Bislang hatte Stuttgart einen Fahrradbeauftragten und dann eine Fahrradbeauftragte. Ich habe, als ich noch Stadträtin war, den Antrag gestellt, den Posten der Fahrradbotschafterin oder des Fahrradbotschafters zu schaffen.
Sie oder er soll nicht nur das Thema Fahrrad gegenüber der Stadtverwaltung vertreten, sondern auch in die Stadtgesellschaft hinein wirken. Also gewissermaßen zwischen allen Stühlen sitzen und dennoch alle fürs Thema Fahrrad begeistern, so der Gedanke. Es hat etwas gedauert, bis der Gemeinderatsbeschluss umgesetzt wurde.
Seit Oktober ist diese Stelle nun mit Jonas Marwein besetzt. Er hat sich inzwischen Vertreter:innen des ADFC vorgestellt und schriftlich auch dem Zweirat. Und auf der Plattform LinkedIn schrieb er vor zwei Monaten: "Ich möchte Menschen in Stuttgart für das Radfahren begeistern und unsere Stadt gemeinsam gestalten. (...) Ich freue mich auf viele spannende Gespräche übers Radfahren, frische Impulse in der Radverkehrsplanung zu setzen und den Wandel zu einem nachhaltigen Stuttgart aktiv zu begleiten."
Die Stadt Stuttgart hat ihn auf ihrer eigenen Seite noch nicht vorgestellt. Wer auf der Stuttgartseite nach seinem Namen sucht, findet nichts, wer nach "Fahrradbotschafter" sucht, stößt immerhin auf eine Adresse und einen E-Mail-Adresse und erfährt, dass die Stelle beim Amt für Stadtplanung und Wohnen angesiedelt ist. Es gibt allerdings bereits einen Steckbrief (siehe Foto) der Stadt. Jonas Marwein besitzt Erfahrung mit Radverkehrsplanung und radelt selbst im Alltag, aber auch auf Radreisen und sportlichen Touren. Dass Stuttgarts Weg zu einer Fahrradstadt noch etliche Herausforderungen bereithält, ist im nach eigenen Angaben bewusst.
Ich wünsche ihm ein gutes Gelingen in dem sicher nicht einfachen Job und uns allen, er möge viel Erfolg haben.

Na, dann hoffen wir mal, es geht ihm besser als aktuell etwa den europäischen Botschaftern in Washington.
AntwortenLöschenCool, da wünsche ich ihm viel Erfolg!
AntwortenLöschenWarum versteckt Nopper Jonas Marwein?
AntwortenLöschenLeider wird er, wenn er ambitioniert ist auch bald das Handtuch werfen. Stuttgart ist strukturell autoaffin. Er bräuchte einen Gemeinderat auf seiner Seite, der dem Druck der MIV-Lobby standhält und Verbündete in der Verwaltung. Noch mehr Konzepte und Außendarstellung sind Zeichen dafür, dass Maßnahmen auf die lange Bank geschoben werden sollen. Stichwort Radentscheid, der ja nur eine Minimalmaßnahme darstellt und dennoch nicht verwirklicht wird.
AntwortenLöschenEin kurzes Brausen durchs Netz lässt hoffen, dass da ein wirklich kompetenter Mann in die Verwaltung kommt.
AntwortenLöschenAber er wird unglaubliche Zähigkeit und Schmerzresistenz mitbriingen müssen.