31. Mai 2019

Wo will der Hund mit dem Fahrrad hin?

Das Schild steht in Ravensburg, wenn Markt ist. 

Klar: Fahrräder beißen und Hunde sind groß und sperrig. Oder umgekehrt?

Oder meinen die nur die Menschen, die zum Fahrrad auch noch einen Hund dabei haben oder zum Hund ein Fahrrad? Und führt man ein Fahrrad auch dann mit, wenn man drauf sitzt? Oder fährt man es dann? Okay, das Verkehrszeichen verbietet jeglichen rollenden und bellenden Verkehr. Ausgenommen Kinderwagen, Leiterwagen. Und Pferde, aber die wiehern ja.

29. Mai 2019

Ich bin wieder drin

Ich habe ich es wieder in den Gemeinderat geschafft. Jedenfalls nach dem vorläufigen Endergebnis. 

Ich danke allen, die mich gewählt haben und allen, die unermüdlich für mich geworben haben

Ihr habt mich auf Platz 16 von 16 grünen Sitzen gewählt. Unsere Fahrradpolitik geht weiter. Sie wird, auch wenn die Grünen im Gemeinderat stärkste Fraktion geworden sind, dennoch weiterhin für eine Mehrheit bei anderen Parteien suchen müssen. Bisher waren die Linke und SÖS und Junge Liste und die SPD mit dabei. Jetzt kommen noch zwei Stadtisten dazu. Das macht Hoffnung. Und vielleicht werden auch die anderen Parteien bald begreifen, dass der Autoverkehr in der Stadt keine Zukunft hat, sondern Mobilität anders besser funktioniert.

Wir, also ich mit meinem Blog Radfahren in Stuttgart, und alle, die wir in Stuttgart Fahrrad fahren, darunter der ADFC, der Zweirat, der VCD, die Critical Mass werden uns weiter für eine Verbesserung der Radinfrastruktur einsetzen und daran arbeiten, dass aus Stuttgart eine echte Fahrradsstadt wird.

Radeln wir's an.

27. Mai 2019

Die Zählstelle in Cannstatt

Wo ist die Zählstelle auf der Waiblinger Straße in Cannstatt? Diese Frage tauchte im Plenum des Radforums im Mai auf.

Die meisten wissen, dass an der König-Karls-Brücke beim Leuze eine Zählstelle gibt, weil dort eine Anzeige steht. Einige dürften auch wissen, dass es auch auf dem Radweg entlang der Böblinger Straße in Heslach, bergauf kurz vor dem Waldeck eine weitere Zählstelle gibt, erkennbar an den Romben im Asphalt, unter denen die Induktionsleitungen liegen.

Radschnellweg Römerstaße wird am Freitag eröffnet

Und zwar am 31. Mai um 11 Uhr. Es ist die erste Radschnellverbindung nach Stuttgart, die fertig ist.


Hier der Link mit Ortsangabe. Man trifft sich gewissermaßen auf halber Strecke zwischen Böblingen und Vahingen auf der Römerstraße, die gerne auch Panzerstraße genannt wird.

Sindelfingen brachte die Idee vor drei Jahren auf, diese Kopfsteinpflasterstrecke zu ertüchtigen, das Landesverkehrsministerium nahm sie auf. Man wollte, dass Radfahrende eine schnelle Verbindung zwischen Vaihingen und Sindelfingen, Böblingen erhalten, damit sie mit dem Fahrrad bequem pendeln können. Auch bei Nacht und auch im Winter. Das Kopfsteinpflaster sollte mit einer Asphaltschicht bedekt und eine mit dem Radler mitlaufende Beleuchtung eingerichtet werden, damit der Wald frühmorgens im Winter und abends nicht gar so finster ist. Spatenstich war im vergangenen Jahr.

25. Mai 2019

Wenns ums Auto geht, verlieren wir den Verstand

Niemand muss Fahrrad fahren, aber wer will, soll es bequem und vergnüngt können. Das könnte das Ziel einer Stadtplanung und Politk fürs Fahrrad sein. Ist es aber nicht.

Unsere Radinfrastruktur wurde bisher halbherzig geplant und gebaut. Viele fürchten sich auf ihr. Aus anderen Städten wissen wir aber, dass Menschen das Angebot einer guten Radinfrastruktur gerne nutzen. Sie steigen vom Auto aufs Fahrrad um. Das Potenzial ist riesig, auch bei uns in Stuttgart. Wir schöpfen es aber nicht ab. Unsere Politik ist da in höchstem Maß irrational und extrem unwirtschaftlich. Sie verschwendet Steuergelder für den Autoverkehr und das auch noch zu unser aller Nachteil. Der Autoverkehr kostet uns Milliarden, die von den Autofahrenden nicht übernommen werden, doch jeder in in den Radverkehr investierte Euro bringt einen Gewinn für uns alle von zwischen 2 und 38 Euro. Es wäre also vernünftig, in den Radverkehr zu investieren. Wer die Zahlen in allen Einzelheiten lesen will, der findet sie in diesem Artikel von David Binnig im Blog RennRad.

Was macht den Autoverkehr so unwirtschaftlich?

24. Mai 2019

Der größte Trick der Autoindustrie war es ...

Basisbild: Wikipedia
... der Welt weiß zu machen, Rad fahren und zu Fuß gehen passten nicht zusammen. 

Diesen Satz hat Modacity auf Englisch auf Twitter gepostet. (The greatest trick the auto industry ever pulled was convincing the world walking and cycling can’t coexist.)  Die beiden erzählen in dem Post, dass sie seit sie in eine Fahrradstadt (Delft) umgezogen sind, mehr zu Fuß gehen als jemals vorher in ihrem Leben, weil die Straßen nicht von Autos verstopft sind. Da macht man gerne Spaziergänge. Aber stimmt der Satz? Aber was erzählt uns die Autoindustrie eigentlich über uns? 

23. Mai 2019

Wir können das, wenn wir wollen

Neckartalstraße, S-Münster
Kopenhagen war einst genauso Autosstadt wie wir das sind. Dann hat man angefangen, das Radfahren bequemer zu machen als das Autofahren. Und jetzt fahren mehr Leute mit dem Rad in der Stadt herum als mit dem Auto. 

Wir sind dreißig Jahre zurück, was die Mobilitätswende betrifft, aber anders als die Kopenhagener könnten wir es schneller schaffen, weil wir auf deren Erfahrungen zurückgreifen können. Welche das sind, hat der Tagesspiegel hier dargestellt. Ich fasse das unten zusammen.

Am Sonntag sind Gemeinderats- und Europawahlen. Die Zusammensetzung des Gemeinderats ist entscheidend dafür, ob in Stuttgart die Radpolitik fortgesetzt wird, die wir mit dem Zielbeschluss fahrradfreundliches Stuttgart massiv angestoßen haben. Zwar hat der OB den Auftrag, in seinem Haushaltplan im Herbst die Gelder bereitzustellen und die Verwaltung so zu organisieren, dass es mit der Radinfrastruktur schneller geht, aber wenn der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen dagegen stimmt, weil es für eine moderne Mobilität keine Mehrheit gibt oder weil eine grundsätzliche Oppositions-, Wut- und Ablehnungsstimmung herrscht, dann nützt uns das nichts.

22. Mai 2019

Wie geht es weiter mit der Hauptradroute 2?

Es bleibt spannend bei der HRR2 Wangen, Hedelfingen. 

Nachdem die Bezirksbeiräte wie hier umfassend geschildert die Planung zuerst in einer nicht-öffentlichen Sitzung gut geheißen und in einer öffentlichen wenige Monate später abgelehnt hatten, war sie Montag und Dienstag gerneut Thema in den Bezirksbeiräten, verbunden mit einer Mitteilung des Baubürgermeisters, warum sie entgegen dem Votum der Ortsvertretungen gebaut werden muss.

Nachtrag, Freitag, 24.5.: Die HRR2 wurde vom Gemeinderat am Donnerstag (23.5.) mit 31 Stimmen Mehrheit beschlossen. Für sie stimmten Grüne, SPD und SöSlinke-Plus, ohne den Exstadtisten. Ich als Rednerin für die Grünen und Christoph Ozasek für die Linke wiesen darauf hin, dass sie ein Kompromis ist und nicht dem Standard entspricht, den wir im Zielbeschluss für ein fahrradfreundliches Stuttgart beschlossen haben.

21. Mai 2019

Einbahnstraßen dürfen den Radverkehr nicht behindern

Die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende, ist eine preiswerte und wirkungsvolle Maßnahme zur Erleichterung des Radverkehrs. 

Beispielsweise könnte dann ich in Zuffenhausen Richtung Stuttgart-Zentrum die Ludwigsburger Straße ohne Radstreifen mit ihren Autostaus durch die Nebenstraßen umfahren. Hier sind aber bislang keine Einbahnstaßen für Radler freigegeben. Blogleser Ralph hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass man diese Freigaben nicht als Kann-Vorschrift betrachten müsste, sondern als den Normalfall.

In den Verwaltungsvorschriften zu Paragraph 45, Abs. 9 der StVO heißt es, dass Verbote, die den fließenden Verkehr ausbremsen oder unterbinden, nur erlaubt sind, wo eine besondere Gefahrenlage besteht.* Bernd Sluka folgert daraus auf seiner Internetseite: "Den fließenden Radverkehr in einer Richtung zu verbieten ist damit zwingend nur bei Vorliegen einer besonderen, das allgemeine Verkehrsrisiko übersteigenden Gefahrenlage zulässig. Da Radverkehr in beiden Richtungen regelmäßig die Unfallzahlen nicht erhöht, sondern sogar senkt, wäre für eine Einbahnstraße unter Einbeziehung des Radverkehrs im Einzelfall nachzuweisen, dass hier wirklich eine atypische, besondere Situation gegeben ist. Ansonsten ist das Verbot des Radverkehrs in einer Fahrtrichtung rechtlich unzulässig."

20. Mai 2019

Falschparken muss teurer werden

Falschparken kostet zu wenig in Deutschland. Einige Verkehrsverbände haben jetzt gefordert, die Bußgelder fürs Parken auf Gehwegen und Radwegen anzuheben. Und zwar auf mindestens 100 Euro.

Auch einen Punkt in Flensburg fordern der Fußgängerverband FUSS e.V., der VCD (Verkehrsclub Deutschland, der klassischerweise alle Mobilitätsformen vertritt) und der Bundesverband Carsharing. Sie wollen, dass das Bundesverkehrsministium den Bußgeldkatalog anpasst. Falschparken ist in Deutschland EU-weit am billigsten.

19. Mai 2019

Mit den Radstreifen von gestern den Radverkehr von morgen hinkriegen, geht nicht

Die Vorschriften und Empfehlungen für den Bau von Radwegen und Radstreifen sind nicht mehr zeitgemäß. Denn sie berücksichtigen den Überholabstand von 1,5 Metern nicht. 

Darauf hat Andreas Braun im Tagesspiegel hingewiesen. Ich sage schon lange, dass die in den ERA (Empfehlungen für den Radverkehr) festgehaltenen Standart- und Mindestbreiten dem Radverkehr nicht gewachsen sind, den wir mit unserer Radinfrastruktur erzeugen wollen. Sie reichen gerade für den Status Quo, also für vereinzelte Radfahrende, nicht aber für viele und unterschiedlich schnelle einschließlich der E-Scooter.

17. Mai 2019

Eine gute Radinfrastruktur hilft gegen Regelverstöße

Rotlichtverstoß
Autofahrende missachten sehr viel häufiger die Regeln als Radfahrende. Und wo es keine Radinfrastruktur gibt, verletzen auch mehr Radler die Verkehrsregeln.

Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der dänischen Regierung. Demnach verletzten nur 5 Prozent der Radfahrenden die Verkehrsregeln, während das 66 Proznet der Autofahrenden taten. Wie kommt es dann, dass man nur uns Radlern ständig vorhält, wir hielten uns an keine Regeln? Die Vermutung: Die Verstöße von Radfahrer/innen sieht man halt gut, auf dem Gehweg radeln, zum Beispiel. Die von Autofahrenden dagegen sieht man meistens nicht, beispielsweise zu hohe Geschwindigkeit, Handy am Steuer oder noch schnell bei Rot über die Haltelinie fahren.

16. Mai 2019

Wenn man die Magstadter Straße überqueren muss

Vor allem im Sommer radeln unglaublich viele Pendler durch Stuttgarts Wälder. 

Sie sind zwischen Botnang und Vaihingen unterwegs oder sie radeln von und nach Weilimdorf. Stuttgart fehlt es an Radtangenten. Entweder man radelt jedes Mal in den Kessel und drüben wieder rauf, oder man erarbeitet sich nach und nach die für einen selbst beste (Sommer-)Strecke durch den Wald. Und dabei träumt man ein bisschen von einem Tangential-Radschnellweg, wenigstens einem! Das aber scheint derzeit völlig unmöglich: Waldwege asphaltieren, also versiegeln, das genehmigt niemand, nicht für Radfahrende.

Sehr viele Radler queren dabei jeden Morgen und jeden Abend die Magstadter Straße an dieser Stelle. Und da könnte man schon was machen, damit es weniger gefährlich ist. 

15. Mai 2019

Alles oder nichts ist keine Option für die Zukunft

Am Dienstag, 21. Mai, hätte im UTA über die Hauptradroute 2, Wangen-Hedelfingen entschieden werden sollen.

Das haben CDU und SPD in den Bezirksbeiräten Wangen und Hedelfingen am Montagabend torpediert. Die Planung, die Anfang des Jahres genau dort bereits fast einstimming angenommen worden war, wurde mit Zweidrittelmehrheit nun wieder abgelehnt. Verschiedenen Berichten zufolge ging es SPD und CDU darum, die Entscheidung auf bis nach der Kommunalwahl zu verschieben. Warum auch immer.

Im UTA (Ausschuss für Umwelt und Technik) hätte sogar die CDU zustimmen wollen, so unser Stand bis Montagabend. Nun hat selbst die SPD deutlich gemacht, dass sie nicht für einen Ausbau des Radverkehrs in vernünftigem Maß ist, wenn es konkret wird, obgleich sie beim Zielbeschluss für ein Fahrradfreundliche Stuttgart noch mit dabei war.   


Die HRR2 ist nun erneut im Bezirksbeirat behandel worden und soll am 23. Mai im Gemeindrat abgestimmt werden.

14. Mai 2019

Im SUV gefangen

Als ich 2006 vom Auto aufs Pedelec umstieg, war mir nicht klar, dass ich mich damit aus der motorwarmen Mehrheitskultur verabschiede.

Ohnehin bin ich in vielen Aspekten nicht mehrheitsfähig. War ich nie. Aber ich war wenigstens Autofahrerin, seitdem ich mir vor vierzig Jahren als junge Frau das erste Auto zulegte: einsteigen, wegfahren, nicht auf Stadtbahnen warten müssen, nach Mitternacht heimkommen könnnen. Es schien bequem. Es wirkt bis heute bequem, mit dem Auto durch Stuttgart zu fahren. Es gibt grüne Welle, viele Fahrspuren und überall Parkplätze. Manchmal halt auch Stau, aber das ist das Autofahrerinnenabenteuer, von dem man immer gut erzählen kann und dafür ein mitfühlendes Stöhnen erhält.

Als Frau, die Fahrrad fährt und sich nicht den SUV zugelgt hat, habe ich mich von dem Freiheitsbegriff verabschiedet, der sich so verbissen ans Auto koppelt, aber auch von dem Sicherheitsbedürfnis, das viele Frauen entwickeln.

13. Mai 2019

Radabstellanlagen schaffen Radverkehr

Möhringen Bahnhof
Unverdrossen fahren Menschen mit dem Fahrrad, auch wenn die Radparkplätze nicht mehr reichen. Geländer sind keine gute Alternative.

In der Innenstadt sind zahlreiche Abstellanlagen entstanden, hauptsächlich, um das Falschparken von Autos zu verhindern. Sie zeigen jedoch ganz deutlich, dass sie gebraucht werden, vor allem, dort, wo auch die Läden sind. Parkplätze weg und Radabstellanlagen hin, das erzeugt Radverkehr und ermuntert Menschen, die kleinen Einkaufswege mit dem Fahrrrad zu machen. Wo es keine Radabstellanlagen gibt, fahren auch nur wenige mit dem Fahrrad hin. Vorreiter war übrigens der Marienplatz mit seinen zahlreichen Radastellanlagen, die von Anfang an voll waren. Inzwischens sind sie überfüllt.

12. Mai 2019

Welchen Verkehrzeichen können wir noch glauben?

Wir mögen dieses Schild nicht. Auch deshalb nicht, weil es gerne völlig sinnfrei irgendwo herumsteht. So wie hier gleich an zwei Stellen.

Das hier am Rotebühlplatz Richtung Finanzamt  verbietet Fußgänger/innen und Radler/innen zur Fußgängerfurt zu gehen oder zu fahren. Und warum?

Tatsächlich ist es verdreht aufgestellt und soll eigentlich zeigen, dass man nicht quer (von hier aus gesehen rechts) rüber zur Ecke gehen kann, weil dort gebaut wird. Wobei die Sperre gerade weggeräumt war und die Leute nach rechts über die Fahrbahnen gingen.

Falsch aufgestellte Radverbotsschilder führen aber dazu, dass wir überhaupt keines dieser Schilder mehr beachten. Man kann ja nie wissen, ob es zufällig richtig steht oder zufällig nicht. Und hier noch eine zweite echte Kuriosität, auf die mich zwei Blogleser aufmerksam gemacht haben, die was von Verkehrszeichen verstehen.

11. Mai 2019

Grausige Kreuzung - eine Viertelstundenreportage an der Cottastraße

An einem regnerischem Abend gegen 18 Uhr habe ich sieben Ampelphasen an der Cottastraße Richtung Heutsteig beobachtet.

Sieben Ampelphalsen, sechs mit Radlern. Das ist viel. Offensichtlich ist die Querung der Hauptstätterstraße hier für Radfahrende wichtig, bei ihnen beliebt ist sie sicher nicht. Die Kreuzung ist schwierig. Einen Aufstellplatz für Radler gibt es nicht. Auf die Sperrfläche rechts dürfen sie sich eigentlich nicht stellen. Von einer Radlerampel, die etwas früher Grün gibt, keine Spur. Die Viertel-Stunden-Reportage offenbart die Probleme:

Manche Radler landen links der Autoschlange, so wie die beiden Radler oben auf dem Foto, die bei Grün dann schräg nach rechts vor die startenden Autofahrer fahren, die rechts oder links abbiegen.

9. Mai 2019

Eine seltsame Perspektive

In Cannstatt hat ein Autofahrer bei einem Parkmanöver einen Radfahrer angefahren und schwer verletzt. Ein Zeitungsbericht verkehrt das ins Gegenteil: Der Radler rammt das Auto.

Wenn ich die Polizeimeldung lese, glaube ich, dass folgendes passiert ist: Der Radfahrer radelt die Starße entlang. Ein Auto kommt ihm entgegen, der Fahrer zieht urplötzlich auf seine, des Radlers, Fahrspur hinüber. Der Radler prallt gegen das Auto. Nach meiner Einschätzung hatte er keine reelle Chance, den Unfall zu vermeiden, er konnte nicht damit rechnen, dass der Autofahrer auf die Gegenfahrbahn kommt und ihm direkt vors Vorderrad fährt. Ob das so war, das darzutellen machen sich weder die Polizei, noch die Zeitung die Mühe.

8. Mai 2019

Wie man bei Radfahrern Parkgebühren kassiert - ein Gedankenexperiment

Da schlägt einer vor, bei Radfahrenden Parkgebühren zu kassieren, damit Gerechtigkeit zwischen Autofahrenden und Radlern herrscht, und die Medien berichten.

Endlich sagt's mal einer, einer von der CDU. Das Auto werde verteufelt. Dagegen müsse man was tun. Und so ist ihm die Idee gekommen, den Radfahrenden das Radfahren, vor allem das Abstellen von Rädern, zu vergällen. Wer es abstellt, muss zahlen. So der Vorschlag des Düsseldorfer CDU-Manns im Verkehrsausschuss. Ein hämisch erleichtertes Raunen geht durch die Medien. Die lieben monströse Vorschläge. Und sowieso: Die blöden Radler, denen soll es nicht besser gehen als den Autofahrenden. Aber ist das auch praktisch durchführbar?

7. Mai 2019

Jetzt redet ihr - heute ist Radforum

Herzogstraße
Heute Abend ist Radforum (Plenum) im Stuttgarter Rathaus, 18 Uhr im Kleinen Sitzungssaal im 3. Stock.

Jeder und jede kann kommen. Üblicherweise stellen die Gruppen des Radforums bei diesem Treffen ihre Arbeit vor. Üblicherweise ist auch der Baubürgermeister dabei. Den könnt ihr direkt fragen. Vielleicht sind ja auch mal ein paar mehr Stadträt/innen (außer mir) da. Vielleicht ergibt sich eine interessante Diskussion. Bedarf gibt es.

Greenpeace hat gerade eine interaktive Karte online gestellt, auf der wir aufgefordert werden, die gefährlichsten Orte für Radfahrende in unserer Stadt zu markieren und kurz zu beschreiben. Auch hier kann jede/r mitmachen. Für Stuttgart gibt es schon etliche Einträge. Ich habe es ausprobiert. Greenpeace prüft die Einträge und stellt sie dann online.

5. Mai 2019

Ich muss euch eine irre Geschichte erzählen

Im Bezirksbeirat Süd war am vergangenen Dienstag wieder mal die Neue Weinsteige dran. Und das, was skandalisierend immer Radweg genannt wird.

Da müssen dringend die Stützmauern und die Geländer saniert werden. Und weil man den Gehweg so nicht wieder bauen darf wie er ist (zu schmal, nicht begehbar, weil zugeparkt) wird er zwei Meter breit hergestellt. Da dürfen dann auch Radler hoch fahren. Man hat uns die Bauabschnitte vorgestellt. Daran blöd: Es dauert alles, fertig ist das Ganze erst so 2024.

Aber das war nicht der Punkt. Wieder mal ging es um die Parkplätze.

4. Mai 2019

Komunalomat hat den Radverkehr vergessen

Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten richten bei Wahlen immer Wahlomaten ein. Für die Kommunalwahl gibt es das als Komunalomat. Aber der taugt nicht für uns Radfahrer. 

Denn er enthält keine einzige These zum Radverkehr. Gar keine. Es wird gefragt, ob man die gerichtlichen Dieselfahrverbote missachten soll oder ob der Öffentliche Nahverkehr kostenlos sein soll, immer verbunden mit den vier Möglichkeiten zu antworten: "Zustimmung" - "Abelehnung" - "Neutral" - "Überspringen". Aber eine These zum Radverkehr gibt es nicht.

3. Mai 2019

Vom Wegzaubern der Radfahrer an Baustellen

Eine der vom Gemeinderat beschlossenen Forderungen des Zielbeschlusses "Fahrradfreundliches Stuttgart" ist, dass die Radinfrastruktur immer frei gehalten werden muss. 

Das bedeutet: Immer! Und es bedeutet eben auch, dass eine Baustelle Radstrecken nicht einfach unterbrechen darf, ohne dass eine fahrbare Alternative angeboten wird. Das hat das Stuttgarter Stadtparlament, der Gemeinderat, so beschlossen. Das muss von der Verwaltung so umgesetzt werden.

Fürs Fahrrad muss es immer eine Weiterführung geben, so wie für Autos. Wegzaubern geht nicht, wird aber in Stuttgart immer wieder versucht. 

Ich habe vor ein paar Tagen über die Komplettsperrung des Arlbergstraßentunnels für Radler berichtet. Darunger hat Blogleser Jürgen dieses Foto von der Württembergstraße auf Höhe der Haltestelle Aspen zwischen Untertürkheim und Fellbach gepostet.

1. Mai 2019

Es geht zu langsam

Überall in Deutschland verkündet die Politik, der Radverkehr müsse ausgebaut werden, doch dann entsteht pro Jahr höchstens ein kleiner Abschnitt. 

Das ist in Berlin so, wo es ein Mobilitätsgesetz gibt, es mit dem Radwegbau aber auch nicht vorangeht. In Stuttgart haben wir einen ebenso sensationellen Zielbeschluss für den raschen und umfassenden Ausbau des Radverkehrs gefasst. Binnen zehn Jahren soll unser Radhauptroutennetz, das es seit 2009 gibt, fertig sein. Derzeit fertig sind von den rund 60 Routen zwar viele kleine Abschnitte aber nur zwei komplette Hauptradrouten. Das muss schneller gehen.