14. März 2018

Radfahrende sind entspannend für Fußgänger

Mir gefällt die Gemütlichkeit in der Tübinger Straße, die seit anderthalb Jahren Fahrradstraße ist. Sie zeigt sich besondern an der Einbahnstraßenausfahrt zur Cottastraße. 

Die Baken hat man sehr schnell dorthin gemacht, damit Autofahrende mehr Hemmungen haben, gegen die Einbahnstraße durch zu fahren. Es tun immer noch manche, die teils überhaupt nicht checken, dass sie bis zur nächsten Kreuzung tatsächlich als Falschfahrer gegen eine Einbahnstraße fahren, aber es ist deutlich besser geworden.

Eine solche Schleuse für Radler passt nicht zu einer Fahrradstraße, die Radfahrende eben gerade nicht an den Rand verbannt- Auf Einer Fahrradstraße geben Radler die Geschwindigkeit vor und Autofahrer sind nur Gast. Das mögen auch Fußgänger gern. Auf der Tübinger Straße hat der Rad- und Fußgängerverkehr deutlich zugenommen.  

12. März 2018

Wir lieben unser Fahrradstraße und möchten sie behalten.

Wir wollen sie nicht dem Autoverkehr überlassen, auch und gerade nicht im Sommer, wenn Eltern mit ihren Kindern mal in die Stadt radeln können. 

Die Tübinger Straße ist erst seit knapp zwei Jahren zur Fahrradstraße umgewidmet worden, zunächst zur Probe, seit Herbst vergangenen Jahres dauerhaft.

Sie hat sich schön entwickelt. Es fahren weniger Autos durch, dafür hat der Radverkehr deutlich zugenommen. Denn man kann nebeneinander radeln, Räder haben Vorrang, Autos sind dort nur zu Gast. Das hat der Straße insgesamt gut getan, Cafés eröffnen, viele Fußgänger sind unterwegs. Diese 750 Meter lange Fahrradstraße ist Teil der Hauptradroute 1, der zentralen Tallängsstrecke für Stuttgart, die Vaihingen, Dachswalt, Kaltental, Heslach und Stuttgart Süd mit der Innenstadt verbindet. Wir lieben sie, trotz ihrer kleinen Schwächen. Und wir wollen sie behalten! Dafür haben wir am Samstag demonstriert.

10. März 2018

Eine Heilkur für Innenstädte

  Zwei Autos blockieren 26 Radparkplätze
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! Das ist ungefähr die Haltung der Stadtparlamente dem Radverkehr gegenüber. 

Wir alle wissen, dass wir mindestens zwanzig Prozent des Autoverkehrs durch Radverkehr ersetzen müssen. Aber die Gemeinderäte trauen sich nicht, Straßen zugunsten des Radverkehrs anzutasten. Radschnellwege kann jeder bauen: auf dem Land. Auch rund um Stuttgart werden drei entstehen. Aber sie enden fast überall an den Stadtgrenzen im üblichen Schmalspur-Kuddelmuddel zwischen Stadtautobahnen, Fußgängerüberwegen und indirekten Linksabbiegeflächen, also an der nächsten Kreuzung. Dem Radverkehr Vorrang geben ... Nee! Dann müsste ja der Autoverkehr mal warten. Darüber sinniert die taz in einem Artikel über Mobilität.

Fehlt es uns an Mut? Oder fehlt es uns an Wissen?, frage ich mich oft. New York hat doch gezeigt, was passiert, wenn Politiker/innen wirklich mehr Fahrräder im Stadtverkehr wollen.

9. März 2018

Radeln für unsere Fahrradstraße

Es ist viel diskutiert worden in den letzten Tagen, in Bezirksbeiräten und unter Radfahrenden. Der Österreichische Platz muss für Autos saniert werden. Das dauert drei Sommerferien lang. 

Wohin mit den Autos in der Zeit, die nicht mehr über von der Paulienebrücke über die Ecke am Caleido nach rechts Richtung Heslacher Tunnel und in die Feinstraße abbiegen können? Leitet man sie durch die Fahrradstraße, also den Abschnitt der Tübinger Straße zwischen Feinstraße und Cottastaße?  Das ist jedenfalls noch der Plan des Tiefbauamts.

Dafür wird ein Abschnitt der Fahrradstraße beseitigt und durch Radstreifen ersetzt. Und es wird die Autosperre an der Feinstraße wieder aufgemacht.
Das wollen wir nicht. Wir haben nur diese eine große Fahrradstraße, auf der täglich Tausende radeln. Wir demonstrieren morgen dagegen.

8. März 2018

Das größte Risiko für Radfahrer ist die Luftverschmutzung, aber ...

... Radfahren ist gesund. Es verlängert das Leben und verringert Lebensrisiken wie Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Wissen wir. Aber es ist noch gesünder, als wir dachten. 

Das wird immer deutlicher und durch immer mehr Studien und Berechnungen belegt. Der Oberarzt im Bereich Kardiologie und Sportmedizin, Dr. Peter Seidel, hat dazu bei Fahrradzukunft einen langen und gut lesbaren Artikel verfasst. Darin beschreibt er genau die Vorteile, aber auch Risiken des Radfahrens und kommt zu dem Schluss, dass Radfahren den zweiten Herzinfarkt besser verhindert als ein chirurgischer Eingriff (Stents) und dass das Unfallrisiko im Vergleich mit gewissen Sportarten oder dem Fliegen überraschend gering ist.

Junge Menschen machen sich über ihre Gesundheit keine Gedanken und profitieren auch weniger vom Radfahren als Menschen ab 40, denn sie sind generell gesünder und widerstandsfähiger. Es sei denn der junge Mensch gehört der Generation bewegungslos an, deren Lebenserwartung nicht mehr an die herankommt, die wir noch haben. Menschen ab 40 profitieren dagegen enorm vom regelmäßigen Radfahren, aber nur, wenn sie auch im Winter radeln.

6. März 2018

Wenn wir Fahrräder am Straßenrand abstellen ...


Räder darf man überall hin stellen, wenn sie keine Fußgänger oder andere Verkehrsteilnehmer behindern. Aber dürfen sie auch am Straßenrand oder auf Autoparkplätzen abgestellt werden? 

Ja, sie dürfen. Für Lastenräder kann das sogar unter Umständen der einzige erlaubte Parkplatz sein. Allerdings müssen auch Fahrräder Platz sparend geparkt werden. Es ist nicht erlaubt, mit dem Fahrrad einen Autoabstellplatz sozusagen freizuhalten. Wenn aber wie hier bei einer Veranstaltung ein Dutzend Leute mit dem Fahrrad kommen, ist das Abstellen der Räder auf dem Autoparklatz die Platz sparendste Methode, die ich mir denken kann. (Den Gehweg hätten sie entlang der Hauswände zugestellt).

Die Frage, wohin mit dem Lastenrad, gewinnt derzeit an Interesse, denn viele Privatleute, aber auch Ladeninhaber und Gastwirte suchen für Lastenräder Abstellplätze, entweder für ihr eigenen oder für die ihrer Kund/innen.

5. März 2018

R.I.P. - Wir tragen schon mal die Fahrradstraße zu Grabe

Requiescat in pace! Ab Sommer gibt es die Fahrradstraße nicht mehr so wie jetzt. 

Wenn der Österreichische Platz saniert wird, wird der Umleitungsverkehr über die Tübinger Straße geführt. Außerdem wir die Autosperre an der Feinstraße wieder aufgemacht.

Damit ist die Fahrradstraße zwischen Feinstraße und Cottastraße erst einmal weg. Sie wird dem Autoverkehr geopfert. Das wollen wir nicht. Ein breites Bündnis aus Zweirat, VCD, ADFC, Greenpeace und Radfahren in Stuttgart ruft deshalb zu einer ersten Demonstration auf.

Wir  tragen schon mal die Fahrradstraße zu Grabe. 
Und zwar am Samstag, 10. März. Wir treffen uns auf dem Marienplatz und reihen uns dann in angemessen fantasievoller Trauerkleidung  hinter dem Sarg zum Trauerzug bis Feinstraße ein. Dort legen wir Kränze nieder, falls wir welche dabei haben.

Der Sachverhalt:

4. März 2018

Mit dem Fahrrad nach Jerusalem

Blogleser Emanuel will in Teilstrecken mit dem Fahrrad nach Jerusalem fahren und fragt, wer auf einer oder mehren Etappen mitmacht. Folgendes hat er mir geschrieben:

Bei mir konkretisiert sich der Plan, im September in Fellbach bzw. Esslingen aufzubrechen Richtung Jerusalem. Zeitliche Frist: 3 - 4 Jahre, also Ankunft ca. 2020 oder 2021. Heißt: 3 - 4 Zeitabschnitte.

Der 1. Zeitabschnitt ist relativ konkret und festgelegt: Ende September 2018 fahre ich los.

2. März 2018

Sicher sein und sich sicher fühlen - so geht Radförderung

Immer wieder diskutieren wir hier über unsere Sicherheit. Es gibt eine objektive Sicherheit und eine gefühlte. Beide stimmen oft nicht überein.

Das ist die Krux vieler Radwege. Tatsächlich sollten Radfahrende sicher unterwegs ein. Schon das klappt oft nicht. Ein Radstreifen wird nicht angenommen, wenn wir uns auf ihm nicht auch sicher fühlen. Das Andere Bundesministerium für Verkehr weist auf die drei Arten der Sicherheit hin und schreibt:

"Niemand begibt sich freiwillig in eine für ihn offenkundig gefährliche Situation. Jeder ist um die Sicherheit seines Kindes oder Partners besorgt. Das ist der Grund, weshalb auch viele Kurzstrecken mit dem Auto statt mit dem Rad zurückgelegt werden. Es hilft nichts, über diese persönlichen Entscheidungen zu streiten oder sie lächerlich zu machen. Die Entscheidung für das Kfz beruht auf vordergründig rationalen und nachvollziehbaren Gründen. Das Vertrauen in das Fahrrad als sicheres Verkehrsmittel unter den jeweils gegebenen Umständen ist von Person zu Person verschieden. Will man mehr Leute für das Rad begeistern, muss man sich für Straßen einsetzen und diese bauen, auf denen Radfahren attraktiv ist. Genau das haben die Niederländer in ungeheurem Umfang getan. Das ist das Geheimnis hinter hohem Radanteil und hoher Radverkehrssicherheit."