10. Mai 2018

Lkw-Fahrer fährt Radfahrer offenbar absichtlich an - Zeug/innen gesucht

Am Montagabend hat ein Lastwagenfahrer sich in der Sophienstraße so über einen Radfahrer geärgert, dass er ihn zu Fall gebracht hat. 

Wie die Polizei meldet, fuhr der Radler auf  der Sophienstraße (unklar aus welcher Richtung) zur  Tübinger Straße beim Gerber gegen 17 Uhr 10 rechts an die LkW vorbei nach vorn. Nach Ansicht des LkW-Fahrers berührte er dabei den Außenspiegel. Das erboste den Fahrer so, dass er dem Radler folgte und ihm nach Einschätzung des Radlers absichtlich gegen das Hinterrad fuhr. Der 53-jährige Radfahrer stürzte und wurde dabei leicht verletzt. Danach kam es zu einer Streiterei auf der Fahrbahn, bei der, so die Polizei, "das Fahrrad erneuten Schaden erlitt".
Gegen Den LkW-Fahrer wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und wegen Sachbeschädigung ermittelt. Übrigens nicht wegen vorsätzlicher Körperverletzung oder versuchten Totschlags. Einen Radfahrer absichtlich anfahren bedeutet, dessen Tod in Kauf nehmen. Allerdings Vorsicht mit Urteilen: Hier steht wohl Aussage gegen Aussage. Vermutlich bestreitet der LkW-Fahrer, den Radler absichtlich angefahren zu haben. Deshalb sucht die  Polizei noch Zeug/innen.

Hier kann man sich melden.
Polizeirevier 1 Theodor-Heuss-Straße, Telefon: +4971189903100
Oder: Polizeipräsidium Stuttgart, Pressestelle, Telefon: 0711 8990-1111
E-Mail: stuttgart.pressestelle@polizei.bwl.de

P.S. Das Fotos hat nichts mit der Situation am Montag zu tun. Es zeigt lediglich die Enge im Bereich ums Gerber, die durch Autos erzeugt wird.

Kommentare:

  1. Liebe Christine,
    liegen Dir mehr Informationen vor als die Meldung der Polizei, die Du verlinkt hast?
    - Du schreibst, der Radfahrer hat den LKW rechts überholt. Ob links oder rechts, das steht nicht in der Meldung.
    - In der Meldung steht ganz klar, dass die Absicht des LKW-Fahrers offensichtlich war. Warum stellst Du das in Frage?

    Die Aggressivität im Straßenverkehr in Stuttgart ist entsetzlich. Besucher von außerhalb sind regelmäßig schockiert (siehe auch die Frau aus den Niederlanden, deren Einschätzung Du neulich einen Blog-Eintrag gewidmet hast).

    Meine eigene Erfahrung beschränkt sich bisher zum Glück "nur" auf Beschimpfungen:
    - einem älterem Herrn war ich als Radfahrer auf der Straße lästig und der hat zugerufen, dass ich "verrecken" soll.
    - ein Porschefahrer hat mir die Vorfahrt genommen, mich abgedrängt und mir dann Prügel angedroht, als sich sein Auto und mein Fahrrad oder ich berührt haben.
    - regelmäßiges Anhupen.

    Autofahrer scheinen regelmäßig nicht zu verkraften, wenn andere Verkehrsteilnehmer schneller sind. Sie scheinen irgendwie ein Recht zu beanspruchen, dass das KFZ das schnellste Verkehrsmittel zu sein habe. Deshalb klappt es auch so gut wie nie, eine stockende KFZ-Kolonne vor der Kreuzung rechts zu überholen, wozu man als Radfahrer laut StVO das Recht hat.

    Immer wieder das Fazit:

    Fahrbahnradeln ist in Stuttgart bis zu einem Mentalitätswechsel, also mindestens für die nächsten 10-20 Jahre keine Option für die Mehrheit der Radfahrer.

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    1. Solange derart viele Radfahrer sich völlig selbstverständlich auf Gehwegen verstecken, so lange werden Autofahrer dies auch als einzig richtig empfinden. Jeder Gehwegradler schadet Diejenigen, die tagtäglich die Rechte der Radfahrer erkämpfen.

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  2. Unglaublich rücksichtslos, mir fehlen die Worte

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