26. Februar 2019

Hindernisfahrt auf der Fritz-Elsas-Straße

Fritz-Elsas-Straße, ein breiter Fahrradstreifen, als Radweg ausgewiesen, darf von Bussen mitgenutzt werden. Sensationell.

Aber wer nutzt ihn auch: Dieser Lieferant. Merke: breite Radstreifen sind noch besser fürs Be- und Entladen.

Fährt man in Gegenrichtung, vom Berliner Platz zum Rotebühlplatz, hagelt man als Radfahrer und Fußgänger in die Baustelle am Treffpunkt Rotebühlplatz. Eine Zeitlang konnte man sich noch durchquetschen, jetzt ist alles dicht. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Sieht aber nach weitem Umweg aus. Weiß man nicht so genau, wenn man sich nicht auskennt. Fußgänger gehen dann halt eben auf der Fahrbahn vor zu Ampel (leider habe ich die, die das taten, nicht mit dem Fotoapparat erwischt).


Warum bitte schön, nimmt man hier nicht dem Autoverkehr eine Spur weg und leitet Fußgänger und Radler auf der Fahrbahn geradeaus an der Baustelle vorbei? Vor allem Menschen zu Fuß latschen keine Umleitungen, die quer vom eigentlichen Weg wegführen. Und das sollte man ihnen auch nicht zumuten.

Als Radfahrerin fahre ich hier locker auf der Fahrbahn, darf ich ja. Aber da sind so manche Fußgänger mutiger als Radfahrer. 

So was wollen wir in Stuttgart eigentlich nicht mehr sehen. Übrigens auch nicht den Lieferanten auf dem Radstreifen, der für Busse freigegeben ist.

Kommentare:

  1. Hallo Christine,
    der schöne, breite Fahrradspur auf der Fritz-Elsas-Straße Richtung Berliner Platz wird sehr häufig von Lieferanten als Ladezone missbraucht - stört weder Ordnungsamt noch vorbeifahrende Polizei.
    Aber das ist noch nicht Alles! In der Rushhour wird die Fahrradspur auf ihren letzten 50 bis 100 Metern vor der Ampel an der Haltestelle Hohe Straße einfach zur zweiten PKW-Spur 'umgewidmet'. Völlig schamlos überfahren im Rückstau stehende PKWs die durchgezogene Linie, um sich vorne an der Ampel dann anzustellen. Dafür interessiert sich scheinbar auch kein Amt. Dieses Schauspiel lässt sich jeden (Werk-)Tag beobachten.

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  2. Es ist wirklich kompliziert. Abpollern kann man diesen Radfahrsterifen ja micht, weil sonst der Bus nicht mehr durchkommt. Irgendwann wird auch in Deutschland ein Erziehungsprozess für Autofahrende in Gang kommen, der ihnen klar macht, dass Radstreifen keine Verfügungsmasse sind. Busstreifen auch nicht. Ich beobachte auch, dass Lieferfahrzeuge oft auf Busstreifen stehen, zum Teil sehr lange, etwa in Degerloch. Im Grunde führt nichts an Lieferzonen vorbei, die man in jedem Viertel einrichten muss. Erst dann kann man die Lieferanten vorn den Radfahrstreifen und Busstreifen vertreiben. Dieser hier hätte isch allerdings auch in die Seitenstraße stellen können. Dann wäre der Weg zehn Meter länger gewesen.

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  3. Auf deutschen Straßen herrscht weitgehend Anarchie, nicht nur in Bezug auf Radwegen. Einbahnstraßen? Kann man sich dran halten, muss man aber nicht. Gehwege sind sowieso der beste Parkplatz, da stört man keine anderen Autos. Fußgänger werden durch Autos noch viel viel mehr behindert als Radfahrer. Und solange Polizei/Ordnungsamt das kein bisschen juckt, die Autofahrer also erleben, dass sie nicht sanktioniert werden, machen sie das natürlich munter weiter.

    Das einzige, was ein Autofahrer tunlichst vermeiden sollte, ist, sich auf einen Elektrofahrzeugparkplatz zu stellen, da wird man nämlich abgeschleppt. Hier sieht man, wo die Prioritäten liegen...

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  4. Ja, Steffen, ich weiß. Die Frage, die ich mit stelle, ist: Finden wir eine nach vorn gewandte Perspektive auf diese Anarchie im Straßenverkehr? Wie viele Polizisten - mal ganz realistisch gefragt - braucht man, um all diesee vielen, vielen Verkehrsverstöße zu ahnden? Die Hundertschaften wollen wir ja eigentlich nicht auf unseren Straßen sehen. Dennoch habe ich natürlich auch solche Bilder von Polizisten, die diese Parkerei sofort ahnden. Die also überall herumstehen. Ich finde es wirklich kompliziert. Ich suche nach einem Gedanken, der uns vorwärts bringt, nicht nach Schuldigen.

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    1. Man braucht doch nicht viele Polizisten! Autofahrer haben inzwischen gelernt, dass ihnen nichts passiert, egal wie und wo sie parken. Wenn "normales" Falschparken häufiger geahndet wird (und nicht nur mit lächerlichen 5€) und Autofahrer wieder lernen, dass Falschparken weh tut, spricht sich das schnell rum.

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    2. Es wandern derzeit hundert Menschen des städtischen Vollzugdiensts mehr durch die Straßen als vor zwei Jahren. Um alle Falschparker schnell zu erfassen, bräuchte man nach meiner Einschätzung sicherlich tausend Politessen in der Präsenz auf den Straßen, auch nachts und an Wochenenden. Das geht irgendwie nicht. Oder hast du da ein Konzept, das funktionieren würde. Und sage nicht, die Streifenpolizei soll sich darum kümmern. Die haben keine Leute für so was, die müssen Ladendieb/innen bearbeiten, Prügeleien und viele Verkehrsunfälle. (Und klar, hohe Geldbußen würden vermutlich helfen, aber das ist Bundesangelegenheit.)

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    3. Kalle. Der Prozess muss optimiert werden. Die Ordnungshüter brauchen einfach viel zu lange, um Falschparker aufzuschreiben. Die sollten nur Fotos machen, der Rest kann im Innendienst erledigt werden. Dazu automatisch den Standpunkt über eine App zuordnen lassen. Der Output der Ordnungshüter ist viel zu niedrig.

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    4. Wenn die hundert städtischen Vollzugsdienstler ausschließlich Autos aufschreiben, die auf Parkplätzen mit Ladestation stehen (und nichts anders tun sie nach meiner Beobachtung, ich sehe das von meinem Fenster aus) ändert das am allgemeinen Parkverhalten rein gar nichts.

      Was sie manchmal, aber wirklich sehr selten auch noch tun ist schauen, ob für parkende Autos ein Parkticket gelöst wurde.

      Dagegen habe ich noch NIE einen gesehen, der ein parkendes Auto aufschreibt, das so beschissen falsch parkt, dass Fußgänger massiv behindert werden.

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  5. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Diesen Kommentar habe ich gelöscht, weil er eine Person namentlich angegriffen hat, ohne selbst seinen/ihren Namen zu nennen. Unterschreibt doch einfach mit eurem Namen, wenn ichr hier kommentiert. Ich tue das doch auch. Ich bin für Offenheit bei Meinungsäußerungen.

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  6. Kalle. Letzte Woche hat ein Lieferant den Radweg in der Silberburgstraße blockiert. Voll drauf. Ein Ordnungsbeamter hat ihn aufgeklärt und ihm Tipps gegeben, wo er parken soll. Ich musste grinsen. Knöllchen gab es natürlich nicht. Denken die wirklich, die stehen da versehentlich?

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