20. Juli 2019

Kraftfahrzeuge runter vom Gehweg!

Der Gehweg dient zunehmend als Parkfläche für kleine motorisierte Fahrzeuge.

Reden wir heute nicht von den großen Pkw und Lkw, die von ihren Fahrern auf Gehwegen abgestellt werden. Der Gehweg wird von Motorradfahrernden, Mopedfahrern und von Fahrer/innen kleiner E-Fahrzeuge geradezu selbstverständlich als Fläche angesehen, auf der sie fahren und parken können.

Dieser Herr hat sein Quad in Degerloch so auf den Gehweg der Epplestraße gestellt. Ein Trupp Kinder wandert um ihn herum, um sich an der Ampel aufzustellen. (Ein Radler drängelt sich auch noch durch.) Der dachte offensichtlich gar nicht daran, sich in der Straße einen regulären Parkplatz zu suchen, er fand, dass er jedes Recht hat, sein Fahrzeug so abzustellen, um schnell beim Bäcker reinzugehen.

Auch Motorradfahrer/innen fahren oft zehn oder mehr Meter über einen Gehweg oder Radweg, um ihre Maschinen an Fahrradständern oder an Hauswänden abzustellen. Sie tun es ganz selbstverständlich. Kürzlich hörte ich einem Gespräch so eines Fahrers mit einem Polizisten zu. Der Polizist sagte, er dürfe hier nicht über den Gehweg einfahren. Der Motorradfahrer sagte grinsend, er wisse das, aber ... Und der Polizist zog ab. Das Motorrad blieb so stehen.
Fahrer/innen von Mini-Fahrzeugen wie diesem hier an der Kronprinzenstraße haben offensichtlich den Eindruck, dass sie ihre motorisierten Fahrzeuge in Fußgängerzonen oder auf Gehwegen so abstellen können als wären sie Fahrräder. Vielleicht, weil dieses hier nur drei Räder hat und nicht schneller als 25 km/h fahren darf, sitzt darin ein Mensch mit der Seele eines Fußgängers und Gehwegradlers.

Marienplatz
Und, nein, auch hier auf dem Marienplatz dürfen Motorräder und Mopeds nicht parken, auch nicht am Wochenende, auch nicht ausnahmsweise. Sie müssen dazu in den Fußgängerbereich hoch- und in ihm entlang fahren. Und dies ist kein Motorradparkplatz. War nie einer, wird auch nie einer.

Auch die Gehwege in den Wohnvierteln sind keine Motorradparkplätze. Besser stünden die Dinger am Straßenrand. Da nehmen sie ja nicht mal so viel Platz weg wie Autos. Im Lehenviertel verwandeln sich ganze Gehwegzüge in Motorradparkplätze, wie hier in der Tulpenstraße. Das ist jungen Menschen zu Fuß egal, aber alte Menschen, die nicht sicher auf den Beinen sind, werden in Stress oder Angst versetzt, wenn ihnen hier noch jemand entgegenkommt, womöglich mit Kinderwagen und womöglich sogar (streng verboten!) auf dem Fahrrad oder E-Tretroller.  

Tulpenstraße
Nur Radfahrende dürfen ihre Fahrräder überall abstellen, also auch auf Gehwegen, wenn sie dabei niemanden behindern (also nicht an notwendigen Geländern). Und lieber wäre es mir, sie müssten es nicht tun, es gäbe genügend Fahrradbügel am Straßenrand.

Aber alles, was Räder und einen Motor hat und ohne eigenen Kraftaufwand gefahren werden kann, gehört unbedingt an den Straßenrand, nicht auf Gehwege. 

Übrigens auch E-Tretroller, denn die haben, anders als Pedelecs ebenfalls einen Motor, der das anstrengungslose Fahren (ohne Muskelkraft) erlaubt, so wie Mopeds, Motorräder, Mofas oder eben Autos. Deshalb übrigens braucht man für E-Scooter auch ein Versicherungskennzeichen, und deshalb brauchen Radfahrende das nicht.


Kommentare:

  1. „In business as in life you don't get what you deserve. You get what you negotiate.“ Wir bekommen hier, was wir kollektiv verhandeln. Wer auf der Fahrbahn parkt und dort stört, dem macht man eine Szene. Tut er hingegen dasselbe auf eine Geh- oder Radweg, so mogeln sich alle still um das Hindernis herum und benutzen dazu nicht einmal die Fahrbahn, sondern den gnädig freigelassenen Rest des Weges. Also parkt man dort, ganz selbstverständlich.

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  3. Vor dem CAP-Markt am Hölderlinplatz halten immer wieder Lieferanten auf dem Gehweg, obwohl auf der Fahrbahn das Be- und Entladen hier explizit erlaubt ist - also eine Ladezone. Als ich mal einen Lieferanten darauf angesprochen habe, ob es ihm das nächste Mal möglich wäre, sein Fahrzeug auf der Fahrbahn abzustellen, kam als patzige Antwort: "Aber da behindere ich ja dann die Autos!". Ich sagte dann noch, dass dies von der Stadt auf Grund der Beschilderung genau so vorgesehen ist - und bin weitergegangen, da ich keinen Sinn drin sah, weitere Worte zu wechseln.

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