28. November 2017

Die große Aufgabe: Winterdienst auf Radwegen und Radstreifen

Wie viel Winterdienst auf Radrouten muss eigentlich sein? In Stuttgart werden etwa 12 km Radanlagen im Winter geräumt und zur Not gestreut (Granulat oder, wo es nicht anders geht, Sole/Salz), aber wir erinnern uns auch an vereiste Stellen  auch auf unseren Hauptradrouten.

Die Grünen im Stuttgarter Stadtrat wollen eine umfassende Winterräumung von Radrouten erreichen. Das wird ordentlich Geld kosten. Um zu wissen, wie viel, habe ich einen Frageantrag an die Verwaltung gestellt. Die Antwort steht noch aus. Die Räumung von Radwegen, so die Auskunft von Bürgermeister Thürnau bei einer Sitzung des UTA (Ausschuss für Umwelt und Technik) kostet pro Kilometer 5.000 Euro.
Radwege sind baulich von der Fahrbahn getrennt, man muss mit besonderen Räumfahrzeugen drauf, die man erst anschaffen muss. Ein Kilometer Radfahrstreifen kostet demzufolge 1.500 Euro. Um sie von Eis und Schnee zu befreien muss das Räumfahrzeug im Zweifelsfall die Strecke noch mal fahren. Schutzstreifen müssen ohnehin geräumt werden, weil sie Teil der Fahrbahn sind. Da sind wir dann womöglich ganz schnell bei einer halben Million Euro pro durchschnittlichem Stuttgarter Winter.

HRR1 Möhringer Straße an der Ampel Matthäuskirche,
letzten Winter
Der Winterdienst auf Autostraßen und Gehwegen, die die Stadt betreuen muss, kostet übrigens, je nach Winter zwischen 3 und knapp 5 Millionen Euro. Wobei vorrangig Hauptstraßen und gefährliche Steilstrecken geräumt werden und erst in den folgenden Tagen auch Nebenstraßen.

Und dazu ist die Stadt auch bei Radrouten verpflichtet. Sie muss gefährliche Kurven für Radler entschärfen (also Strecken, wo gebremst und gelenkt wird oder Radler einander ausweichen müssen, ausgenommen Straßeneinmündungen). Ob sie aber auch beispielsweise die Burgstallstraße und Möhringer Straße, auf der die Haupradroute 1 verläuft,  komplett räumen soll, das ist letztlich die Entscheidung des Gemeinderats bei den laufenden Haushaltsberatungen. Dass Grüne und SÖSLi eine Winterräumung wollen ist klar. Der Stadtist, Schertlen, hat bei der erwähnten UTA-Sitzung erklärt, Radler könnten sich Spikes aufziehen und dann dort radeln, wo nie geräumt wird, eine Winterräumung sei aber nötig. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Alexander Kotz, hat bei derselben Sitzung sinngemäß gesagt, es sei gut, Radstrecken attraktiv zu machen, gerade im Winter mit Feinstaubalarmen, denn Radfahrer entlasteten die Straßen und den Öffentlichen Nahverkehr, deshalb sei ein Winterdienst notwendig. Das freut mich. Die Frage wird letztlich wohl sein, wie viel Geld konkret für wie viele Strecken in den Haushalt eingestellt werden, sobald wir alle wissen, was welche Strecken konkret kosten werden. Da hoffe ich auf eine Einigung mit den Fraktionen auf mehr als nur die Hauptradroute 1, also auf so viele Radrouten wie möglich.

Foto: Blogleser Holger, S21-Bausgtelle Schlossgarten
Bisher haben wir hier aber auch das Laub auf den Radrouten diskutiert, und ich bekomme viele Bilder von zu viel Laub auf unseren Strecken. So wie dieses von Blogleser Holger. Hier stehen Warnschilder, die allerdings nicht vor einer rutschigen Fahrbahn warnen, sondern vor der Gefahr von Zusammenstößen. Dieses Risiko nimmt hier natürlich zu, wenn Radler die laubfreie Mitte zum Fahren wählen. Die Frage, die dabei auftaucht: Wer haftet eigentlich bei Unfällen auf nicht geräumten Radwegen?
Der ADFC hat dazu Gerichtsurteile zusammengetragen. Quintessenz: Die Stadt muss schon räumen, zur Not auch die Dienstpläne so flexibel gestalten, dass eine vereiste oder mit Laub bedeckte Strecke Freitagabend noch gesäubert wird, aber der Radler muss auch vorsichtig fahren und darf nicht dort schnell fahren, wo er nicht nicht erkennen kann, wie der Untergrund beschaffen ist. Den meisten Radlern wurde bei Prozessen eine Mitschuld gegeben. Radfahrer müssen sich, genauso wie Autofahrer, aufs Wetter einstellen und entsprechend vorsichtig und langsam fahren. Das finde ich übrigens in Ordnung, nur darf die Diskrepanz zwischen Autostraßen, die wie geschleckt sauber und trocken sind, und Radwegen und Radstreifen, wo sie feuchtes Laub, Schneehaufen und Eis sammeln, nicht zu groß sein.



Kommentare:

  1. Mein Foto sollte übrigens nicht nur das Laub illustrieren, sondern vor allem auch das ungesicherte Baustellenfahrzeug in der Kurve links im Bild, das einen zu Slalomfahrt und an der unübersichtlich gestalteten Passage über die durchgezogene Linie in den Gegenverkehr zwingt.

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  2. Radwegebenutzungsplflicht darf die Straßenverkehrsbehörde nur dort anordnen (Behördendeutsch für: blaue Lollis aufstellen oder aufgestellt lassen), wo auch geräumt und gestreut wird. Da gibt es Gerichtsurteile zu.

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  3. Falls es Dich tröstet: In Leipzig werden alle Wege gleich schlecht geräumt. Einige der gepflasterten Straßen (auch vor Schulen) sind nach ein paar Tagen Schneefall, antauen tagsüber und überfrieren nachts auf der vollen Breite Eisflächen. Glücklicherweise gibt es kaum Hochbordradwege, so dass die Magistralen meist gut befahrbar sind. Dennoch: Spikes sind Pflicht und an sehr vielen Rädern zu sehen.

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  4. Auch wenn ich vermutlich in der Minderheit bin, denke ich dass Radwege zwar geräumt werden sollten aber keinesfalls mit Salz oder Sole gestreut. Genau wie auf dem Auto sollten Winterreifen auf dem Rad selbstverständlich sein. Und, da hat der Stadtist Recht, die haben in der Regel Spikes. Damit fährt man auch auf Glatteis stets sicher und kann bremsen und ausweichen. Ich würde keinerlei Winterdienst einer gesalzenen Fahrbahn vorziehen, denn das Salz korrodiert die offene Technik am Fahrrad (Kette, Ritzel) stark und das ist teuer instandsetzen.

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    1. Winterreifen sind halt leider nicht selbstverständlich. Und so steht zu befürchten, dass nicht bzw. schlecht geräumte Radwege Menschen davon abhalten werden, aufs Rad zu wechseln. Ich denke da an Tage mit Feinstaubalarm bzw. mit Fahrverboten. Diese wenig routinierten Radler werden sich bestimmt nicht mit Schnee und Eis auseinandersetzen wollen.

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    2. @ Carsten: genau so hätte ich persönlich es auch am liebsten. Schnell räumen, der Rest taut oder diffundiert bei uns schließlich dann in der Regel schnell weg. Aber ich kann auch an den 1, 2 Tagen im Jahr, an denen es tatsächlich schneit, auch auf die S-Bahn ausweichen.

      Sehr ungünstig ist, vorsorglich zentimeterdick Salz zu streuen, während der Weg noch trocken ist (so wie die letzten Tage beim Mineralbad). Bei Eisregen hilft leider nichts anderes als Salz.

      Immer nur weiteres Streumittel auf die Laub-Schlamm-Pampe drauf schütten, führt dazu, dass es unter allen Witterungsbedingungen rutschig ist und bleibt (Ferdinand-Leitner-Steg).

      @ Matthias: genau das passiert tatsächlich, und zwar auch von routinierten Radfahrern. Ein Kollege, der schon einmal ausgerutscht ist, fragt mich regelmäßig nach dem Zustand. Wenn ich nicht bestätigen kann, dass durchgehend eine Spur laubfrei ist, fährt er nicht. Der Kollege ist mehrere Jahre Alb-Extrem gefähren, d.h. an einem Tag über 200 km und über 3000 Höhenmeter auf dem Rad, d.h. den kann ich als routinierten Fahrer bestätigen.

      Allgemein zu Spikes bzw. die Argumentation des Stadtisten: Mit dem Argument kann man aber auch in Frage stellen, warum für Fussgänger geräumt und gestreut werden soll. Es gibt auch Spikes zum Unterschnallen an die Schuhe.

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    3. Das Salz könnte man zur Not nach jeder Ausfahrt abwaschen, aber wer macht das schon bzw. hat Lust dazu.

      Nicht weniger problematisch finde ich zudem, wenn auf Radwegen Rollsplit ausgebracht wird. Profil und Mantel von Fahrradreifen sind keineswegs so dick und robust wie bei Autoreifen, sodass man selbst bei guter Karkasse sich allein deshalb im Winter gerne mal den ein oder anderen Platten und dazu noch unnötigen Verschleiß einfängt. Besondern schlimm ist das auf gemischten Rad-/Fußwegen. Dazu kommen etwaige Lackschäden am Rahmen, vor allem am Unterrohr.

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  5. Räumfahrzeuge muss man nicht anschaffen. Die kleinen Gehweg-Kehrmaschinen werden doch sowieso schon jeden Oktober zum Schneeräumen umgebaut, aber derzeit eben zumn Strassenräumen zweckentfremdet. Da ist es doch unfair, die Kosten nur dem Radverkehr zuzuordnen.

    Ansonsten sind die 500.000 Euro doch gut investiert. Sie bringen einen echten Nutzen an Sicherheit und an Feinstaubreduktion, wenn nur ein paar wenige hundert Autofahrer auf das Fahrrad umsteigen. Die nutzlosen 300.000 Euro für die nächtliche Nassreinigung der B14 kann man sich dafür sparen.

    Wie kommst Du eigentlich auf 500.000 Euro? Es gibt doch 180 km Radwege in Stuttgart.
    Der Betrag müsste somit eigentlich höher sein. Ist die Hälfte der 180 km kombinierter Rad- und Fussweg, der sowieso von Anliegern gereinigt wird (bzw. gereinigt werden müsste)?
    Gegenrechnung zur Plausibilität: die 1400 km Straße müssen wegen der 2-4 Fahrstreifen pro Straße grundsätzlich mindestens 2x abgefahren werden. Also ca. 3000 km x 5000 Euro/km. Der Winterdienst auf den Strassen lässt sich die Stadt also 15.000.000 (15 Mio) Euro pro Jahr kosten?

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  6. Vielen Dank für eure Diskussion. Wie ich sehe, ist das Thema schwierig, wie jedes Radlerthema. Die einen wollen keinen Rollsplit, die anderen kein Salz, wieder weitere gar keine Räumung, dafür aber Spikes. Das zeigt, wie verschieden wir Radfahrenden sind. Ich persönlich hätte es gern, wenn auch für Autos nicht gestreut wird, was allerdings dann an den Steilstrecken dann zu Unfällen führen würde, unweigerlich. Ich habe mir überlegt, dass wir Radler zwar ein großes Umweltbewusstsein haben, was schön ist, aber nicht die einzigen Verkehrsteilnemer sein sollten, für die im Winter die Wege rutschig und gefährlich bleiben. Für Fußgänger muss geräumt werden (auch das geschieht privat mit reichlich Salz, auch wenn es verboten isst) und für Autos wird gestreut (Sole verteilt). Und nur die Radler sollen Spikes aufziehen und auf rutschigen Wegen fahren? Passt nicht. Gerade, weil Radler besonders sturzgefährdet sind. Zum andern ist das Fahrrad ein Verkehrsmittel, das wenig Umstände macht. Es fahren ja sogar viele ohne Licht, weil sie nicht imstande sind, sich ein Lämpchen zu besorgen. Aufsteigen, losfahren, das ist Radler-Leichtigkeit im Alltag. Ich selber müsste in den Fahrradladen, um mir Spikes aufs Vorderrad ziehen zu lassen, dann würde ich vier Monate mit Spkes fahren, meist auf trockenem Asphalt. Das passt auch nicht. Und das machen auch viele Radler nicht. Sie lassen das Fahrrad stehen. Und das wäre schade, gerade im Winter, wo die Feinstaub- und Stickoxidwerte hoch sind. Deshalb bin ich dafür, dass Radrouten geräumt werden und zur Not halt auch gestreut, entweder mit Salz oder mit Rollsplit.

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    1. Ja, der Idealfall wären schnell geräumte Radwege in Kombination mit weitgehendem Verzicht auf Streuen und Salzen. Dennoch wird man immer wieder mit Tau auf Brücken oder einzelnen gefrorenen Pfützen konfrontiert. Da sind Spikes echt klasse. Und auf Asphalt rollen die (wenn sie eingefahren sind), nicht so schlecht.

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    2. Ich bin ein paar Winter durchgefahren. Bei jedem Wetter. Egal, ob minus 15 Grad oder 15 cm Schnee oder flächendeckend Glatteis. Teilweise bis 24 km einfache Strecke. Ich kann nur sagen: Nicht jedes Wetter eignet sich zum Radfahren. Man kann schon, aber sinnvoll ist es manchmal nicht. Inzwischen fahre ich nicht mehr bei flächendeckendem Glatteis, weil Stürze bei Glatteis in Verbindung mit längerer Strecke kaum zu vermeiden sind. Und diese Stürze können auch ohne schwerwiegende Verletzungen sehr schmerzhaft sein und über mehrere Wochen sehr schmerzhaft bleiben. Radfahren im Winter wird sehr viel einfacher, wenn man ein spezielles Winterfahrrad zur Verfügung hat. Man muss nicht, aber es erleichtert vieles, wenn man als Ganzjahresfahrer auf unterschiedliche Räder für unterschiedliche Bedingungen zurückgreifen kann. Dann ist auch der Winterdienst der Stadt nicht mehr relevant, zumal man in der Praxis ohnehin nur ein paar Teilstrecken auf Fahrradwegen fahren kann.

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    3. Ich möchte dahin kommen, dass das Fahrrad in allen Bereichen als gleichwertiges Verkehrsmittel zum Auto gesehen wird. Mit allen Rechten und aber auch mit allen Pflichten. In diesem Fall heißt das man sollte Spikes aufziehen, wenn man im Winter fahren will um auf alle Wettersituationen vorbereitet zu sein. Entweder selbst oder bei einem Händler. Ein Autofahrer ist sogar dazu verpflichtet bei Winterbedingungen mit Winterreifen zu fahren. Warum ein Fahrradfahrer nicht?
      Viele Grüße Steffen aus Plochingen

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    4. Lieber Steffen aus Plochingen, weil Fahrradfahren etwas anderes ist als Autofahren. Es ist ein niederschwelliges Fortbewegungsmittel, billiger, einfacher, für kürzere Strecken ausgelegt. Die meisten Menschen werden sich kein Zweitrad für den Winter anschaffen (bei Pedelec-Fahrern ja auch eine teure Anschaffung). Die steigen dann ins Auto oder in die Stadtbahn, wenn Schnee liegt. Geht ja auch, ist aber irgendwie kontraproduktiv. Wir wollen ja, dass man bei uns ganzjährig massenhaft Radfahren kann (nicht massenhaft Auto). Natürlich kann man auf Fahrbahnen radeln, die geräumt sind, aber das bringt halt die Kinder, Jugendlichen und ängstlicheren nicht aufs Fahrrad, es bringt sie in die Autos. Denn für die wird ja geräumt. Das sind die Überlegungen, die ich anstelle.

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    5. Hallo Steffen

      gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Sehr guter Vorschlag. Dann bringen wir doch Radler zunächst einmal auf der Rechte-seite auf Augenhöhe. Zum Beispiel

      - ein flächendeckendes Radwegenetz
      - einen vergleichbaren Winterdienst

      Alternativ hierzu bringen wir den Auto-Standard auf Radler-Niveau. Zum Beispiel

      - unübersichtliche und teilweise rechtswidrige Verkehrsführung
      - keinen Winterdienst, schließlich können ja die Autofahrer Reifen mit Spikes aufziehen

      Wie gesagt, gleiche Rechte für alle.

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    6. Äh, ichherinnere mich dunkel an die Zeit als Spike Reifen (ie bis dahin übliche Winterausrüstung für Autos waren) verboten wurden. Ich kann nicht erkennen, dass hier ein Unterschied beim Fahrzeug gemacht wurde.
      Auch wenn das glücklicherweise keinen Ordnungshüter interessiert, solange das Fahrzeig ein Fahrrad ist.

      Bitte korrigiert mich, falls ich Quatsch erzähle (ohne den Passus mit der geschlossenen Schneedecke zu erwähnen).

      J.

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    7. Wikipedia sagt

      "Deutschland

      Spikes sind seit 1975 für Fahrzeuge generell (mit Ausnahmen für Einsatzfahrzeuge) verboten, da sie die Fahrbahn beschädigen können (§ 36 Abs. 1 StVZO).[3] Ausnahme ist nur das kleine deutsche Eck von Lofer bis Bad Reichenhall und innerhalb von 15 km entlang der österreichischen Grenze.

      Die Zulässigkeit von Spikes an Fahrradreifen ist ungeklärt. Der Wortlaut des Gesetzes bezieht sich einerseits auf "Fahrzeuge" (also auch Fahrräder), andererseits ergibt sich das Verbot von Spikes aus dem Satz "Reifen oder andere Laufflächen dürfen keine Unebenheiten haben, die eine feste Fahrbahn beschädigen können". Daher seien bei Fahrrädern laut Auslegung des ADFC Spikereifen im Straßenverkehr zugelassen, da von einer Beschädigung der Straßendecke durch einen Radfahrer mit Spikereifen nicht auszugehen sei.[4]"

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    8. Vielleicht sollte Wikipedia erwähnen, das 36 StVZO sich im Kapitel 2 Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger befindet und daher eh für Fahrräder irrelevant ist. Fahrräder benötigen keine Zulassung zum Straßenverkehr im Sinne der Zulassungsverordnung StVZO.

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    9. Nachtrag: Vorschriften zum Betrieb von Fahrrädern finden sich in 63-67 StVZO und enthalten keinen Passus der analog zu 36 den Betrieb von spikes untersagen würde.

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    10. Richtig ist auch, dass der Gesetzgeber "Kraftfahrzeuge" schreiben sollte, wenn er Kraftfahrzeuge meint.

      Ansonsten ergeben sich Missverständnisse. Wie so oft im Radverkehr.

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    11. @Matthias 29.November 2017 20:21,
      ich weiß, dass wir Fahrradfahrer verkehrspolitisch an den Rand gedrängt sind. Deshalb arbeite ich in verschiedenen Initiativen mit um dies zu ändern.
      Aber deshalb negiere ich nicht gleichzeitig Verhaltensweisen, die das Fahrradfahren sicherer machen, aber leider gleichzeitig die persönliche Bequemlichkeit einschränken. Dazu gehört z.B. eine Beleuchtung am Fahrrad bei Dunkelheit, kein Geisterfahren auf Fahrradwegen und eben auch eine winteraugliche Bereifung wenn ich regelmäßig bei winterlichen Bedingungen Fahrradfahren will.
      Ich halte das für zumutbar.

      Zum eigentlichen Thema:
      In Plochingen werden für Autofahrer nur Hauptverkehrsstraßen und starke Gefällstrecken mit Salz gestreut. Wohngebietsstraßen wird nur geschoben, da heißt man findet bei Schnee eine geschlossene Schneedecke und Bei Eis nur Rollsplit.
      Das wird in Stuttgart ähnlich sein.
      Wie sollen Fahrradfahrer sicher aus den Wohngebieten mit den geschlossenen Schneedecken zu den geräumten Hauptradrouten kommen? Nur mit wintertauglicher Bereifung.

      Dass für Fahrradfahrer sämtliche Nebenstraßen mit Salz gestreut werden um bei winterbedingungen überall sicher fahren zu können, halte ich umweltmäßig für einen Frevel und zudem für utopisch.
      Die Forderung muss sein die Hauptradrouten und besondere Gefahrenstellen für Radfahrer mit Salz zu streuen. die restlichen Strecken wie im KFZ Verkehr mit dem Schneepflug zu räumen.
      Auf diesen Nebensstrecken sicher fahrradzufahren lieft dann in der Eigenverantwortung jedes einzelnen Fahrradfahrers (wintertaugliche Bereifung).
      Das halte ich für zumutbar.

      Viele Grüße Steffen aus Plochingen

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    12. Hallo Steffen,

      kann ich alles unterschreiben. Einen vergleichbaren Winterdienst für Radwege und eigenverantwortliches Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Von beidem sind wir bis jetzt weit entfernt.

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    13. @ Carsten Orte
      Zugegebenermaßen habe ich mich noch nie mit der StVZO beschäftigt. Aber neugierig wie ich bin:

      "Die Vorschriften über Abmessungen, Achslast, Gesamtgewicht und Bereifung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern (§§ 32, 34, 36 Abs. 1) gelten für andere Straßenfahrzeuge entsprechend. (aus Paragraph 63).

      Ich persönlich habe keine Lust, mich auf solche juristischen Spitzfindigkeiten einzulassen. Ich kann diese Formulierungen auch nicht bewerten. Sie sind verwirrend, vielleicht sogar widersprüchlich.

      Egal, was die Paragraphen sagen, halte ich Spikes an Fahrrädern für eine sinnvolle Investition.

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  7. http://globalmagazin.com/themen/klima/hollaender-planen-beheizte-fahrradwege/

    Vielleicht ist das die Lösung.

    Viele Grüße Steffen aus Plochingen

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    1. Beheizbare Radwege, sehr schön, aber sicher teurer als ein Winterdienst. Es gab früher Gehwege und Straßen, unter denen Fernheizungsleitungen verliefen, die auch immer gleich wieder abgetaut waren.

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