16. August 2013

Nein, das ist kein Radweg!

Hier DARF man nur mit dem Rad fahren. Das ist nämlich eigentlich ein Gehweg. Oder eine Fußgängerzone. Oder der Neckardamm.

Hier dürfen Radfahrer fahren, die nicht wie die Autos auf der Fahrbahn fahren wollen. Sie müssen es aber nicht tun. Denn dieser Bereich gehört den Fußgängern. Sie haben Vorrang. Sie dürfen beiseite geklingelt und fluchend auf irgendeiner Seite überholt werden. Radfahre müssen hier Rücksicht auf Fußgänger samt Hunden, Kindern und Gehhilfen nehmen.

Nein, dies ist kein Radweg. 
Wirklich nicht. 
Man kann ihn auch nicht so nennen. 
Man sollte ihn so nicht nennen. 

15. August 2013

Vorsicht, Radfahrer!

Nein, diese Warnung richtet sich nicht an die Autofahrer. Sondern sie ist (wie bei mir am Komma erkennbar) eine Warnung an die Radler vor querenden Autos.

Und zwar solchen, die über den Radweg in eine und aus einer Tankstelle fahren.

Darauf hat mich auf Facebook ein Leser aufmerksam gemacht.

14. August 2013

Natürlich hat man sich was dabei gedacht.

Das ist die Lohäckerstraße, ein ländliches Verbindungsstück zwischen Fasanenhof und Möhringen. Eine Straße, die man mit dem Rad gut befahren kann. Es gibt wenig Autoverkehr und Autofahrer können einen gut überholen. Allerdings fährt hier ein Bus. 

Ich bin sie früher oft gefahren. Hatte sie damals eigentlich auch schon dieses blaue Schildchen, das mir befiehlt, auf dem Gehweg zu fahren? Ich weiß es nicht. Aber als ich es jetzt sah, dachte ich: Also bitte, was soll das denn?

Ich soll mit dem Rad aus dem Kreisverkehr im Fasanenhof auf den in meiner Fahrtrichtung linken Gehweg fahren und auf ihm entlang radeln? Meinen die das ernst? Er ist keineswegs sonderlich breit.

Aber es kommt noch besser.

13. August 2013

Was Radfahrer sich wünschen


Markus Bünger hat mir erste Ergebnisse seiner Umfrage unter Radfahrer/innen in Stuttgart geschickt. Er schreibt eine Bachalor-Arbeit zum Thema "Entwicklung von Qualitätsmaßnahmen für den Radverkehr". An der Umfrage, die per Mail verschickt und bei mir gepostet worden ist, haben nach Büngers Angaben mehr als 750 Personen teilgenommen. Dabei haben sich bei der Auswertung noch einige wenige weitere Fragen zum Untergrund ergeben. Wenn Sie Lust haben, folgen Sie dem Link und beantworten sie.

Hier die ersten Zahlen:

12. August 2013

Da geht noch was - Charlottenplatz Teil 1

Der Charlottenplatz ist ein riesiger Richtungs-Umschlagplatz für Autos. Die Ampelschaltungen sind entsprechend ausgeklügelt.

Fußgänger haben das Labyrinth der unterirdischen U-Bahn-Haltestelle, um ampelfrei über die Kreuzung zu kommen. Lieber geht man aber oben über die Straße. Seit einigen Jahren gibt es zwischen Landesbibliothek und Schlossgarten auch den Deckel. Er ersetzt eine Brücke (die auch mit dem Rad befahrbar war) durch eine leider sehr gemütliche Ampelanlage. Und so ampeln wir Radler uns heute über diese Kreuzung.


In den siebziger Jahren gab es Radler, die auf den Fahrbahnen über den Charlottenplatz gesaust sind. Geradeaus kann man das immer noch tun, aber das Linksabbiegen über den den Platz ist für Radfahrer verboten. Das Foto zeigt das Verboten-Schild. Aufgenommen wurde es bei einer Fahrt von Critical Mass, wo wir unter Polizeischutz auch solche Wege radeln.

Dafür sind Gehwege und Fußgängerampeln freigegeben oder als Pflicht-Radwege beschildert. So sieht die Kreuzung aus. (Da ich keine Googlekarte klauen kann, musste ich die Kreuzung selber zeichnen.)

Hellblau: Gehwege / Fußgänger
Gelber Kreis: Radlerampel (Pfeil zeigt die Richtung an.)
Blaue Quadrate: Fußgängerampeln, die auch für Radler gelten.
Rot: Radwege (oder freigegeben)



Es gibt aber nur einen Radweg mit Radler-Ampel, auf dem keine Fußgänger gehen. Der ist für die Radler, die von der Hohemheimer Straße herab kommen. Sie können zusammen mit den Autofahrern Richtung Planie radeln, direkt auf den Zugang zum Schlossplatz. (Foto, Pos. 2, die Ampel dazu Pos. 6)

Von ihm aus kann man am Überweg jenseits der Kreuzung auch Richtung Schlossgarten (Landtag) abbiegen (auf die Strecke 4-5), wenn man den Lenker herumreißt. Man spart sich die zweizügige Ampelanlage auf dem Deckel. Nur Mut!


Wer woanders herkommt und woanders hin will, muss sich unter die Fußgänger mischen. Er hat keine andere Wahl. Die Ampelschaltungen sind auf das Tempo von Fußgängern ausgelegt, und auch die müssen auf den Inseln zwischen den Fahrspuren immer wieder warten. Wer hier oft fährt, kennt bald die Ampelschaltungen.

Beginnen wir bei Position 1. Hier landet man, wenn man aus dem Rotlichtviertel, vom Breuninger Parkhaus her kommt. (Derzeit, Stand 2014/2015, durch eine Baustelle erschwert.) Dann hat man die Ampelanlage vor sich. Wir wollen hinüber nach Pos. 2, um auf der Urbanstraße gen Norden weiterzufahren, oder um auf den Radweg zur Planie zu schwenken.

Zuerst wird die Ampel drüben (Pos. 2) grün. Dann folgt die mittlere Ampel. Dann wird die Autoampel auf meiner Seite rot und unsere Fußgängerampel grün, und ich kann in einem Stück hinüberradeln, ohne über die Fußgängerinsel zu hoppeln. In Gegenrichtung geht das weniger zügig. Ich muss die sich langsam aufbauende Grünphase abwarten.

Ich finde, das ist noch eine der bequemsten Ampeln für uns Radler, die der Charlottenplatz zu bieten hat.  Man muss sie halt nur gut kennen.

Bei den anderen Ampeln gibt es keine Möglichkeit, durchzufahren. Man muss immer auf den Inseln Insel halten und absteigen, bei den dreizügigen zwei Mal.

Das verleitet dazu, sich nach dem Verkehr zu richten, statt nach der Signalanlage. Die Fußgänger machen es auch so. Sie und Radfahre entscheiden selber, wann frei ist.

Und in Gegenrichtung, vom Auslandsinstitut (Pos. 5 zu 1) auch. Es reicht ja, wenn man auf den Verkehrsinseln herumsteht. Wobei wie immer die Fußgänger nicht so recht wissen, was ein Radweg ist, und auf der vollen Breite einem gegenüber warten und entgegenkommen.

Man klingelt sich dann so durch. Und weil der Radweg vom Breuninger her (der auf dem Foto vorn rechts kommt) eine etwas ungeschickte Führung hat und ein Radler nicht um den Masten herumkurven will, entert er die Furt natürlich über den Fußgängerbereich.

Merke: Radler fahren ungern neunzig-Grad-Winkel, sie können es auch gar nicht. 

Wir haben hier wieder mal einen echten Mischverkehrsbereich, wo Fußgänger und Radler aus allen Richtungen und in alle Richtungen aneinander vorbei und umeinander herum müssen. Nur die Autos haben ihre gebahnten Wege ganz für sich allein.

Kann man nett finden, und wenn ich viel Zeit habe, finde ich das auch. Es ist so urban. Leider hat Stuttgart wirklich nur ganz wenige Strecken, auf denen man längs und quer durch die Innenstadt kommt. Und es gibt keine einzige, die nicht an mindestens einer Stelle Mischverkehrsweg für Fußgänger und Radler ist. Und das ist für Radler, die tag aus tag ein hier fahren, nervig.

Wir werden ins Fußgängertempo gezwungen. Das wird unserer Fortbewegungsart nicht gerecht. Und ich kenne auch Fußgänger, die sich über die Radler hinter und neben sich ganz fürchterlich aufregen.