15. Juli 2015

Es funktioniert halt einfach nicht

Die Trennung am Ferdinand-Leitner-Steg in Fußgängerbereich und Radweg funktioniert nicht. Fußgänger sehen keine Radwegschilder.

Radler weichen über den Fußgängerbereich aus. In der Kurve unten gibt es riskante Begegnungen.

Hier das Video dazu. 

Heute Abend, 18 Uhr, ist Radforum im Rathaus, auch zum Schlossgarten.


An Wochentagen fahren hier nach einer neuen Verkehrszählung 3.500 Radfahrer/innen, die sich den Weg mit genau so vielen Fußgänger/innen teilen. An Wochenenden sind hier doppelt so viele Fußgänger unterwegs, während die Zahl der Radler bleibt.




Ich habe das Video heute mittag gedreht, nicht in der Haupt-Radlerzeit zwischen 16 und 18 Uhr, wenn auch viele Fußgänger unterwweg sind. Mein Vorschlag: Weg mit den Schildern, weg mit der Trennung, weg mit der Fahrbahnmalerei. Das entspricht alles weder der Radfahrer-Wirklichkeit noch der Mentalität von Fußgängern in einem Park.

Vielleicht kann man mit Schilder noch was machen, die Fußgängern mehr auffallen. Vermutlich wird es im Lauf der Zeit besser mit der Trennung von Fußgängern und Radfahrern. Jedenfalls haben wir diese Lage jetzt für sechs oder sieben Jahre.

Kommentare:

  1. @Christine: Klasse Video, endlich mal das ganz normale Chaos auf Radwegen im Schlossgarten in voller dynamischer Prächtigkeit dokumentiert.
    Wobei im Bereich unten am S21-Steg die Schlängelei ganz normal ist, dort ist ja nun eine Zone mit Gehweg mit "Fahrrad frei" :)

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    1. Das ist auch so ein Kuriosum. Radfreigabe bei Radzeichen auf dem Boden. Total Gaga.

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  2. Zu den Stoßzeiten ist das auf dem "Baustellenübergangssteg" ein einziger Witz. Dagegen ist das im Video mal richtig harmlos. Was soll das auch mit der weißen Pinselei und den blauen Schildern die 1. so gut wie jeden Tag anders verteilt sind und 2. aus dem Augenwinkel eh alle gleich aussehen. Als Fußgänger achtet man eben nicht auf jedes Schild das am Wegesrand steht. Zumal die natürliche Blicktichtung eher gen Boden geht. Was ist eigentlich aus dem guten alten roten Belag geworden? Den sieht man wenigstens.

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    1. So ist es. Ich werde auch mal abends ein Video machen. Es ist der Wahnsinn. Und ich finde, es wäre irgendwie weniger Wahnsinn, wenn hier alle so durcheinander gehen und fahren würden, wie vorher. Oder sehe ich das falsch?

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    2. Nun zumindest kann sich dann kein Radler auf sein Recht berufen - was momentan eh kaum zu beobachten ist, da vermutlich fast jeder Radler selbst den Irrsinn erkennt. Allerdings ist es da mitlerweile so eng und soviel los, dass es ganz ohne Regelung meiner Meinung nach auch nicht geht. Ich komme dort jeden Tag mit dem Rad vorbei. Man kommt nicht mehr durch ohne langsam zu fahren und auch einmal anzuhalten. Hinzu kommt, dass ich immer im Hinterkopf habe, mich könnte an diesen tollen 90° Ecken mit Bauzäunen als "Sichtschutz" jemand unbeabsichtigt abräumen.

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    3. Ich bin dort auch jeden Tag, zum Glück nur bei der Heimfahrt aber das ellein ist schon schlimm genug. Der Steg, der übrigends laut Köhnlein eine Verbesserung bringt, ist einfach nur schlecht. Glas überall, Baufahrzeuge parken wo sie wollen und der Belag ist die Katastrophe. Das ist Stuttgart. Wir können alles, ausser Fahrradinfrastruktur.

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  3. Habe die Konstruktion heute gegen 16 Uhr mal ausprobiert (3 nebeneinander fahrende Kinderwagenmamis auf der Radseite inklusive. Außerdem gab es 3 große Personengruppen, ich nehme an S21-Führungen).

    Drei Dinge, die eklatand daneben sind und imho sofort beheben werden müss(t)en:

    1. Die Trennung (links Radvolk, rechts Fußvolk) ist am Anfang per Schild angekündigt, die nächsten 300(?) m aber nicht mehr. Ich bin mir Sicher, dass viele, vor allem Fußgänger, mittendrin gar nicht so recht wissen, welches nun "ihre" Seite ist, oder wozu die Trennline überhaupt da ist. Dazu müsste man alle paar Meter auf dem Boden ein Fahrrad bzw. Fußgänger aufpinseln. Ein roter Belag für Räder wäre Top!

    2. Da hat es mich selber "erwischt": Auf dem gesamten Steg ist man darauf trainiert, links des durchgezogenen Streifens zu fahren. Am Ende des Stegs kommt 20m gar kein Mittelstrich und danach kommt wieder einer, und zwar direkt als Fortsetzung. Hier muss man als Radfahrer dann plötzlich rechts der Linie fahren. Ob das irgendwie beschildert ist weiß ich nicht; an der Stelle kann man auch nicht auf Schilder achten, sonst gibt es eine Kollision.

    3. Wer einen 120°-Knick plant und dazu einen mannshohen Sichtschutz hinstellt, gehört in der Sommerhitze 3 Tage an die Stelle bei Wasser und Brot angebunden. Dann sieht er selber wie töricht das ist!

    Ansonsten haben wir mal die Chance zu sehen, ob ein Volk lernfähig ist und es in 1 Monat besser funktioniert...

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  4. Es gibt einen Grund wieso man in Belgien, Holland oder Daenemark so viele Radwege rot malt. Es ist vielleicht ein bisschen aggressiv, aber auch sehr deutlich...

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    1. Das hilft bei den Fussgängern und den Baufahrzeugführern überhaupt nicht. Denen ist das schlichtweg EGAL.

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  5. Hier werden rot markierte Radwege und -streifen nicht umsonst Blutspuren genannt. Die rote Farbe bewirkt nämlich nichts. Auch nicht in B, NL und DEN. Der Grund für weniger Unfälle nennt sich Safety by Numbers. Autofahrer rechnen dort einfach mit Radfahrern, weil mehr Radfahrer unterwegs sind.

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    1. Im Prinzip völlig richtig, allerdings hält sich die Zahl der Autofahrer auf den Wegen im Schlossgarten ziemlich in Grenzen. ;-)


      "Heute Abend, 18 Uhr, ist Radforum im Rathaus"

      Neugier! Dein Bericht folgt ja sicherlich noch oder, Christine?

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  6. Das Chaos ist ja nicht nur im Schloßgarten. Es geht doch auf der anderen Seite in der Heilbronnerstraße weiter. Seit der Fahrradweg parallel zur Heilbronnerstraße gesperrt ist gibt es keine Möglichkeit mehr ohne große Umwege ins Postdörfle (Wohngebiet hinter dem Arcotel Hotel) zu kommen. Das gleiche gilt in Richtung Bahnhof. Es gibt kein vernünftiges Verkehrskonzept für die Radler rund um die Baustelle Hauptbahnhof. Es ist zum .....

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    1. Es gibt kein Verkehrskonzept für Radler für ganz Stuttgart, wenn nicht für ganz Bawü. Wenn ich von der Stadtmitte in den hallschlag fahren will und nicht durch den Park will gibt es praktisch keine Strecke die die Bezeichung "Weg" verdient. Stuttgart kriegts einfach nicht auf die Reihe. Mich interessiert auch was gestern war, ich konnte leider nicht kommen. Wahrscheinlich wars ähnlich wie beim Radlerforum im Verkehrsministerium, wir reden über alles ausser über Infrastruktur.....

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    2. Ja, ja, ich eile ja mit dem Bericht. Übrigens würde ich es nicht so pessimistisch ausdrücken. Auch Stuttgart begreift jetzt, dass ohne Radkonzepte nicht geht. Und es gibt bereits einige ganz interessante. Es ist wichtig, dass auch ihr radfahrenden Bürgerinnen und Bürger an eure Stadträte schreibt - jeder Partei - und Radkonzepte verlangt. Es darf nicht sein, dass immer nur die Tempo-Begrenzungs-Gegner und Autofreaks schreiben und sich öffentlich äußern. Wir können was erreichen. Das haben wir ja gesehen.

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    3. Wer sind denn "unsere" Stadträte? Mir sind nur solche wie Thomas Rudolph bekannt, und dem schreibe ich bestimmt nicht. Ansonsten dominiert die Helm- und Radwegfraktion, mit der ich mich lieber nicht zusammen schließe. Was daraus kommt kann man ja in Stuttgart derzeit bewundern.

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  7. Ist er nicht "nur" Bezirksbeirat? Egal, mit dem, er hat doch jetzt auch ein Pedelec, würde ich ja gerne mal eine Runde drehen, um ihn dann endlich auch mal selbst über Autofahrer und die verquasteten und gestückelten Radwege in Stuttgart fluchen zu hören. ;-)

    Ansonsten, bei einer "unserer Stadträte" kommentiere ich immerhin öfters mal den Blog *ggg*

    Ansonsten hoffe ich auf die irgendwann endlich mal fälligen Strafzahlungen an die EU. Vorher wird sich wohl leider nicht viel ändern. Weil Stuttgart ja eine Autostadt und der OB erklärterweise kein Feind des Autos sein will und er bereits jede diesbezügliche Schlagzeile fürchtet wie der Teufel das Weihwasser... *hrhr*

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  8. Die Fußgänger sind problematisch, vor allem wenn sich die Fälle häufen.

    Eher unkritisch finde ich aber die im Video gezeigten Radfahrer, die über die durchgezogene Linie umdrehen, zumindest solange wenig Betrieb ist und es dadurch nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Bei allem Engagement für bessere Bedingungen sollte Radfahren auch einfach und flexibel bleiben, das sind die Stärken des Rades. Durchgezogene Linien mit Wendeverboten gleichzusetzen ist ein Konzept aus der autofixierten Verkehrsplanung, die man im Radbereich kritisch hinterfragen sollte. Autos sind sperrig können nicht überall wenden, Fahrräder können dies bei ausreichender Umsicht so gut wie überall.

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