9. Januar 2015

Warum die Radspuren in der Waiblinger Straße nicht richtig funktionieren

Regelmäßig wird von Gegnern der Radverkehrsförderung die Radspur in Cannstatt entlang der Waiblinger Straße ins Feld geführt. Die habe Autofahrern eine Spur weggenommen und Radler führen dort kaum. 

Das scheint sich auch nicht zu bessern. Ich finden diese Radspuren super, wenn ich schnell Richtung Fellbach muss und mich in den Nebenstraßen nicht auskenne. Ich komme schnell am Stau vorbei. Aber sie hat große Schwächen. Blogleser und Kommentator Friedhelm W. hat mir in einem Kommentar eine plausible Erklärung geliefert, warum die Radspur von Alltagsradlern trotzdem nicht richtig angenommen wird.


Er schreibt: "Vorher waren da zwei Fahrstreifen. Mit dem Rad konnte man auf dem rechten fahren, und bei Abzweigungen mussten sich alle Rechtsabbieger ebenfalls auf ihm einordnen. Fuhr da ein Radfahrer, dann mussten sie entweder hinter ihm bleiben, oder ihn noch ordentlich überholen. Alle Geradeausfahrer konnten ihn natürlich auch benutzen. Jetzt ist ein Fahrstreifen und ein benutzungspflichtiger Radfahrstreifen. Als Radfahrer fährt man also da, wo man vorher fuhr. Wo ist der Unterschied? An allen Abzweigungen müssen jetzt rechtsabbiegende Autos links von geradeaus fahrenden Radfahrern bleiben, denn auf dem Radfahrstreifen dürfen sie sich nicht einordnen. ... Weiter unten in Bad Cannstatt geht der Radfahrstreifen in einen unverbindlichen Schutzstreifen über. Warum? Weil er so schmal wird, dass man trotz bestem Willen, die Verwaltungsvorschrift zur StVO zu strapazieren, die Benutzungspflicht nicht mehr aufrechterhalten konnte. Und unten, jedenfalls an der Kreuzung mit der Daimlerstraße, soll man indirekt links abbiegen. Auf diese Weise nehmen Radverkehrsführungen mir durchaus etwas weg: Sie schaden meiner Sicherheit und halten mich auf."

In der Tat ist das eine der gefährlichsten Varianten für Radfahrer: Die Fahrstreifen für rechts abbiegende Autos liegen links neben der Geradausspur für den Radler. Die meisten Unfälle mit Radlern passieren, weil ein Autofahrer rechts abbiegt und dabei einen geradeaus fahrenden Radler umnietet. So darf man Radspuren nicht anlegen!

Außerdem verlangsamt das indirekte Linksabbiegen die Strecke für routinierte Radler. Es bedeutet nämlich, dass der Radfahrer im Fußgängermodus zwei Mal an Ampel wartet, wo der Autoverkehr auf einer Linksabbiegespur in einem Zug durchkommt.

Das heißt auf dieser Radführung fahren routinierte Alltagsradler nicht, weil sie besser Wege kennen, wo sie weniger an Ampeln warten müssen. Und ängstlichere Radler fahren sie auch nicht, weil sie sich vom aggressiven Autoverkehr bedrängt fühlen und beim Geradeausfahren in Gefahr geraten.

Und noch eine Anmerkung zum indirekten Linksabbiegen. Steht an so einer Radspur das blaue Schild, das Radler verpflichtet, dort zu fahren, dann haben alle den Eindruck, der Radler müsse so eine indirekte Linksabbiegespur auch benutzen.

Aber ein Radfahrer muss keine Radspur benutzen, wenn er nicht absehen kann, ob sie ihn in die von ihm gewünschte Richtung führt. Will er links abbiegen, wird er sich beizeiten mit den Autos in die Linksabbiegespur auf der Fahrbahn einordnen, lange bevor er die indirekte Linksabbiegespur überhaupt sehen kann. Folglich ist es ihm erlaubt, dies zu tun. Allerdings ist natürlich wieder mal fraglich, ob die Polizei das auch weiß, die so einen Radler aufhält.

Und das ist das große Problem solcher Radspuren. Plötzlich denken alle, Radler dürften auf Fahrbahnen nicht mehr fahren, sie müssten immer Sonderspuren nehmen, zur Not den Gehweg. Leider auch bei der Polizei ein weit verbreiteter Irrtum.

So ist das schon mal besser: Hier die Linksabbeigeregelung in der Taubenheimer Straße. Hätte man die Radspur hier nicht, würde der Radler es genau so machen, allerdings müsste man es ihm nicht auf einem Schild erklären.

Trotzdem finde ich Radspuren durchaus sinnvoll, weil sie den Autoverkehr vom rechten Fahrbahnrand fernhalten und damit Radlern Platz schaffen, am Stau vorbei zu radeln. Diesen Vorteil muss das Radfahren haben. Autofahrer, die im Stau stehen sind vielleicht ergrimmt, weil Radler an ihnen vorbei fahren. Aber Einzelne überlegen sich dann vielleicht auch, ob sie nicht selber aufs Rad umsteigen.

Radspuren und Radschutzstreifen zeigen den Stuttgarter Autofahrern, dass Radfahren eine echte Alternative ist. Ich selber bin für Radschutzstreifen, die nicht für Radfahrer verpflichtend sind, aber Raum schaffen.

Kommentare:

  1. Friedhelm hat absolut Recht.

    Das letzte Bild finde ich reichlich kurios. Der Radfahrstreifen beginnt anscheinend kurz vor der Kreuzung. Wegen eben diesem Radfahrstreifen muss dann ein riesiges Erklärschild aufgestellt werden. Was soll dieser 20 Meter Radfahrstreifen eigentlich bringen, außer großer Verwirrung?

    Die indirekten Linksabbieger Malereien finde ich auch sehr "drollig". Kapiert das überhaupt jemand? Da wird in Kreuzungen, wo man sowieso schon genug aufpassen muss, noch etliche Zeichnungen auf die Fahrbahn gepinselt, die kein Mensch so schnell erfassen kann. Dass das irgendwie irsinnig ist, merkt wohl niemand von den Verantwortlichen.

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  2. Also genau die Kritik, die ich schon die ganze Zeit an der Waiblinger Straße geäussert habe, auch hier in den Kommentaren. Wir wollten ja auch mal vor wenigen Jahren gemeinsam die Straße abfahren. damit ich dir meine Kritik daran aufzeigen kann.

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    1. Stimmt, Martin. Du hast diese Kritik immer geübt. Auch Sebastian hat mir die Waiblinger Straße so beschrieben. Ich habe das Thema hier noch einmal aufgegriffen, und es tut mir leid, dass ich dich nicht erwähnt habe. Wir hatten damals keinen Termin finden können. Ich bin die Strecke inzwischen auch ein paar Mal gefahren. Und für mich als Gelegenheits- und Fremdradlerin auf dieser Strecke überwiegen die Vorteile. Aber - wie hier dartestellt - für Täglichradler häufen sich die Nachteile.

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    2. Ja, die Zeitprobleme waren damals ja auf beiden Seiten.

      Aber gerade als nicht Täglichradfahrerin ist die Strecke für dich gefährlich, denn die Probleme werden erst bei öfterem Benutzen offensichtlich.

      Das ist genau der Punkt, den ich kritisiere, wenn auf Einwände gegen solche Anlagen mir anhören muss, man dürfe nicht nur für erfahrene Radfahrer planen. Nein, muss man auch nicht. Aber genau die unerfahrenen Radfahrer sind diejenigen, die bei solchen Anlagen als Unfallopfer enden. Die erfahrenen Radfahrer kennen die Konstruktionsmängel, und verhalten sich entsprechend. Die unerfahrenen denken, sie seien sicher. Und wundern sich dann, wenn es sie trifft.

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  3. Achja, noch was zu dem Bild oben von der indirekten Linksabbiegerspur. Die rote Ampel, die dort zu sehen ist, ist für eben jenes indirekte Links abbiegen. Also _nicht_ für den gerade aus fahrende Radverkehr. Was man aber nicht sieht. Nicht mal der übliche Minipfeil und dem Radsymbol in der Leuchtscheibe ist vorhanden.

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    1. Diese Streckenführung hätte eigentlich ein Gaga verdient. Das stimmt. Radspuren entstehen in Stuttgart hauptsächlich dort, wo ohnehin Platz ist und der Radler sowieso nicht in Bedrängnis geraten würde. Man muss sicherlich mal aufhören mit den Kompromissen an den Autoverkehr.

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    2. Wobei diese verkorkste Ampel nicht mal einen Kompromiss an den Autoverkehr darstellst, sondern schlicht und einfach ein Verstoß gegen StVO und VwV-StVO durch die StVB sind.

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  4. Von Schutz-/Radfahrstreifen gibt es genau zwei Varianten, die unnötigen und die illegalen.

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    1. Grins. Für routinierte Vielradler auf jeden Falls wahr. Allerdings muss man auch an die weniger routinierten oder ängstlicheren Radler denken, die erst dann Möglichkeiten für sich sehen, Rad zu fahren, wenn sie Schutzstreifen und Radfahrstreifen (leider auch Radwege) sehen, also Radzeichen auf Schildern und auf Fahrbahnen. Deshalb finde ich Radstreifen (und Schutzstreifen) nicht von vorn herein schlecht. Sie sind nötig in der Umbauphase einer Autostadt zu einer radfreundlichen Stadt. Das ist zumindest meine momentane Einschätzung.

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    2. Siehe meine Antwort oben. Zusätzlich wird durch diese Fahrbahnmalerei Autofahrern und nicht versierten Radfahrern suggeriert, man dürfte nur hier mit dem Rad fahren.

      Crownsilver hat schlicht und einfach recht.

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  5. Der Radweg hat noch ein anderes, riesiges Manko: Er endet im Nirgendwo! An der Daimlerstraße ist plötzlich Schluss und man kann nur noch rechts oder links fahren (oder sich unter die Autofahrer mischen - aber wozu dann überhaupt ein Radweg bis dahin?)

    Dieser Art Linksabbiegen bin ich zum ersten mal in Kopenhagen begegnet. Dort ist das üblich. Glücklich finde ich das deshalb aber nicht...

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  6. Ingo Waldschmitt9. Januar 2015 um 15:47

    "...finde ich Radspuren durchaus sinnvoll, weil sie den Autoverkehr vom rechten Fahrbahnrand fernhalten und damit Radlern Platz schaffen, am Stau vorbei zu radeln." Im Prinzip stimme ich zu bzw. hatte ich bis vor einigen Wochen zugestimmt. Aber auch hier lauert eine Gefahr für Radfahrer, an die ich nicht geglaubt hätte: Stehen Autos im Stau und fährt man mit dem Rad rechts davon auf dem Radstreifen vorbei muss man damit rechnen, dass ein Beifahrer aussteigt, der vor dem Öffnen der Türe nicht nach hinten schaut. Ich habe das schmerzlich selbst erfahren dürfen. So schön die Radspuren sind, nur mit einem dicken weißen Strich zum Auto-Fahrstreifen getrennt ist vielleicht zu wenig. Da ist man "zwischen" den Autos sicher besser unterwegs.

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  7. Radverkehrsanlagen a la ADFC sind innerorts extrem kontraproduktiv und dummsinnig. Trotzdem ein riesiges Kompliment und herzlichen Dank für Ihre herausragende Arbeit in diesem Blog. Beste Grüße Stefan K.

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    1. Vielen Dank für den Dank. Den gebe ich zurück an dich und alle anderren hier, die nicht müde werden, sich an der Diskussion zu beteiligen.

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  8. Der Radfahrstreifen zwischen Fellbach und Cannstatt (und umgekehrt) ist ein ganz dickes Signal an alle Auto- und LKW-FahrerInnen: es gibt auch noch andere Fahrzeuge und die bekommen Platz.
    Damit hat die Umwidmung einer Autospur(straße) in einen Radfahrstreifen mitten in das Herz aller Autisten getroffen: mir wurde ein Stück Straße weggenommen. Das Wehklagen und jammern ist deshalb ganz laut, wie bei einem Kind welchem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat.
    Jetzt kann man natürlich an der oft unsinnigen, ängstlichen und nicht gesetzeskonformen Umsetzung (berechtigt) rumnörgeln. Würde ernsthaft einer bei der alten vierspurigen Waiblinger und Nürnberger Straße mit dem Rad rauf oder runter fahren?
    Nur Lebensmüde oder Abgashungrige sind die Waiblinger Straße hochgekurbelt, eingeklemmt zwischen Spritzschutzwand und Überholspur.
    Natürlich sind die Einengungen an den Kreuzungsbereichen gefährlich, und die Weiterführung ab der Daimlerstraße fehlt. Aber der größte Teil der rund 4 km kann ich relativ entspannt und zügig auf einer eigenen Spur fahren.
    Schauen wir mal, welche Folgen die Feinstaubsignale der EU für den Auto- und Fahrradverkehr haben, es wird für uns Radler besser werden.
    Gruß vom Fellbächer.

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    1. Auch wenn ich mir solche Strecken angucke oder Bericht darüber veröffentliche, bin ich hin und her gerissen. Ich sage immer, dass Rad-Zeichen auf Fahrbahnen und Streifen für Radler allen signalisieren, dass auch Fahradfahrer unterwegs sind und sein sollen. Das ist ein Signal für den Umstieg aufs Fahrrad wichtig. Zugleich bin ich erschrocken, wie teils schlecht und gefährlich Radfördermaßnahmen dann umgesetzt werden. Vor allem Radfahrer, die anfangen, sich die Stadt zu erobern, tappen hier in teils äußerst gefährliche Falle, weil sich viele Situationen eben nicht auf den ersten Blick erklären, oder weil sie sich auf Radspuren und Radwegen in falscher Sicherheit wiegen. Aber da müssen wir halt durch, denke ich dann.

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    2. Es wurde nicht eine ganze Fahrspur dem Autoverkehr "weg genommen", sondern nur ein Bruchteil davon. Sonst wäre der Radstreifen breit genug.

      Und ich bin es echt leid, als lebensmüde oder abgashungrig bezeichnet zu werden. Dort sind schon ohne Radstreifen genausoviel Radfahrer wie jetzt gefahren, ohne im mindestens lebensmüde zu sein. Im Gegenteil, vorher war es sicherer!

      Was also soll diese ständige Verunglimpfung von Leuten, die das Fahrrad als Verkehrsmittel begreifen, und das von Leuten, die ihr Fahrrad höchstens zu Vatertag oder dem 1. Mai aus dem Keller holen?

      Nicht wir Alltagsradler sind diejenigen, die gefährlich fahren. Das sind diejenigen, die solche Radfahrergefährdungsanlagen fordern und leider bekommen!

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    3. Vielleicht fahre ich auf einer anderen Nürnberger Straße, aber auf der Strecke zwischen Beskidenstr. und Daimlerstr. sowie zwischen Wilhelmsplatz und Nürnberger Straße Richtung Fellbach sind bis auf die oben genannten Kreuzungsbereiche (deren Einengungen auf weniger als 80 cm der STVO widersprechen) die Radfahrstreifen mind. 1,80 m breit.
      Die Behauptung, dass vorher genausoviel Radfahrer auf der Waiblinger/Nürnberger Str. gefahren sind ist nicht haltbar, sonst müsste ich auch zu der Zeit schon dort gefahren sein. Vorher bin ich die Rommelshauser str, Ebitzweg und Wildunger Str. gefahren, selbst morgens um 7 Uhr gab es immer wieder problematische Situationen von Vorfahrtmissachtung, Überholen in 30er-Zonen mit Minimalabstand, herumirrenden Fussgängern (Schüler), ausparkenden Autos, zwei Kreisverkehre am Caree (dort wurde ich 2 mal wegen hereinrasender Autos von der Daimlerstr. ums Haar "abgeschossen").
      Genausowenig ist die Behauptung zu halten, dass es vorher sicherer war. Bezogen auf die Zahl der Radfahrer? Bezogen auf Unfallzahlen?
      Tatsächlich bin ich früher auf der 4-spurigen Waiblinger Str. des öfteren rauf wie runtergefahren. An der ersten Rechtskurve am Augsburger Platz (Richtung Fellbach) hatte ich zweimal heftige verbale Auseinandersetzungen mit Autofahrern, die mich unter Berührung überholten, weil ich in der Kurve in der Mitte der rechten Fahrbahn fuhr. Als mich dann einmal ein LKW mit seinem Hänger auf den Gehweg zwang, habe ich fortan diese Strecke umfahren. Dies zum Thema lebensmüde.
      Ausserdem war meine Absicht nicht, irgendjemand zu verunglimpfen genausowenig wie ich mein Rad am Vatertag usw. aus dem Keller hole. Es transportiert mich seit über 10 Jahren (entspr. ca. 50 Tkm) quasi täglich von Fellbach nach Stgt. Mitte und sonstwo hin.
      Freundliche Grüße vom Fellbächer

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  9. Kann schon sein, daß der Radstreifen überwiegend 1,80m breit ist. Der Fahrstreifen, der angeblich dem Autoverkehr weg genommen wurde, war aber breiter, zwischen 2,75 und 3,75. Wieso wurde der neue Radstreifen schmäler gemacht, als der vorher vorhandene allgemeine Fahrstreifen, und der bestehen gebliebene Fahrstreifen dafür breiter? Das meinte ich damit, daß dem Autoverkehr nur ein Bruchteil davon genommen wurde. Das Resultat ist nämlich, daß langsamere Radfahrer nur umständlich überholt werden können, im abendlichen Berufsverkehr nicht, weil auf dem Fahrstreifen daneben Stau ist.

    Meiner Beobachtung nach fahren auch jetzt genauso viele Radfahrer auf der Strecke wie vorher. Vorfahrtsmißachtungen gibt es nach wie vor, zusätzlich wird, eben wegen dem Stau "mal eben" auf dem Radstreifen vor gefahren bis zur nächsten Möglichkeit rechts abzubiegen. Besonders gerne passiert das an der Kreuznacher Straße und an der Nauheimer Straßen, aber auch an anderen Gelegenheiten. Dann krankt der Radstreifen auch an den üblichen Problemen, nämlich daß Geradeaus-Verkehrs rechts neben Rechtsabbiegern geführt wird. Und die Falschparker.
    Zusätzlich die angesprochende Verengung an Kreuzungen. Und das indirekte Linksabbiegen, daß wohl nicht von ungefähr den Eindruck erwecken soll, es wäre vorgeschrieben, Die dazugehörigen falsch aufgestellten Ampeln.

    Man kann halt einen Radstreifen nicht an wenigen ausgewählten Punkten betrachten, sondern muss in gesamt betrachten. Wie in alles in der Welt soll dieses Sammelsurium an Problemstellen denn sicherer sein? Nur weil du mal Probleme mit einem LKW-Fahrer hattest, der sein Gefährt nicht beherrscht, wird diese Krankheit nicht sicherer. Solche Typen schaltest du damit nicht aus.

    Das mit dem Vatertag habe ich geschrieben, damit dir auffällt was du mit deiner Verunglimpfung schreibst, was ich leider schon zu oft hier in den Kommentaren lesen musste. Bei dir hat es offensichtlich gewirkt.

    Für die anderen nochmals deutlich: ja, hier schreibt ein erfahrener Radler. Einer, der sich seit Jahrzehnten mit der Situation des Radverkehrs und den rechtlichen Gegebenheiten beschäftigt. Und der die Sicherheit gerade von unerfahrenen Radfahrern im Blick hat, die eben (noch) nicht diesen Sinn für Gefahrenstellen haben, die uns von den zuständigen Behörden und auch Politikern beschert werden. Nein, für ängstliche Radfahrer habe ich kein Rezept. Nur ein Unverständnis, warum ängstliche Radfahrer besonders behandelt werden sollen, während sich um ängstliche Fußgänger und Autofahrer keiner kümmert.

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    1. Das ärgert mich auch immer: Dass man die Radstreifen schmaler macht als die Fahrbahnbreite. Bei allen Schwächen, die diese Malerei hat, und bei allen Gefahren, die wir alle kennen, bleibe ich dabei: Ich glaube, dass Stuttgart erst mal die sichtbaren Radzeichen auf der Straße braucht, damit Autofahrer und Radfahrer sehen, dass hier Rad gefahren werden soll und darf.

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    2. Der Nebeneffekt ist aber leider, daß vor Allem Autofahrer, aber auch viele Radfahrer dann denken, daß nur auf Straßen mit solchen Malereien mit dem Rad gefahren werden darf. Mit der Meinung bin ich offensichtlich nicht alleine, auch Friedhelm Waitzmann äußert sich ja so unter anderem in seinem Beitrag vom 14. Januar 2015 um 17:48, weiter unten.

      Ich denke eher daß endlich Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden muss. Dorthin müssen die Gelder fliesen, nicht in irgendwelche Straßenmalereien, die nur zu Ghettobildung und Gefährdung von Radfahrern führen.

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  10. Der Radfahrstreifen in der Taubenheimstraße ist übrigens auch eine Radfahrerfalle, falls Autos und Radfahrer an der Kreuzung mit der Waiblinger Straße gemeinsam Grün haben, weil er Radfahrer in den Toten Winkel der Autos führt.

    Das gleiche Problem gibt es auch in der Daimlerstraße vom Carré her zur Waiblinger Straße. Von dieser Kreuzung weiß ich sicher, dass nach einem kurzen Grünvorlauf für Radfahrer Autos ebenfalls Grün bekommen.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

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  11. Zu Fellbächer, 11. Januar 2015 um 21:53: »[…] sind […] die Radfahrstreifen mind. 1,80 m breit«

    Klingt das üppig? Jedenfalls nicht neben Parkplätzen: Geöffnete Autotür: 1,20 m, Radfahrerbreite: 0,60 m. Damit ist der Radfahrstreifen also schon ausgefüllt. Was noch fehlt: Der Radfahrer wirkt etwas breiter, weil er ja nach beiden Seiten noch Platz für kleine Pendelbewegungen braucht, um das Gleichgewicht zu halten. Darüberhinaus sollen die Autos 1,50 m Sicherheitsabstand zum Radfahrer halten; also ergibt sich ein Mindestabstand zwischen den fahrenden und den parkenden Fahrzeugen von 1,20 m + 0,60 m + 1,50 m + Pendelbreite = 3,30 m + Pendelbreite, also praktisch ein ganzer Autofahrstreifen. Warum wurde die Trennlinie zwischen Autofahrstreifen und Radfahrstreifen dann nicht so gelegt, dass Autofahrer auch dann den Radfahrern nicht zu nahe kommen, wenn sie dicht an der Linie fahren?

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

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  14. Zu Fellbächer, 10. Januar 2015 um 00:43: »Der Radfahrstreifen zwischen Fellbach und Cannstatt (und umgekehrt) ist ein ganz dickes Signal an alle Auto- und LKW-FahrerInnen: es gibt auch noch andere Fahrzeuge und die bekommen Platz. Damit hat die Umwidmung einer Autospur(straße) in einen Radfahrstreifen mitten in das Herz aller Autisten getroffen: mir wurde ein Stück Straße weggenommen.«

    Mein Eindruck ist entgegengesetzt: Der Radfahrstreifen … ist ein ganz dickes Signal an alle Auto‐, LKW‐FahrerInnen und Polizisten: »Es gibt auch noch andere Fahrzeuge, und die bekommen ein Ghetto. Hier, im Ghetto, dürfen sie fahren – merkt es euch – aber auf Hauptstraßen ohne Ghetto haben sie nichts verloren!«

    Und die Wirklichkeit stützt diesen Eindruck: Polizisten halten, mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren, für ordnungswidrig (1,2) oder strengen gar zusammen mit dem Ordnungsamt eine MPU (1,2) an, Verkehrsteilnehmer (hier allerdings nur als Beifahrerin) sind der Überzeugung, Radfahrer dürften sich nicht auf einem Fahrstreifen für Geradeaus einordnen, wenn es daneben einen zum Rechtsabbiegen gibt ((1)(suche nach dem Wort »Talstraße«).

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

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  15. Zu Fellbächer, 10. Januar 2015 um 00:43:

    »mitten in das Herz aller Autisten getroffen: mir wurde ein Stück Straße weggenommen.«

    Den Autofahrern ein Stück Straße wegnehmen und damit das Verkehrsklima vergiften? Das will ich gar nicht! Mir reicht es, wenn man mir nach vorne und hinten und zu den Seiten ausreichenden Platz zugesteht, wenn ich da entlang fahre. Ich möchte gar keinen für Radfahrer reservierten Fahrstreifen.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com

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  16. Ich denke, man sollte hier den Radfahrstreifen vor einer Eimündung mit einer Rechtsabbiegerspur verbinden,
    sodass die Rechtsabbieger einen Spurwechsel auf die Radspur machen, worauf dann Radfahrer und geradeausfahrende Radler
    hintereinander auf dieser Mischspur in die Einmündung überqueren oder rechts abbiegen.

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    1. Das sollte man. Obgleich das regelmäßig die nicht so unerschrockenen Radler abschreckt, wenn sie sich mit dem Autoverkehr mischen müssen, und manchen Autofahrer auch zum Vordrängeln animiert. Ein Dilemma, für das ich keine Lösung weiß. Außer: rechte Spuren grundsätzlich als Radfahr-Spuren, auf die Autofahrer wechseln, aber eben nicht Vorrang vor Radlern haben. Aber das wäre ein Paradigmenwechsel in der Radförderung, das hat man bisher in Deutschland noch nie so gemacht ,es gibt auch keine Gesetzgebung dafür.

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    2. Öfters werden auch Radfahrstreifen zwischen der Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur gelegt, was ja recht sinnvoll ist, im Gegensatz zu ARAS die rechts von der Rechtasabbiegerspur befahren werden.
      Dies wäre dann ähnlich zu dem Zusammenlegen der Rechtsabbieger und den geradeausfahrenden Radfahrern auf einer Spur, wofür man auch weniger Platz bräuchte.
      Ein gefundenes Bild:
      http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/neue-hauptrouten-und-co-stadt-baut-das-radnetz-aus-1.1734764
      Wenn der Radverkehr auf einen Radweg geführt wird, sollte man auch öfters in Erwägung ziehen diesen bei gefährlichen Einmündungen aufzupflastern, außerdem vermute ich, dass man bei einem fahrbahnangrenzenden, einsehbahren Radweg mit leicht abgesetzten Radwegfurten mehr Zeit sich umzusehen und zu reagieren(als beim Radstreifen), weil der Abbiegevorgang schon eingeleitet wurde.
      Bei gefährlichen, signalisierten Kreuzungen sollte man, wenn eine Rechtsabbiegerspur vorhanden ist, diese getrennt signalisieren, so dass aber Radfahrer die komplette Grünphase(geradeaus) nutzen können, was zum Beispiel bei Rund-um-Grün nicht möglich wäre.

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  17. Man könnte auch den motorisierten Verkehr auf eine Seite der U-Bahn legen. Mit klassischem Gegenverkehr. Die andere Seite wird Fahrradstraße (ohne Anlieger frei).

    Aber das wäre zu radikal für Stuttgart. :/

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  18. Friedhelm Waitzmann5. April 2015 um 01:29

    »Ich denke, man sollte hier den Radfahrstreifen vor einer Eimündung mit einer Rechtsabbiegerspur verbinden, sodass die Rechtsabbieger einen Spurwechsel auf die Radspur machen« (Anonym, 3. März 2015 um 16:32)

    Das dürfte nur ein Bisschen besser sein, als gleich über die Radverkehrsführung abzubiegen, weil so die Autofahrer an einem festen Ort auf die Radverkehrsführung fahren sollen, statt an dem Ort, wo sie gerade sind, nachdem sie sich vergewissert haben, dass kein Radfahrer da fährt. Die Abhilfe ist, auf einem größeren Streckenabschnitt Rad‐ und Autofahrer auf einem gemeinsamen Fahrstreifen zu führen, auf dem sich dann irgendwo die rechtsabbiegenden Autofahrer zwischen die Radfahrer einordnen können.

    Und damit das dann nicht so unerschrockene Radfahrer nicht abschreckt, braucht es ein Tempolimit, das scharf mit Radarfallen überwacht wird. Ob das 30 km/h sein muss oder höher sein darf, müsste man diskutieren.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

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  19. Friedhelm Waitzmann5. April 2015 um 18:39

    »Ich denke, man sollte hier den Radfahrstreifen vor einer Eimündung mit einer Rechtsabbiegerspur verbinden, sodass die Rechtsabbieger einen Spurwechsel auf die Radspur machen« (Anonym, 3. März 2015 um 16:32)

    Das ist in der StVO der Normalfall: Gemäß § 2 muss und darf man mit Fahrzeugen auf der Fahrbahn fahren – auch Fahrräder sind Fahrzeuge! –, es sei denn, es ist durch Beschilderung verboten, entweder ausdrücklich (Radverkehrsverbot, Kraftfahrstraße oder Autobahn) oder inbegriffen (benutzungspflichtige Radverkehrsanlage). Deine Formulierung klingt so, als ob der Normalfall für den Radverkehr das Fahrbahnverbot sei und als ob Radfahrer im Allgemeinen nicht auf der Fahrbahn fahren könnten. Wenn sie sich wie Fahrzeugführer verhalten, geht das nämlich durchaus. Gegen die Fahrbahnangst vieler Radfahrer helfen Tempolimits mit Radarfallen aber keine Radverkehrsanlagen, die andere und höhere Risiken bergen.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

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  20. Friedhelm Waitzmann5. April 2015 um 23:37

    »Das ist in der StVO der Normalfall« (Friedhelm Waitzmann, 5. April 2015 um 18:39)

    Berichtigung: Der Normalfall in der StVO ist, dass Radfahrer auf demselben Fahrstreifen fahren wie die Kraftfahrzeuge, die in derselben Richtung abbiegen. Gibt es mehr als einen passenden Fahrstreifen, fahren Radfahrer auf dem am weitesten rechts. Nicht Normalfall ist es, dass geradeausfahrende Radfahrer auf dem Kraftfahrzeugrechtsabbiegefahrstreifen fahren. Dass Radfahrer eben dieses müssten, spukt in schon zu vielen Hirnen herum, und dass sie nichts Anderes könnten, auch in zumindest einem bei der Straßenverkehrsbehörde.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

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  21. Friedhelm Waitzmann6. April 2015 um 00:57

    »rechte Spuren grundsätzlich als Radfahr-Spuren, auf die Autofahrer wechseln, aber eben nicht Vorrang vor Radlern haben« (Christine Lehmann, 3. März 2015 um 22:22)

    1. Diese Formulierung lässt vermuten, dass Autofahrer auf Richtungsfahrstreifen Vorrang vor Radfahrern auf Radfahrstreifen haben. Das ist nicht der Fall.

    2. Wo soll in dem Fall, dass zwei Rechtsabbiegefahrstreifen und links daneben einer oder mehrere für Geradeaus vorhanden sind, ein geradeausfahrender Radfahrer fahren? Etwa auf dem rechten Rechtsabbiegefahrstreifen? Also kann so eine Regel nicht funktionieren. Die StVO hat schon jetzt klare Regeln: Fahrräder sind Fahrzeuge, mit Fahrzeugen fährt man auf dem zur Abbiegerichtung passenden Richtungsfahrstreifen. Sind mehrere zur Auswahl, nimmt man als Radfahrer den am weitesten rechts. Dass die Straßenverkehrsbehörden davon nicht mehr durch Extrawürste abwichen, wäre ein sinnvoller Paradigmenwechsel in der Radverkehrsförderung. Und eine Norm dafür ist schon vorhanden: die StVO. Aber eine so unkomplizierte Gleichbehandlung verschiedener Fahrzeuge wollen die Einen möglichst verhindern, und die Anderen reden sich ein, dass sie gefährlicher als die Trennung nach Fahrzeugart sei.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

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  22. Friedhelm Waitzmann8. April 2015 um 03:48

    »Wenn der Radverkehr auf einen Radweg geführt wird, sollte man auch öfters in Erwägung ziehen diesen bei gefährlichen Einmündungen aufzupflastern« (XY Mustermann, 5. März 2015 um 21:43)

    Für meine Ohren klingt das so, als ob das Radfahrergesocks zufrieden sein soll damit, dass man ihm durch Aufpflasterung eine Radverkehrsführung schafft, die wenigstens nur noch doppelt so gefährlich (Bernd Sluka) ist, wie das Fahren auf der Fahrbahn, das man ihm verbieten möchte.

    »außerdem vermute ich, dass man bei einem fahrbahnangrenzenden, einsehbahren Radweg mit leicht abgesetzten Radwegfurten mehr Zeit [hat,] sich umzusehen und zu reagieren (als beim Radstreifen), weil der Abbiegevorgang schon eingeleitet wurde«

    Auch so fahren Radfahrer dort, wo Autofahrer sie nicht erwarten, weil es keine leicht abgesetzten Autowegfurten gibt.

    Friedhelm Waitzmann, Stuttgart, <publicJJJJMM.fwnsp@spamgourmet.com>

    Bitte (jeden Monat neu) JJJJ durch das Jahr und MM durch den Monat ersetzen.

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