25. Mai 2018

Esslingen und Plochingen arbeiten an Radschnellwegen

Wenn man sich die Pläne der anschaut, sieht man, wie schwierig es ist, echte Radschnellwege durch unseren Autobahndschungel zu legen. 

Esslingen, Altbach, Deizisau, Plochingen und Reichenbach haben sich auf ein Schnellradwegkonzept veständigt und schon mal drei Varianten durchs Neckartal vorgeschlagen, noch bevor die Machbarkeitsstudie fertig ist.

Die Pläne sind zunächst einmal nur Diskussionsgrundlage für einen längeren Beratungsprozess, aber schon mal interessant anzuschauen. Denn man erkennt, dass es praktisch nicht möglich ist, durchgängige Radwege oder auch Schnellwege zu bauen, die nicht an irgendeiner Stelle in Radstreifen versickern oder schwierige Straßen kreuzen. Wie die Esslinger Zeitung berichtet, ist man sich aber wenigstens einig, dass der Radverkehr eine echte Chance ist, den Autoverkehrskollaps abzuwenden.


Denn, wenn solche Radpendler-Strecken erst einmal da sind und halbwegs hindernisarm und ohne Angststellen funktionieren, dann werden die Zahlen der Radfahrenden schnell steigen. Bislang geht man davon au, dass täglich 2.000 Radfahrende so einen bequemen Pendlerradweg benutzen werden. Ich vermute, es radeln aber entlang des Neckars längst schon so viele, zumindest an schönen Tagen, und halte die Schätzung für zu tief gegriffen. Angebote für Radfahrende erzeugen sofort einen gesteigerten Radverkehr, wie man selbst Fahrradstraßen mit Schwächen sieht wie in der Tübinger Straße. Wie viel Potenzial im Radfahren steckt, können wir uns derzeit vermutlich noch gar nicht vorstellen. Das Bedürfnis, das Auto stehen zu lassen - aus welchen Gründen auch immer - ist ziemlich groß, stößt aber vielerorts noch nicht auf eine einladende Radinfrastruktur.

Hier noch mal der Link zur Karte

Kommentare:

  1. Der Neckarradweg existiert. Es handelt sich um einen so genannten Landesfernradweg. Diese bestehende Trasse lässt sich auf dem entsprechenden Abschnitt zu einem „Schnellweg“ ausbauen. Weitere Trassen ins Spiel zu bringen, sogar auf der gegenüberliegenden Neckarseite, ist absurd. Nochmal: Es gibt einen Landesfernradweg. Warum baut man ihn zwischen Stuttgart und Plochingen nicht einfach aus, so dass er seinen Namen auch verdient?

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    1. So ist es. Und bis auf diese völlig realitätsfremde Sterrung am Esslinger Bahnhof, die natürlich aufgehoben werden muss (oder alternativ die Straße zum Stellwerk), sind zwischen der Schleuse Hedelfingen und Altbach nur punktuelle Verbesserungen notwendig (zB. Höhe Landratsamt). In diesem Plan ist es orange gepunktet eingezeichnet.

      Mit dem gesparten Geld kann man 1000km weiterer Radwege auf ähnliche Weise ausbauen.

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  2. Die Strecke am Neckar ist sicher die beste Variante von den dreien, alles andere ist wirklich schwierig, wenn man sich das mal im Detail anschaut. Natürlich muss am Esslinger Bahnhof das Radfahren sofort wieder erlaubt werden, was soll das denn auf einem 4-Sterne-Radweg? Aber WENN man schon einen grossen Wurf macht, sollte man auch nicht vor dem Bau von Radbrücken und einer Verbreiterung der Wege zurückschrecken, da geht es doch um Peanuts gegenüber dem Fernstrassenbau und den Esslinger Brücken. Und man muss die Erschliessung der Höhenlagen endlich anpacken.

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