10. Oktober 2019

Nein, das ist kein Radfahrstreifen

Die Reinsburgstaße ist für Radfahrende schwierig. Nicht nur, weil es keine Radfahrstreifen gibt, sondern weil die Verlängerung der Parkplätze für die Senkrechtparker aussieht wie ein Radstreifen.

Autofahrende meinen, Radfahrende müssten direkt hinter den geparkten Autos entlang radeln. Das aber ist, wie ich schon 2015 beschrieben habe,  gefährlich. Diese Verlängerungen dienen als Ausparkhilfe und Puffer zum fahrenden Verkehr. Ein Radfahrer, der genau dort fährt, begibt sich in Gefahr, von ausparkenden Fahrer/innen nicht rechtzeitig gesehen zu werden.

Was aber passiert, wenn man nicht dort radelt? Blogleserin Annette fährt täglich mit dem Normalrad die Reinsburgstraße rauf und runter und hat die Situation in einem Brief an die Stadt plastisch beschrieben. Hier Auszüge:

"Aufwärts werde ich durchweg angehupt und angepöbelt von Autofahrern, die mich extrem eng überholen, ich solle weiter rechts auf dem "Radweg" fahren.
Abwärts werde ich bedrängt, bedrängelt und angepöbelt, ich solle weiter rechts fahren. Da ich keinen Motor habe, bin ich aufwärts echt langsam. Ich sehe ein, daß es für die Autofahrer nervig und unverständlich ist, aber ich bin nunmal da, ich fahre Fahrrad. Abwärts fahre ich 35-40 km/h, auf diesem Abschnitt ist Tempo 40, es gibt also eigentlich keinen Grund, mich zu überholen. Macht aber trotzdem jeder Autofahrer, weil auf der Reinsburgstrasse ca. 60 km/h die Richtgeschwindigkeit zu sein scheint. Abwärts sind am rechten Fahrbahnrand soviele Schlaglöcher und Unebenheiten, daß ich in der Mitte fahren muß, wenn ich die Kontrolle über mein Rad nicht verlieren möchte. Und natürlich besagter Schutz-Park-whatever-Streifen hinter den parkenden Autos. Zudem ist durch diesen steten Wechsel des Querparkens (mal rechts, mal links) die Fahrbahn recht schmal und fast alle Autos fahren einfach in der Mitte, auf dem Mittelstreifen. Allen voran der Bus (Linie 92), der es überhaupt nicht schafft, die Spur zu halten. Mir kommt also regelmäßig frontal auf meiner Spur der 92er entgegen, der natürlich davon ausgeht, daß ich nach rechts in die parkenden Autos ausweiche. Ich werde nicht nur von mich überholenden Autos nach rechts gedrängt, sondern auch von dem Verkehr, der mir frontal (!) auf meiner Spur entgegen kommt, ganz besonders vom Bus! Das alles geschieht nur wegen der abenteurelichen und völlig unverständlichen Bemalung der Reinsburgstrasse, bei der die Sicherheit der Radfahrer komplett vergessen wurde. Besonders die Tatsache, daß es auch Räder ohne elektrischen Antrieb gibt, die aufwärts also so langsam sind, daß naturgemäß jeder Autofahrer sie überholen möchte.
"

Hier muss dringend etwas passieren, was die Situation für Radfahrende und Autofahrende eindeutig macht und den Druck von Radfahrende nimmt. 

Meine Vorschläge:

  • Die missverständlichen Fahrbahnmarkierungen müssen weg, vor allem die weiße Linie hinter den Autohecks.
  • Das Tempo der Autos muss auf 30 km/h verringert werden.
  • Eine Geschwindigkeitskontrolle muss offenbar auch stattfinden.
  • Besser: Man weist Augusten- und Reinsburgstraße als gegenläufige Einbahnstraßen aus und macht eine davon zur Fahrradstraße und legt auf der anderen Radfahrstreifen an.
  • Man macht aus der Reinsburgstraße eine Fahrradstraße (wobei der Ausparkgefahren wegen die Senkrechtparkplätze eigentlich in Längsparkplätze umgewandelt werden müssten. Das verringert die Zahl der Parkplätze in dieser Wohnstraße allerdings erheblich). 
Allerdings scheitern wir Radfahrende derzeit noch am Nein der SSB, wenn wir auf Busfahrstrecken zum Schutzt der Radfahrenden, die ohne Radstreifen unerwegs sind, eine Reduktion auf Tempo 30 wollen. Und die Buslinie zu verlegen, könnte Anwohner/innen ärgern. Allerdings braucht der Autoverkehr die Reinsburgstraße nicht unbedingt als Durchgangsstraße. Er hat genügen andere parallel verlaufende Straßen, auf denen es ebenfalls keine Radinfrastruktur gibt.


Kommentare:

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  2. Mein Vorschlag: Unterhalb des Abzweigs Klugestraße die Fahrbahn unterbrechen, so dass Autos nicht mehr durchkommen, aber Fahrräder. Damit der Bus weiterhin fahren kann, versenkbare Poller oder automatische Schranken verwenden. Außerdem ganz unten (zwischen Silberburg- und Paulinenstraße) die Fahrbahn unterbrechen. Hier reichen statische Poller oder Baken, da dort kein Bus fährt.

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  3. Wenn man an der Reinsburgstr. nicht mit der PKW-Front auf dem Gehweg parkt, sondern am Bordstein stoppt, so steht das Fahrzeugheck "in diesem Radstreifen". Wer auch immer diese dümmliche Straßenmalerei angeordnet hat- Christine du sitzt ja an der Quelle, schnapp dir eine Flasche und befülle sie mit Hintergrundinfos. Die meisten Flaschen findest du in der Abteilung CDU und FDP.

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  4. Grade die Busfahrer sollten mal zur Nachschulung gebracht werden. Da sind einige dabei, die es mit der Sicherheit von Radfahrern nicht so eng sehen. Das die SSB dann noch erhöhte Sicherheit ablehnt, weil dann der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden könne, ist glaub ich generell der falsche Ansatz.

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