9. November 2021

Autofahrer bügelt mich um

Diesmal hat es mich erwischt. Und das, obgleich ich weiß, dass die Stelle am Rosensteinbunker in Cannstatt gefährlich ist. 

Ich war am Sonntag von der Wilhelmsbrücke in Cannstatt kommend entlang des Neckars unterwegs, bin an der Rosensteinbrücke auf den Geh-/Radweg nach links in Richtung der Radlerampel am Rosensteinbunker abgebogen. Der Mercedes stand in der Freiabbiegerspur der Badstraße (Karte unten), der Fahrer wollte nach rechts zur Rosensteinbrücke abbiegen. Er stand mit den Vorderreifen auf dem roten Radstreifen. Ich sehe die Beifahrerin, die mich anguckt, und fahre. In dem Moment sehe ich, dass der Fahrer nur nach links schaut und offenbar eine Lücke im Verkehr erspäht hat, denn er startet. Er stößt mich mit meinem Fahrrad um, ich kann mich mit den rechten Fuß abfangen, stürze aber übers Lenkrad und kriege es in die Rippen. Sehr schmerzhaft. 

Dann Polizei, Krankenwagen, Durchchecken im Krankenhaus: Fuß verstaucht, Schmerzen in den Rippen. Die Polizei nahm mein Fahrrad mit, das ich mithilfe meines Mannes, der mich mit dem Auto holte, bei der Polizei abholen konnte. Mindestens die Vorderradscheibenbremse ist verbogen. 

Was mich im Nachhinein beschäftigt: Warum bin ich gefahren? Ich habe noch den tödlichen Unfall meiner Cousine in Dresden im Kopf und meine Frage: Warum hat sie ihren Unfall nicht vorhersehen können? Jetzt weiß ich, man kann es nicht. Die vielen kleinen Entscheidungen (weiterfahren, bremsen?) passieren so automatisiert und wickeln sich in einem halb bewussten Level des Gehirns ab, dass es gar nicht zu einer bewussten Entscheidung kommt. Als mir bewusst wurde, dass der Autofahrer mich nicht sieht, war es schon zu spät. Man radelt ja auch mit einem gewissen Grundvertrauen darauf, dass Autofahrer sich an die Reglen halten, täte man das nicht, würde man an jeder Einmündung und jeder Querung zum Stillstand abbremsen, und das ist kein praktikabler Radfahremodus. Zumal nachfolgende Radfahrende damit rechnen dürfen, dass ich nicht jäh bremse, wenn ich ein Auto an der Einmündung warten sehen, die ich überqueren muss. 

Und noch etwas frage ich mich: Uns Radfahrenden hat man auf die Radfahrstreifen/Schutzstreifen in der Böblinger Straße, der Kaltentaler Abfahrt, weiße Querstreifen über den Radstreifen gemalt und Schilder aufgestellt: "Radfahrer langsam fahren!", weil Autofahrende nämlich nicht gucken oder langsam fahren, wenn sie nach rechts über den Radstreifen hinweg abbiegen. Wie aber warnt man eigentlich Autofahrende davor, solche gravierenden Fehler zu begehen wie nicht auf den Radverkehr zu achten? Es gibt immerhin in an der unbeampelten, also freien Rechtsabbiegespur zwei Hinweise auf querende Radfahrer und zwei Stopp-Schilder. Die allerdings verhindern nicht, dass einer, der angehalten hat, losfährt, wenn er meint, von links kommen keine Autos, und den Radler, der von rechts kommt, nicht sieht, weil er gar nicht daran denkt, mit einem zu rechnen, und darum gar nicht guckt. 

Die Stelle gehört neben der Holzstraße zu den riskantesten Stellen für Radfahrende in Stuttgart. Viele Autofahrende neigen dazu, hier nicht an der Haltelinie des Stoppschilds zu halten (wie die Collage von 2017 zeigt), sondern auf den roten Radstreifen vorzufahren. Das hat auch mein Unfallgegner getan. Hätte er an der Haltelinie gehalten, hätte er mich heranradeln sehen. Aber es nützt alle sinnvolle Markierung und Beschilderung eben nichts, wenn Autofahrende nicht hinschauen und sie nicht ernst nehmen. 

Abhilfe: 

Deutlicher auf Radverkehr hinweisen. Diese gängigen Markierung und Schilder reichen offensichtlich nicht mehr aus für den unaufmerksamen Autofahrer von heute, der sich nicht klar macht, dass er auf Radfahrende achten muss. Er/sie muss deutlicher darauf hingewiesen werden, dass er/sie Radfahrende gefährdet.  

Ich finde, wenn man diese und ähnliche Stellen schon nicht entschärfen kann oder will, dann sollten die Warnhinweise für Autofahrende größer, deutlicher, ja geradezu schreiend groß und grell sein. "Auf Radfahrer achten! Wirklich! In echt!" 

Den Freiabbieger für Autos sperren. Noch wirkungsvoller aber lässt sich diese Gefahrenstelle für Radfahrende entschärfen, wenn man diesen Bypass für Autos schließt und sie an der Ampel (Auf dem Foto der Karte rechts unten) rechts abbiegen lässt. Das ist bislang verboten, es tun aber trotzdem immer wieder welche, dann übrigens genau dann, wenn die Radfahrenden gerade Grün haben. 

Ohnehin bedarf es am Übergang Rosensteinbunker dringend einer Regelung, die dem Radverkehr mehr Platz verschafft und dem Autoverkehr den absoluten Vorrang, den die Ampelphasen ihm einräumen, nimmt. Hier sind vor allem an sonnigen Sommerwochenenden so viele Radfahrende unterwegs, dass der Platz buchstäblich nicht reicht, um aneinander vorbei zukommen, und die Fahrlinien sind ohnehin kompliziert und durchqueren sich. Außerdem ist der Gehweg viel zu schmal für einen Radgegenverkehr (und Fußgänger:innen gehen ja hier auch noch). Die parallele Fußgängerampel verführt gerade diejenigen Radler:innen, die sich hier gar nicht auskennen, dazu, sich in Lebensgefahr zu bringen

Es erstaunt mich immer wieder - so wie es uns alle, die wir viel Rad fahren erstaunt - wie dickfellig nicht nur in Stuttgart die Verkehrsbehörden sind, wenn es darum geht, die typischen Radunfälle wirksam zu verhindern. In der Holzstraße haben wir einen hochgefährlichen Radweg, aber nichts ändert sich dort für uns und die Autofahrenden. Der Radweg die Heilbronner Straße hinauf ist ebenfalls unfallträchtig und bleibt es. Die Einbiegung über die Seelbergstraße am Wilhelmsplatz in Cannstatt ist saugefährlich. Wieso müssen da Autos überhaupt abbiegen dürfen? Wobei wir uns da in Stuttgart gar nicht gesondert aufregen müssen, denn es ist in allen deutschen Städten so (vielleicht mit Ausnahme von Freiburg oder Münster, aber das kann ich nicht beurteilen), dass es nur darum geht, den Leuten, die mit Autos fahren, alles leicht zu machen, während man schwer verletzte oder getötete Radfahrer in Kauf nimmt, sozusagen als schicksalhafte Opfer unserer Autoverkehrswelt. 


Nachtrag: Auf dieser Radführung gab es laut diesem Twitter-Post in den letzten drei Jahren 14 Radunfälle. 

58 Kommentare:

  1. Oh Gott... Gute Besserung, physisch und psychisch! Und vollständigen Ersatz der materiellen Kosten!

    "Und das, obgleich ich weiß, dass die Stelle am Rosensteinbunker in Cannstatt gefährlich ist."
    Dieser Satz gleich zu Beginn zeigt alles, was so völlig falsch ist an dieser Sache. Du (und die anderen Radler) bist nämlich die EINZIGE die das weiß. Dabei sollten es ALLE anderen an dieser Situation beteiligten ZUERST wissen, die Politik, die Verkehrsbehörde, die Polizei und vor allem der und die Autofahrer, die die Gefahr auf die Straßen bringen. Aber sie ALLE scheren sich einen Dreck darum (du sagst es etwas netter, aber ich mag klare Worte). Im Dreck und im Krankenhaus (oder gar im Sarg) aber liegt der Radler! Und der oder die hat wohl als Einziger auch noch Gewissensbisse!

    Sorry für diesen Wutausbruch. Nochmal alles, alles Gute!

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  2. Mit zu dem Unfall beigetragen hat sicherlich auch, das Radfahrer an dieser Stelle links, also als Geisterfahrer geführt werden.

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    1. wieder mal Opferbashing, die autofahrer haben einfach mehr rücksicht zu nehmen, nicht schnell schnell, bin gerade schon spät dran. Es muss endlich das (Überlebens)Recht des Stärkeren abgeschafft werden

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    2. Lies den Kommentar nochmal, ich glaube das ist Kritik an der Radverkehrsführung und nicht an einzelnen Radelnden.

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  3. Gute Besserung, Christine. Hoffentlich bist Du bald wieder gesund.
    Ich hätte da einen Vorschlag.
    In Heidelberg gibt es eine Stelle mit einem Stopschild, da ist die Haltelinie vor dem Radübergang. Sehen tut man an der Stelle nichts, man muss anhalten, dann muss man vorfahren, um überhaupt etwas zu sehen, aber man steht dann schon wieder komplett hinter dem Radübergang, d.h. der Radübergang ist eigentlich immer frei. Vielleicht sollte man die Haltelinie weiter nach hinten verlegen, den Radübergang ebenfalls etwas nach hinten verlegen, dann muss man erst anhalten, auf Radfahrer achten, dann vorfahren, Radübergang bleibt dann frei und man kann sich ganz ruhig eine Lücke suchen. nach dem Luftbild währe sogar Platz dort, man bräuchte nur einen kleineren Umbau und allen wäre geholfen.
    Also nochmal: Gute Besserung, Christine.
    Karin

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    1. Liebe Karin, ich fürchte der Platz für diese Lösung reicht an dieser Stelle nicht. Wenn man den Blutstreifen (den roten Schutzstreifen) weiter nach links verlegt, dann müssen Radfahrende einen Schlenker fahren. Aber du hast natürlich Recht, es sollte an solchen Stellen besser überlegte technische Lösungen geben, die die Autofahrenden wirksam daran hindern, Radfahrende zu missachten.

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  4. Gute Besserung Christine. Aber was ist mit den Radfahrern, die über die Zebrasreifen Rassen und nicht absitzen??? Das ist doch auch nicht erlaubt. Wird da nicht den Autofahrern die Vorfahrt genommen, oder nicht???

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    1. Lieber Unknown!
      Und weil es ein paar Radfahrer gibt, die "über die Zebrasreifen Rassen und nicht absitzen",
      ist es erlaubt das auch mal ein Autofahrer den Radfahrer an der rot markeiren Fahrradfurt
      umnieten darf?
      Dieses ewige mit dem Finger auf die anderen zeigen und diese Mimimi, aber die anderen machen das auch,
      ist Kindergarten und bringt uns keinen Schritt weiter!

      Dir Christine wünsche ich gute Besserung!
      Und sorry für meinen Kommentar, aber das musste jetzt raus!

      Grüße,
      Sandy

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    2. Liebe:r Unknown: Bedenke, der Autofahrer, der einen Radfahrer umnietet, egal ob auf einem Zebrastreifen, wo der Radler nicht radeln durfte oder auf einem Blutstreifen (Radstreifen), kann den Radfahrer oder die Radfahrerin schwer verletzen, ohne selbst verletzt zu werden. ich werde noch wochenlang mit Schmerzen zu tun haben, während der Autofahrer, der mich umgefahren hat, Kaffee trinkt, blendend schläft und auf die Scheiß Radler schimpft. Von Autos geht eine enorme Gefahr aus für alle Menschen, die kein Blech um sich herum haben, derer sich die Fahrer:innen leider gar nicht bewusst sind.

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    3. "während der Autofahrer, der mich umgefahren hat, Kaffee trinkt, blendend schläft und auf die Scheiß Radler schimpft"

      Vielleicht bin ich nicht die richtige Vergleichsperson, aber würde ich aus eigenem Verschulden einen Radfahrer umfahren und verletzen, dann hätte ich sicherlich entsprechend Schuldgefühle und würde nicht direkt wieder ruhigen Schlaf finden. War der Unfallgegner am Unfallort nicht einsichtig? Hat er am Unfallort ein Verhalten an den Tag gelegt, das solche Annahmen (auf die Scheiß Radler Schimpfen) nahelegt?

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    4. Nebenbei, liebe(r) "Unknown",
      a) hier ist kein Zebrastreifen, sondern eine Zweirichtungs-Radwegefurt mit Vorrang und für den einfahrenden Kfz-Verkehr sogar ein Stopschild.
      b) An Zebrastreifen darf man mit dem Fahrrad die Straße überqueren, ganz genauso als wäre kein Zebrastreifen vorhanden, d.h. man darf den fließenden Verkehr dabei nur nicht nicht gefährden oder behindern.
      c) In der StVO gibt es keinen Paragraphen, der besagt, dass Fehlverhalten von irgendwelchen anderen Verkehrsteilnehmern Dir erlaubt, andere Menschen umzufahren, zu verletzen oder zu töten.

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  5. Gute Besserung. Echt sau doof. Krass wieviele Fahrrad Unfälle es in Stuttgart gibt. Bin echt froh das mein Arebeitsweg mehrheitlich durch den Weld geht. Ich hoffe du fährst weiterhin Fahrrad und lässt dich davon nicht entmutigen.

    Da braucht es nun dringend eine bessere Fahrradführung. Ich verstehe nicht wieso der Fahrrad weg nicht gerade aus über die Badstrasse führen kann, mit einer zusätzlichen Ampel für Radfahrer und Fussgänger. Bei der Wilhemsbrücke ist es doch aus so.

    Als Tipp, weil ich die Fahrradführung da super unangenehm finde, fahre ich da lieber über Rosensteinbrücke und quere die Bad-/Pragstrasse neben der Neckartalstrasse. Dort gibt es nur eine Ampel, die zwar manchmal lange rot ist, aber die Kreuzung ist deutlich übersichlicher und weniger stressig. Dann ein Stück entlang der Neckartalstrasse fahren und dann entweder über die Wilhelmsbrücke oder den Mühlsteg wieder auf die andere Flussseite.

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  6. Frage: Ist das ein Angebot ausgewiesener Zweirichtungsradweg?

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    1. Das Ganze ist Krampf, es ist nämlich ein Gehweg, der für Radfahrende frei gegeben ist, zugleich aber die einzige Zufahrt zur Radlerampel, die über die ganze große Kreuzung führt. Eine Radwege-Führung, wie man sie nicht machen sollte, vor sehr vielen Jahren mal so hingebastelt, damit die Massen von Ausflugsradlern an den Wochenende da rüber kommen, und an den Wochentagen die Radpendler:innen, die eigentlich einen unkomplizierteren Weg wünschen, mit nicht so langen Aufenthalten an den Ampeln.

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    2. ... weswegen ich dort Fahrbahn fahre, was aber zu zahlreichen Konflikten führt.

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  7. Gute Besserung, zum Glück ist dir nicht mehr passiert.

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  8. Hallo, gute Besserung. Kenne aks Dauerradfahrer solche Situationen leider nur zu gut. Allerdings kommt mir die Stelle deines Unfalls so vor als ob du gegen die Fahrtrichtunng geradelt bist. Ist diese Annahme richtig? W

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    1. Ich bin auf dem linksseitigen freigegebenen Gehweg geradelt, der hier die einzige Radinfrastruktur darstellt. Solche Situationen sind gefährlich, weil Autofahrende halt nicht gucken. Ich weiß es, und trotzdem ist es mir passiert.

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    2. Ich fahre fast nie auf linksseitig freigegebenen Radwegen, sondern auf der Fahrbahn. Und habe fast immer eine Rechtfertigung, die es mir auch "erlaubt". ZB dass der Radweg im Nirgendwo (oder in Fussweg mit Radfahrerfreigabe) endet, die man ohne absteigen nicht queren kann. Damit sind dann die notwendigen Voraussetzungen für Radwegepflicht nicht gegeben, und ich kann ihn faktisch nicht kontinuierlich nutzen.

      Allerdings läuft das immer so: Die Verkehrsbehörden tun offensichtlich illegale Dinge, die Radfahrer werden damit konfrontiert, und ihre praktisch und juristisch rechtfertigbaren Entscheidungen werden weder von Kraftfahrern noch von der Polizei, teilweise nicht Mal von Richtern verstanden.

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  9. Hallo Christine,
    auch von mir gute Besserung und alles Liebe!

    Viele Grüße
    Maik Endler

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  10. Gute Besserung!

    Solch eine Verkehrsführung ist doch eigentlich nicht erlaubt? Wie ist das folgende aus den Verwaltungsvorschriften in diesem Zusammenhang zu verstehen?

    VwV-StVO zu § 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge
    Zu Absatz 4 Satz 3 und Satz 4
    II. Freigabe linker Radwege (Radverkehr in Gegenrichtung)

    33 1. Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden.

    34 2. Auf baulich angelegten Radwegen kann nach sorgfältiger Prüfung die Benutzungspflicht auch für den Radverkehr in Gegenrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 oder ein Benutzungsrecht durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ (1022-10) angeordnet werden.

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    1. Es ist eine ziemlich alte Infrastruktur dort, und sie ist kompliziert, weil man die Radfahrenden irgendwie über diese große Kreuzung schleusen will. Ich habe sie schon oft kitisiert. Und leider gibt es in Stuttgart viele ähnlicher Gehwege mit Radstreifen über die Einmündungen, die vor allem von Schulkindern benutzt werden sollen. Sie befinden sich auch immer nur auf einer Seite der Staße. Wir sind noch sehr weit davon entfernt, eine sichere Radinfrastruktur herzustellen, wir scheitern damit übrigens auch immer wieder im Gemeinderat an der SPD, die sich nicht durchringen kann, Radstreifen auf Kosten von Parkplätzen anlegen zu lassen. Es ist schon sehr elend.

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    2. Dann sollen sie halt den Radweg an der B27 komplett zurückbauen und einen reinen Fussweg draus machen. Autofahrer können überholen, ist ja alles zweispurig.

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    3. Es gibt durchaus Vorschläge für eine andere Radverkehrsführung (es ist aber nicht die B27), die direkt verläuft und nicht dieses Gewinkel hat. Mittelfristig soll die Badstraße verkehrsberuhigt werden, weil der neue Rosensteintunnel den Autoverkehr abführen soll. Mal sehen, wie mutig oder mutlos die Vorschläge dafür sein werden.

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  11. Zunächst erst mal gute Besserung!

    Ich frage mich schon länger wieso sich die Stadt Stuttgart so schwer damit tut die Unfallträchtigsten Stellen zu verbessern. Es ist ja bekannt wo die Schwerpunkte sind. Wieso hat man sich diese Schwerpunkte nicht schon längst angeschaut und zumindest mal die Probleme behoben die leicht zu beheben sind. Neulich hattest du ja den Unfall in der Holzstrasse beschrieben. Diese dämliche Litfaßsäule und sonstigen schilder und Hindernisse hätte man doch schon längst ohne große Kosten entfernen oder versetzen können. Dann wäre die Situation an dieser Stelle schon viel übersichtlicher.

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    1. Das frage ich mich auch. Warum sind Städte wie Stuttgart (woanders ist es ja auch nicht besser)so unendlich langsam, wenn es darum geht, ihren Fußgänger- und Radverkehr das Leben etwas bequemer und sicherer zu machen?

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  12. Für mich ist das Kernproblem die Abnahme von Radwegen:
    Ein Radweg sollte nur dann befahren werden dürfen (vorher wirklich physisch gesperrt), wenn er als sicher abgenommen wurde. Und nur benutzungspflichtig werden dürfen, wenn das zwingend nötig ist, wofür es wieder einer Abnahme bedarf.

    Eine Brücke wird ja auch auf Sicherheit geprüft und abgenommen vor der Freigabe.

    Solange das nicht gefordert wird sind Radfahrer und Autofahrer denken "besser ein schlechter Radweg als keiner" und Verkehrsbehörden keine Konsequenzen zu spüren bekommen für rechtswidrige Anordnungen, wird sich nichts ändern.

    Es gibt einige fleißige Radfahrer, die Verwaltungsklagen anstrengen, leider ist das ein Kampf gegen Windmühlen.

    Also muss das im Bewusstsein und politisch angegangen werden.
    Wir brauchen eine Petition für eine strenge Regelung zur Abnahme und Freigabe von Radwegen und einer Öffentlichskampagne dazu.

    Wenn eine Stadt dann zuerst 0 Radwege hat und es fast nicht vorangeht, muss die Lösung sein, die Anstrengungen zu vergrößern und nicht, die Kriterien herabzusetzen.

    Und bei einem Abbiegetodesunfall will ich, dass gegen diejenigen, die Abnahme angefragt und durchgeführt haben, ähnlich im Zentrum unangenehmer Prüfung durch Presse und Staatsanwaltschaft geraten, wie das bei einer einstürzende Brücke ist. Sonst ändert sich nichts!

    (Meine persönliche Meinung ist, dass benutzungspflichtige Radwege grundsätzlich immer schlecht sind, aber bei guten sicheren Radwegen kann ich auch ein benutzungspflicht-Schild akzeptieren)

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  13. Glück im Unglück. Ich bin sehr froh, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist. Gute Besserung wünsch ich dir von Herzen.

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  14. Erst einmal: Gute Besserung!

    Bei uns in der Gegend ist man mit den roten Streifen noch einen Schritt weiter gegangen: Man hat den Radfahrern mit weißen Inklusions-Bordsteinen nicht nur bis zu 5 cm Bordsteine in den Weg gelegt, sondern auch noch durchgezogene weiße Linien.

    Das heißt: trotz Vorfahrt nach StVO an jeder Einmündung zumindest langsamer werden (1. wegen der Bordsteinkanten, 2. weil man ja weiß, dass die Autos einfach bis zur Haltelinie vorfahren).

    Du schreibst von einem Grundvertrauen, das mir längst abhanden gekommen ist:
    >>> Man radelt ja auch mit einem gewissen Grundvertrauen darauf, dass Autofahrer sich an die Reglen halten, täte man das nicht, würde man an jeder Einmündung und jeder Querung zum Stillstand abbremsen, und das ist kein praktikabler Radfahremodus.

    Deine Schlussfolgerung ("kein praktikabler Radfahrmodus") sowie das permanente Gefühl der Unsicherheit ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass es bei uns so wenige Radfahrer gibt...

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    1. Danke, liebes Anonym, man könnte mehr tun, das sehe ich auch so. Ich radle ja auch nicht mit einem absoluten Grundvertrauen, das tut niemand, aber ich muss schon irgendwas an Verlässlichkeit voraussetzen, sonst geht es gar nicht. Ich kenne eine Frau, die nicht Rad fährt, weil sie vor jedem Auto Angst hat (Hilfe, was macht der jetzt?), und das geht eben auch nicht. Ich habe an der Stelle in dem Moment in einem Bruchteil einer Sekunde die falsche Entscheidung getroffen. Ärgert mich. Aber es ist eben eine Verkehrsführung nichts wert, bei der man die Entscheidungen treffen muss - hält der sich an die Verkehrregeln oder bin ich in Lebensgefahr? - und das gilt auch für alle Radwege, die entlang von Straßen führen, aus denen heraus man abbiegen kann, also für alle Radwege, die vom Autoverkehr gekreuzt werden. Das sind immens viele, und wie radle ich so was, wenn ich nicht grundsätzlich davon ausgehe, dass Autofahrer die Regeln kennen? Klar radle ich extrem vorsichtig, klar gucke ich, klar bremse ich, aber in diesem Fall habe ich in diesem Moment, völlig unbewusst, eine falsche Entscheidung getroffen, und das ist das Verheerende an solchen Radwegführungen. Ich habe jetzt gelernt, dass es jeden und jede treffen kann, man glaube nicht, sowas könne einem selber nicht passieren. Irgendwann im Lauf der vielen tausend Kilometer, die man radelt, passiert es mal.

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  15. Gute Besserung!

    Das Problem ist, wie Chris schon geschrieben hat, dass irgendwelche Malereien auf der Straße angebracht werden, die aber offensichtlich nicht (sicher) fahrbar sind. Es wäre ein leichtes bei der Abnahme der Malerei, einfach 10 mal über so eine Malerei im Berufsverkehr zu radeln und wenn dann der Stadtmitarbeiter schon mal angefahren wurde, dann gibt es für die Straßenmarkierung nicht denn Preis für hellste Kerze auf der Torte. In den meisten Fällen muss man nicht mal 10 mal den Weg benutzen, bis es eine gefährtliche Situation gibt (z.b. Holzstraße) Es ist nicht ausreichend als Entschuldigung, dass es keinen anderen Weg gibt. Wenn eine benutzungspflichtige Radinfrastrukur da ist oder auch wenn man da mit dem Fahrrad fahren muss, dann muss es auch einen halbweg sicheren Weg geben, um dorthin zu kommen. Es ist keine Alternative, das Rad zu schieben, denn es gibt ja auch keine einzige Straße, wo die Fahrer aussteigen müssen, das KFZ 2 m schieben müssen und erst dann wieder einsteigen können.

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  17. Gute Besserung, liebe Christine! Du also auch. Willkommen im Club der Rosensteinbunkerkreuzung-Unfallopfer.

    Wie sich die Situation und die Fotos gleichen. Und genau die gleiche Grübelei ("verdammt noch mal, ich weiß, wie gefährlich die Stelle ist, bin eigentlich umsichtig gewesen, habe langsam gemacht und trotzdem...). Und die Fassungslosigkeit über die Untätigkeit und Interesselosigkeit der Stadtverwaltung-Verwaltungschefs, die von vielen Seiten darauf hingewiesen wurde, dass sie in die Kreuzung 16 Mängel eingebaut und nicht behoben haben, die die Unfallgefahr jeweils einzeln erhöhen und in ihrer Kombination potenzieren. Meldungen der Polizei (Mit Sammlung von Fotos), Gelbe Karte-Meldungen, Gespräche mit Ordnungsamt-Mitarbeitern, mehrere Blog-Beiträge von Dir, e-Mails. Sie wollen einfach nicht ran. Jeder Verkehrsplaner weiß das: einen freilaufenden Rechtsabbieger mit Zweirichtungsradverkehr zu kombinieren, das ist grob fahrlässig. Mit Unkenntnis kann sich da jedenfalls keiner rausreden.

    Nur eine auffälligere Beschilderung als kurzfristige Sofort-Maßnahme zu installieren halte ich für zu wenig. Die vorhandenen Stop-Schilder sind nicht zu übersehen, die Warnung vor Radverkehr in beiden Richtungen auch nicht. Sie gelangen dennoch nicht ins Bewusstsein der Autofahrer. Ich empfehle als sofortige, billige Maßnahme: Schweller ("künstliche Bordsteinkanten") könnte man aufschrauben. Zusätzlich eine Umlaufsperre und (Beton-)Poller. Halt das ganze Arsenal einsetzen, das üblicherweise eingesetzt wird, um den Radverkehr auszubremsen, nur diesmal eben, um den Kfz-Verkehr zu verlangsamen, die Autofahrer aufzurütteln (im wahrsten Sinne des Wortes) und die Raser auszubremsen, die es nicht schaffen, an der Haltelinie zum Stehen zu kommen, sondern erst auf dem Blutstreifen, und diejenigen überhaupt zum Anhalten zu bewegen, die eigentlich ungebremst durchfahren wollen.

    Dann, im zweiten Schritt: komplette Reorganisation der gesamten Kreuzung. Und damit meine ich nicht nur, die freilaufende Rechtsabbiegerspur in die Ampel-Signalisierung mit aufzunehmen. Deine Überlegungen gehen schon in die richtige Richtung.

    Vielleicht hilft es ja, dass es jetzt auch mal eine "prominente" Radfahr-Aktivistin und Gemeinderätin erwischt hat. Wobei, der Unfall war (wie meiner damals) noch nicht einmal einer Polizeimeldung wert (oder habe ich mit falschen Begriffen gesucht?).

    Ich unterstütze gerne, wenn die Stadt aktiv wird und eine Taskforce aufsetzt, um diesen Unfallschwerpunkt zu entschärfen, bevor es noch Tote gibt. Ich wiederhole gegenüber den Behörden auch gerne die Vorschläge, die ich vor Jahren unterbreitet habe, falls die nicht mehr auffindbar sein sollten. Muss ja so nicht gemacht werden, aber wenn wenigstens irgendwas in die Wege geleitet wird!

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    1. Vielleicht hilft es ja, das Rathaus von Karlsruhe um Hilfe zu bitten. Sich vor den badischen Kollegen nicht zu blamieren, ist vielleicht die Motivation, die das Stuttgarter Rathaus motiviert. Oder die Kreuzung als Negativbeispiel für eine Publikation der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen vorschlagen. Oder gleich Herrn Brockmann als "obersten Unfallforscher" um Rat fragen. Oder das Landes-Verkehrsministerium (z.B. mit Herrn Erdmenger als Ansprechpartner?), denn die Route ist als Teil des RadNETZ BW sogar schon mit dem aufgemalten Logo "geadelt" worden.

      Den Umbau der Kreuzung könnte man hinterher doch als Erfolgsstory verkaufen, auch politisch ausschlachten. So viele Unfälle wie da aktuell passieren - nach einem halben Jahr wird doch schon eine Verbesserung in der Statistik auffallen, wenn die Kreuzung entschärft ist.

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  18. Als erstes: Gute Besserung Christine.



    Als zweites, weil ich hier oft lese linksseitig benutze ich nie usw.: Dies ist ein Stück des offiziellen Neckarradwegs. Aus Richtung Hofen kommend fährt man die ganze Zeit auf dem Neckardamm (Fußweg mit Rad frei, auch so ein Unding für einen touristischen Fernradweg) rechts der Fahrbahn. Nur direkt vor Deiner Unfallstelle beginnt das kurze linksseitige Stück (welches an der Stelle sowohl für Rad- und Fußverkehr gefährlich ist), um nach dieser gefährlichen Stelle in mehreren Ampelschritten über die Straße geführt zu werden. Das Ganze nur, weil der nicht motorisierte Verkehr keinesfalls einfach geradeaus und bequem über die Rosensteinbrücke geführt werden darf.

    Die Beschilderung führt einen genau so und wer kein Alltagsradler ist, sich nicht so gut auskennt, Kinder dabei hat etc. wird dort garantiert nicht auf die Idee kommen, die Straße zu nutzen.

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    1. Für Ausflügler:innen mit und ohne Kinder ist die Badstraße tatsächlich keine Radel-Alternative. Estens muss man sich auskennen und bewusst anders radeln, also neben dem Neckardamm, und zweitens steht man an de Wilhelmsbrücke auf der linken Geradeausspur im Stau und drittens radelt man dann selber den Freiabbieger hoch und biegt aus ihm, völlig überraschend für Autofahrende, an genau der Stelle über den Blutstreifen nach links auf den Gehweg ab, um über diese schlechte Radler-Ampel rüber zu fahren, wenn die mal Grün wird. Wobei man drüben auf eine reine Fußgängerampel stößt (ohne Fahrradzeichen in den Streuscheiben), die auch noch manchmal bereits Rot zeigt, nachdem man sich da durchgewinkelt hat. Was aber viele Radfahrende gar nicht sehen, und dann kommt es zu Gehupe. Und das ist der offizielle Pendler- und Ausflügler Radwg (vielmehr kein Radweg, sondern nur eine Radroute). Ddas ist schon eine Schande für Stuttgart.

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    2. Auf dem Freiabbieger nach links abzubiegen ist zudem verboten. Das Rechtsabbiegegebot gilt für alle Fahrzeuge. Da ist dien "Radfahrer frei".

      Dennoch habe ich das ein paar mal praktiziert. So problematisch ist die Überraschung für Autofahrer nicht, denn man gibt ja Handzeichen und fährt sowieso schön im Gänsemarsch mit den Autofahrern. Zur "Vorbereitung" muss man aber vom Neckardamm nach links verschwenken auf die Fahrbahn. Das geht eigentlich ganz gut und legal eine Kreuzung vorher (Marktstraße/Wilhelmsbrücke).

      An der Wilhelmsbrücke bin ich wegen des Einfahrens vom freigegebenen Gehweg auf die Straße (bei gründer Radampel und mit Schulterblick, dass ich keinen Autofahrer behindere) allerdings von der Fahrradstreife angehalten und in den Senkel gestellt worden. Das wäre ein gefährliches, für die (in dem Moment gar nicht anwesenden) Autofahrer überraschendes Manöver und deshalb darf ich so nicht fahren. Diese Ermahnung hatte für den Polizisten Priorität. Er hat in dieser Zeit darauf verzichtet, 4 Autofahrer wegen der Ordnungswidrigkeit "Überfahren des Stop-Schildes" ein Knöllchen zu verpassen, die an der Unfallstelle Radfahrer wie Dich und mich gefährdet haben. Trotz meiner Bitte, dort den Verkehr zu ordnen, hat er an am freilaufenden Rechtsabbieger nicht einmal angehalten. Das hat mich verwundert und geärgert.

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  19. Gute Besserung!

    Es ist schon bezeichnend, dass eine so erfahrene und umsichtige Radfahrerin, wie Du es laut Deinen Artikeln anscheinend bist, trotzdem umgefahren wirst. Zum Glück ist Dir nichts schlimmeres passiert.

    Wobei ich mich auch frage, ob man neben der Strafanzeige gegen den Autofahrer auch eine Anzeige gegen das Ordnungsamt wegen Gefährdung stellen kann (die bestehenden Beschilderungen müssen nämlich regelmäßig geprüft werden und hier ist ja offensichtlich ein Unfallschwerpunkt). Ich persönlich würde auch möglichst viel Schmerzensgeld versuchen herauszuholen, zwecks Abschreckung auch per Mundpropaganda. Ist das eigentlich auch am 9.11. passiert, genau an dem Tag, an dem die STVO-Novelle in Kraft trat? Das entbehre ja nicht einer gewissen Ironie.

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    1. Nein, es ist am Sonntag, den 7. November passiert. Und es ist für mich sehr lehrreich, dass das eben auch erfahrenden Radler:innen passiert, die eigentlich keine Risiken eingehen.

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    2. Behörden dürfen gegen Verwaltungsvorschriften und Technischen Regelwerke verstoßen. Sie dürfen nach Belieben gefährlichen Unsinn anordnen, ohne dass das strafbar wäre.

      Man kann gegen die Verkehrsführung, d.h. gegen die angeordnete Beschilderung Einspruch erheben, allerdings nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen. Z.B. musst Du Einspruch erheben unmittelbar dann, wenn Du das erste Mal dort gefahren bist. Um den Einspruch muss sich die Behörde auch nicht kümmern. Man hat kein Recht auf Einsicht in die Begründung und die Überlegungen und Abwägungen der Behörde, weder die ursprüngliche noch die zu Deiner Beschwerde. Die Behörde muss einfach nur aussitzen, denn nach einer kurzen Frist hast Du Dein Auskunftsrecht verwirkt (und Du kannst Deine Beschwerde nicht wiederholen, denn dann bist Du ja offensichtlich nicht mehr das erste Mal an der Stelle vorbeigekommen).

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  20. Jörg
    Die Neckarroute könnte man durch einen unter gehängten Steg sicherer und angenehmer gestalten. Dann müssen die Neckarradler nur noch bei Hochwasser oben lang.
    Baulich könnte es evtl. ein Balkon am Brückenkopf sein.

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    1. Geht leider nicht, denn der Neckar ist eine Bundeswasserstraße, nicht mal der Uferdamm gehört der Stadt. Ich finde, wir haben genügend Straßen, um darauf Platz für die schnellen Radpendler:innen zu schaffen. Die Politik müsste es nur endlich wollen, aber momentan gibt es noch keine Mehrheit für eine entschlossene Radverkehrsförderung.

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    2. Auch viele schnelle Radpendler wollen sicher, kreuzungsfrei und ohne Konflikte, ungehindert und ungefährdet vom motorisierten Verkehr fahren und somit eine ernsthafte Alternative zum Autofahren angeboten bekommen. Ich bedaure sehr, dass Du schnelle Radfahrer als unnormal bezeichnet hast und deren Interessen nicht aktiv unterstützt. Dein Ziel ist halt, allen schnellen Verkehr aus der Innenstadt und aus den Ortsteilen zu verdrängen. Bezüglich Radverkehr kann man da ja alles lassen, wie es ist, sodass kaum zusätzlicher Pendelverkehr induziert wird. Und für den Kfz-Verkehr gibt es keine Einschränkungen, sondern im Gegenteil politische Beschlüsse, dass in der ganzen Region die Verkehrsleitzentralen zusammenarbeiten sollen und für Millionenbeträge technisch aufgerüstet werden, um weiteren Kfz-Pendler-Verkehr weiter zu induzieren durch Optimieren und Verflüssigen. Das sind leider Themen, die Du im Blog aussparst.

      Aber gut, ich wohne nicht in Stuttgart und meine Stimme in Gemeinderatswahlen ist für Dich nicht relevant. Verstehe meine Ausführungen also als Angebot und Anregung zur Diskussion und zum Überdenken Deiner Position.

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    3. Nur noch mal zum Klarstellen: ich habe nichts gegen protected bike lanes. Die sind eine prima Sache, ABER NUR DANN, wenn die Kreuzungen vernünftig gemacht sind. Negativbeispiel ist derzeit die Theo. Bis man vom Rotebühlplatz drauf ist, hat man eine Fahrampel, die eigentlich gar nicht gilt - das weiß man aber nicht, weil die Radampel nicht zu sehen ist. Biegt man um die Ecke, blockiert eine Baustellenampel den Radfahrstreifen. Am Ende des Radfahrstreifens keine regulär gestaltete Überleitung auf den Fahrstreifen.

      Ewig bekannt: Die Knotenpunkte (Kreuzungen, Kreisverkehre, Unterführungen, Brücken) sind die entscheidende Königsdisziplin, wo sich zeigt, ob die politischen Gremien, die Verkehrsplaner und Straßenverkehrsbehörden was drauf haben.

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  21. Liebe Christine,

    auch ich wünsche Dir eine schnelle vollständige Genesung und Erholung von diesem Schockerlebnis!

    Genau an dieser Stelle auf der rot markierten Radspur wurde ich mit meinem Fahrrad vor mehreren Jahren von einem Autofahrer touchiert, der am Stoppschild nicht anhielt. Wenigstens stieg er aus und entschuldigte sich. Mir fiel damals ein Atemalkoholgeruch auf, doch in einer solchen Situation ist man total perplex und sprachlos; ich hatte allerdings mehr Glück als Du, denn ich wurde nicht verletzt und auch mein Fahrrad bekam nichts ab.

    Die Verkehrsführung am Bunker ist insgesamt für den Radverkehr sehr unbefriedigend; auch verbotswidrige Rechtsabbieger Richtung Rosensteinbrücke, die dort nur geradeaus fahren dürfen, gefährden immer wieder bei Grün querende Radlerinnen und Radler.

    In Stuttgart gibt es leider noch viele solche Gefahrenstellen, die verhindern, dass mehr Menschen mit dem Rad fahren.

    Dir wünsche ich gute Besserung und unfallfreies Radeln!

    Herzliche Grüße
    Andrea

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  22. Gut, Christine, dass Dir trotz Unfall wohl nicht so viel passiert ist. Der Schreck sitzt bestimmt tief, denn so vom Fahrrad geholt zu werden, könnte bös enden.

    Andererseits - und das schreibe ich als eingefleischter Radfahrer, kann ich den Autofahrer verstehen, dass er nicht erwartet hat, dass auch von Rechts Fahrzeuge/Radler heranrollen können. Auf dem einen Bild, wo das STOP-Schild gut zu sehen ist, müsste ein Zusatzschild hingehängt werden, dass Radfahrer sowohl von Links wie auch von Rechts herankommen können. Dieser Zusatzhinweis fehlt!
    Das ist keine Entschuldigung, dass der Autofahrer Dich übersehen hat, aber hier versagt auch der Verkehrsplaner, der nicht berücksichtigt, dass Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung für KFZ-Verkehr geführt wird und dann auch noch die Straße querend. Das ist in meinen Augen Fahrlässigkeit bei der Verkehrsplanung.
    Es gibt auf dem HR1 von der Stadt kommend an der ersten Kreuzung von Kaltental eine ähnliche Stelle, wo die meisten Autofahrer den von der Stadt heranradelnden Radfahrer auch gerne übersehen... auch hier fehlt ein Hinweis. Deshalb halte ich oft an, wenn ein Autofahrer nur linksschauend am Haltesignal steht und noch nicht einmal den Radweg touchiert.

    Gute Besserung!

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    1. Leider habe ich erst gesehen, dass der Autofahrer in die falsche Richtung schaut, als es schon zu spät war. Aber wir sind uns ja einig, dass man Autofahrenden deutlicher machen muss, dss sie hier und anderswo auf Radfahrende achten müssen, weil die von dort kommen, wo keine Autos kommen und der Autofahrer folglich auch nicht hinguckt (und selbst wenn, sie dann doch nicht sieht). Ich war bis zu diesem Moment auch der Meinung, dass ich eine vorausschauende Radlerin bin, die eher bremst und eher anhält, aber ich habe gelernt, dass es Momente gibt, wo man das eben doch nicht tun. Insofern: Pauss weiter so gut auf dich auf wie bisher!

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  23. Kann mich nur anschließen, gute Besserung...
    warum macht man es nicht wie in Holland, dort gibt es zig Zweirichtungsradwege, aber immer nicht nur gekennzeichnet, sondern durch eine Erhöhung der Radspur quer zum KFZ- Verkehr. Dadurch kann der Autofahrer nur im Schritttempo rüber, sonst bricht er sich die Achse oder die ganzen tiefergelegten Porsche reißen sich Gott weiß was auf...Funktioniert super!!

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    1. Eines Tages, wenn die Politik endlich begriffen hat, dass Menschen auf Fahrrädern ein Recht darauf haben, geschützt zu werden, werden wir es sicher so machen wie die Niederländer. Die guten Lösungen sind da und bekannt, aber man muss sie auch kennen und anwenden wollen. Und das ist momentan bei uns in Deutschland und Stuttgart noch nicht der Fall.

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  24. Eigentlich wäre jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, das zu begreifen. Das Einleiten einer Verkehrswende zugunsten des Radverkehrs wäre doch eine brauchbare, kostengünstige und effiziente Maßnahme gegen die Klimakatastrophe.

    Na ja, eine Kampagne für das Radfahren scheint nicht so wichtig zu sein wie eine Imagekampagne für "The Länd". Oder nimmt "The Ländeshäuptstädt Stuttgärt" den Schwung auf, indem sie "The Rädverkehrsänlägen" prominent in den öffentlichen Fokus rückt? Dann will ich nicht meckern.

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  25. Hallo Christine, auch von mir erst mal gute Besserung! OMG - das hatte ich gar nicht mitbekommen :-(
    Ich selbst fahre an solchen Stellen mittlerweile so defensiv, dass ich teilweise anhalte um zu warten, bis mich der Autofahrer wirklich anschaut.
    Eine Vergleichbare Stelle nicht viel weiter ist die Unterführung auf der König-Karls-Straße, zwischen Wilhelmsplatz und König-Karl-Brücke. Dort kommen PKW (aus der Sicht des Radlers) von links und schauen in der Regel selbst auch nur nach links, ob es eine Lücke im Verkehr gibt.
    Wenn ich selbst mit dem PKW an der Stelle stehe, verstehe ich die Problematik, da man eigentlich in zwei Richtungen gleichzeitig schauen müsste - aber wenn es nicht geht, dann muss ich halt doppelt vorsichtig sein. So denken offensichtlich aber leider die wenigsten.

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    1. Bei meinem Unfall hatte ich so gut wie angehalten (der Fuß berührte schon den Boden), hatte Blickkontakt zur (ebenfalls halb auf der Radfurt stehenden) Autofahrerin gesucht und offensichtlich irrtümlich hergestellt, bin dann angefahren und vom anfahrenden Auto umgenietet worden. Bei aller Vorsicht, es kann passieren und es wird passieren, je dämlicher die Kreuzung entworfen wurde.

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  26. Hallo Christine, meinen Senf noch dazu: Du bist auf einem linksseitigen Radweg verunglückt. Diese "Radwege" sind laut Untersuchungen und Statistiken die mit Abstand gefährlichsten und deshalb darf hier auch grundsätzlich keine Benutzungspflicht angeordnet werden.

    Der Gesetzgeber hat vor 24 Jahren entschieden, dass Radwege grundsätzlich nur eine Alternative zur Fahrbahn sein DÜRFEN. Eben aufgrund dieser Untersuchungen. Wir können nicht überall Radwege hinbauen, die ein subjektives Sicherheitsgefühl bergen, das aber objektiv fast 12-fache Unfallgefahren nach sich ziehen. Am besten funktioniert es so wie mit den Mofas - auf der Fahrbahn. Da kollidiert man auch nicht mit Fußgängern und kommt gut voran. Eine Umwidmung der Fahrbahn halte ich für viel sinnvoller, z.B. in eine Fahrradstraße. Aber bei dieser untauglichen Justiz (Anzeigen werden nicht aufgenommen und wenn doch, stellt die STA das Verfahren mangels öffentlichem Interesse ein!) zählt leider in den letzten Jahren immer mehr das Recht des Stärkeren. DAGEGEN müssen wir uns wehren, nicht die Flucht in neu zu bauenden Radwegen suchen, die dann noch viel gefährlicher sind. Ich bin Fahrbahnradler und benutze gute Radwege gerne. Doch es gibt nicht wirklich viele. :-(

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  27. richtig. Es war allerdings ein freigebener Gehweg. Das Gemeine, die Strechführung lässt kein Fahrbahnradeln zu. Es sei denn, ich radle völlig anders.

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  28. Hallo Christine, in Fällen, wo eine linksseitige Benutzung "notwendig" ist, fahre ich extrem vorsichtig. Lieber aber fahre ich einen kleinen Umweg um den Häuserblock herum und dafür zügiger und sicherer. Ist auch gutes Training.

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    1. ja, ich doch auch. Aber man macht eben mal einen Fehler. Ich hätte ihn lieber auch nicht gemacht. Ich gucke mich auf auf jedem Radweg an Einmündungen aufwändig nach links hinten um, ob eine Autofahrer (mit oder ohne zu blinken) rechts abbiegen will, was ich ziemlich lästig finde. Es ist einfach schlecht, wenn RAdler:innen auf Gehwegen und Radwegen geführt werden, sehe ich auch so. Aber nicht immer sind die Alternativen so, dass man sie praktikabel findet oder dass sie stressfrei zu befahren sind.

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