16. Oktober 2017

Es gibt viele Wege

Seltsam, wenn es um die Planung für Radwege oder Radstreifen geht, höre ich immer wieder: "Aber wer noch XY will, fährt doch eher die Strecke AB." So als ob es nur eine Sorte Radfahrende gäbe, die nur einen Weg nehmen.

Als ob es nicht tausend verschiedene Radler mit zweitausend verschiedenen Zielen und Streckenentscheidungen gäbe.

Autofahrern stellt man in dieser Stadt viele Straßen zur Verfügung, die sie nehmen können, um an ein bestimmtes Ziel zu kommen, aber Radler sollen immer nur einen einzigen Radweg angeboten bekommen? Allen Radlern soll eine Strecke durch den Wald besser gefallen als Radstreifen entlang einer Hauptstraße? Alle Radler sollen eine Nebenstraße mit Steilstück bevorzugen?

14. Oktober 2017

Dass Radfahrer bei Rot halten müssen, ist Quatsch

Ungefähr so betitelt die Süddeutsche ihren Artikel über rote Ampeln und Radfahren. Der Artikel ist schön geschrieben und führt das auf, worüber auch ich schon oft geschrieben habe. 

Wir erinnern uns: Ampeln sind nur für den Autoverkehr sinnvoll. Sie sind auch nur für ihn gedacht. Ampeln dienen dazu, den Autoverkehr kurz anzuhalten, damit Fußgänger auch mal queren können. Und sie sind dafür da, ein hohes Autoverkehrsaufkommen zu bändigen und dafür zu sorgen, dass auch Autos aus Seitenstraßen fahren können oder dass es auf großen Kreuzungen kein Kuddelmuddel gibt.

Für den Radverkehr taugen diese Ampeln nicht. Radampeln übrigens auch nicht, denn sie zwingen Radfahrer oft, noch viel länger zu stehen als Autofahrer an ihren Ampeln. Und das, obgleich vom Radfahrer kaum Gefahr ausgeht für andere Verkehrsteilnehmer.

Last-Eselin

Und das hier sieht aus wie ein ehemaliges Postfahrrad. 

Es ist von seiner Besitzerin (ich bin fast sicher, es ist eine Frau) liebevoll für Einkaufsfahrten ausgerüstet. Regendichter Kasten hinten, vorne ein Korb, den man auf den Markt mitnehmen kann. Es hat einen stabilen Ständer.

Abgestellt wurde es während eines Markttags in Wangen im Allgäu.


12. Oktober 2017

Park-Rowdys - Liststraße

Ich verstehe die Parknot im Stuttgarter Süden. Zu viele Einwohner haben zu viele Autos, die nachts irgendwo hin müssen: auf Gehwege und auf Radstreifen. 

Andererseits: Gehwege und Radstreifen sind nicht für Autos da. Wenn sie von Autos besetzt sind, müssen Fußgänger und Radfahrer auf der Fahrbahn drum herum.

Das kann an dieser Stelle gefährlich werden. Hier hat die Stadt die Einbahnstraße Liststraße  für Radler in Gegenrichtung freigegeben und einen Radstreifen auf die Fahrbahn gemalt. Die Linie ist durchgezogen, also darf kein Autoreifen sie überfahren. Platz zum Fahren ist genug. Nicht einmal die Parkplätze am Straßenrand mussten weggenommen werden.

10. Oktober 2017

Winnie, die Goldene

Die alten Räder stehen in Stuttgart oft offen oder minimal gesichert an Abstellanlagen herum. Klaut eh niemand. 

Obwohl sie schön sind. Das hier dürfte ein Staiger-Damenrad sein. In Kleinanzeigen wird es als Commodore Staiger Damenrad angeboten. Dieses Exemplar hat eine Gangschaltung, die in den Lenkergriff integriert ist und eine anständige moderne Beleuchtung. Es stand am Schlossplatz, als ich es sah.

Winora-Staiger gibt es seit 1914 in Deutschland. Staiger-Fahrräder gibt es bis heute, in zwischen natürlich auch als Pedelecs.

Kann es sein, dass Gold eine Modefarbe in den Siebzigern war?

8. Oktober 2017

Alles zugeparkt - Rad- und Gehweg Holzstraße

 Foto: Blogleserin Beate 
In der Holzstraße sieht es wieder so aus wie vor dem Umbau. Autos parken bis in den Radweg hinein. 

Wo keine Poller stehen, stellen sich Autos hin. Schilder nützen nichts. Viel zu viele Autofahrer denken gar nicht daran, Radlern auf ihrem ohnehin zu schmalen Weg auf der Hauptradroute 1 Platz zu lassen. Es wird munter überall geparkt. Radfahrende und zu Fuß Gehende sehen sich von Autos umzingelt. Vor allem Auswärtige fahren gar nicht erst in die Dorotheen-Garage hinein, sie fahren den Bordstein hoch und stellen sich auf die geplättelte Fläche, so als sei jegliche freie Fläche in Stuttgart ein Parkplatz.

6. Oktober 2017

Der Radfahr-Skandal

Verteufeln geht immer. So wird aus Gut ein "eigentlich schlecht". Der Radler wird in die Ecke gestellt, mit dem Gesicht zur Wand oder besser zur roten Ampel. 

Damit punktet gerade der Deutschlandfunk in seiner reißerischen Ankündigung einer Sendung, die vermutlich differenzierter läuft. "Anarchisten in Funktionskleidung", "rücksichtslose Mountainbiker auf Gehwegen" und so weiter. Die These: Radler halten sich an gar Regeln, weil sie sich für die Guten halten im gesellschaftlichen Streit über Autoabgase, Straßenlärm und Gesundheit. Wer gut ist, macht anderen ein schlechtes Gewissen, so scheint es, und das löst Zorn aus.

4. Oktober 2017

Ich würde ja gerne mit dem Rad fahren, aber ...

Eine große Mehrheit der Deutschen will nicht mehr so stark auf das Auto angewiesen sein. 

Das ist eines der Ergebnisse der Umweltbewusstseinsstudie, einer repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes.

Demnach sagen 91 Prozent der Befragten, dass das Leben besser werde, wenn man nicht mehr aufs Auto angewiesen ist. 79 Prozent wünschen sich für die eigene Stadt eine Stadtentwicklung, die die Alternativen zum Auto stärkt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellt fest, ohne gute Alternativen verzichte aber niemand auf sein Auto. Es brauche einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr und gute und sichere Radwege. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet uns Deutsche als Umweltheuchler.

2. Oktober 2017

Der tote Winkel

ADFC Toter Winkel
Wenn ein Lastwagen rechts abbiegt, liegt ein Radfahrer tot unter seinen Rädern. Diese Unfälle sind viel zu häufig. Und sie verlaufen für Radfahrer meist schwer bis tödlich. Im besten Fall verliert man nur ein Bein  wenn der Reifen des LkW darüber rollt. 

Autos haben tote Winkel, oftmals abgefangen durch gekrümmte Spiegel. Der Bereich, in dem ein Lkw-Fahrer überhaupt nichts sieht, ist viel größer. Der ADFC hat das auf dieser Bild dargestellt. Radler, die auf Radstreifen direkt neben einen solchen Laster fahren, müssen wissen, dass der Fahrer sie nicht sieht, wenn sie neben ihm oder auf Höhe des Fahrerhäuses oder sogar kurz vor dem Fahrerhaus sind. Allerdings sollte auch ein Lastwagenfahrer wissen, dass er Radfahrer nicht sehen kann und beim Abbiegen extrem langsam und umsichtig fahren.