Immer wieder diskutieren wir hier über unsere Sicherheit. Es gibt eine objektive Sicherheit und eine gefühlte. Beide stimmen oft nicht überein.
Das ist die Krux vieler Radwege. Tatsächlich sollten Radfahrende sicher unterwegs ein. Schon das klappt oft nicht. Ein Radstreifen wird nicht angenommen, wenn wir uns auf ihm nicht auch sicher fühlen. Das Andere Bundesministerium für Verkehr weist auf die drei Arten der Sicherheit hin und schreibt:
"Niemand begibt sich freiwillig in eine für ihn offenkundig gefährliche Situation. Jeder ist um die Sicherheit seines Kindes oder Partners besorgt. Das ist der Grund, weshalb auch viele Kurzstrecken mit dem Auto statt mit dem Rad zurückgelegt werden. Es hilft nichts, über diese persönlichen Entscheidungen zu streiten oder sie lächerlich zu machen. Die Entscheidung für das Kfz beruht auf vordergründig rationalen und nachvollziehbaren Gründen. Das Vertrauen in das Fahrrad als sicheres Verkehrsmittel unter den jeweils gegebenen Umständen ist von Person zu Person verschieden. Will man mehr Leute für das Rad begeistern, muss man sich für Straßen einsetzen und diese bauen, auf denen Radfahren attraktiv ist. Genau das haben die Niederländer in ungeheurem Umfang getan. Das ist das Geheimnis hinter hohem Radanteil und hoher Radverkehrssicherheit."
2. März 2018
28. Februar 2018
Hoppeltour übers Stuttgarter Pflaster
Autos sind schwer. Vor allem in Kurven drehen ihre Reifen die Schmuckpflastersteine aus der Verankerung.
Die Folge sind schief stehende Steine, Kanten und Spalten, die für Fußgänger/innen und Radfahrende gefährlich werden können.
Autos macht der Schaden nichts, den sie anrichten, sie rollen in der Tübinger Straße beim Gerber oder in der Lautenschlagerstraße über klappernde Steine. Für Rennradreifen können die hochstehenden Steinkanten und die sich immer weiter auftuenden Spalten zwischen den Steinen aber sturzgefährlich werden. Zu Fuß gehende können mit Absätzen hängen bleiben (Frauen in Pömps) oder über eine Kante stolpern. Mal abgesehen davon, dass es potthässlich aussieht, ungepflegt und so, als lasse die Stadt alles verlottern.
Die Folge sind schief stehende Steine, Kanten und Spalten, die für Fußgänger/innen und Radfahrende gefährlich werden können.
Autos macht der Schaden nichts, den sie anrichten, sie rollen in der Tübinger Straße beim Gerber oder in der Lautenschlagerstraße über klappernde Steine. Für Rennradreifen können die hochstehenden Steinkanten und die sich immer weiter auftuenden Spalten zwischen den Steinen aber sturzgefährlich werden. Zu Fuß gehende können mit Absätzen hängen bleiben (Frauen in Pömps) oder über eine Kante stolpern. Mal abgesehen davon, dass es potthässlich aussieht, ungepflegt und so, als lasse die Stadt alles verlottern.
26. Februar 2018
Hyggelig auf Lastenrädern
In der Kolbstraße, Ecke Heusteigstraße betreibt Anne Pelzer seit drei Jahren ihren Laden speziell für Lastenräder aus Dänemark und Holland.
Hyggelig ist ein dänisches Wort, das eigentlich unübersetzbar ist und für alles genommen wird, was Wohlbefinden verbreitet. So wie das Lastenrad-Fahren. Verschiedene Lastenradtypen können hier in aller Ruhe ausprobiert werden, bis das Richtige gefunden ist. Dazu gibt es eine ausführliche Beratung.
Gewebetreibenden bezahlt das Landes-Verkehrsministerium einen Zuschuss in Höhe der Hälfte (bis zu 4.000 Euro) der Anschaffungskosten für ein E-Lastenfahrrad. Als ich Anfang Februar dort war, hatten gerade zwei Imker die verschiedenen Lastenräder getestet. Der Stuttgarter Gemeinderat hat im Herbst ebenfalls eine Förderung für den privaten Kauf von Lastenrädern beschlossen.
Hyggelig ist ein dänisches Wort, das eigentlich unübersetzbar ist und für alles genommen wird, was Wohlbefinden verbreitet. So wie das Lastenrad-Fahren. Verschiedene Lastenradtypen können hier in aller Ruhe ausprobiert werden, bis das Richtige gefunden ist. Dazu gibt es eine ausführliche Beratung.
Gewebetreibenden bezahlt das Landes-Verkehrsministerium einen Zuschuss in Höhe der Hälfte (bis zu 4.000 Euro) der Anschaffungskosten für ein E-Lastenfahrrad. Als ich Anfang Februar dort war, hatten gerade zwei Imker die verschiedenen Lastenräder getestet. Der Stuttgarter Gemeinderat hat im Herbst ebenfalls eine Förderung für den privaten Kauf von Lastenrädern beschlossen.
24. Februar 2018
Ariel, der Lifestyle-Kumpel
Wieder ein cooles Rad. Manche schreiben ja jetzt schon, Räder seien die neuen Statussymbole.
Aber vielleicht sollte man sie eher Bekenntnisse zu einem bestimmten persönlichen Stil nennen. Sie müssen gar nicht besonders teuer sein. Man sieht ihnen aber an, dass ihr Besitzer oder ihre Besitzerin etwas ganz Persönliches haben wollte und hat. Sie werden auch schön ausgestattet.
Das ist ein Ariel Rider von Bann Industries. Ein Pedelec im Retrodesign mit starkem Motor, 26-Zoll-Räder, breite Reifen, Hinterradmotor und sechs Energiestufen. Es hat handgenähte Lenkergriffe und einen optisch integrierten Akku. Lenker und Sattel sind gefedert. Es kostet je nach Ausstattung und Modell zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Dieses Fahrrad habe ich zufällig an einer Ampel gesehen und möchte es euch auch zeigen. Satteltaschen von Brooks, passt. Zum Retrostil passen natürlich auch die Speichenreflektoren, aber ich könnte mir dennoch eine stylischere Lösung vorstellen.
Aber vielleicht sollte man sie eher Bekenntnisse zu einem bestimmten persönlichen Stil nennen. Sie müssen gar nicht besonders teuer sein. Man sieht ihnen aber an, dass ihr Besitzer oder ihre Besitzerin etwas ganz Persönliches haben wollte und hat. Sie werden auch schön ausgestattet.
Das ist ein Ariel Rider von Bann Industries. Ein Pedelec im Retrodesign mit starkem Motor, 26-Zoll-Räder, breite Reifen, Hinterradmotor und sechs Energiestufen. Es hat handgenähte Lenkergriffe und einen optisch integrierten Akku. Lenker und Sattel sind gefedert. Es kostet je nach Ausstattung und Modell zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Dieses Fahrrad habe ich zufällig an einer Ampel gesehen und möchte es euch auch zeigen. Satteltaschen von Brooks, passt. Zum Retrostil passen natürlich auch die Speichenreflektoren, aber ich könnte mir dennoch eine stylischere Lösung vorstellen.
22. Februar 2018
Wenn es einfach mal schön gemacht wäre ...
Das träume ich manchmal. Kürzlich stand ich eine Viertelstunde am Bahnhof und habe zugeschaut, was an der Fußgängerampel zur Lautenschlagerstraße so passiert.
Immerhin einer der wichtigsten Übergänge für Radfahrende, die Richtung Milaneo, Bibliothek und Pragsattel rausfahren wollen. Über die Kreuzung Kriegsbergstraße/Heilbronnerstraße dürfen sie nicht. Also geht im Grunde nur hier, wenn man aus dem Zentrum kommt. Fußgänger sind in der Mehrheit. Natürlich arrangiert man sich irgendwie. Legalisiert ist die Ampel für Radfahrende übrigens noch nicht, oder anders gesagt: Sie können hier bei Fußgäner-Rot fahren, was auch einige tun. Aber noch andere Dinge passieren.
Immerhin einer der wichtigsten Übergänge für Radfahrende, die Richtung Milaneo, Bibliothek und Pragsattel rausfahren wollen. Über die Kreuzung Kriegsbergstraße/Heilbronnerstraße dürfen sie nicht. Also geht im Grunde nur hier, wenn man aus dem Zentrum kommt. Fußgänger sind in der Mehrheit. Natürlich arrangiert man sich irgendwie. Legalisiert ist die Ampel für Radfahrende übrigens noch nicht, oder anders gesagt: Sie können hier bei Fußgäner-Rot fahren, was auch einige tun. Aber noch andere Dinge passieren.
20. Februar 2018
Radfahren ist KEIN politisches Statement
Viele fahren Fahrrad. Auch Menschen, von denen ich es nicht unbedingt erwarte, weil sie sich fürs Auto einsetzen und neue Radwege und Radspuren ablehnen.
Diesen Fahrradfahrer/innen anderer als grüner politischer Farben würde niemand unterstellen, sie nähmen das Fahrrad aus politischen Gründen. Bei denen ist klar: Wenn sie aufs Fahrrad steigen, dann aus pragmatischen und privaten Gründen. Beispielsweise, weil es schneller geht, weil man damit in der Mittagspause schnell was besorgen fahren kann ...
Diesen Fahrradfahrer/innen anderer als grüner politischer Farben würde niemand unterstellen, sie nähmen das Fahrrad aus politischen Gründen. Bei denen ist klar: Wenn sie aufs Fahrrad steigen, dann aus pragmatischen und privaten Gründen. Beispielsweise, weil es schneller geht, weil man damit in der Mittagspause schnell was besorgen fahren kann ...
18. Februar 2018
Ist die Fahrradstraße in Gefahr?
Ab Sommer gibt Sanierungsmaßnahmen am Österreichischen Platz. Da rostet der Stahl. Autos können dann nicht mehr von der Paulinenbrücke nach rechts über den Österreichischen Platz abbiegen.
Sie sollen jeweils in den Sommerferien 2018/19/20 über die Tübinger Straße geleitet werden, und zwar zur Cottastraße und von der Fangelsbach in die Feinstraße. In der Bezirksbeiratssitzung am Dienstag vor zwei Wochen stellte die Stadt das Konzept für die Umleitungen vor. Ich war nicht nicht dort, denn ich war beim Radforum, das gleichzeitig stattfand. Die Stuttgarter Zeitung berichtet, der Verkehr solle auf der Paulinenbrücke nach rechts in die Marienstraße abgeleitet werden. Dann sollen die Autos die Silberburgstraße runter fahren und über die Tübinger Straße zur Cottastraße geleitet werden und dort auf die Hauptstätterstraße Richtung Heslacher Tunnel fahren. Außerdem wird die Sperre an der Feinstraße abgebaut.
Sie sollen jeweils in den Sommerferien 2018/19/20 über die Tübinger Straße geleitet werden, und zwar zur Cottastraße und von der Fangelsbach in die Feinstraße. In der Bezirksbeiratssitzung am Dienstag vor zwei Wochen stellte die Stadt das Konzept für die Umleitungen vor. Ich war nicht nicht dort, denn ich war beim Radforum, das gleichzeitig stattfand. Die Stuttgarter Zeitung berichtet, der Verkehr solle auf der Paulinenbrücke nach rechts in die Marienstraße abgeleitet werden. Dann sollen die Autos die Silberburgstraße runter fahren und über die Tübinger Straße zur Cottastraße geleitet werden und dort auf die Hauptstätterstraße Richtung Heslacher Tunnel fahren. Außerdem wird die Sperre an der Feinstraße abgebaut.
16. Februar 2018
Jedes Auto braucht im Grunde drei Parkplätze
In Stuttgart gibt es anders als in anderen Ständen kein Gentleman-Agreement mit Autofahrern. Gehwegparken ist nicht erlaubt.
Allerdings wird es auch nicht flächendeckend verfolgt, sondern nur schwerpunktmäßig geahndet. Deshalb entsteht mittlerweile vielerorts und bei vielen Menschen der Eindruck, die Stadt toleriere das Gehwegparken. Es häufen sich die Beschwerden, die auch vehement in Bezirksbeiräten vorgetragen werden. Immer mehr fragen sich, ob das noch so geht und was es uns alle kostet.
Es gibt in Deutschland mindestens 2,5 mal so viele Parkplätze wie Autos, nämlich 160 Millionen Parkplätze bei 67 Millionen Fahrzeugen (einschließlich der 8 Mill. Anhänger). Und tatsächlich: Wer ein Auto hat, braucht einen Parkplatz daheim, einen bei der Arbeit und einen, wo er einkauft. Weil wir damit rechnen dürfen, überall einen Parkplatz angeboten zu bekommen, fahren wir mit dem Auto überall hin und suchen dann nach dem einen Parkplatz, den wir brauchen. Das erzeugt damit einen enormen Suchverkehr. Beides kostet die ganze Gesellschaft viel Geld, für das die Autofahrer nicht aufkommen. Und im Prinzip sind sie ja auch da, diese drei Parkplätze.
Allerdings wird es auch nicht flächendeckend verfolgt, sondern nur schwerpunktmäßig geahndet. Deshalb entsteht mittlerweile vielerorts und bei vielen Menschen der Eindruck, die Stadt toleriere das Gehwegparken. Es häufen sich die Beschwerden, die auch vehement in Bezirksbeiräten vorgetragen werden. Immer mehr fragen sich, ob das noch so geht und was es uns alle kostet.
Es gibt in Deutschland mindestens 2,5 mal so viele Parkplätze wie Autos, nämlich 160 Millionen Parkplätze bei 67 Millionen Fahrzeugen (einschließlich der 8 Mill. Anhänger). Und tatsächlich: Wer ein Auto hat, braucht einen Parkplatz daheim, einen bei der Arbeit und einen, wo er einkauft. Weil wir damit rechnen dürfen, überall einen Parkplatz angeboten zu bekommen, fahren wir mit dem Auto überall hin und suchen dann nach dem einen Parkplatz, den wir brauchen. Das erzeugt damit einen enormen Suchverkehr. Beides kostet die ganze Gesellschaft viel Geld, für das die Autofahrer nicht aufkommen. Und im Prinzip sind sie ja auch da, diese drei Parkplätze.
14. Februar 2018
Radfahren ist ...
Argumemente gegen Radfahren gibt es viele, und sie sind alle unbegründet. Wir wissen das, aber wir werden immer wieder mit diesen Behauptungen konfrontiert. Und oft sind wir um eine Antwort verlegen.
Da gibt es Abhilfe. Die Seite Cyclingfallacies hat 32 Vorurteile zusammengetragen und Antworten gegeben. Da wird mit solchen Mythen aufgeräumt wie, Radfahren sei gefährlich, man schwitze zu sehr, das Wetter passe nicht, es sei zu bergig oder Geschäftsinhaber seien auf Autokunden angewiesen. Ich berichte immer wieder über die einzelnen Themen und versuche, die Vorurteile zu entkräften. Aber an den Kommentaren vor allem auf meiner Facebookseite sehe ich, dass man es nicht oft genug sagen kann. Hier noch mal der Link zu einer wunderschönen Verbildlichung. Da kann man in Ruhe gute Antworten finden. Zum Beispiel:
Da gibt es Abhilfe. Die Seite Cyclingfallacies hat 32 Vorurteile zusammengetragen und Antworten gegeben. Da wird mit solchen Mythen aufgeräumt wie, Radfahren sei gefährlich, man schwitze zu sehr, das Wetter passe nicht, es sei zu bergig oder Geschäftsinhaber seien auf Autokunden angewiesen. Ich berichte immer wieder über die einzelnen Themen und versuche, die Vorurteile zu entkräften. Aber an den Kommentaren vor allem auf meiner Facebookseite sehe ich, dass man es nicht oft genug sagen kann. Hier noch mal der Link zu einer wunderschönen Verbildlichung. Da kann man in Ruhe gute Antworten finden. Zum Beispiel:
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