28. Mai 2017

Übrigens, Autofahrende haften bei Unfällen mit Radfahrenden

Ein Radfahrender nimmt einem Autofahrer die Vorfahrt. Es kommt zum Unfall. Der Radler wird verletzt.  Dafür haftet auch der Autofahrer. 

In so einem Fall mindert ein Gericht die Haftung des Autofahrers höchstens, aber mit einem Drittel ist der Autofahrer meist mindestens mit dabei.

Denn für Autos besteht generell eine Betriebsgefahr. Und diese Betriebsgefahr, die vom Auto als schwerem, schnellem und für alle ungeschützten Verkehrsteilnehmer/innen potenziell tödlichen Gerät ausgeht, hebelt das Verschuldungsprinzip aus, das ansonsten in unserem Strafrecht gilt. Viele Autofahrende wissen das und behandeln Radfahrende darum mit großem Respekt. 

26. Mai 2017

Erster Radschnellweg Sindelfingen-Rohr geplant

Der Landkreis Böblingen will schon im kommenden Jahr auf der Römerstraße den ersten Radschnellweg nach Stuttgart eröffnen. Er verbindet Sindelfingen und Rohr. 

Wie die Stuttgarter Zeitung am 21. Mai berichtete, soll dafür das historische Kopfsteinpflaster streckenweise überdeckt und die Straße frühmorgens und nachts bis 22 Uhr per Bewegungsmelder beleuchtet werden.

2,2 Millionen will der Landkreis Böblingen investieren. Die Denkmalschützer scheinen sogar ganz froh zu sein, dass das Kopfsteinpflaster durch Asphalt geschützt wird. Immer wieder sollen Abschnitte für Betrachter offen gelassen werden. Und erhalten bleibt der Abschnitt in Vaihingen/Rohr, der direkt zu den Patch Barracks führt, denn der ist nicht mehr Teil des Radschnellwegs. Der soll dann auch im Winter geräumt werden. Teile der Römerstaße befinden sich derzeit in Privatbesitz (der Eigner der Patch Barracks?) und werden im Winter nicht geräumt. Ein gutes Projekt.

24. Mai 2017

Das ist echt frech

Wir haben uns doch sehr daran gewöhnt, dass Autos einfach überall stehen, wo andere Autos nicht fahren. Auf Gehwegen, in Fußgängerzonen, auf Radwegen und Radspuren. 

Dieses Auto stand am Mittwoch, den 17. Mai gegen 20 Uhr doch tatsächlich auf der Abbiegespur für Radler am Tagblattturm. Es saß niemand drin. Es war dort abgestellt. Geparkt also. Freie Fläche, Auto drauf.

Um dort reinzukommen, muss der Autofahrer auf der linken Gegenfahrspur vorgefahren und dann in die Radspur reingefahren sein. Das ist schon eine beachtliche Summe von Regelverstößen.

22. Mai 2017

Radboxen in Wohngebieten - Essen macht es vor

 So muss das nicht aussehen
In Essen bietet der ADFC jetzt Anwohner Fahrradboxen zum Abstellen an. Das berichtet die WAZ

Und das geht so: Zehn Anwohner/innen tun sich zusammen und bestellen beim ADFC eine Fahrradbox. Die Bezirksbeiräte gucken, wo ein geeigneter Ort ist, dann wird das Ding aufgestellt. Das ermöglicht es, auch Pedelecs nachts abzustellen, die man nicht in den Keller und wieder herauf tragen kann. Radabstellanlagen sind eine ausnehmend gute und billige Radverkehrsförderung.

20. Mai 2017

Autofahrer bringt Radlerin zu Fall und begeht Fahrerflucht

Am Montagmorgen fuhr nach Angaben der Polizei eine 14-Jährige auf der Rohrackerstraße Richtung Hedelfingen, wurde geschnitten und stürzte.

Kurz vor der Einmündung in den Kreisverkehr mit der Heumadener Straße, so die Polizei, überholte sie ein Auto so knapp, dass sie auf den Gehweg lenkte und am Bordstein über den Lenker stürzte. Sie musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Nach meiner Rekonstruktion muss das hier gewesen sein.* (Siehe Foto, hell markiert.)

Der Autofahrer fuhr weiter. Es soll sich um eine schwarze Limousine handeln. Mehr hat die Radfahrerin nicht gesehen.

19. Mai 2017

Schlechte Noten für Stuttgart beim Fahrradklima-Test

Stuttgart liegt im Gesamtranking auf Platz 33 von 39 und hat von den Radfahrenden, die an der Befragung durch den ADFC teilgenommen haben, die Note 4,2 bekommen, also gerade mal ausreichend. 

Das ist sogar eine noch schlechtere Bewertung als bei der Befragung 2014. Wenn man sich die Bewertung im einzelnen anschaut, dann sieht man, dass die Radler in Stuttgart das Angebot an öffentlichen Leihrädern gut finden und sich freuen, dass viele Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radler freigegeben sind. Auch mit der Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Befragten offenbar zufrieden. Stuttgart schneidet dagegen schlecht ab, bei der Radführung um Baustellen, beim Falschparken auf Radwegen und bei den Ampelschaltungen.

18. Mai 2017

Wer denkt sich so was aus?

Noch fahren nicht wirklich viele zum Milaneo mit dem Fahrrad. Die Klientel kommt hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Auto. 

Doch der Bereich ist für Radfahrende freigegeben. Und der Radverkehr nimmt zu.

Man hat auch großzügig Radbügel aufgestellt. Allerdings ist dieses Ensemble mit Bank und Podest eher ein Witz.  Räder hochheben müssen über einen (und keinen kleinen) Absatz, das ist total gaga. Ältere Menschen kriegen ihre schweren Pedelcs da gar nicht hoch. Aber auch jüngere Radler dürften sich hier verarscht vorkommen. Merke: Fahrrad und Stufen passen nicht zusammen.

17. Mai 2017

Heute - Ride of Silence

Treffpunkt ist  heute Abend 19:30 Uhr der Marienplatz. 

Mit dem Ride of Silence gedenken heute in Stuttgart und ganz Deutschland Radfahrende an die getöteten und verletzen Radfahrer des vergangenen Jahres. In mehr als 450 Städten auf sieben Kontinenten fahren wir schweigend - wenn wir wollen auch weiß oder schwarz gekleidet - mit unseren Rädern durch die Stadt.

Im vergangen Jahr haben wir für einen auf einem Kreisverkehr in Weilimdorf getöteten Radfahrer selbst einen Ghost Bike Ride  veranstaltet und ein weißes Fahrrad aufgestellt.

16. Mai 2017

Der Schimmelhüttenweg

Manche radeln ja gern steil und hindernisreich. Da hätten wir den Schimmelhüttenweg. Er verbindet parallel zur Alten Weinsteige Degerloch mit dem Marienplatz, nur etwas weniger direkt. Dafür den Weinberg entlang, schmal und grün. 

Ich kenne Radler/innen, die den Schimmelhüttenweg der Alten Weinsteige vorziehen. Ich kenne einen Radler, der fährt ihn immer hoch. Mit Normalrad. Respekt! Ich finde ihn arg steil.

14. Mai 2017

Radfahren ist gut gegen funktionale Seh-Schwäche

Radfahren ist Bewegung und darum vielfältig gesund für den menschlichen Körper und Geist. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass es auch gegen Seh-Schwäche hilft. Denn es stärkt die Plastizität der Hirnrinde. 

Das heißt, es lässt Nerven im Gehirn wachsen, das kommt dann auch der Sehkraft zu Gute. Ambliopie nennt sich eine funktionale Sehschwäche, bei der das Auge eigentlich okay ist, Menschen aber trotzdem unscharf sehen.  Das Nervensystem rund ums Auge, also das Sehsystem im Gehirn ist zu schwach oder ungenügend ausgebildet. Radfahren hilft dagegen. Wie einer kurzen Pressemitteilung in Wallstreet-online zu entnehmen ist, haben das Forscher der Universität Pisa und des Nationalen Forschungsrats von Italien bei Versuchen herausgefunden.

12. Mai 2017

Sommerstrecken versus Winterrouten?

Der Leserbeirat der Stuttgarter Zeitung, Martin Huttenlocher, fährt wie die Zeitung schreibt, oft mit seinem Pedelec von Botnang nach Fellbach. Was er schildert entspricht Radfahren in Stuttgart.

So richtig durchgängig ist die Radroute nicht. Er fährt schon länger, deshalb kennt er die schönen Strecken, beispielsweise den Weg durch Schrebergärten und Wald parallel zur Feuerbacher Talstraße, auf der es ja keine Radinfrastruktur gibt. Er radelt auch in Cannstatt nicht auf den Radstreifen der Waiblinger Straße nach Fellbach, sondern außen herum, vermutlich auf dem Feldweg parallel zur Nürgberger Straße.

Schöne Strecke, längs durch die Stadt. Herr Huttenlocher kommt mit Sicherheit gut gelaunt und angenehm durchgepustet im Büro und abends wieder zu Hause an.

10. Mai 2017

Die Alte Weinsteige ist doch längst eine Fahrradstraße

Am Wochenende ist die Alte Weinsteige eine beliebte Herausforderung für Bergaufradler auf Normalrädern. 

Aber auch unter der Woche ist die einzige halbwegs radtaugliche Verbindung zwischen Degerloch und dem Marienplatz eine beliebte Strecke für Pendler-Radler. Morgens runter, abends rauf. Gerne auch mal rauf mit der Zacke.

Pedelecs haben die Alte Weinsteige in den letzten Jahren zu einer viel beradelten Straße werden lassen. Früher war ich meist die einzige Radlerin, heute begegnen mir immer andere Radfahrer. Zuweilen sehe ich hier mehr Radfahrer als Autos. Wobei Autos ja gar nicht hinunter fahren dürfen, weil an der Wieladnshöhe die Weiterfahrt nach unten per Schild verboten ist. Würde man auf der Alten Weinsteige nur die Autos zählen, die legal hinauf fahren (zwischen 15 und 19 Uhr dürfen sie ja auch nicht hinauf), dann währen das viel weniger als Radfahrende hier unterwegs sind. Sehr viel weniger.

8. Mai 2017

Das kann weg und muss auch nicht wieder hin

So, das Frühlingsfest ist vorbei. Jetzt kann die Sperre an der König-Karls-Brücke zum Neckardamm wieder weg. Sie ist ein Ärgernis für alle Radfahrenden und zudem völlig unnötig. 

Jeden Tag haben hier Hunderte Radfahrende auf ihren Pender-Strecken zwischen Stadtmitte und Hofen, Mühlhausen, Remseck oder Esslingen diese massive Zet-Sperre umkurvt, wenn sie die Rampe zum Neckardamm hinunter wollten oder herauf kamen. Dabei das Schild "Radfahrer absteigen".

Doch die meiste Zeit des Tages und der Woche, waren hier nicht mehr Fußgänger unterwegs als sonst auch. Es bestand nicht die geringste Gefahr, dass Radler Fußgänger umfahren. Ohnehin besteht die Gefahr nicht, dass Radfahrende in Menschenansammlungen hinein brettern. Solche Sperren sind nur unnötige Hindernisse für Radfahrende.

6. Mai 2017

E-Bikes und S-Pedelecs haben es schwer in Stuttgart

Eigentlich wäre es wünschenswert, dass Pendler vom Auto auf E-Bikes (E-Mofas) und S-Pedelecs umsteigen. 

Aber mit diesen Fahrzeugen darf man nicht auf Radwegen fahren. Man muss auf der Fahrbahn bleiben. Und das ist zuweilen arg unheimlich.

Damit wird auch der direkte Weg zwischen Cannstatt und Stutttgart durch den Schwanenplatztunnel und über die König-Karls-Brücke schwierig. Auf dem Radweg am Leuze vorbei dürfen S-Pedelecs nicht fahren. Vor den Einfahrten in den Tunnel und auf die König-Karls-Brücke stehen Schilder, die die Fahrbahn für Fahrräder verbieten. Aber sind S-Pedelecs aber überhaupt noch Fahrräder?

4. Mai 2017

Die sechste Ampel

In Wangen im Allgäu ist ein auf dem Gehweg verlaufender Radweg perfekt mit Ampeln ausgestattet. 

Allerdings fast zu perfekt. Beim Befahren bin ich auf die sechste Variante von Ampeln für Radfahrende gestoßen: Die Autoampel mit Radzeichen, die wie eine Fußgängerampel auf der anderen Seite der Fahrbahn steht.

Immerhin wird man als Radler auf dem Gehweg schon mal eingeübt. Hier zeigen Autoampel, Fahrradampel und Fußgängerampel gleichzeitig grün und nahezu gleich lang. Die Radampel in Größe einer Autoampel trägt dem Umstand Rechnung, dass Radler sich seit Anfang des Jahres nicht mehr nach Fußgängerampeln richten dürfen, auch dann nicht, wenn sie auf dem Gehweg radeln müssen, sondern nach den Autoampeln, wenn keine Radampel da ist. Ist hier da. Alles gut. Aber dann kommen wir an die nächste Kreuzung.

2. Mai 2017

Moderne Zentauren - von der Eleganz des Fahradfahrens

Das Zweirad ist der Beginn des Individualverkehrs. Vorher gab es nur Pferde und Kutschen mit vier Rädern.

Wir alle wissen, dass Drais das Fahrrad erfunden hat. Genial: Fortbewegung auf nur zwei Rädern. Das bedeutete Balance finden. Eine Bewegungsart, die ihn ans Schlittschuhfahren erinnerte und dem Fliegen nahe kommt: schweben, gleiten und balancieren. Weshalb Fahrräder auch zunächst von Flugzeugpionieren gebaut wurden, Otto Lilienthal zum Beispiel. Das Fahrrad diente als Testgerät zur Fahrphysik.

Es hat dann fünfzig Jahre gedauert, bis die Menschheit diese Fertigkeit, auf zwei Rädern zu gleiten, auf breiter Basis erlernt hat. So stellt es Hans-Erhard Lessing in einem Artikel für das Spektrum der Wissenschaft (4.17, S.62) dar. Die Ausstellung im Technoseum in Mannheim zeigt gerade 200 Jahre Radgeschichte.


Die Draisine machte das Pferd überflüssig. Ein Holzzweirad musste man nicht füttern. Deshalb war es in den Hungerjahren nach dem Jahr ohne Sommer, 1816, ein bestechendes Verkehrsmittel. Drais war mit seinem Zweirad auch noch schneller als eine Postkutsche. Er kam auf etwa 13 km/h. Eine Kutsche fuhr mit 3 km/h. Dann bekamen die Räder eine Kurbel am Vorderrad: Das Hochrad war zunächst nur Spielzeug reicher Männer, die Kunst der Balance musste erst erlernt werden. Ein Fahrrad war ein Statussymbol. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildeten sich Fahrradclubs. Und schon bald strebten Frauen aufs Fahrrad. Es war auch erwünscht, es wurde dafür geworben.

Die Fahrräder, wie wir sie kennen, mit Kurbel und Kette waren solange für Frauen schwierig, mit langen Röcken zu bestiegen, wie sie noch keinen Freilauf hatten. Bis dahin stellte man den Fuß auf eine Pedal an der Hinterradachse, gab dem Rad einen Schubs (die Kurbel drehte sich dann schon), zog sich über den Sattel und fing die Kurbel ein. Für Frauen war das Fahrrad die Chance, Raum zu gewinnen, bequemere Kleidung zu tragen, sich sportlich zu betätigen. Ein Mittel der Emanzipation. Erst im Zweiten Weltkrieg verlor das Fahrrad wieder an Bedeutung.

Was aber diesen Herrn aus Neckarsulm, dem einst dieses NSU-Fahrrads(1949) gehörte, nicht hinderte, es als sein geliebtes Fahrzeug mit allem auszustatten, was überhaupt möglich war: Tacho, Temperaturanzeige, Blinker, Bremslicht (das über eine hinten umgekehrt gefädelte Kette aktiviert wurde: die Kette schlägt beim Bremsen gegen einen Kontakt). Dieses Fahrrad wird auch in Mannheim gezeigt, aber im Katalog leider nicht beschrieben.

Erst ab den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewinnt es die Bedeutung zurück, die es einmal als schnelles Individualverkehrsmittel hatte. In Großstädten ist das Fahrrad jetzt schon bereits wieder schneller als das Auto. Jeder kann es fahren, es nimmt kaum Platz weg, es ist fast emissionsfrei und es ist leise. Und es ist inzwischen auch längst wieder zu einem Statussymbol geworden.

Kein Tier setzt die Energie so effizient zur Fortbewegung ein wie ein Mensch, der Fahrrad fährt, erklärt H. Joachim Schlichting in seinem Artikel in derselben Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft (aaO, S. 74). Der Wirkungsgrad unserer Anstrengungen beträgt allemal auf einem Rennrad in Rennhaltung 25 Prozent (das entspricht auch dem Wirkungsgrad eines Otto-Motors). Beil zu-Fuß-Gehen oder Joggen dient lange nicht so viel Energie, die wir einsetzen, dem Vorärtskommen, viel geht ins Anheben der Füße.

Übrigens können wir nur dann ausdauernd und schnell mit dem Fahrrad fahren, wenn die restlichen Dreiviertel-Energie, die wir (wie der Otto-Motor) in Hitze umwandeln, abgeführt werden kann, also bei kühlendem Fahrtwind.

Der Fahrtwind bremst aber auch. Der Artikel untersucht ausführlich, das Verhältnis zu aufgewandter Stoffwechselenergie des Menschen zum Rollwiderstand und zum Luftwiderstand und kommt zu dem Ergebnis, dass die Rennhaltung auf dem Rennrad entscheidend ist, um bei etwas höheren Geschwindigkeiten den Luftwiderstand zum umgehen, der exponentiell zur Geschwindigkeit zunimmt. Gebückt kann man immer hin 3 Stundenkilometer schneller werden als aufrecht. Ist aber halt unbequem und eigentlich nur bei Radrennen wichtig. Bei unseren Alltagsgeschwindigkeiten in der Stadt, spielt der Luftwiderstand sowieso keine Rolle.

200 Jahre Fahrrad, das feiert auch Stuttgart mit den Fahrradaktionstagen am 20/21. Mai 2017.

30. April 2017

Stadtradeln und anradeln am 1. Mai

Das Stadtradeln beginnt. Auch in Stuttgart haben sich etliche Teams gebildet. Stadtradeln heißt gemeinsam Kilometer machen. 

Morgen, am 1. Mai geht es los. Die Aktion dauert bis zum 21. Mai. Ihr könnt selber eine Gruppe gründen oder euch in einer der bestehenden Stuttgarter Gruppen anmelden. Kerngedanke der Aktion ist nicht nur ein kleiner Wettbewerb um geradelte Kilometer zugunsten einer saubereren Welt von Gruppen, Firmen, Stadtverwaltungen, Gemeinderatsfraktionen und so weiter, sondern dass es eben nur gemeinsam geht, wenn man etwas Großes vorhat. 

Angeradelt wird morgen, Montag, den 1. Mai auf der erstmals in diesem Jahr wieder für Autos gesperrten Hofener Straße um 11 Uhr. Startpunkt ist die Wagrainstraße am Ruderclub. Mit dabei Bürgermeister Peter Pätzold. 

Wir sehen uns. 

28. April 2017

Radfahren in Halle an der Saale

Wenn ich mal woanders bin, gucke ich gern, wie dort der Radverkehr funktioniert.

In Halle bin ich über Jahrzehnte hinweg immer wieder gewesen, weil meine Verwandten zu DDR-Zeiten dort wohnten und Eltern- und Großelternhäuser noch dort stehen. Kürzlich war ich wieder dort.

Anders als Leipzig sind in Halle die Straßen überall außer in der Innenstadt noch sehr DDR-Stil. Das bedeutet: Kopfsteinpflaster, teils sehr bucklig, auf den Fahrbahnen und Betonplatten auf den Gehwegen. Eigentlich kann man nirgendwo gut radeln. Alle sind sehr langsam unterwegs. Viele ziehen die Betonplatten auf den Gehwegen dem abgründigen Kopfsteinpflaster auf den Fahrbahnen vor. Autofahrer, Fußgänger und Radler bewegen sich jedoch ziemlich gelassen durcheinander.

26. April 2017

Lebensgefährlicher Wilhelmsplatz, Cannstatt

Der Wilhelmsplatz in Cannstatt ist für Radfahrende ein Graus und zudem gefährlich. 

Auf der Radspur hat ein Rechtsabbieger kürzlich einen Radfahrer umgefahren und schwer verletzt. Und auf der Radampel ist nicht erkennbar, welche Farbe sie zeigt.

Autos biegen hier zügig in die Seelbergstraße ab. Am 14. April hat einer dabei einen 34-jährigen Radfahrer umgefahren. Oder wie die Cannstatter Zeitung es am 15.4. meldet: "Ein 26-jähriger Autofahrer (...) wollte nach rechts in die Seelbergstaße abbiegen. Dabei übersah er nach Polizeiangaben den neben ihm fahrenden Radfahrer."

24. April 2017

Pakete per Lastenrad

An der Ampel am Tagblattturm habe ich zufällig dieses Lastenrad von PaketPing fotografiert und mal nachgeschaut, wer das ist. 

Es ist ein Stuttgarter Lieferdienst, der mit Lastenrädern ausliefert, obgleich er auf seiner Internetseite gar nicht besonders damit wirbt. Er wirbt damit, dass man sich die Pakete dann zustellen lassen kann, wenn man auch zuhause ist. Die Anmeldung ist kostenlos, der Lieferdienst nicht ganz. Aber man kann erst einmal kostenlos testen. Ein guter Weg, den Zulieferverkehr von online-Bestellungen zu minimieren.
Meine Nachfrage bei dem Unternehmen ergab:

22. April 2017

ADFC sucht Helfer/innen für die Radsternfahrt

 Radaktionstag 2014
Am 20. und 21. Mai finden in Stuttgart wieder die Fahrradaktionstage statt. Am Sonntag gibt es diesmal auch wieder die beliebte Radsternfahrt. 

Der ADFC sucht für diesen Tag noch dringend Helfer/innen. Hier der Text, der an mich ging:

"Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Vorbereitungen für die diesjährige RadSternfahrt am 21. Mai läuft auf Hochtouren. Eine solche Großveranstaltung, bei der wir ca. 4.000 bis 5.000 Radfahrer mobilisieren möchten, benötigt viele helfende Hände.

Gesucht werden:

20. April 2017

Grüne Welle ist ein Mythos aus dem vorigen Jahrhundert

Alle wollen eine Grüne Welle - Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger - auf ihrer Strecke. Die meisten haben ihre festen Strecken und verstehen nicht, dass sie da nicht rollen dürfen. Wäre doch auch viel besser für die Umwelt, wenn sie rollen.  

Aber Grüne Welle für eine Straße bedeutet immer, dass alle anderen länger und öfter an roten Ampeln stehen, beispielsweise alle, die von Seitenstraßen kommen, die ebenfalls Hauptverkehrswege sein können. Auch Fußgänger und Radfahrer. Ein Straßen- und Ampelnetz ist ein höchst komplexes System. Fahren die einen, stehen die andern. Und die andern schimpfen dann, dass man ihnen keine Grüne Welle  gibt. Wäre doch so viel besser für die Umwelt.

Wobei so mancher Autofahrer gar nicht merkt, dass er auf einer Straße mit grüner Welle fährt, weil er (oder sie) nämlich viel zu schnell fährt.

18. April 2017

Radverbindung Möhringen - Leinfelden-Echteringen

Zwischen Möhringen und Leinfelden-Echterdingen gibt es eine eigentlich ziemlich gute Radverbindung. 

Dieser Weg wird von vielen Radfahrenden benutzt, unter der Woche hauptsächlich Pendlern.

Von Möhringen kommend findet man den Weg in der Verlängerung der Hechinger Staße am Möhringer Freibad. Am Freibad und ab Freibad geht es immer geradeaus erst einmal schön über einen breiten so gut wie autofreien Weg parallel zur Stadtbahnlinie . Sehr schön. Wenn auch nicht als Weg für einsame Radlerinnen in dunkler Nacht geeignet. Es sei denn, man hat nie Angst.

16. April 2017

So, so, die Hofener Straße gehört sommers den Radlern?

Die Stuttgarter Zeitung sperrt mal flugs die Hofener Straße im Sommer für den Autoverkehr.

Im gestrigen Artikel über Radwege heißt es: "Beschlossen ist auch, dass die Hofener Straße am Neckar entlang in diesem und auch im Jahr 2018 zwischen dem 1. Mai und Ende Oktober für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, die Radler damit ungestört am Fluss entlang fahren können."

Interessantes Projekt, das die Zeitung da als beschlossen ausruft, denn beschlossen ist nur ein Kompromiss, der vorsieht, an Sonn- und Feiertagen die Hofener Straße für den Autoverkehr zu sperren. Übrigens nicht unbedingt, damit Radfahrende sich dort ungestört bewegen können, sondern damit die Fußgänger, die bei schönem Wetter massenhaft den Uferweg entlang wandern, nicht von ebenfalls massenhafte dort radelnden Ausflüglern gestört, bedrängt oder gar weggeklingelt werden. Also zum Schutz von Fußgängern mit Kinderwagen und Kindern.

14. April 2017

E-Lastenräder verkaufen sich besser als E-Autos

Autos werden immer größer und schwerer und unhandlicher in der Stadt. E-Autos verkaufen sich auch noch nicht so richtig gut. Aber das E-Lastenrad, das boomt. 

Nach den Zahlen des des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) wurden im vergangenen Jahr mehr als 15.000 Lastenräder mit E-Motor verkauft, aber nur 11.400 E-Autos neu zugelassen. Der Absatz von Pedelecs stieg demnach um 13 Prozent auf 605.000 Räder, die neu angeschafft wurden. Und das, obwohl E-Räder teuer sind und E-Autos mit bis zu 4.000 Euro (da geht locker ein E-Rad rein) gefördert werden. Was würde da erst eine Kaufprämie für E-Räder und E-Lastenräder bewirken!

12. April 2017

Kreisverkehr oder Kreuzung?

Viele Degerlocher, die sich mit Verkehrsfragen beschäftigen, wünschen sich hier einen Kreisverkehr. Der aber ist für Radfahrende gefährlicher. 

Das ist die Kreuzung Albstraße mit der Löwenstraße. Übrigens erfreulicherweise auch mal eine ohne Ampel. Wer mit dem Rad vom Sonnenberger Friedhof kommt und zur Epplestraße oder noch weiter zur Waldau will, fährt hier drüber und kann die ganze Löwenstraße entlang bis zur Waldau radeln. Wer die Löffenstraße (die B27) am Fußgängerüberweg überquert hat, landet auch hier und muss über die linke Spur auf die Löwenstraße einbiegen, wenn er nach Degerloch hinein will. Degerloch hat rund um den Einkaufskern gar keine praktikable Radinfrastruktur, deshalb gibt es lauter Umwege zur Epplestraße. Jedenfalls sind hier auch Radfahrende unterwegs. Vielleicht nicht übertrieben viele, aber doch so viele, dass man als Radler kaum je alleine unterwegs ist.

10. April 2017

Fertig! - Neckartalradweg

Jetzt kann man auf einem Radweg, beziehungsweise einer Radspur von der Wilhelmsbrücke unter dem Kraftwerk Münster hindurch den Neckar entlang radeln.

Die Strecke ist vor wenigen Tagen fertig geworden und sieht auf den ersten Blick fein und bequem aus.

Bisher ging der Zweirichtungsradweg nur bis zum Mühlsteg. Jetzt geht er weiter, durch bis Münster. Der Fahrbahn hat man eine Spur weggenommen, was bei dem geringen Verkehrsaufkommen nichts macht. Der Radstreifen führt an der Abbiegung Volstastraße vorbei.

8. April 2017

Es ist passiert - ich bin bei Rot drüber

Ich weiß ja, dass auf dem Radweg auf der König-Karls-Brücke eine Fahrradampel steht. Ich weiß auch, dass sie auf den letzten zwanzig Metern von Umleitungsschildern verdeckt wird. Aber jetzt ist es mir doch passiert. Ich habe die rote Ampel nicht gesehen. 

Der Zeitraum, in dem sie auf Gelb und dann auf Rot springt, liegt genau in dem Zeitraum, den man braucht, um die Strecke zurückzulegen, auf der die Fahrradampel von den Schildern verdeckt wird. Es standen keine Fußgänger am Rand. Aber mir kam ein Radlerpaar entgegen, das etwas schlingerte, sodass ich die angeschaut habe. Als ich dann über die Fußgängerfurt radelte, sah ich links oben über mir die Autoampel auf Rot stehen und wusste: Jetzt ist auch die Fahrradampel rot.

6. April 2017

Heute offene Türen im neuen Fahrradbüro des ADFC

Das Büro ist im Herbst umgezogen. Und zwar ins Umweltzentrum in der Rotebühlstraße 86, Hinterhof.

Ebenfalls dort untergebracht ist die Selbsthilfewerkstatt vonADFC, BUND und VCD. Also viel Fahrrad an einem Ort.

Heute ist Eröffnung. Zwischen 14 Und 20 Uhr kann jeder hin und mal gucken, welche Angebote es im Fahrradbüro und in der Werkstatt gibt. Es gibt auch was zu essen und zu trinken. Bei guten Wetter wird rund um den Walnussbau gefeiert, sonst im Saal des Umweltzentrums.

4. April 2017

Radfahren in Stuttgart im Morgenmagazin - Making-of

Link zum Video
Heute früh haben viele - mehr als man so denkt - im Morgenmagazin den Beitrag  übers Fahrradfahren in Stuttgart gesehen.

Die Reportage wollten zeigen, dass man in Stuttgart nicht Rad fahren kann. Erstens wegen der Berge, zweitens wegen des Verkehrs. Ich wollte zeigen, dass man in Stuttgart sehr gut Rad fahren kann, wenn man sich sehr gut auskennt. Und ich wollte zeigen, dass Stuttgart  im Aufbruch in eine Fahrradstadt ist, es aber viel aufzuholen gibt, was andere Städte schon haben.

Ein Radweg würde auch Autofahrer entstressen

Botnang hat es nicht so mit Radfahrern. Es gibt zwar einen Geh-Radweg runter, aber der endet an einem Gehweg mit Radfreigabe. Die Fahrbahn ist supereng. 

Radler sehen sich dann plötzlich dieser Situation gegenüber. Die geparkten Autos stehen auf dem Gehweg mit Radfreigabe. Die Autofahrer haben offensichtlich große Angst um ihre Außenspiegel und sie wollen den Autoverkehr nicht behindern. Also wird der Fußgänger- und Radverkehr behindert. Hier kann man als Radler nur auf die Fahrbahn wechseln, was aber vielen Autofahrern aber auch nicht gefällt.

2. April 2017

Leichtgewichte zum Rad Abschließen

Der Trend geht zu leichten Kabelschlössern aus Hochtechnologie-Material. Denn Ketten- und Faltschlösser, die gegen Saitenschneider immun sind, sind halt auch schwer.

Das Leipziger Unternehmen Texlock - geleitet von Frauen - entwickelt gerade als Start-Up eine Schlosskabel aus Textilien, die man nicht so einfach durchschneiden oder abbrennen kann. Es wiegt (ohne das Schloss, dass man dazu noch braucht) fünfhundert Gramm und ist vermutlich so sicher wie eine Kette für ein bis zwei Kilo. Mit dabei sind aber auch Litelock und Ottolock.


31. März 2017

Asphaltbilder im Schlossgarten entfernt

Die regelwidrige Separierung von Radlern und Fußgängern im Schlossgarten ist verschwunden. Sehr gut! 

Die Asphaltpiktorgramme und Linien versuchten, Radfahrende in die Platanen-Allee zu schicken, ohne allerdings einen Radweg auszuweisen oder Fußgängerbereiche per Schild zu kennzeichnen.

Das entsprach in keiner Weise der StVO und hat bei Radfahrenden und vermutlich auch bei Fußgänger/innen nur Verwirrung gestiftet. Um so mehr, als sogar die Polizei meinte, die Rad- und Fußgängerzeichen auf dem Boden seien als Gebot zu verstehen.

Auf meiner Facebookseite Radfahren in Stuttgart hat Leser Heiko zu meiner kurzen Meldung am Dienstag kommentiert: "Letzten Samstag, 25.03.2017, durfte ich beobachten, wie Polizisten auf Motorrädern (!) auf dem Schlangenweg legal radfahrende Menschen angehalten und des Wegs verwiesen haben.

29. März 2017

Radeln für gute Luft

Am Donnerstag können wir das mal wieder gemeinsam tun. Im Rahmen einer Kundgebung für "giftfreie Atemluft", zu der ein breites Bündnis von Umwelt und alternativen Verkehrsgruppen aufgerufen hat. 

Eine Gruppe startet morgen, also am Donnerstag, den 30 März, um 16 Uhr am Feuersee und radelt zum Neckartor. Dort treffen sich um 17 Uhr weitere Radfahrende (Neckartor beim Innenministerium auf der Parkseite). Zusammen geht es auf einer kleinen Tour (hier die Gesamstrecke) mit kritscher Masse zum Charlottenplatz, wo um 17:30 Uhr die Kundgebung stattfindet. Es spricht auch eine Ärztin.

27. März 2017

Schilderkonflikt

Auf Wirtschaftswegen müssen Radfahrende mit Dreck rechnen, also mit Erdklumpen, die aus Traktorenreifen fallen. Sie dürfen dort aber u. U. durchaus radeln, auch wenn ein es ein Einfahrtverbotsschild verbietet. 

Das hat das Oberlandesgericht Hessen vor fast zwanzig Jahren entschieden (OLG Frankfurt 24 U 21/99). Geklagt hatte ein Radler, der auf Dreck gestürzt war. Das OLG stellte fest: Die Stadt hatte keine Sicherungspflicht. Die Stadt muss nur vor unerwarteten Gefahren schützen. Auf einem Feldweg aber sind Verschmutzungen und Unebenheiten zu erwarten.

Nebenbei fiel dabei noch eine für uns höchst interessante Entscheidung. Manche Feldwege sind, wie der hier in Wangen im Allgäu, für alles, was fährt (außer Handkarren) gesperrt. Das weiße Schild mit rotem Kreis sagt: Hier darf niemand fahren. Auch Fahrräder nicht. Allerdings hängt da auch ein Schild, dass die Strecke als Radroute ausweist.

25. März 2017

Wo hauptsächlich Paragraf 1 der StVO gilt

Das sind Wege, die nicht zu den Autostraßen gehören und auch nicht Radwege oder Gehwege sind. Zum Beispiel Feldwege. Hier gilt Rechts vor Links. Ansonsten muss man aufeinander achten und einander ausweichen. 

Autos (meist nicht erlaubt) müssen mit angepasster Geschwindigkeit fahren. Radfahrende auch. Fußgänger müssen aber auch ausweichen und beiseite treten. Traktoren sollte man auch Platz machen. Das ist zumindest das, was ich zur Situation auf Feldwegen, die man auch Wirtschaftswege nennt, gefunden habe. Beispielsweise hier.

23. März 2017

Schauen beim Fahren!


In Rotenburg an der Wümme hat es vorgestern einen furchtbaren Rad-Unfall mit zwei Jugendlichen gegeben. 

Wieder war ein Lastwagen beteiligt. Eine 16-Jährige starb dabei, ihr Bruder wurde verletzt. Zum Glück fahren in Stuttgart wenige Lastwagen. Sonst würden bei uns solche Unfälle auch häufig vorkommen.

Die Geschwister radelten am frühen morgen zur Schule. Sie fuhren auf dem Radweg parallel zur Bremer Straße, der durch einen Grünstreifen und etwas Gebüsch von der Fahrbahn getrennt ist und rollten dann auf den roten Radstreifen, der ohne weitere Ampelanlage über die querende Otto-von-Guericke-Straße führt. Ein 28-Jähriger LkW-Fahrer bog ab und sah wegen der tiefstehenden Sonne, sagt er, die beiden Jugendlichen nicht. An dieser Stelle kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, schreibt die kreiszeitung.

21. März 2017

Radfahren ohne Regelverstoß - geht nicht

Es ist nicht möglich, Radwege und Radrouten zu fahren, ohne die Regeln zu verletzen. Meistens sind es Kleinigkeiten.

Aber auch kleine Regelverletzungen sind Regelverletzungen. Wenn sie unvermeidlich sind, tragen sie dazu bei, dass Radfahrende das Regelverletzen regelrecht einüben und eine Ignoranz gegenüber Fahrbahnmarkierungen, Schildern oder Ampeln entwickeln. Das ist nicht gut so.

Etwa wie bei der Ausleitung aus der Fahrradstraße vom Marktplatz her auf den Radweg entlang der Holzstraße Richtung Charlottenplatz. Hier müssen Radler nach links und dabei eine doppelt durchgezogene Sperr-Linie überfahren.

19. März 2017

Fahrradparkplätze sind entscheidend

 Bihlplatz 
So formuliert es das Tiefbauamt der Stadt Zürich in seinem "Leitfaden zur Veloparkierung in Wohngebieten". 

Da heißt es: "ein zentraler Aspekt der Velonutzung ist die Frage der Parkierung. Da die meisten Wege zu Hause beginnen und enden, ist es insbesondere wichtig, dass Wohnhäuser und Siedlungen über qualitativ hochwertige Anlagen zur Veloparkierung verfügen." Dafür können auch wir Radler/innen selbst etwas tun. Mehr dazu unten.

Das Problem: Für Leute, die im dicht mit teils fünf- bis sechsstöckigen Häusern bebauten Westen oder Süden, in Heslach, im Stuttgarter Osten und so weiter wohnen, ist entscheidend, dass sie ihr schweres Pedelec nicht in einen Keller tragen müssen, bei der Frage, ob sie sich so ein Fahrrad anschaffen und damit zur Arbeit radeln.

17. März 2017

Der Schwerlast-Anhänger aus Freiburg

Bisher habe ich immer gehört, Lastenanhänger fürs Rad, die mit 150 kg belastbar sind, könne man nur in den USA kaufen.

Bei Gobax in Mössingen habe ich diesen Anhänger gesehen. Er wird von Carla Cargo in Freiburg gebaut.

Er hat einen Elektromotor und eine Auflaufbremse (ohne wäre ein Hänger für so ein Gewicht auch verboten). Ich habe ihn mir an ein Rad hängen lassen (Gobax wird noch eine Kupplung bauen, die tiefer liegt, sodass der Gepäckträger benutzbar wird) und bin ihn probegefahren.

15. März 2017

Helme ja, Helmpflicht nein - eine Abwägung

Vor ein paar Tagen meldete der SWR, dass die Regierung von Baden-Württemberg keine Helmpflicht für Radfahrende einführen will, aber sehr wohl das Helmtragen empflehlt. Es ist bekannt, dass der Grüne Verkehrsminister Hermann ein Fan einer Helmpflicht ist.

Er hat deshalb eine Studie in Auftrag gegeben. Es ist aber auch bekannt, dass viele Radfahrende und Radfahrverbände oder -Initiativen gegen eine Helmpflicht sind. (Ich übrigens auch, obgleich ich immer einen Helm trage). Sie befürchten nämlich, dass dann viele nicht mehr aufs Fahrrad steigen. Und das wäre für die Gesamtgesellschaft wiederum ein Nachteil und auch teurer. Da Kinder heute immer Helm beim Radeln tragen, wird sich das im Lauf der kommenden Jahre aber ändern. Immer mehr Menschen werden Helm tragen, auch ohne Gebot.

Die Studie kann man hier lesen.

13. März 2017

Fahrradunfälle im vergangenen Jahr

In Deutschland sterben pro Jahr gut 200 Radfahrende bei Zusammenstößen mit Autos.  In 75 Prozent der Fälle sind die Autofahrer schuld.

In Stuttgart haben im vergangenen Jahr 491 Radlerunfälle Eingang in die Statistik der Polizei gefunden. An ihnen beteiligt waren übrigens nur 42 Pedelec-Fahrer/innen. Was nicht viel ist, wenn man bedenkt, wieviele Pedelecs in Stuttgart im Vergleich zu anderen Städten unterwegs sind. Ein Radfahrer kam im vergangenen Jahr ums Leben. Der Unfall hat uns sehr beschäftigt.

Zum Unfallschwerpunkt entwickelt sich derzeit Kernerplatz. Das ist ein Kreisverkehr auf einer viele befahrenen Halbhöhenroute auf über die Urbanstraße zwischen Süd und Stuttgart Ost. Hier gab es nach Informationen der Unfallstatistik im Polizeipräsidium fünf Unfälle. Obgleich Autos bergauf ein Stoppschild haben, kommt es offenbar immer wieder vor, dass ein Autofahrer aus der Landhausstraße trotzdem fährt und einen Radler erwischt.

11. März 2017

Eine Minderheit beansprucht sehr viel Platz

Fußgänger, Radfahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs (die dann zu Fußgänger werden) stellen den größten Teil derer, die in einer Stadt wie Stuttgart unterwegs sind.

Es dürften zusammen über die Hälfte sein. Doch den allermeisten Platz brauchen Autos. Und wir geben ihn ihnen. Übrigens durchaus murrend. Denn auch die, die im Autos sitzen, aber im Stau stehen, schimpfen auf Autos, nämlich die anderen. Wir alle wünschen uns in der Stadt mehr Ruhe und mehr Bewegungsfreiheit.

9. März 2017

Der Grüne Pfeil für Radler rückt näher

Es könnte doch tatsächlich etwas werden mit der Regelung, die Radfahrenden erlaubt, an roten Autoampeln rechts abzubiegen oder an T-Kreuzungen geradeaus weiterzufahren. 

Die Süddeutsche Zeitung meldet, dass das Verkehrsministerium prüft, ob neue Schilder eingeführt werden können, die das erlauben. Also der Grüne Pfeil für Radfahrer. Die Bundesanstalt für Straßenwesen klärt gerade die Frage, ob das für die Verkehrssicherheit sinnvoll ist und die Verwaltungsvorschrift für die Staraßenverkehrs-Ordnung entsprechend geändert wird. So heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemnberg, Matthias Gastel. Auch die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat haben auf ihre Anfrage von der Stadtverwaltung die Antwort bekommen, dass den Grünen Pfeile wolle und das Ergebnis abwarte.

7. März 2017

Können Fahrräder fliegen?

Ja, sie können. Oder anders herum gesagt, man kann Fluggeräte bauen, die mit Muskelkraft betrieben werden. 

Mehr auf der Intrnetseite Gustav Mesmer
Der erste dürfte Gustav Mesmer aus Altshausen, Oberschwaben, gewesen sein, der fliegende Fahrräder baute. Bevor er Anerkennung erfuhr saß Mesmer 40 Jahre in der Psychiatrie. In seiner Krankenakte tauchte am 10. Oktober 1932 zum ersten Mal die Notiz auf: "Hat eine Flugmaschine erfunden, gibt entsprechende Zeichnungen ab" (Quelle: www.Gustav Mesmer).