5. Juli 2017

Was weiß die Stadt wirklich übers Radfahren?


"Stadt arbeitet an besseren Bedingungen", lautet die Überschrift des Artikels in der Stuttgarter Zeitung über unseren Stresstest auf dem Radweg Holzstraße vom Freitag. 

Aber geschieht auch wirklich etwas? 

Es ist ein langer Artikel im "Innenstadt"-Buch der StZ, in dem ausführlich die Konfliktstellen und die Haltungen von uns Radfahrenden dazu beschrieben werden: Die Antwort der Stadt durch den Pressesprecher Sven Matis ist vergleichsweise lakonisch.
Sie beschränkt sich auf nur ein einziges Problem: Das Stadtplanungsamt werde sich mit Breuninger zusammensetzen, um an einer Verbesserung zu arbeiten. So müssten auch Autofahrer deutlich auf die kreuzenden Radler und Fußgänger hingewiesen werden, schreibt die StZ. 


StZ






Ja, und was ist mit dem rasanten Auto- und Lkw-Verkehr, der aus der Dorotheenstraße kommt und quer über dem Radweg steht, wenn er in die Holzstraße einbiegen will? 

Was ist mit den Autos, die über den Radweg in den Fußgängerbereich einfahren? Mit den stehenden Autos auf dem Radweg und im Fußgängerbereich? Mit den Motorräder in den Radständern? Mit den Fußgänger/innen, die den Radweg nicht erkennen und sich und Radfahrende gefährden? 



Was ist mit dem ursprünglichen Plan, den Radweg auf eine Fahrspur der Holzstraße zu verlegen als Ausgleich dafür, dass wir eine Fahrradstraße verloren haben? 

Wie wäre es, wenn das Stadtplanungsamt uns Radfahrenden ernst nehmen würde? 

Links zur Holzstraße: 

Videos zu dem Thema: 
Drittes: Radweg Holzstraße (zeigt den Autoverkehr auf dem Radweg)
Viertes: Stresstest Radweg Holzstraße (zeigt Konflikte mit Radfahrenden.)

Kommentare:

  1. Hallo Frau Lehmann,
    aufgrund Ihres Artikels habe ich heute morgen einen kleinen Umweg zur Arbeit in kauf genommen um mir die Stelle mal genauer anzuschauen.
    Es ist alles wie von Ihnen beschrieben. Der Bereich für die Fußgänger wurde komplett vom Lieferverkehr in Anspruch genommen und die Fußgänger weichen auf den Radweg aus.

    Bleiben Sie bitte dran!
    Vielen Dank für Ihre Arbeit.

    Mit freundlichen Grüßen aus Esslingen

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    1. Danke für das Feedback. Je früher am Morgen, desto mehr Autos dort, die be- und entladen werden oder aus anderen Gründen dort stehen.

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  2. Einfach die Zufahrtschranke und Parkticketausgabe des Doqu-Parkhauses ins Freie verlegen, also noch bevor der Radweg gekreuzt werden kann und die Gefahrenen und Probleme durch unachtsam kreuzende Pkws und Schwarzparker auf Gehweg- und Radspurflächen deutlich entschärft...

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    1. Ich glaube nicht das damit das Problem gelöst wäre!
      Die Fahrer ziehen ihr Ticket, die Schranke geht auf und sie fahren ohne groß zu schauen über den Radweg in die Tiefgarage.
      Damit hat man gar nix gewonnen.

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    2. Das Problem wird damit entschärft, dass man den Zweirichtungsradweg auf eine Fahrspur der Holzstraße legt. Einfahrende Autos sehen Radler unmittelbar neben sich rechts kommend und vor sich, von links kommend. Und ausfahrende Autos können vorfahren und sehen dann ebenfalls einen breiten Radweg mit Radlern, ohne vorher noch durch Fußgänger abgelenkt zu werden. Was auch für den Lieferverkehr gilt (der freilich ziemlich rumpelig über den Radweg einbiegen wird mit seinen langen Fahrzeugen). Ich halte das für besser. Was meint ihr.

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    3. Ja, oder die Führung des jetzigen so verlegt, dass einfädelnde Autos nicht auf dem Radweg stehen und spürbare kleine Barrieren bei der Parkhausausfahrt

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  3. Ich bin jetzt kein Verkehrsplaner, aber aus meiner Sicht wäre eine möglichst breite Radspur auf der Fahrbahn die beste Lösung!
    Nach Möglichkeit auch irgendwie baulich vom Kfz-Verkehr getrennt und somit auch vor Parkern geschützt. Die Einfahrt ins Parkhaus nach niederländischsten Vorbild: die Autos müssen über den erhöhten Radweg drüber. Geradlinige Führung ohne viele Verschwenkungen.
    Aber breit genug! Das ist die Hauptroute 1, da sollen mal viele Radfahrer unterwegs sein!

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  4. Eine Alternative könnte auch die Öffnung der Karlspassage sein.
    Hier hat die Stadt ein öffentliches Wegerecht im Grundbuch festgeschrieben, mir wurde gesagt das dies auch theoretisch für den Radverkehr gilt.

    http://stuttgartwege.blogspot.de/2010/01/passagen-in-stuttgarts-innenstadt-teil_09.html

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    1. Na, ich glaube, wir Radler würden es nicht für einen guten Radweg halten, wenn er durch ein Gebäude an einem Café vorbei und querende Einkaufsbummler/innen hindurch ginge. Was Radwege für Berufspendler so unangenehm macht, sind Fußgänger, die schlendern. Radfahrende müssen von Fußgängern getrennt werden, denn auch Fußgänger hassen es, wenn Radler sie umschwirren. Räder gehören auf die Fahrbahn, und wenn man es ganz besonders gut mit ihnen meint, dann schafft man baulich getrennte, sichere Radwege.

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    2. Die überbaute und damit Breuninger im Wesentlich zur Verfügung gestellte Karlspassage sollte man aber bei der Radwegführung in diesem Bereich nicht außer Acht lassen. Sonst würde man einfach hinnehmen, dass dieser Abschnitt effektiv privatisiert wurde. Denn wäre dieser Weg nicht die Ideallinie der Weiterführung des Radwegs/"Fahrradstraße" aus der Eberhardstraße?
      Auch aus dieser Historie heraus muss der Radweg mit ausreichend Raum am Breuninger vorbeigeführt werden. Wenn es schon nicht geradeaus durchgeht.

      Die Führung über die Fahrbahn hört sich sehr gut und plausibel an. Bin neugierig, was sich in der "Black Box" Stadtverwaltung hierzu weiter tut.

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    3. Wenn ich meinem Chef solche "Lösungen" anbieten würde, hätte ich schon längst meinen Job verloren. Was sitzen denn da für Leute?

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  5. Wenn man nun allerdings den Radweg auf die jetzige Bus-/Zweite-KfZ-Spur verlegt, hat man dann bei den Ausfahrten nicht auch das Problem, dass ausfahrende Fahrzeuge auf dem Radweg die passende Lücke im Verkehr abwarten und somit den Radweg blockieren? Siehe man ja schon seit längerem an der Situation der Dorotheenstraßenmündung.

    Deswegen finde ich die Lage im Grunde schon mal nicht schlecht, so können sich Autos nach dem Abbiegen immerhin schon mal aufstellen und den Zweirichtungsradweg evaluieren.
    Diesen könnte man halt noch irgendwie besser hervorheben bzw. sichern: Bumper, erhöht, Farbe, usw. anbringen.

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    1. Also wenn ich mir das nochmals so anschaue, kann (und wird) man vermutlich den gesamten Fußgängerbereich und eventuell auch den Radweg mit Poller einzäunen müssen.
      So ist das ja schon oben am Radweganfang bei der Dorotheenstraße oder auch über den Großteil der Lautenschlagerstraße - einzig damit unterbindet man den zügellosen Lieferverkehr oder dreiste Falschparker. Ohne solche passiven Regulatoren entwickeln sich Zustände wie sie letztlich in Perfektion in der Tübinger Straße täglich zu bestaunen sind.

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  6. Ich bring mal wieder die VwV. Dort findet sich unter dem Punkt "Radwegebenutzungspflicht":

    Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, daß

    ...

    2.
    die Benutzung des Radweges nach der Beschaffenheit und dem Zustand zumutbar sowie die Linienführung eindeutig, stetig und sicher ist. Das ist der Fall, wenn

    ...


    die Linienführung im Streckenverlauf und die Radwegeführung an Kreuzungen und Einmündungen auch für den Ortsfremden eindeutig erkennbar, im Verlauf stetig und insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen und verkehrsreichen Grundstückszufahrten sicher gestaltet sind.

     Vielleicht kann der Gemeinderat ja die Verwaltung dazu bringen, diese klar verständliche Vorschrift umzusetzen.
     

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