gibt es bis heute, in zwischen natürlich auch als Pedelecs.

Kann es sein, dass Gold eine Modefarbe in den Siebzigern war?

Kommentare:

  1. 1014 Uiui krass:-)

    Gold, ja ich hatte in den 70er ein goldenes Klapprad. Irgendwer schenkte uns das. Die Schaltung war seltsam. Bei jeder Rücktrittbremsung schaltete es von den ersten in den zweiten Gang und revers. Strange. Fuhr aber flott, ich zog es den anderen zwei Miniräder im Haushalt vor.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Nabe wurde ca. von 2006 bis 2016 als SRAM Automatix wieder hergestellt. Nach meiner Kenntnis wurde sie mittlerweile wieder eingestellt. Sieht man oft an Leipziger "Single Speed" Rädern in Kombination mit dem Fahrradhänger...

      Löschen
    2. Die Nabe mit der Rücktritt-Schaltung hieß "Sachs Duomatic". War in den 70ern in jedem besseren Klapprad drin.

      Löschen
  2. Laut Wiki 1914 - nicht 1014.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mein Bindestrich ist auch falsch. Da gehört ein Gedankenstrich hin.

      Löschen
  3. Mein erstes "richtiges" Fahrrad war ein Staiger, ein metallic-grünes 10-Gang-Rennrad. Damit fuhr ich in Sillenbuch den Buggel nuff zur Schule. Auf einer Radtour in England brach dann der Rahmen und ich musste es dort zurücklassen.
    Davor hatte ich auch ein 2-Gang-Klapprad. Für Sillenbuch ziemlich ungeeignet.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hast du dich verletzt als der Rahmen gebrochen ist?
      Sah das Rad zuvor noch gut aus? War das Rad verrostet?
      Wenn das Rad auf einer Bergabfahrt gebrochen wäre, hätte es doch übel enden können. Deine Geschichte macht mir deshalb etwas Angst vorm Rad fahren.

      Löschen
    2. Rahmenbrüche kommen gerade bei Vilefahrern immer wieder vor. Oft am Unterrohr in der Nähe des Steuerrohrs. Das kündigt sich an. Das Rad wird wabbelig, man fährt langsamer, möchte nachschauen, dann macht es aber Zong und der Rahmen ist durch Gabel- oder Lenkerbrüche sind viel schlimmer.

      Löschen
  4. Die Liebe zum Radfahren und zu diesem Rad im Speziellen muss wirklich sehr groß sein. Anders lassen sich die neuen Anbauteile an dem stark verbogenen Rahmen nicht erklären. Hobbymäßig restauriere ich alte Räder und kann dem Charme von Hochflanschnaben und Berceau-Rähmen auch kaum widerstehen, trotzdem hätte ich dem Hobel auf dem Bild keine Chance mehr gegeben. Daß das Teil noch gefahren wird: Respekt!
    Grüße Robert

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was ist daran verbogen? Die Mixte-Streben S-förmig zu biegen war eine Spezialität von Staiger Anfang bis Mitte der 1980er. Und weitere Anomalitäten kann ich nicht erkennen.

      Löschen
    2. Jetzt hab' ich's auch gesehen, mein Fehler. Tschulzge und Danke für den Hinweis!

      Löschen
  5. Scheint, Stuttgarter haben zuviel Geld. Hier in Leipzig ist es völlig normal, alte Möhren technisch fit zu halten, schon wegen des Diebstahlrisikos. Dabei ist der finanzielle Einsatz oft gar nicht so hoch: Hyperglide (kompatible) Schraubkränze dürften um die 15€ kosten, Microshift/Sunrace-Drehschalter in sechsfach gibt es als Pärchen für unter zehn Euro. Bei sechsfach kann man mit etwas Glück sogar ein altes Huret- oder Simplex-Schaltwerk weiter fahren, wenn nicht gibt es Shimano oder Microshift für unter 15€. Neue Reifen, braucht man eh immer wieder, warum nicht also wie hier ein paar Euro mehr für Marathons ausgeben. Wenn das Rad über die letzten 25 Jahre immer wieder mit besseren Teilen ausgestattet wurde, warum nicht? Man kann ja auch wenn eh Kette und Ritzel fällig sind, von fünffach Schraubkranz auf sechsfach oder siebenfach Hyperglide gehen und diese zunächst mit den alten Friktionsschalthebeln fahren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei uns fahren auch viele alte Räder, übrigens immer mehr. Und wir haben sogar eine Werkstatt im Zentrum, die Radtheke, die solche Räder repariert und fahrtüchtig macht. Wir haben halt mehr Berge als ihr in Leipzig, weshalb das Fahrradfahren in Stuttgart erst vor ein paar Jahren so richtig losging, als sich die Leute Pedelecs kaufen konnten. Die sind zwar in der Tat nicht billig. Aber wer genau rechnet, spart sich viel Geld fürs Auto und für den öffentlichen Nahverkehr, wenn er sich ein Pedelec kauft. Ein Pedelec ist immer noch billiger als der Gebrauchtwagen, den sich junge Leute früher gekauft haben. Aber ja na, klar, in Stuttgart wohnen viele Leute, die viel Geld haben.

      Löschen