27. Mai 2019

Radschnellweg Römerstaße wird am Freitag eröffnet

Und zwar am 31. Mai um 11 Uhr. Es ist die erste Radschnellverbindung nach Stuttgart, die fertig ist.


Hier der Link mit Ortsangabe. Man trifft sich gewissermaßen auf halber Strecke zwischen Böblingen und Vahingen auf der Römerstraße, die gerne auch Panzerstraße genannt wird.

Sindelfingen brachte die Idee vor drei Jahren auf, diese Kopfsteinpflasterstrecke zu ertüchtigen, das Landesverkehrsministerium nahm sie auf. Man wollte, dass Radfahrende eine schnelle Verbindung zwischen Vaihingen und Sindelfingen, Böblingen erhalten, damit sie mit dem Fahrrad bequem pendeln können. Auch bei Nacht und auch im Winter. Das Kopfsteinpflaster sollte mit einer Asphaltschicht bedekt und eine mit dem Radler mitlaufende Beleuchtung eingerichtet werden, damit der Wald frühmorgens im Winter und abends nicht gar so finster ist. Spatenstich war im vergangenen Jahr.

Das Denkmalschutzamt stimmte zu, sogar dankbar, denn das Kopfsteinpflaster, das hier und da schon  auch größere Lücken aufweist, hätte auf Dauer nicht erhalten werden können. So ist es erst einmal geschützt. Allerdings regte sich sofort auch heftiger Widerstand. Menschen hängen an der vertrauten Optik und wollten das Kopfsteinpflaster nicht verlieren. Es gibt so gar Radler, die erklärten, sie führen das gern (während andere Radler an anderer Stelle gegen ein Pflaster auf dem Neckardammradweg protestieren, weil es den Rollwiderstand erhöht). Das alte Pflaster soll nun an vielen Stellen nebendran noch sichtbar sein.

Anderer fanden eine andere Strecke besser, die nicht durch den Wald führt, die aber als Umleitungsstrecke für den Autoverkehr vorgehalten werden muss, wenn auf der Autobahn Probleme entstehen oder gebaut wird. Ich bin ja der Überzeugung, dass Radler nciht nur eine Strecke brauchen, sondern mehrerre, weil sie unteschiedliche Ziele und Herkünfte haben, weshalb man ruhig eine weitere Schnellverbindung zwischen Böblingen und Vaihingen weiterverfolgen kann.

Immer wieder habe ich mit Leuten gesprochen, die darüber den Kopf schüttelten, dass die Römerstaße beleuchtet werde. Nach meinen Informationen (aber das werden wir ja am Freitag sehen) wird sie nicht ständig beleuchtet. Geplant war immer eine mitlaufende Beleuchtung, also Lichter, die per Bewegungsmelder anspringen, wenn ein Radfahrender kommt, hinter ihm wieder verlöschen und ihn so punktuell durch die Finsternis begleiten. Da das vor allem bei Winterfahrten frühmorgens und am Spätnachmittag häufiger der Fall sein wird, dürfte das Insekten kaum stören.

Ein weiterer Kritikpunkt war und ist, dass in Stuttgart-Rohr der Anschluss mit einer Radinfrastruktur fehlt, der die Radfahrenden Richtung Stadtmitte und Universität leitet. Stimmt, die fehlt. Die muss halt jetzt dringend gebaut und geplant werden. Ganz gut befahrbar sind die Straßen von Rohr zum Vahinger Bahnhof oder ins Vahinger Zentrum oder über die eigentliche Panzerstraße Richtung Uni jetzt schon. Aber das muss wirklich noch viel besser werden. Da ist der Stuttgarter Gemeindrat gefragt, etwas Gutes zu beschließen. 

Ich bin sicher, es gibt viele Radfahrende, die sich über diese erste, nicht perfekt, aber immerhin vorhanden Radschnellverbindung freuen. Schauen wir, wie sich der Radverkehr darauf entwickelt.

Kommentare:

  1. Leider kann ich Freitag nicht mit. Auch ich gehörte zu den Kritikern, fand die Maßnahme eher überflüssig. Ich muss aber zugeben, der neue Belag fährt sich fantastisch, ein klarer Schritt nach vorn. Auf Böblinger Seite tut sich auch was in Sachen Anbindung. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bin gespannt wie die Beleuchtung ist wenn sie in Betrieb genommen wird. Auf Stuttgarter Gemarkung fehlt die Anbindung noch komplett.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nachtrag: der Belag ist nicht nur ein Gewinn für den Komfort, sondern er hat deutlich weniger Rollwiderstand als das Pflaster. Das Tempo steigt dadurch bei gleicher Tretleistung messbar an.

      Löschen
  2. Ich bin am Freitag Abend auf dem Weg gefahren und mir fiel auf, daß an vielen Stellen schon Teile des Asphalts am Randbereich weggebrochen waren. Das waren wohl Autos/Baumaschinen. Ich hoffe, dass der Asphalt zumindest im Fahrbahnbereich einige Jahre halten wird.

    Ich habe schon glatteren Asphalt gesehen und befahren, aber es fährt sich schon besser als die Römerstraße zuvor.

    AntwortenLöschen
  3. Für ängstliche Radfahrer ist eine Fahrbahnbeleuchtung ein wichtiges Kriterium. Eine Seitenbegrenzungsmarkierung ist zudem wünschenswert (Gibt es da eine?), stellt sie eindeutig den Kontrast zwischen schwarzer Fahrbahn und schwarzem "Autsch, das war daneben" her.

    AntwortenLöschen
  4. Bin dieser Tage den Schnellweg zwei Mal nach Böblingen gefahren. Das Teil ab Autobahn ist wirklich erste Sahne. Mit dem Rennrad ist es ähnlich gut zu fahren wie die Pascalstraße (BAB-Umleitungsstrecke, siehe oben).

    Die Zufahrt aus Stuttgart ist allerdings für Straßen- und Tourenradler sehr suboptimal. Die Waldburgstraße vom Bahnhof Vaihingen hat bis ca. 10% Steigung - für mich Training, als Pendler fänd ich das zäh. Vor allem aber sind hier überwiegend so genannte Schutzstreifen aufgemalt, die bei Tempo 10 und weniger für alle Verkehrsteilnehmer ärgerlich und gefährlich sind. Radler fühlen sich bedrängt, Autofahrer zu engem Überholen eingeladen. Das Thema ist ja bekannt.

    Die Panzerstraße aus Richtung Patch Baracks hat eine viel angenehmere Steigung, bremst aber eben durch den Pflasterbelag gerade straffer ausgelegte Räder sehr aus - fürs Mountainbiken kein Problem, als Schnellweg untauglich. Warum hier nicht asphaltiert wurde - oder wann das passiert –, würde mich tatsächlich einmal interessieren.

    Christine hat Recht wenn sie sagt, dass die Strecken nach Vaihingen und Richtung Uni ganz gut zu fahren sind, anders herum aber eben nicht ;)

    AntwortenLöschen
  5. Jörg
    Da haben die Böblinger eine Steilpass für Stuttgart gespielt. Ein sehr gut zu fahrender Weg, toll. Es bleibt jedoch nur die zweitbeste Trasse. Das heißt die alte B14 muss auch fahrradtauglich sein / werden.
    In Stuttgart wünsche ich mir aspahltierte Anschlüsse über den Radelthon. Das heißt vom BMW die Panzerstraße hoch und wieder an der A8 runter bis zum Möhringer Feld. Denn das ist der Anschluß zum I-Gebiet nach Möhringen und Fasanenhof.
    Schade das man in Stuttgart breite Waldwege nicht asphaltieren darf. Was ist eigentlich der Grund? Ein Bundesgesetz hindert uns nicht. Die Böblinger haben auch asphaltiert.

    AntwortenLöschen
  6. Tolle Sache der Schnellweg!
    Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat werden uns solche Nachrichten ja nun endlich im Tagesrhythmus begleiten.
    Ich freue mich!
    #nomoreexcuses

    AntwortenLöschen
  7. Eine Beleuchtung, die nur tagsüber von 5-22 Uhr funktioniert, ist ein echter Schwabenstreich. Dies ist die Zeit, in der es im Sommer - wenn die meisten Radfahrer unterwegs sind - sowieso nie ganz dunkel ist. Ich brauche die Beleuchtung bis mindestens 23:30, wenn ich von der Spätschicht heimradle. Auf dem helleren Pflaster ging das ja immer ganz gut, aber von dem dunklen Asphalt des "Radschnellweges" wird doch sehr viel Licht geschluckt. Also, liebe Radschnellweg-Betreiber: Schaltet die Bewegungsmelder für die Beleuchtung so, dass sie nicht nur tagsüber aktiv sind, sondern auch bei Nacht, wenn es wirklich dunkel ist.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also, wenn ich da radeln würde, wäre es mir vermutlich egal, ob es eine mitlaufende Beleuchtung gibt oder ob ich mich auf meine Fahrradbeleuchtung verlasse. Als Frau radle ich da nachts ohnehin nicht. Auch nicht mit einer mitlaufenden Beleuchtung, da werde nämlich nur ich gesehen, kann aber nich sehen, wer vorn im Dunkeln auf mich wartet und mich kommen sieht. Für Frauen ist so eine Stecke nichts, es sei denn, sie schließen sich anderen Radlern an. Auch mit einer Dauerbeleuchtung wäre sie nichts, denn im Falle eines Falles gibt es niemanden, der Hilfeschreie hören würde. Die soziale Sicherheit dieser Strecke ist nachts minimal. Dennoch muss man so anfangen.Vielleicht hat hier einer von euch eine Meinung, wie wichtig eigentlich eine mitlaufende Beleuchtung ist oder ob eine gute Fahrradbeleuchtung reichen würde. Ich kann's nicht beurteilen.

      Löschen
  8. Mir genügen die Beleuchtungszeiten meist, aber optimal wäre wohl sowohl für Tiere als auch für Radfahrer wenn die Bewegungsmelder vernetzt werden und das Bewegungsmuster "entlang des Weges" erkannt wird. So könnte das Licht dem Fahrer voraus eilen, und Tiere könnten den Weg kreuzen ohne sich zu erschrecken weil das Licht für sie aus bleibt.

    AntwortenLöschen
  9. na ja, die Mehrheit haben wir im GM immer noch nicht. Wir brauchen immer noch immer mindestens zwei Parteien, die mit uns stimmen.

    AntwortenLöschen