25. November 2017

Und plötzlich ist der Radweg Holzstraße wieder weg

Würde man eigentlich auf einer Autostraße auf ganzer Breite eine Baustelle aufbauen, ohne vorher eine Umleitung auszuschildern? Bei Radwegen tut man das. 

Die HRR 1 ist auf der Holzstraße zum Fußweg geworden. Gestern Abend bin ich da reingerasselt. Sogar die Radzeichen auf dem Blutstreifen sind sorgfältig ausgeixt.

Radler gefälligst sofort in Luft auflösen! Wir mögen euch sowieso nicht. Und Autofahrer müssen endlich nicht mehr auf diese Scheiß-Radler achten, die hier quer schießen.

Richtung Marktstraße bin ich auf die Autofahrbahn der Holzstraße ausgewichen. Da fährt es sich eh viel besser. Und wenn der Radweg nicht mehr existiert, dann darf ich da ja auch endlich lang radeln. Aber was ist mit denen, die gestern Abend aus der Marktstraße kamen und Richtung Charlottenplatz wollten?


Immerhin, da stehen gelbe Umleitungszeichen, wie mir Blogleser sagen.

Ich war immer dagegen, dass wir Radler hier über den Gehwegbereich gelenkt werden. Denn dort baut Breuninger regelmäßig riesige Kräne und Baustellen auf. Dann ist die Hauptradroute mal wieder für Tage unterbrochen. Ohnehin jagen uns hier die Autos, die in die und aus der Tiefgarage kommen und aus den Seitenstraßen schießen. Oder sie parken gleich auf dem Radweg. 

Diese neuerliche Baustelle ist ein Grund mehr, dass wir uns anfangen, echt dafür zu kämpfen, dass dieser Radweg als ordentlicher Zweirichtungsradweg auf die eine von zwei Autofahrspuren der Holzstraße verlegt wird. Wenn es nicht anders geht, werden wir eben wieder Radaktionen veranstalten, und nicht nur einen Stresstest.

Dieses Ding taugt jedenfalls nicht für eine Hauptradroute 1. Das beweist der Radweg beinahe täglich. Die Ampelanlage am Charlottenplatz taugt dafür übrigens auch nicht. Das ist totaler Murx auf der Hauptradroute 1.

Und ich bin stinksauer! Ich habe es satt, immer wieder unvermutet auf ungesicherte Baustellen zu stoßen (die am Leuze ist übrigens jetzt mach Gelben Karten und Protesten abgesichert worden), ohne Umleitungsbeschilderung oder mit sinnlosen Schildern.

So sah es übrigens gestern Abend aus. Wie es heute aussieht, weiß ich noch nicht. Ihr könnt mir ja Bescheid sagen, wenn ihr da lang kommt und Fotos auf Facebook posten.

Kommentare:

  1. Danke dass du so hartnäckig da dran bleibst, Christine. Dieser Bereich und der Murks im oberen Schlossgarten sind definitiv die Knackpunkte der Radroute.

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  2. Donnerstag war Umleitung ausgeschildert.
    Siehe Thread ab
    https://twitter.com/MartinTriker/status/933658763499892737?s=17

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    1. Ich habe deinen Post in Twitter gesehen, Frank, aber das blaue Schild mit dem Rechtsabbiegepfeil steht das für Autos, die aus der Dorotheenstaße kommen und auf die Holzstraße nur nach rechts einbiegen dürfen. Ich sehe keine Umleitungsschild für Radfahrende. Die sind gelb und rechteckig und mit Radzeichen drauf.

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    2. Dann hast du den Thread nicht ganz gesehen, bzw. Twitter hat ihn dir nicht ganz angezeigt. Die rudimentär vorhandene Umleitung hab ich ab https://twitter.com/MartinTriker/status/933733386266599424 dokumentiert.

      Martin

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  3. Jetzt habe ich alle Fotos gesehen. Aber das Umleitungschild, das an der Einfahrt zum Radweg Holzstraße steht, wenn man von der Marktstraße kommt, ist doch ein Witz. Wohin soll man denn da abbiegen? Es geht doch nur geradeaus auf dem Radweg. Oder nicht? Egal. Als ich vom Charlottenplatz kam, habe ich kein Umleitungsschild gesehen. Kann aber auch sein, dass ich so sehr auf die Fußgänger und den Autoverkehr konzentriert war, dass ich es nicht gesehen habe.

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    1. Vom Charlottenplatz aus gibt es auch keine Umleitung, hab ich auch beschrieben.

      Erfreulich: aus Richtung Charlottenplatz sind einige Radfahrer auf der Fahrbahn gefahren.

      Martin

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    2. Ja, ich auch, und das fand ich noch das Erfreulichste daran: Endlich darf ich mal in Ruhe diese Fahrbahn entlang radeln, weil es kein Fahrgebot mehr auf diesem murxigen Radweg gibt. Das ist auch eine gute Ausweichstrecke. Man wird nur nicht darauf hingewiesen. Man sucht sich halt wieder den Weg. Aber wenn es dazu beiträgt, dass auch Leute auf der Fahrbahn radeln, die das sonst nur höchst ungern tun, hat es sein Gutes. Und wenn wir Radler endlich dann mal alle auf den Fahrbahnen unterwegs sind, dann gibt es vielleicht auch mal Radwege, die den Namen Radweg verdienen.

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  4. Liebe Christine, ich möchte dir aus ganzem Herzen zustimmen. Die Baustelle beim Leuze kann ich persönlich noch tolerieren, aber in diesem Fall geht mir auch der Hut hoch. Als Radfahrer bin ich ja im Pfadfinder-Modus sehr geübt, aber bei unvermittelter X-Zeichen-Symbolik … auf einer so genannten Hauptradroute … werde auch ich ziemlich sauer.

    Stuttgart verfügt über ein „Verkehrsentwicklungskonzept 2030“. Ich möchte nicht daraus zitieren. Es ist mir persönlich zu albern und zu provinziell.

    Was können wir konstatieren? Es gibt eine zunehmend kraftvolle Subkultur der Radfahrenden in Stuttgart. Man könnte sie auch eine verkehrspolitische Minderheit nennen. Es gibt aber keinen städtischen Masterplan für die Hauptradrouten. Es gibt im Stadtrat auch keine Mehrheit für einen Masterplan. Es gibt auch keine öffentliche Unterstützung für Radfahrende von Seiten des Oberbürgermeisters. Also: Fahrbare Hauptradrouten, die den Namen verdienen, wird es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in Stuttgart nicht geben.

    Währenddessen freue ich mich über die zunehmende Zahl der Radfahrer aller Couleur und die insgesamt zunehmende Akzeptanz der innerstädtischen Autofahrer gegenüber den Radfahrenden. Manchmal hilft dabei sogar die sich schleichend verbessernde Radfahrinfrastruktur.

    Vielleicht sollten wir uns diesen Schmarrn der Diskussion mit der Verwaltung und den verkehrspolitisch rückständigen Fraktionen im Gemeinderat einfach sparen? Stuttgart ist bei gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ohnehin immer etwa 30 Jahre hinterher.

    Es geht nicht darum, den Autoverkehr zu verteufeln oder gar zu unterbinden, sondern es geht lediglich um die Frage, wie wir den Verkehr und die Vielfalt unserer Verkehre in unserer Stadt gleichberechtigt, effizient sowie umwelt- und menschenverträglich strukturieren und organisieren. Dazu muss es intensive Gespräche mit den Kollegen von der CDU geben. Sonst geht es nicht. Wir brauchen ein breites Bündnis mit den Christdemokraten, das sich auf Respekt, Toleranz und vor allem Zukunfts- und Experimentierfreude gründet. Zusammen könne wir was reißen, isoliert funktioniert es nicht. :-)

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  5. Und: Von "unten" nach "oben" zu argumentieren und zu agitieren funktioniert meistens nicht. Gespräche und Kooperationen müssen "oben" diskutiert und vereinbart und dann nach "unten" kommuniziert und umgesetzt werden.

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  6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  7. Bin nachts auch auf diese absurde Stelle gestoßen, extra nochmal umgedreht und geguckt, wie sich das die Stadt da so vorstellt. Vom Tagblattturm her kommend gab es dort nur die Wahl zwischen Pest und Cholera: Links rum in die Fußgängerzone (Ex-Radstraße) Marktstraße im 5 km/h Schritttempo (Fahrrad frei-Zusatzschild), oder nach rechts auf den dargestellten Fußweg. In dieser Richtung komme ich aber in der Regel dort nie vorbei, da ich vom Westen her Richtung Cannstatt die gesamte Rotebühlstraße (vorfahrtsberechtigt) herabfahre, dann über die Paulinenbrücke (vorfahrtsberechtigt) in die Hauptstätterstraße/Konrad-Adenauer/Willy-Brandt-Straße (war ca. 4 Jahre lang vorfahrtsberechtigte Tempo 40-Zone) und gerne dann noch weiter ab Neckartor auf auf der rechten Spur der Cannstatter-Straße (noch Kraftfahrstraße) bis kurz vorm Schwanentunnel, dort rechts raus auf Villastraße und entlang des Hauses Villastraße 1A hoch zum "Berger Festplatz" und dann rüber zum Leuze. Für diese Strecke braucht man so ab Höhe Schwabstraße im Westen ca. 10 Minuten, fährt dank Gefälle ca. 30-40 km/h, und auf mehrspurigen Straßen fühlt man sich weder als Hindernis, noch wird man von gestauten Autos, Ampeln, sich öffnenden Türen geparkter Autos, vorfahrtsberechtigten Rechtseinbiegern, etc. gefährdet oder behindert.

    Die Stadt hat noch nicht begriffen, dass sie ihre Verpflichtung zur Reduktion motorisierten Individualverkehrs (z.B. gerichtlich angeordnet -20 % fürs Neckartor ab Jan. 2018!) nur umgesetzt bekommt, indem sie es Kopenhagen, New York, Paris, Moskau... gleichtut, und komplette Fahrspuren entweder nur für Fahrräder abtrennt, oder zumindest sogenannte "Umweltspuren" in voller Spurbreite abtrennt, auf der nur emmissionsfreie Fahrzeuge fahren dürfen, natürlich nur in fahrradähnlichem Tempo, um diese nicht zu gefährden. Ohne diese entschiedenen und entscheidenden Schritte wird man es nicht zu weniger Autoverkehr in Stuttgart bringen. Mit einem 1:1 Wechsel auf Elektroautos natürlich schon gar nicht. Weil Elektroautos auch Autos sind. Daher heißen sie so. Und Stau, Ressourcenverbrauch und Verkehrstote produzieren sie zu 100% wie Verbrenner, Feinstaub zu ca. 80%. Die verzweifelte Idee, dass mit Elektroautos die Welt, die Deutsche Wirtschaft und das kleine Stuttgart zu retten und in eine rosige Zukunft zu bringen sei, ist also jedem halbwegs Informierten und ideologisch Unverstrahlten klar wie Kloßbrühe. Mal schauen, wann`s der Gemeinderat (in beschlussfähiger Mehrheit) auch begreift...

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  8. Kurzes Interview:
    http://www.maz-online.de/Nachrichten/Wissen/Das-Land-der-Scheinradwege

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