16. September 2019

Alle sind fürs Fahrrad, oder?

Im Herbst stehen im Gemeinderat Haushaltsberatungen an. Mit dabei ein großes und Millionenschweres Paket aus dem Zielbeschluss Fahrradstadt Stuttgart. 

Beschlossen haben es die Grünen im April zusammen mit der knappen Mehrheit von SÖS-LinkePluS und SPD. Inzwischen hat eine Gemeindratswahl stattgefunden, aus der die Grünen zwar als stärkste Kraft (16 von 60 Sitzen) hervorgegangen sind, die es aber nicht leichter gemacht hat, für eine rasche und deutliche Umweltpolitik eine Mehrheit zu finden. Können wir künftig auch mit der CDU in unserem Gemeinderat rechnen?  Im August überraschte die Union unter dem Titel "Klimadialog" immerhin mit dieser Erklärung:

14. September 2019

Ihr werdet doch auch mal schieben können

Oder bremsen. Oder eine U-Kurve fahren. Oder das Rad den Bordstein hochheben. Wenn das nicht mehr zumutbar ist ...

Es gibt entrüstete Antworten, wenn wir Radfahrenden uns über ungeschickte Verkehrsführung beschweren. Über zu hohe Bordsteine, unmögliche Kurven, Schiebestrecken, lange Wartezeiten an Ampeln. Oder gar darüber, dass Linksabiegen nur halblegal möglich ist. "Was wollt ihr denn noch alles? Und ihr fahrt doch sowieso immer bei Rot."

12. September 2019

Die Mobilität ist weiblich, der Verkehr männlich

Petra Sturm ist Rennradfahrerin und zieht im Standard ihre persönliche Bilanz übers Radfahren  in Österreich und die Rolle der Frauen im Straßenverkehr.

"Ich ärgere mich auf Wiens Straßen täglich über breite SUVs, dir mir als Radlerin das legale Fahren gegen die Einbahn verunmöglichen, und fühle mich auf dem Radstreifen bedrängt. Gute Tipps von Polizisten, ich solle halt lieber öffentlich fahren, wenn ich den Straßenverkehr gefährlich finde, brauche ich genauso wenig wie rasende Männer in großen, schwarzen Autos mit fetter Soundanlage, die mir "Verfickte Hure am Rad" nachrufen, oder schnelle Radler, die mich auf dem Radweg riskant überholen. Gegen patriarchale Strukturen bin ich allergisch."

In Österreich ist etwas geschehen, was die Diskussion übers Radfahren zugespitzt hat und symptomatisch ist, für den Umgang mit Radfahrenden. 

11. September 2019

Ja, Wahnsinn!

Geht doch. Noch vor zwei Jahren habe ich mich über Abkürzungen durchs Grün mokiert, weil die Wegeführung zu winklig sind.

Und schon wird am Neckardamm so eine Abkürzung asphaltiert. Es handelt sich um die Spitzkehre am Cannstatter Wasen für Radler, die von der Hall of Fame kommen und Richtung Esslingen weiterradeln wollen (und für die, die in Gegenrichtung unterwegs sind).  Das Foto vom Moment der Vewandlung einer Schlammspur in eine radelbare Fläche hat mir Blogleser Alex geschickt. Danke dafür.

10. September 2019

Wollen wir nicht langsam mal erwachsen werden?

Es wird Zeit, dass wir Radfahrenden aufhören, uns wie Fußgänger/innen zu verhalten

Das denke ich jedes Mal, wenn ein Radler im Kindermodus auf den Gehweg hochfährt, weil er an der Autoampel nicht warten will, um dann mit Fußgängergrün die Fahrbahn zu überqueren. Oder wenn eine Radlerin über einen Gehweg abkürzt.

Ja, ich weiß, auf der Fahrbahn gibt es Konflikte mit Autofahrenden, etwa wenn man die Hasenbergsteige oder die Alte Weinsteige hochfährt, wo kein Platz ist fürs Überholen und einem die Autos fahrbahnausfüllend entgegenkommen. Oder im Schwabtunnel, wo die Autos hinter einem schnauben, wenn man auf der Fahrbahn durchradelt. Aber Gehwege sind nun mal für Fußgänger/innen. Sie sind zwar oft für uns Radler freigegeben, aber oft auch nicht. Und dann sind sie für uns tabu. Punkt.

8. September 2019

Der feindliche öffentliche Raum

Sind wir eigentlich noch Fußgänger/innen? Wenn nein, können wir es wieder werden? Und wollen wir das überhaupt?

Der Wiener Verkehrsexperte Hermann Knoflacher sagt in einem Inverview mit dem Managermagazin: "Die Menschen begreifen nicht, dass das Auto sie in eine völlig andere Raum-Zeit-Dimension katapultiert, die sie nicht verstanden haben. Sie fühlen sich gut, während sie die Natur zerstören, die Landschaft zerstören, die Städte zerstören, die Wirtschaft zerstören. Das sind langsame Prozesse, die viele nicht bemerken. Dazu kommt, dass das Auto Menschen mit nachhaltigen Verkehrsmitteln den Boden entzieht, indem es den öffentlichen Raum zur lebensgefährlichen und ungesunden Umwelt macht."

Und was tun wir? Wir ziehen uns in Innenräume zurück, wir machen unsere Fenster schalldicht, wir fahren mit dem Auto aus der Stadt hinaus, um irgendwo zu wandern und frische Luft zu genießen, wir stellen Luftstaubsauger (natürlich auf den Gehwegen) auf, denn wir haben unseren Außenraum komplett dem Auto überlassen, das uns vergiftet.

6. September 2019

Der oder das Radler, das ist hier die Frage

Das sind Statements: "Radler, nein Danke." Und: "Technisches Hilfswerk, Hilfe für den Nächsten." Beides passt nicht recht zusammen: Nächstenliebe und Radlerhass. 

Aber Nein, nicht aufregen! Der meint ja gar nicht uns Radfahrende! Der meint dieses komische Getränk, das man Radler nennt. Gell! Es gibt zumindest Aufkleber, die das optisch darstellen und nicht nur einfach optisch abkotzen.

4. September 2019

Wenn das Falschparken kein Kavaliersdelikt mehr ist

Eigentlich kann ich nicht glauben, was ich lese: Das Bundesverkehrsministerium will, dass Parken auf Radwegen nicht nur 100 Euro kostet, sondern auch mit einem Punkt geahndet wird.

Das meldete die Saarbrücker Zeitung als erste. Aber wenn man genau hinschaut, wird es schon wieder etwas harmloser. Den Punkt in Flensburg soll es nur geben, wenn eine Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung vorliegt. Also nie  ... Oder?

2. September 2019

Die Critical Mass und die Polizei

Dürfen Autofahrende eigentlich den Verkehr lahmlegen? Beispielsweise morgens und abends, wenn sich alles staut? Dürfen das Radfahrende auch? 

Die Critical Mass Ulm ist am 27. August von der Polizei aufgehalten und dann weg eskortiert worden und hat über Twitter nach den Erfahrungen gefragt, die andere CM-Ausfahrten in anderen Städten haben. Sie hat viele Antworten bekommen.

Hier ein kurzer Abriss der Entwicklung der CM in Deutschland: