In der Fachzeitschrift "Straßenverkehrstechnik" ist in der Ausgabe 1/2026 ein Stadtentwicklungskonzept für Stuttgart veröffentlicht worden, das sich mit der Einführung von Tempo 30 auf den meisten Straßen Stuttgarts beschäftigt. Für Geschäftsstraßen mit viel Fuß- und Radverkehr soll Tempo 20 gelten.
Das hat die Stuttgarter Zeitung (Bezahlschranke) veranlasst, zu fragen, ob OB Nopper das Gutachten gegenüber dem Gemeinderat zurückhält. Denn vorgelegt wurde es noch nicht. Die Verwaltung antwortete, dass die Detailuntersuchungen noch nicht abgeschlossen seien und ein Konzept vor der Sommerpause vorgelegt werde. Das scheint aber so nicht ganz richtig zu sein, denn - wie die Stuttgarter Zeitung (SPlus) anschließend berichtet - hat die beauftragte Planungsgesellschaft das Gutachten bereits im September 2024 fertig gestellt (siehe auch hier). Gemeinderatsmitglieder fordern jetzt, dass es vorgelegt wird.
Dass OB Nopper gegen Tempo 30 ist, ist bekannt. 2022 hatte der Gemeinderat gegen seinen Willen beschlossen, dass Stuttgart der Städteinitiative für Tempo 30 beitritt. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten ist nicht nur gut für den Autoverkehrsfluss, für Radfahrende und für den Lärmschutz, es rettet vor allem Leben. In Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 9 Menschen im Straßenverkehr getötet, darunter sechs Fußgänger:innen. In Helsinki gab es dagegen kein einziges Todesopfer, denn dort hat man den Autoverkehr verlangsamt.
Der ADFC Stuttgart hat zum noch nicht ganz bekannten Stadtgeschwindigkeitskonzept eine Stellungnahme vorgelegt und an die Politik geschickt, in dem er das Konzept begrüßt. Auch Tempo 20 seien für Radfahrende in stark von Fußverkehr benutzten Straßen akzeptavel (in der Tübinger Straße beim Gerber haben wir das ja schon).
Das Stadtgeschwindigkeitskonzept müsse umgesetzt und alle Spielräume ausgenutzt werden, die die aktuellen Regeln bieten, so der ADFC und fügt Änderungsvorschläge an, die ich hier zitiere:Außerdem gibt es etliche Straßen, die zwar keine Wohnbebauung haben, aber für den Radverkehr sehr wichtig sind. Besonders Am Wallgraben in Vaihingen (Foto rechts) ist Tempo 30 erforderlich, da die dortigen Schutzstreifen die Möglichkeit suggerieren, Radfahrer zu überholen, aber kein Platz dafür da ist, dies mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu tun. Andere für den Radverkehr wichtige Straßen ohne geeignete Radinfrastruktur sind die Lotterbergstraße (Kreisverkehr bis inklusive Bahndurchlass), die Krailenshaldenstraße, die Wernerstraße, nahezu die ganze Schwieberdinger Straße, die Strohgäustraße, die Benzenäckerstraße, die Mercedesstraße, die Haldenstraße und Teile der Augsburger Straße. Auch in gänzlich unbebauten Straßen ohne Radweg sollte der Radverkehr besser geschützt werden, zum Beispiel in der Steinhaldenstraße auf Höhe des Friedhofs. Hier wäre es denkbar, Tempo 30 übergangsweise zu erlassen, bis ein Radweg gebaut ist. Um die Garbe herum sowie im Bereich Albstraße/Sigmaringer Straße sollte Tempo 30 selbstverständlich sein, denn hier sind viele Fußgänger*innen bzw. Schüler*innen unterwegs.
In Hofen an der Wagrainstraße und in der Hofener Straße bis zur Reinhold-Maier-Brücke schlagen wir überdies eine Fahrradstraße (Kfz frei) vor. Dies wäre unter der Woche eine gute Möglichkeit, ein Miteinander von Rad-, Auto- und Fußverkehr zu organisieren." Das Foto rechts zeigt den freigebenen Gehweg, der am Spätnachmittag eine viel beradelte Pendlerstrecke ist, während dort gleichzeitig viele Jogger:innen und Fußverkehr unterwegs ist.
In der Innenstadt, so der ADFC müssten auch nicht alle Ampelschaltungen angepasst werden, man müsse prüfen, wo bei den geringeren Geschwindigkeiten Ampelanlagen noch benötigt werden. Wo sie an großen Kreuzungen beibehalten werden, müssten sie für den Rad- und Fußverkehr angepasst werden. Das gelte vor allem auch für die "berüchtigte Anlage" am Charlottenplatz, wo Radelnde und Fußgänger:innen eigentlich auf jeder Verkehrsinsel warten. Dem kann ich mich nur anschließen.
Dass es auch heute schon viele Straßen, die für den Durchgangs-Autoverkehr gesperrt sind, als Schleichwege genutzt werden, obgleich auf den Hauptstraßen 40 oder 50 km/h gefahren werden darf, widerlegt das allfällige Argument, bei Tempo 30 überall würde mehr durch Nebenstraßen gefahren werden. Einige Beispiele sind Alte Weinsteige, wo es bergab sogar ein Einfahrtverbot gibt, das notorisch missachtet wird, die Hasenbergstraße, der Zuckerleweg oder die Panoramastraße. Deshalb schlägt der ADFC zusätzlich ein Schleichweg-Vermeidungskonzept oder Ruhige-Wohnstraßen-Konzept vor, die entweder durch Durchfahrtssperren, gegenläufige Einbahnregelungen oder lückenlose Polizeikontrollen gewährleistet sind.




Dieser talentfreie Neandertaler und OB-Darsteller aus Backnang, muss langsam aufpassen: Er ist schon angezählt. Das er das Gutachten nicht rausrücken will, wundert mich nicht. Wahnhaft autozentriert. Die Stellungnahme des ADFC wird allgemein maßlos überbewertet und interessiert OB Nopper sowieso einen Nuller. Tempo 30 überall in Stuttgart- Punkt und ausnahmslos. Dann ist endliche unsägliche Dauerdiskussion beendet. Und alle werden es am Ende überleben...
AntwortenLöschenBitte niemanden beleidigen oder abwertend beschreiben. Vielleicht kannst du deinen a Kommentar anders formulieren. Dann kann ich diesen löschen.
AntwortenLöschenEs gibt halt so ewig gestrigte, die sich nicht weiterentwickeln können/wollen. In Mannheim gibt es eine Initiative "Schützt die Autos". Was die dort verbreiten ist so megapeinlich, dass man sich fremdschämen muss, für das was die von sich geben.
AntwortenLöschenMannheim hat schon in weiten Teilen Tempo 30, das scheint aber wenigen aufgefallen zu sein. Hauptachsen haben immer noch 50/70, aber das Drumherum überwiegend 30.
Ich finde es nicht schlimm, mit dem Auto langsam zu fahren. Es ist doch fürs Drumherum viel angenehmer, wenn der Autoverkehr nicht so vorbeibraust. und, man braucht kaum länger für seine Strecken.
Mit dem Rad ist es auch angenehmer, wenn nicht so an einem vorbeigerast wird. Jetzt nur noch die ganzen Sprinter disziplinieren, dann könnte Verkehr so einfach sein.
Hier muss von allen umgedacht werden, gegenseitige Rücksichtnahme und für alle mehr Verkehrssicherheit.
Karin
"Hier muss von allen umgedacht werden, gegenseitige Rücksichtnahme und für alle mehr Verkehrssicherheit."
LöschenViel denken gerade um. Aber in die andere Richtung. Die Zahl der AfD-Wähler wird sich am Sonntag verdoppelt haben.
Was wird Tempo 30 ändern - nicht viel würde ich befürchten.
AntwortenLöschenIch habe das gute Wetter genutzt und bin mal wieder mit dem Rad in die Stadt gefahren, die Erfahrungen möchte ich kurz schildern.
Als Radfahrer blockiert man ja üblicherweise eine Reihe von Fahrzeugen, die dann nicht mehr mit der zulässigen Geschwindigkeit vorankommen. Wenn man dann einen hupenden Vierzig-Tonner hinter sich hat, wird es ungemütlich - das habe ich so erlebt.
Und dann wollte ich an einer Ampel nach links abbiegen - die wurde aber einfach nicht grün. Offensichtlich werden Radfahrer von den Schleifen vor der Haltelinie einfach nicht wahrgenommen.
Großstadt und Fahrradverkehr - das verträgt sich einfach nicht.
Grüße
Mercedes Testa-Rossa.