15. Oktober 2020

Darf man auf den Gleisen weiterradeln?

Wer die Nordbahnhofstraße stadtauswärts hoch radelt, stößt auf dieses Schild. Der Autoverkehr muss nach rechts abbiegen, aber Radfahrende dürfen weiterfahren

Blogleser Wolfgang hat mir diese Fotos geschickt, verbunden mit der Frage, ob man hier tatsächlich auf den Gleisen radeln soll. 

Man soll und man kann. Unter dem Einfahrtverboten-Schild hängt eine Freigabe für Radfahrende. Sie meint nicht eine Fahrt auf dem Gehweg, sondern auf der Fahrbahn, die hier von Schienen belegt ist.

Es empfiehlt sich natürlich, in der Mitte der rechten Gleise zu radeln. Die entgegenkommende Stadtbahn nimmt ja die andere Seite. Platz ist genügend da.  

Es kommt in Stuttgart immer wieder vor, dass Stadtbahnschienen auf Fahrbahnen verlegt sind (zum Beilsiel in der Hackstraße bergauf oder in der Böblinger Straße) und wir dann zwischen den Gleisen radeln müssen. Natürlich muss man das mit der gebotenen Vorsicht tun, damit die Radreifen nicht in die Gleise geraten und man unweigerlich stürzt. 

Fährt die Stadtbahn hinter einem, braucht man manchmal starke Nerven. Ich habe schon erlebt, dass Stadtbahnfahrer (in der Böblinger Straße) bimmeln und damit signalisieren, dass sie mich als Radlerin da weghaben wollen. Tatsächlich sollten langsame Fahrheuge dem schnelleren Fahrverkehr auch Gelegenheit zum Vorbeifahren geben (klassisch: der Traktor auf der Landstraße sollte ab und zu mal rechts ran fahren), man sollte also eine Stadtbahn nicht zwingen, einen Kilometer mit Tempo 20 hinter einem zu fahren, aber eine Verpflichtung, sofort auszuweichen, gibt es nicht. Und man sollte auch nicht auf den Gehweg ausweichen, der ist nämlich nicht freigegeben, sondern nur die Fahrbahn. 

Dieser Abschnitt über die Nordbahnhofstaße ist eine für Radfahrende schöne und sinnvolle Abkürzung zwischen Löwentor und Innenstadt (siehe Karte), vor allem nachts, wenn man nicht durch den Schlossgarten radeln will. Allerdings ist das Pflaster auf den veschiedenen Bereichen dieser Strecken, die für den Autoverkehr gesperrt sind, teils fürchterlich hoppelig. Eine Auffrischung täte da extrem gut. 

 

Kommentare:

  1. Hi Christine,
    "sinnvolle Abkürzung zwischen Löwentor und Innenstadt" - nicht nur Löwentor, auch von Pragsattel/Feuerbach/Zuffenhausen könnte das eine sinnvolle Alternative zur Heilbronner Straße und zum Schlossgarten sein.
    Aber eigentlich hat man zwischen Milchhof und Innenstadt bzw Milchhof und Hauptbahnhof das Problem, wie man da vorankommt. Die Anbindung vom Milchhof zum Schlossgarten ist nicht so toll - und für Leute, die eh den Park vermeiden wollen, wäre ja nicht viel gewonnen.
    Noch schlechter ist die Verbindung mit dem Hauptbahnhof. Da gibt es zwar ab dem Hbf, Gleis 1, direkt 300 m lang den Karoline-Kaulla-Weg, Rad- und Fußweg schön gerade und ausreichend breit neben den Gleisen, wie immer man dann weiter Richtung Milchhof will, durch das Bibliotheks-/Milaneo-Viertel es geht nur über hunderte von Metern (freigegebenen) Gehweg.
    Schade, dass auf der langen U12-Brücke über Wolframstraße (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Stadtbahnhaltestelle_Budapester_Platz.jpg) kein Radweg eingebaut wurde. Oder wäre es Utopie, auf dieser Brücke das Gleis jetzt genauso wie in der Nordbahnhofstraße einzupflastern und zum Radfahren freizugeben?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hst du Recht, Martin. Ich erinnere mich noch gut, wie ich vor sechs oder sieben Jahren den Zuständigen sagte, dass man die Stadtbahnbrücke breiter machen müsse, für Radfahrende, aber da war ja schon alles seit vielen Jahren geplant und wurde nur noch ausgeführt. Das ist richtig ärgerlich. Radeln darf man da allerdings, nur schmal ist es halt. Leider gibt es auch keine Linksabbiegemöglichkeit, wenn man die Wolframstraße hoch radelt und dann zum Milaneo einbiegen will. Für Radfahrende ist es auf der Nordseite des Milaneo richtig schlecht.

      Löschen
  2. Guten Morgen Martin. Auf der Stadtbahnbrücke über die Wolframstrasse kann/darf man radeln. Grüße Ralph

    AntwortenLöschen
  3. Aber nur als freigegebener Gehweg, oder erinnere ich mich da falsch?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So erinnere ich mich auch. Auf den Gehwegen der Wolframstraße wiederum sind graue Radwege markiert und teils ausgeschildert.

      Löschen
  4. Ja,der Gehweg über die SSB Brücke ist für Radler (leider!) freigegeben. Die Brücke ist zu schmal für Rad- UND Fußverkehr. Wenn ich recht informiert bin, plant die Stadt da noch schlimmeres. So weit ich weiß soll es von der Türlenstr. geradeaus über die Heilbronnerstr., links von dem Hotelneubau welcher die Stadtbibliothek verdeckt, durch den Fußgängerstrom zwischen Stadtbibliothek und Milaneo über die SSB Brücke ins Nordbahnhofviertel gehen. Radinfra zum abgewöhnen! Da werden wir Radler und Fußgänger viel Spaß miteinander haben.

    AntwortenLöschen
  5. Unschön ist auf alle Fälle, das da Dreischienengleise liegen und man damit nur einen Meter Platz zwischen den Gleisen als Radfahrer hat. Das erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit gegenüber einem reinem Normalspurgleis mit 1435 mm Gleisabstand.

    AntwortenLöschen
  6. Als Abkürzung würde ich das nicht bezeichnen, sondern als direkten Verbindung zwischen A und B, schließlich ist die Nordbahnhofstraße eine wichtige Verkehrs-Achse. Das damals der Autoverkehr ausgesperrt und sogar eine "Umgehungsstraße" durch den Park geschlagen wurde, liegt einzig und allein in der Unvernunft dieser Erfindung.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wo und wann wurde eine "Umgehungsstrasse" durch den (welchen?) Park geschlagen?

      Löschen
    2. @Hans-Peter: Ich meine die Ehmannstraße.

      Löschen
  7. Ich kenn mich nicht so sehr mit der Geschichte des Straßenbaus in Stuttgart aus, aber vielleicht meint er die Ehmannstraße? https://www.openstreetmap.org/#map=17/48.80221/9.19097

    AntwortenLöschen