13. November 2018

Die Sache mit den Fahrradgaragen

Die ist jetzt angelaufen. Bei den Haushaltsberatungen vor einem Jahr hat der Gemeinderat ja Geld für Fahrradgaragen in Wohngebieten bereitgestellt. 

Sie sollen in dicht besiedelten Gebieten wie dem Westen von Anwohner/innen für wenig Geld angemietet werden können, die ihr Fahrrad draußen abstellen müssen, weil sie keine Garage haben oder keinen Keller oder das Pedelec nicht in den Keller tragen können.

Die Idee dahinter: Es tun sich vier Parteien in einer Nachbarschaft zusammen, die insgesamt 8 Fahrräder oder je ein Lastenfahrrad abstellen wollen. Für die wird dann eine kleine Fahrradgarage am Straßenrand aufgestellt. Wie die aussieht ist noch nicht klar. Sie könnte aber so aussehen wie diese von Cervotec. Die vier Parteien bekommen den Schlüssel dafür, andere können ihre Räder dort nicht abstellen.

Räder müssen nicht auf dem Gehweg stehen
Als Voraussetzung hatten wir uns ausgedacht, dass diese Leute keine Parkraumberechtigung in Anspruch nehmen oder eine zurückgeben. Das ist rechtlich nicht machbar, wie sich jetzt nach einer juristischen Prüfung herausgestellt hat. Denn jeder Anwohner hat ein Recht auf diese Parkbrechtigung. Also gilt diese Voraussetzung nicht mehr. Thomas Becker von Plattsalat hat inzwischen über 200 Interessent/innen gesammelt, und es gibt im Westen, aber auch im Heusteigviertel inzwischen etliche Gruppen, die so eine Fahrradgarage haben wollen. Dieses Engagement hat enorm geholfen. Vielen Dank dafür.

Viele Räder passen auf einen Parkplatz
Die Stadt gründet nun ein Projekt, das diese Anträge koordiniert und das Vorgehen festlegt. Nach derzeitigem Stand sollen die Bezirksbeiräte der jeweiligen Ortsteile entscheiden, wo die Antragssteller/innen ihre Radgarage hinbekommen, wo sie also aufgestellt werden können. Wie schnell das geht, kann ich noch nicht sagen. Nach meiner Erfahrung dürfte das in den Bezirksbeiräten nicht ohne Diskussionen abgehen, wie immer, wenn zugunsten des Fahrrads ein Parkplatz wegfällt. Allerdings ist genau das, nämlich viele Radabstellplätze, die sicher sind, die Voraussetzung dafür, dass Menschen in solchen Wohngebieten aufs Auto verzichten, das Auto abschaffen und aufs Fahrrad als Mobilitätsmittel setzen. Damit verringert sich die Zahl der Autos, die einen Parkplatz brauchen. Solche Maßnahmen läuten eine Wende in der Parkplatzmisere mancher Stadtteile ein. Und hübscher als die Blechwand von Autos an den Straßenrändern sind hier und da diese lichten Radgaragen allemal.

Heute Abend im Radforum ist das Projekt Fahrradgaragen Auch Thema. 18 Uhr Rathaus, 4. Stock, Zimmer 406. Alle sind willkommen.

Kommentare:

  1. Also mir gefallen die, leider ziemlich teuren, Düsseldorfer Radhäuschen deutlich besser:
    https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/erste-duesseldorfer-fahrradhaeuschen-wird-aufgestellt_aid-25750963

    Gruß
    Claus

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    1. Uh, nein, da habe ich eine andere Meinung. Riesig und hässlich, so stelle ich es mir nicht vor.

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    2. Wie auch die Garagen am Ende aussehen, sie sollten nur zügig und in großer Anzahl aufgestellt werden. Die Frage ist nur wie sich das am besten erreichen lässt: durch ein Mietmodell oder ein Kauf/Zuschuss-Modell (z.B. übernimmt die Stadt Düsseldorf 90% der Kosten).
      Wenn der Zugang zu einem Fahrrad nicht umständlicher ist als in ein Auto zu steigen, werden auch mehr Personen das Rad nutzen.

      Viele Grüße
      Claus

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  2. ein 3m hoher Haus zwischen Gehweg und Straße finde ich sehr unschön. Das ist ja als parke ein Lastwagen dort!

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    1. Sagen wir mal so. Die unschön parkenden Lkw tolerieren wir, da sagen wir nicht, das sei unschön, auch die Wand parkender Pkw scheinen wir alle schön zu finden. aber wenn wir von Fahrrädern und Radhäuschen reden, taucht sofort (in jeder Diskussion ist das so) die Anmerkung auf, die seien doch unschön. Übrigens drei Meter hoch werden sie nicht werden. Die durchsitigen sind zwar höher, aber licht, nimmt man undurchsichtige, hat man so eine Kastenform, die an Mülltonnenhäuschen erinnert, die sind aber niedriger. Es ist nicht entschieden, es wird ausprobiert werden, übrigens nicht massenhaft, sondern an wenigen Stellen und dann sieht man mal. Diese Chance muss man Fahrrädern am Straßenrand mal geben, finde ich.

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    2. Kompromiss: Wir gestalten die Fahrradhäuschen im Stile eines LKWs. Dann können wir die Dinger überall in der Stadt aufstellen- selbst massenhaft in der Fußgängerzone- und es wird keinen stören....

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  3. Liebe Christine,
    danke für Dein Update. Die beiden Links im Artikel sind leider fehlerhaft.
    Herzliche Grüße

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    1. Offensichtlich sind die Seiten hinter den Links vom Netz genommen worden. Danke für den Hinweis.

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  4. Aus den Zielvorgaben der RadSTRATEGIE des Landes Baden-Württemberg:

    "Für 10 % der Einwohnerinnen und Einwohner sollen in ihrer Kommune bis 2025 öffentlich zugängliche Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Von diesem Richtwert kann in Ab hängigkeit von der örtlichen Situation abgewichen werden. Von den öffentlich zugänglichen Fahrradstellplätzen sollen 50 % überdacht und hierunter 50 % gesichert sein."

    Dann weiss ja der Gemeinderat, was von ihm erwartet wird und kann abschätzen, wann er mit der Planung anfangen muss, damit gegen Ende der Fristen keine Hektik ausbricht.

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  5. Spannend, per Vertrag eine KFZ-Parkberechtigung (bekanntlich ohne freier-Platz-Garantie) einzutauschen gegen einen exklusiven, etwas kleineren Fahrrad-Parkplatz, den einem niemand streitig machen kann: das geht juristisch nicht?

    Aber in Bereichen mit Parkraummanagement (wo Parkberechtigungen ohne Gebühr nicht herausgegeben werden dürfen, so zumindest mein Kenntnisstand) einzelne Flächen der Gemeinschaft "entziehen" und einzelnen Personen "ohne Gegenleistung" zur Verfügung zu stellen, das ist erlaubt?

    Ist ja schön, trotzdem finde ich das ein merkwürdiges Rechtswesen...

    Wie wäre es eigentlich mit versenkten, hochklappbaren Pfosten oder hochklappbaren Bügeln auf Parkflächen? Wenn's frei ist und ein Autofahrer parken will, Bügel runterklappen und darüber parken. Wenn Radfahrer parken wollen: Bügel hoch und Fahrrad anlehnen und daran abschließen.

    Dann wird der Platz für den ruhenden Verkehr in der Regel nach tatsächlichem Bedarf genutzt und auch Radfahrer "müssen" zum Parken nicht auf den Gehweg ausweichen. Wieder ein Stück Aufenthaltsqualität gewonnen. Nachteil ist natürlich, dass die Fahrräder Diebstahl, Vandalismus und Wetter ausgesetzt sind.

    (Für die Autofahrer ein Hinweis: selbst an hochwertigen Fahrrädern rosten die Ketten, Pedelecs haben empfindliche Elektronik und Steckverbindungen. Die ganze Mechanik und Elektronik ist nicht so gut geschützt wie bei Autos)

    Ist so etwas realistisch?

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