14. April 2018

Alte Weinsteige - mehr Kontrollen sollen den illegalen Autoverkehr verringern

Am vergangen Dienstag hat der Bezirksbeirat Süd einen Antrag der Grünen diskutiert, die Alte Weinsteige wirkungsvoller als bisher vor Schleichverkehr und rechtswidrig hinunter fahrenden Autos zu schützen. 

Den Grünen ging es dabei nicht nur um die Ruhe der Anwohner, sondern auch um mehr Schutz der Radfahrenden, die von rechtswidrig herab kommenden Autofahrer/innen gerne mal bedrängt, ausgebremst, ins Kiesbett der Zacke gekippt oder angeschrieen werden, sie sollten doch gefälligst auf dem Gehweg hoch radeln. Der Bezirksvorsteher las vor der Diskussion eine Mitteilung der Stadtverwaltung vor, die besagte, man wolle verstärkt kontrollieren. Aus einer kontroversen Debatte ging dann, wie ich mir von einem Teilnehmer habe berichten lassen, der einstimmige Beschluss des Bezirksbeirats hervor, man wolle der Verwaltung drei Monate Zeit geben, mit Hilfe verstärkter Kontrollen das Verbot der Runterfahrt und das der Bergauffahrt am Nachmittag für Autofahrer durchzusetzen und dann zu berichten, gegebenenfalls auch mit Vorschlägen, wie die Verkehrsregeln ansonsten wirkungsvoll durchgesetzt werden können.



Erstaunlich dabei, wie viele Redner rundheraus bestritten haben, dass auf der Alten Weinsteige bergauf Rad gefahren würde. Aber wegdiskutieren hilft nichts, die Realität ist eine andere. der Radverkehr ist da und wird noch zunehmen. Pedelcs machen die Bergauffahrt mit dem Rad tatsächlich seit vielen Jahren unkompliziert, aber auch Rennradler/innen betrachten die Steilstrecke immer noch als Herausforderung und sind dort unterwegs. Im Grunde ist die Alte Weinsteige längst eine Fahrradstraße, denn, wie auch ein Anwohner bestätigte, es sind dort mehr Radfahrer unterwegs als Autos, vor allem wenn man den illegalen Autoverkehr abzieht. Sie ist die direkte Verbindung zwischen Stuttgart Süd und Degerloch, und eigentlich gibt es keine andere. Gerne wird der Schimmelhüttenweg als Alternative ins Feld geführt. Aber erstens stören Radler dort Spaziergänger/innen, zweitens hat sie viele Querrinnen, die das Bergabfahren mühsam machen, und ist stellenweise sehr schmal, drittens ist sie ein Umweg und viertes finden Ortsunkundige die Zufahrt unten nicht und von oben kommend auch nicht. Der Schimmelhüttenweg ist keine Alternative.

Die Alte Weinsteige würde übrigens von noch mehr Radfahrenden benutzt werden, wenn sie Fahrradstraße mit nur reinem Anliegerverkehr wäre, denn der Konflikt mit Autofahrenden ist manchen jetzt noch zu stressig. Und es ist eben auch nicht gut, wenn Radfahrer/innen auf den Gehweg ausweichen, weil sie sich von Autofahrenden gehasst fühlen.

Dann warten wir jetzt mal ab, was die Polizeikontrollen in den nächsten Wochen ergeben und schauen Ende Juli mal nach, ob sich der regelwidrige Bergabverkehr und nachmittags der illegale Schleichverkehr bergauf verringert hat.

Kommentare:

  1. Ich finde ja, die Verwaltung lässt sich drei Monate zu viel Zeit. Das Problem ist ja bekannt. Hätte die Polizei dieses Problem so behandelt, wie die zu lauten Auspuffrohre, wäre das Thema längst erledigt.

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  2. "Erstaunlich dabei, wie viele Redner rundheraus bestritten haben, ..." Ein kurzer Blick in Strava hätte genügt: Über 300 Radler mit über 900 Fahrten sind hier dokumentiert.

    "aber auch Rennradler/innen betrachten die Steilstrecke immer noch als Herausforderung.." Immer noch? Sollen die da nicht mehr lang fahren dürfen? Welche Strecke schlägst du stattdessen vor?

    Und die Alte Weinsteige ist keine Herausforderung. Wenn sie auf der Tour liegt, fährt man sie halt hoch. So wie viele andere Steigungen auch. Und nicht aus jeder Steigung machen Rennradler ein Bergzeitfahren.

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