17. Februar 2026

Grüßt ihr beim Radfahren andere?

"Hallo Christine", ruft mir eine Radlerin zu, die schon fast abgebogen ist. "Hi!", rufe ich zurück. Den Namen hätte ich auch gern gerufen, aber ich bin schlecht mit Namen und, verdammt, wer war das eigentlich? 

Beim Radfahren kann man anderen was zurufen wie "Vorsicht Polizei da vorn!" oder "dein Rücklicht funktioniert nicht" oder, wenn der andere gebremst hat, um mich durchzulassen, "Vielen Dank!" sagen.  Und wenn man jemandem begegnet, den man unterm Helm rechtzeitig als bekannt erkennt, kann man sich grüßen, entweder stimmlich oder mit einer Handbewegung. Auch Menschen zu Fuß - die Nachbarin beim Hund Ausführen oder den Nachbar beim Joggen - kann man ein "Hallo" zurufen. Das freut beide Seiten. Aber grüßt ihr auch Radfahrende, die ihr gar nicht kennt, weil das Fahrrad stylisch ist oder weil ihr stundenlang alleine geradelt seid und euch ein:e Gleichgesinnte:r entgegenkommt? Oder anerkennend, weil er oder sie den Berg hoch ächzt, den ihr gerade runter saust? Grüßen sich Radfahrende auf bestimmten Strecken oder unter bestimmten Bedingungen so, wie sich Wandersleute im Gebirge grüßen? 

Wie ist das bei euch? Wie und wann grüßt ihr? 


7 Kommentare:

  1. Es gehörte mal zur guten Etikette unter sportlichen Radfahrern, sich zu grüßen. Die jüngeren Generationen machen dies aber nicht mehr unbedingt, also tun es die älteren auch immer weniger, und ich damit ebenso. Kommt auch bisschen auf die Jahreszeit an, im Winter grüße ich meistens, denn wer da draußen, sei es sportlich oder im Alltag, vedient Respekt.

    Zum Grüßen an sich: Es grüßen sich ja im allgemeinen Sondergruppen, oder solche, die sich so empfinden, Motorradfahrer, LKW- und Busfahrer etwa. Solange also Radfahrer sich als solche empfinden (müssen), werden sie sich eher grüßen. Grüßen ist also auch ein Hinweis auf den Stellenwert des Verkehrsmittels. In Holland grüßen sich Radfahrer nicht (außer Radsportler, s o.), bei uns in großen Städten auch nicht. Bei mir auf dem Land sind eher die Alltagsradler die Ausnahme, und früher oder später kennt man die Leute, denen man immer wieder begegnet, und da grüße ich dann immer.

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  2. Ich habe mal einer Mitarbeiterin an einer Kreuzung beim warten die Kette geölt. Ich habe sie oft dort getroffen und die Vergewaltigung ihrer Technik hat mir weh getan. Dann habe ich ihre ungefragt geholfen. Sie hat sehr gelacht und sich gefreut.

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  3. Ich sehe es wie mein Vorredner. Frühmorgens zur Arbeit in eine sehr ländliche Gegend hinein grüße ich schon mal Radler und Fußgänger, an denen ich vorbeifahre oder die mir entgegenkommen. Das sind einfach so wenige, und man fühlt sich da wirklich als "Sondergruppe". Ich finde es auch schön, wenn man so alleine radelt und dann endlich mal einem anderen Radler begegnet.

    In der Stadt mache ich das natürlich nicht, da käme ich ja aus dem Grüßen nicht heraus - und die anderen würden es sicher schräg finden.

    Martin

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  4. Da gibt es einen Unterschied, ob ich in oder ausserhalb der Stadt unterwegs bin.
    Ausserhalb der Stadt begegnet man sich nur kurz und ist schneller unterwegs. Da nickt man mal jemandem zu, und ist schon wieder vorbei.
    In der Stadt trifft man sich dagegen an den Ampeln und kann dann auch mal ein Pläuschchen halten. Dafür ist es sogar unerheblich, ob man sich kennt oder nicht. Grüßen ist im Winter einfacher, im Sommer sind zu viele unterwegs. Aber jemandem zuzunicken, der gerade schaut, geht eigentlich immer. Und macht das Fahren in der garstigen Autowelt etwas angenehmer.

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  5. Wenn man im Münchner Umland an einem schönen Sommertag, egal ob Wochenende oder abends bei der Heimfahrt, alle anderen grüßen wollte, brächte man eine Winkehand dafür.
    Wir (Radler) sind halt keine kleine Gruppe mehr also kann an nicht jeden grüßen.
    Was mich immer wieder wundert, ist der Anspruch einiger gegrüßt zu werden, den die dann mit sehr unfreundlichen Worten formulieren.
    Was aber immer noch wunderbar funktioniert ist, dass man von anderen (Renn) Radlern gefragt wird ob man Hilfe braucht wenn man am Straßenrand steht und nicht offensichtlich nur Pause macht (ok mein letzter Test ist ein paar Jahre her) .
    Das ist mir wichtig und das mache ich auch immer. Ich hab nicht oft Hilfe gebraucht, aber die paar mal hat es meinen Tag gerettet und das konnte ich über die Jahre auch in den großen Pool der Hilfsbereitschaft zurückzahlen.

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    1. PS: das Thema kaputtes Rücklicht hatte ich grad heute morgen, und die Dame die auf dem Rad saß hat sich wirklich sehr freundlich für die Info bedankt.
      Allerdings schau ich mir die Räder erst mal an und wenn ein defektes Rücklicht mit einem funktionierenden Frontscheinwerfer kombiniert ist weise ich auf den Defekt hin, wenn vorn auch nichts leuchtet denke ich mir meinen Teil. Bisher gabs nur nette Antworten.

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    2. Genau so mache ich das auch. Ich gucke, ob es vorne leuchtet und mache dann aufs defekte Rücklicht aufmerksam. Bei mir hat das auch mal jemand gemacht und ich war sehr dankbar dafür.

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