25. März 2021

Autoverkehr macht Pflaster kaputt

Die Lautenschlagerstraße ist wieder schön. Allerdings eher optisch. Radelt man darauf entlang, wirkt der Untergrund gar nicht eben. Man spürt die Spalten zwischen den Steinen. 

Und lange werden sie nicht so plan liegen wie jetzt. Autoreifen hebeln solche Pflastersteine vor allem dann aus ihren Löchern, wenn sie gedreht werden, also beim Abbiegen, Einbiegen oder beim Kurbeln zum Einparken. Schwere Lkw treiben die Steine außerdem auseinander.

Wahrscheinlich wird die Staße also bald wieder so aussehen, wie sie jetzt ungefähr fünf Jahre lang ausgesehen hat.

Da hilft nur eines: Endlich die Lautenschlagerstraße für den Autoverkehr sperren. Und zwar für jeglichen, mit Poller, der nur in besondern Fällen (wenn Feuerwehr und Krankenwagen kommen müssen) aufgeschlossen werden kann. Das wird wohl auch so kommen.

Kommentare:

  1. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass Pflastersteine ungeeignet sind, wo KFZ-Verkehr stattfindet, insbesondere wo auch LKW (und seien es Müllabfuhr, Lieferverkehr, Straßenreinigung, Krankenwagen) fahren. Straßenverkehrsbehörden und Tiefbauämter wissen das.

    Immerhin ist hier in der Lautenschlagerstraße das Pflaster ohne Fase und mit schmalen Fugen. Pflaster mit Fase (abgeschrägte Kante) ist sowieso nach den Verwaltungsvorschriften/ERA nicht zulässig dort, wo der Radverkehr geführt wird.

    Meine Bitte an Dich und Deine Gemeinderat-KollegInnen:

    Pflaster ist teuer in der Anschaffung. Pflaster ist teuer und hässlich im Betrieb (siehe Foto). Pflaster - insbesondere mit Fase - verhindert effektiven Winterdienst. Fugen im Pflaster verursachen Stürze.
    Bitte fordert von den Behörden nicht mehr, dass Pflaster in Kreuzungsbereichen und auf Fahrradrouten verlegt wird.
    Bitte fordert von der Verwaltung, dass auf Radrouten ein hochwertiger Unterbau unter der Deckschicht verlegt wird, sodass unfall- und sturz-verursachende Straßenschäden durch Wurzelaufbrüche, Risse, Fugen, Schlaglöcher und Unebenheiten vermieden werden.

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  2. Poller sind eine teure, wartungsintensive und für Radfahrer gefährliche Maßnahme, um uneinsichtige Autofahrer von Flächen fernzuhalten, auf denen sie nicht fahren und/oder halten dürfen. Der inflationäre Einsatz von Pollern signalisiert dazu offensichtlich Autofahrern, welche Bereiche von den Behörden ernsthaft als schutzwürdig betrachtet werden. Ich habe den Eindruck, das senkt zusätzlich die Hemmschwelle, überall zu parken und zu fahren, wo "nur" Verkehrsschilder das Fahren und Parken verbieten. Ein Teufelskreis...

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    1. Bitte beachtet auch die Vorschriften, bevor ihr zu großzügig Poller fordert. ERA2010 Seite 80: "Poller sind unzulässig, wo Verkehrsteilnehmer gefährdet oder der Verkehr erschwert werden kann."

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  3. Jörg
    Es gibt einen einfachen Weg das Pflaster zu retten. Nicht schwer belasten. Also kein Autoverkehr. Das werden die Autofahrer sicher verstehen.
    Mich ärgert seit Jahren wie schmal das ist. Wie soll man/frau in Ruhe Richtung HBF (Pragsattel) radeln, bei dem Gegenverkehr.
    Es ist langsam Zeit für eine Umweltspur mit Radfreigabe auf der Friedrichstraße und Heilbronner Straße, dann kann diese Engstelle und das Fußgängerchaos am HBF umfahren werden.

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  4. Zum Glück ist die Lautenschlager nur ein Problem von vielen für den Radverkehr. entgegenkommende Autos drücken Radfahrer häufig in die Gosse, die komische Vorfahrtsregelung an der nächsten Kreuzung, die Querverkehr bevorzugt, die kleine Aufstellfläche an der endlos lang rotleuchtenden Ampel, die gänzlich fehlende Infrastruktur vom Bahnhof Richtig Pragsattel, ect pp.

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  5. Hm. Das Problem gibt's doch schon seit Jahren.
    Am Belag liegt's nicht - die Platten sind so dick, auf denen hätte sogar Rommel, senior seine Panzer im Kreis rollen lassen können.
    Es ist mal wieder die Kunst der Fuge:
    regelmäßig einsanden und fertig ist die Chose...

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    1. Auf einem Radweg Sand auszutragen, ist eine ganz famose Idee. NICHT!

      Vielleicht noch einmal ganz kurz darüber nachdenken...

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    2. Ja danke Matthias, guter Einwand!
      Und das ist nicht viel anders, als wenn im Winter gestreut wird.
      Meine Erfahrung ist dabei, dass in der Fahrradwartung Sand oder Split einfacher handhabbar sind, als Salz und Lava-Streu, die dem Antrieb ganz schön zusetzen.

      Wenn die Pflasterfugen wieder voll sind, verbläst der Wind das überschüssige Material eh auch ganz schnell wieder.

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  6. Solche Pflasterungenzeigen schon im Ansatz, dass an Radverkehr nicht entfernt gedacht wird. Denn es ist ja schon in der Sache angelegt, dass da innerhalb kürzester Zeit Löcher entstehen, die dann jahrelang nicht weggemacht werden, da zu teuer.

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    1. Dabei ist denken noch nicht einmal erforderlich. Die Fachleute der Arbeitsgruppe "Straßenentwurf" haben schließlich vor Jahren schon vorgedacht und ihr Ergebnis im zentralen Regelwerk für den Radverkehr begründet und in einem Fazit zusammengefasst. Es reicht einfaches Ablesen von ERA2010 Seite 76:

      "Die benannten grundlegenden Anforderungen werden durch maschinell eingebaute Decken aus Asphalt insgesamt am besten erfüllt."

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    2. Meine Frau hat dazu einen schönen Spruch, in Übersetzung, vielleicht aus dem Friaulischen :
      "Die Erfahrung von Anderen ist ein Kamm für Kahlköpfe"

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    3. Meine Frau hat dazu einen schönen Spruch, in Übersetzung, vielleicht aus dem Friaulischen :
      "Die Erfahrung von Anderen ist ein Kamm für Kahlköpfe"

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