17. September 2018

Die langsamste Ampel Stuttgarts ist weg

Die Kreuzung am Tagblattturm mit der langsamsten Radlerampel Stuttgarts ist Geschichte.

Ab dieser Woche soll die Kreuzung zwischen Tagblattturm, Hegelhaus und Galerie Kaufhof für die neue P-Buslinie umgebaut werden.

Das bedeutet auch eine Aufwertung der Hauptradroute 1. Mit Behinderungen des Radfverkehrs ist sicher zu rechnen. Ich gehe aber davon aus, dass der Radverkehr auf der HRR 1 nicht unterbrochen wird oder dass praktikable Umleitungen ordentlich ausgeschildert werden.



Ursprünglicher Plan. Die Vorfahrt für Autos soll aber nicht kommen.
Nur der Bus hat Vorrang. 
Leider hat der Autoverkehr zu und von den Parkhäusern Vorrang, jedenfalls jetzt noch. Ich habe oft dafür argumentiert, dass man nur dem Bus Vorrang einräumt. Radfahrende können mit komplizierten Situationen umgehen, und der Autoverkehr wäre nachrangig, der Bus hätte Vorrang. Es könnte aber auch sein, dass das Vorfahrtachtenschild am Schilderbaum noch weggenommen wird. (Na gut, man kann ja hoffen und weiterargumentieren.)

Der Umbau bedeutet, dass die beiden Ampeln in der Eberhardstraße wegfallen, die Linksabbiege-Radlerampel am Tagblattturm und die am Ausgang der Eberhardstraße Richtung Tübinger Straße.
Der Bus hat auf der Torstraße zum Rotebühlplatz Vorrang. Der Autoverkerh soll aber keinen bekommen, so meine letzte Information. Wenn kein Bus kommt, können Radfahrende die Straße queren.

Nach wie vor - und wie ich meine völlig unnötigerweise - wird zwei Ampelanlagen geben, eine am Eingang in die Steinstraße, die den Fußgänger/innen den Autos gegenüber Wegerecht verschaffen soll und eine am Fußgängerüberweg zwischen Hegelhaus und Tagblattturm. Hier geht es nur darum, dass die Autofahrer anhalten, wenn Fußgänger rüber wollen. Ich finde, dicke fette Zebrastreifen hätten es hier auch getan. Und sie wären sogar besser, weil sie dem rollenden Verkehr (auch dem Radverkehr) beibringen, dass in der Innenstadt die Fußgänger/innen Vorrang haben.

Aber jetzt schauen wir mal, wie es wird. Immerhin dürfte das zunächst dazu beitragen, dass diese Ausweichfahrten über die Gehwege von Radler/innen aufhören, die nicht an den Radlerampeln warten wollten.

Kommentare:

  1. Na ja, das scheint mir ja eine typische Stuttgarter Billig-Lösung zu werden. Warum erhält die HRR nicht grundsätzlich Vorfahrt? Dann wäre die Situation für Radfahrer endlich mal richtig gut. Aber so was darf es ja in eine Autostadt nicht geben. Immerhin: Diese dumme (nicht langsame) Ampel verschwindet. Dennoch: So wird Stuttgart nie zu einer Fahrradstadt, da hier grundsätzlich immer das Auto Vorrang hat, Fußgänger und Radfahrer können i.d.R. sehen, wo sie bleiben. Komme gerade aus einem Urlaub in Dänemark, Da macht Radfahren richtig Laune.

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    1. Auch der Bus muss in beide Richtungen Autos die Vorfahrt geben.

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    2. Falls das so ist, wird das vermutlich geändert werden. Warten wir mal ab, wie es am Ende wirklich aussieht. Es ist nämlich bei uns meist so, dass der Busverkehr Vorrang bekommt, allemal die P-Buslinie soll ja zügig kreisen. Vielleicht regen wir uns auf, wenn die Kreuzung fertig ist und wir ein paar Wochen darauf gefahren sind. Dann schreibe ich natürlich auch wieder darüber. Und ich freue mich auf eure Beobachtungen, die ihr mir schreiben könnt.

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  2. Der JHRR1 bekommt Vorfahrt, so jedenfalls meine letzte Information, nur der Bus der P-Linie hat dem RAdverkehr gegenüber noch Vorrang. Ich hoffe, dass das Ordnungsamt das auch so umsetzt. Auf jeden Fall wird der Autoverkehr ja immer wider durch die Fußgängerampeln parallel zur HRR! angehalten. Es dürfte also nicht problematisch werden für uns, da durchzuradeln.

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  3. Darauf haben wir alle lange gewartet, Danke Christine für diese gute Nachricht. Ich rechne aber mit Startschwierigkeiten. So wäre es denkbar, dass das Ordnungsamt wie auf der Tübinger den Radfahrern erst mal ein Stoppschild vor die Nase setzt. Das es bereits geplant ist, Fußgänger zum überqueren an Bettelampeln zu schicken, finde ich schon ein starkes Stück und absolut nicht Zukunftsorientiert.

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    1. Hoffen wir, dass da nicht passiert. Geplant ist es nicht. Und vielleicht haben auch alle gelernt, dass wir Radfahrenden uns nicht mehr mit allem abfinden, was man uns an Schildern hinstellt, aus Angst um uns und aus Angst vor der Begriffstutzigkeit der Autofahrenden. Ich schlage vor, wir warten mal ab, wie es sich anfühlt und radelt, wenn das alles fertig ist. Und dann beratschlagen wir alle miteinander hier wieder.

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  4. Gibt es eigentlich irgendwo eine aktualisierte Fassung von dem Plan? Bei diesem hier hat der Autoverkehr ja nach wie vor Vorrang (Vorfahrtstraße) und die Radfahrer müssen warten (Vorfahrt achten).

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  5. Es ist zum Verzweifeln, welche Selbstverständlichkeiten man in Stuttgart als Fortschritt feiern muss. Wann fliegen die Autos endlich raus aus der Innenstadt? Das ist doch längst nicht mehr zu ertragen, welches Chaos und welche Zerstörung die in der gesamten City anrichten. Und ss gibt NICHT EIN vernünftiges Argmument, weshalb PKW noch in der Innenstadt verkehren dürfen. DIE MÜSSEN RAUS. Punkt. Es geht einfach nicht mehr. Und es ist VIEL ZU GEFÄHRLICH. Und notfalls müssen wir dafür auf die Straße gehen. Oder in den zivilen Ungehorsam.

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    1. Peter Böttcher: So oft wirst du den Spruch hören: Ohne Autos stirbt die Stadt, und genau das nimmt die CDU ernst und hetzt damit die Wählerschaft.

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  6. Dabei haben wir doch eine "ökosoziale" Mehrheit im Gemeinderat. Und die Hosen voll vor Stimmverlusten bei den Grünen.

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  7. kann mir mal jemand sagen, warum man nicht einfach einen Kreisverkehr eigerichtet hat? Platz dafür ist ja an dieser Kreuzung genügend, durch den Kreisverkehr wären alle gleichberechtigt und der Verkehr würde rund um die Uhr fließen ohne lästigen bzw. häßlichen Schilderwald. Ich würde sogar noch einen schönen Hingucker für den Kreisverkehr spendieren.

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  8. Die aktuelle Vorfahrtsregelung ist wirklich unterirdisch. Ich bin 2 mal von der Eberhardstraße Richtung Rotebühlplatz gefahren und 2 mal kam ein Auto so schnell von rechts (unten) heran, dass ich noch mitten auf der Straße war (mit Lastenrad und Kind drin) und es abrupt bremsen musste. Man sieht halt nicht runter, und die Autofahrer denken wohl "ich hab Vorfahrt, also kann ich schnell fahren".
    Ich hoffe da passiert nix in nächster Zeit. Mit einem kleinen selbstfahrenden Kind würde ich die Kreuzung - aus der Stadt kommend - nicht befahren.

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  9. das sehe ich genau so...mit einem Kreisverkehr gäbe es all diese Probleme nicht, der Kreisverkehr würde den Verkehrsfluss flüssig halten, aber auch etwas beruhigen und alle Verkehrsteilnehmer hätten die gleichen Rechte...und der ganze häßliche Schilderwald könnte entfernt werden.

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