23. August 2019

Leihräder in Stuttgart - zwischen kostenlos und teuer

In Stuttgart sind die Regioräder in jeder ersten halben Stunde kostenlos. Allerdings nicht alle, und Lastenfahrräder sind richtig teuer.

Immerhin kann man sein Leihrad innerhalb der ersten halben Stunde an einer Station abstellen und für die Weiterfahrt ein zweites ausleihen, ohne bezahlen zu müssen. Das ist ein Luxus, für den der Gemeinderat die nötigen Gelder bereitgestellt hat. Denn die DB-Firma Call a Bike ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinne machen muss. Bei der Critical Mass sehe ich aber auch immer wieder Leute, die auf RegioRädern die ganze zwei Stunden dauernde Tour mitradeln (1 Euro pro halbe Stunde, Tarife, siehe unten*).

21. August 2019

Noch mehr Verkehrzeichen sollen's richten

In Stuttgart freuen wir uns besonders auf das Schild, das es Autofahrenden verbietet, Radfahrende zu überholen. Der Bundesverkehrsminister will es einführen. Hurra!

Das stellen wir dann zum Beispiel an der Bölinger Straße in Kaltental auf. Oder in der Nedkarstraße. Dann hört die knappe Überholerei am so genannten Schutzstreifen auf. Wunderbar! Alles geritzt. Oder? Wie viel Polizei wird da stehen, um das Überholverbot zu überwachen?

19. August 2019

E-Scooter: teurer Spaß mit Hindernissen

Seit in paar Tagen kann man in Stuttgart E-Scooter ausleihen. Das hat mit Radfahren insofern etwas zu tun, als sie uns auf unseren Radwegen begegnen. 

Sie müssen nämlich die Radinfrastruktur benutzen, dürfen nicht die Infrastruktur der Fußgänger/innen befahren, übrigens auch keine für Fahrräder freigegebenen Gehwege. Denn es sind rein motorbetriene Fahrzeuge, sie brauchen, anders als Pedelecs, keine Muskelkraft. Deshalb haben sie auch Versicherungskennzeichen und unterliegen einer Altersebegrenzung bei ihren Fahrer/innen auf über 14 Jahre.

In Berlin habe ich mir kürzlich ansehen können, was diese E-Tretroller mit einer Stadt machen.

17. August 2019

Raumfahrt mit Lastenrädern

Das DLR, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, untersucht seit zwei Jahren das Lastenfahrrad als Ersatz fürs Auto. 

Bei dem größten Lastenrad-Testprojekt geht es um eine Entlastung der irdischen Städte. Für drei Monate werden Lastenräder an Gewerbetreibende verliehen. So können Alternativen zum Transport mit Verbrennungsmotor ohne finanzielle Risiken getestet werden. Kolleg/innen aus den Bereichen Psychologie, Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre unterstützen die Erhebung uns Auswerung der Daten. Welche erhoben und wie sie bewertet werden, könnt ihr hier ausführlich nachlesen.

Für mich wichtigstes Ergebnis: Die eigene Erfahrung beeinflusst das Nutzungsverhalten sehr stark.

15. August 2019

Die Maus und das Fahrrad

WDR/Ben Knabe
Die Sendung mit der Maus beschäftigt sich mit dem Fahrrad. Und zwar immer wieder sonntags. Das kann man sich in der Mediathek auch in Serie ansehen.

Am vergangenen Sonntag ging es ums Laufrad. Hier der Pressetext: Weiter geht es für Armin und das Maus-Team in der Fahrradwerkstatt. Nachdem der Rahmen fertig lackiert ist, müssen nun Lenker, Sessel und natürlich auch die Räder montiert werden. Fahrradbauer Hertel erklärt dabei, wie Nabe, Speichen und Felgen zusammen funktionieren und zeigt Armin und Anna-Lena das sogenannte Einspeichen. Dabei bekommen die beiden ganz schön schmutzige Hände. Was nun entsteht, ist ein Laufrad. Wie dies wohl in einer Fabrik abläuft und wie es sich mit einem Laufrad fahren lässt? Letzteres prüft Anna-Lena mit einer Testfahrt auf dem Feld.
Zu sehen unter wdrmaus.de, der MausApp und der Mediathek.
https://www.wdrmaus.de/

13. August 2019

Für Fußgänger ist das Auto gefährlich, das Fahrrad nicht

Die Unfallforschung der Versicherer hat für die Verkehrsarten, Fahrrad und zu Fuß Gehen, die Unfallhäufigkeit untersucht. 

Demnach ist das Kfz für Fußgänger und Radfahrende am gefährlichsten und das Risiko für einen Fußgänger, von einem Radfahrer angefahren zu werden, am geringsten.

Die Statistik der UDV zählt in Berlin im Zeitraum von 2006 bis 2010 34.000 Unfälle, die Radahrende oder Fußgänger erlitten haben. An 56 Prozent der Fahrradunfälle waren Autos beteiligt, bei den Fußgänger/innen war das bei 28 Prozent der Fall, wobei unter den Opfern überproportional Kinder und Jugendlich waren. Nur 6 Prozent der Unfälle, die Fußgänger hatten, geschahen durch einen Zusammenstoß mit einem Fahrrad. Generell würde regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr und regelkonforme Gestaltung des Straßenraums so, dass alle einander sehen können, viele Unfälle verhindern. Und das gilt für alle Verkehrsteilnehmer/innen gleichermaßen. Jedoch sind Radfahrende für Fußgänger/innen lange nicht so gefährlich wie sie empfunden werden.

11. August 2019

Die kleinen Sünden der Radfahrenden

Vor mir ein Ausflugspulk auf Rädern. Plötzlich bremst alles und die Fahrräder blockieren den ganzen Weg. 

Oder ich stoße auf einen Familienverband in Krisenstimmung, dessen Räder kreuz und quer stehen. Oder zwei Radler unterhalten sich mitten auf dem Radweg.

Das da noch andere kommen könnten, daran hat man gar nicht gedacht. Auch Radfahrende machen Fehler, mit denen sie andere Radler behindern, im schlimmsten Fall sogar gefährden. Wir haben wie Fußgänger/innen keine Rückspiegel und rechnen fast nie damit, dass hinter uns ein schnelleres Wesen auf dem Fahrrad kommt. Wir bleiben abrupt stehen, ohne uns umzugucken, wir biegen unvermutet ab. Alle von uns haben das bei anderen schon erlebt und machen es selbst.

9. August 2019

Wir wissen es eigentlich genau

Wir müssen es nur tun. Kopenhagen gilt als Vorbild für eine Beruhigung der Innenstädte mithilfe des Fahrradverkehrs.  Und warum kriegen wir das nicht hin? Warum können wir nicht vernünftig handeln?

Um Umweltschutz geht es den Kopenhagenern gar nicht. Der ist ein Collateralnutzen. Ihnen geht es um Bequemlichkeit. Das Fahrrad ist zum zuverlässigsten und bequemsten Verkehrsmittel geworden.

7. August 2019

Viel Holz für einen Überweg?

Von der Bopseranlage zur Popserwaldstraße gibt es bald einen Fußgängerüberweg, der auch mit dem Fahrrad benutzt werden kann. 

Ins Gebüsch zur Hohenheimerstraße wurden allerdings vier Breschen geschlagen, Gebüsch und Bäume abgeholzt. Und das befremdet die Nutzer/innen der Grünanlage jetzt doch erheblich. Und schürt wieder mal Zorn auf Radfahrende. Also ob das nur für uns geschähe. Ist aber nicht so.

5. August 2019

Was ist denn das?

Jahrelang wurde an den Eberhardhöfen gebaut. Der Gehweg am Tagblattturm war weg.

Jetzt taucht er wieder auf. Und zwar mit einer Asphaltspur, die dort liegt, wo früher der Radweg war. Aber den brauchen wir doch gar nicht mehr.

Wir fahren jetzt nun schon jahrelang, wenn wir aus der Tübinger Straße kommen, auf der Fahrbahn zur Kreuzung vor, um nach links in die Eberhardstraße abzubiegen. Und wir radeln geradeaus weiter, wenn wir zum Wilhelmsplatz wollen.

3. August 2019

E-Scooter auf dem Neckardamm verboten

Gestern kam mir der erste E-Scooter auf dem Neckardamm entgegen. Darauf stand eine Frau. Ich kam ins Grübeln. Dürfen E-Scooter auf dem Neckardamm fahren? 

Der Weg zwischen Rosensteinbunker und Hofener Straße ist nämlich ein Gehweg, der für Fahrräder freigegeben ist. Und auf solchen Gehwegen dürfen E-Scooter nicht fahren. Sie sind ja keine Fahrräder. Sie sind auch, anders als Fahrräder, Fahrzeuge, die ohne Muskelkraft fahren und darum ein Versicherungskennzeichen haben müssen.

1. August 2019

Gut gemacht!

Zum ersten Mal sehe ich in Stuttgart eine gelb markierte Umleitungsführung, wo der Radverkehr seinen Platz behält. 

Im Möhringer Zentrum wird gebaut, deshalb müssen Autofahrer anders fahren. Hier, in der Rembrandstraße Richtung Sonnenberg, wurden die Parkplätze allesamt weggenommen, der Schutzstreifen nun geradeaus geführt und für die Autofahrenden eine Linksabbiegespur eingerichtet. Tatsächlich parkt hier auch keiner. Irgendwie gut. Da fühle ich mich wertgeschätzt.

Und wenn wir schon beim Loben sind: