1. März 2015

Radfahren macht reich

In der deutschen Autoindustrie sind ungefähr 760.000 Menschen beschäftigt, die Fahrradindustrie stellt bereits 220.000 Jobs bereit und generiert einen Umsatz von 13 Milliarden Euro.

Und der steigt im zweistelligen Prozentbereich. Ein Wirtschaftszweig mit ungeheurem Potenzial.
In den USA übersteigen die Arbeitsplätze rund ums Fahrrad bereits die der Autoindustrie.

Sogar in Stuttgart werden nicht nur Autos gebaut, hier gibt es auch viele namhafte Radunternehmen.
Den Zahlen des VFS e.V. zufolge werden in Deutschland jedes Jahr über 4 Millionen Fahrräder verkauft (PkW 3,1 Mill.). Es gibt mehr Fahrräder als Autos. Schätzungen bewegen sich zwischen 68 und 73 Millionen. (Autos ungefähr 41 Millionen.) Der Durchschnittspreis eines Rads steigt derzeit an und lag 2008 schon bei 500 Euro. Der Pedelec-Boom treibt den Durchschnittspreis noch mal nach oben. (Wer die Zahlen bis ins kleinste Detail lesen will, schaue HIER.) Der Radverkehr ist ein Wirtschaftszweig, der immer bedeutender wird, nicht nur industriell, sondern auch für Tourismus und Gesundheit.

In Bayern, das ebenfalls einen namhaften Autokonzern hat, schätzt die Wirtschaft die Wertschöpfung durch die Radindustrie auf 1,7 Milliarden Euro. Hinzu kommt der Bereich Fahrradtourismus.

Während das Auto keine zusätzlichen positiven Auswirkungen auf die Kosten einer Gesellschaft hat, sondern Kosten verursacht, die von den Autofahrern nicht selbst getragen werden, ist der Nutzen des Radfahrens für eine Gesellschaft enorm. Einer Studie der European Cyclists Federation zufolge ersparen Radler der europäischen Gesellschaft bezogen aufs Jahr 2010 vor allem im Gesundheitsbereich bis zu 121 Milliarden Euro, weil sie gesünder sind. Und sie helfen Stau vermeiden und ersparen damit der Gesellschaft, vor allem der Wirtschaft, Kosten in Höhe von 24 Milliarden Euro. Sie helfen außerdem den CO2-Ausstoß, die Luftverschmutzung und die Lärmbelastung deutlich zu reduzieren. Auch das schlägt sich in geringeren Ausgaben für Schutzmaßnahmen nieder. Allein die Radler in Kopenhagen tragen jedes Jahr 240 Millionen Euro zum Wohlstand der Dänen bei, weil sie gesünder sind und die Umwelt weniger schädigen.

Es lohnt sich also für Landkreise und Städte, in den Radverkehr zu investieren und ihn zu fördern.

Zudem ist der Radverkehr für eine Kommune am billigsten, während der Autoverkehr sie am meisten Geld kostet. Das geht aus einer Studie der Universität Kassel hervor.  Der Radverkehr bekommt demnach am wenigsten öffentliche Zuschüsse, gemessen an der Anzahl der Radler, der Autoverkehr am meisten. Auch der Öffentliche Nahverkehr kostet eine Kommune viel Geld, spielt aber wenigstens über die Fahrkarten auch was ein.

In Stuttgart und Umgebung gibt es mehr Fahrradindustrie als gemeinhin bekannt.

Wir haben in der Hofener Straße die deutsche Zentrale von Shimano Paul Lange. Bei uns sitzt der größte online-Händler für alles rund ums Fahrrad, Fahrrad.de. In Bad Urach tüftelt Magura, in Renningen stellt Acros Zubehör her, Merida Bikes sitzt in Magstadt, und in Stuttgart befindet sich die Entwicklungsabteilung von Cannondale Factory Racing. Moro-Bikes ist ein deutscher Entwickler für Downhill-Räder und ist in der Tübinger Straße in Stuttgart beheimatet. Auerdem stellt Velotraum in Weil der Stadt Rahmen her und Kaniabikes fertigt in Kusterdingen Räder für Kinder und sportliche Familien. Und schließlich ist Bosch mittlerweile einer der führenden Hersteller von Antrieben für Pedelecs.



Kommentare:

  1. Weiterhin gibt es die Fahrradhersteller Velotraum in Weil der Stadt und Kaniabikes in Kusterdingen.

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    1. Daaaaanke, füge ich sofort ein. (Ich hatte mir heute morgen schon überlegt, ob ich meine Leser/innen ausdrücklich auffordere, mir weiter zu nennen. Aber auf euch ist auch so Verlass. :-)

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  2. Hallo, sehe ich das richtig, dass du ein mh7 fährst? Bist du zufrieden? Kannst du es für unsere Stadt empfehlehen? Bin auch stuttgarterin und ganz kurz davor mir das mh7 zu kaufen.. Dein Blog ist super, vielen Dank dafür

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    1. Vielen Dank fürs Lob. Meinst du das weiße Pedelec? (Ist nicht auf einem der Fotos in diesem Post drauf.) Es ist eigentlich egal, was für ein Pedelec du dir kaufst. Meins hat einen Bosch-Antrieb und ist ziemlich spritzig. Da ich immer die Alte Weinsteige vor mir habe, ist das nett. Es ist aber nicht sonderlich leicht. (Gleicht der Motor natürlich aus) Ich empfehle Probefahren, und zwar eine echte Steigung hinauf, und zwar mit zwei verschiedenen Pedelecs. Man muss ja auch ein gutes Gefühl auf dem Rad haben. Es muss im Format passen. Wenn du eingehendere Infos brauchst, schreib mir direkt oder lies diesen Post. Da ist ganz unten auch meins zu sehen.
      http://dasfahrradblog.blogspot.com/2013/06/stadtauto-statt-auto-das-pedelec.html

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  3. 68-73 Millionen Räder zu 41 Millionen Pkw... eigentlich müsste ich mich doch dann tagtäglich auf der Straße einer Flut von Radlern ausgesetzt sehen und nicht endlosen Autolawinen. Leider haben diese beeindruckenden Zahlen nichts mit der Realität zu tun, da kommen auf einen Radfahrer gefühlte 100 Kfz.

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