24. März 2019

Wie eine Stadt sich vom Autostress befreit hat

 Wikipedia
Verfußgängerung der Innenstadt. So nennt das der Bürgermeister von Pontevedra, einer Kleinstadt in Galizien.

Er hat schon vor zwanzig Jahren Autos aus der Innenstadt verbannt. Jetzt reisen Delegationen dorthin, um zu bestaunen, wie gut es funktionert.

Wie es dazu kam, erzhählt die Süddeutsche Zeitung in diesem Artikel. 1999 wurde überraschend die PP, hinter der Autolobbyisten standen, abgelöst durch die Links-Grünen mit dem Arzt Miguel Anxo Ferndández an der Spitze. Die Situation in der Innenstadt war katastrophal geworden, Autos, Gehupe, Parkplatzsuchverkehr. Auf 70.000 Einwohner/innen kamen 50.000 Autos. Siebzig Prozent der Einkäufe in der Stadt wurden mit dem Auto gemacht.

22. März 2019

Rettungsdienst auf Fahrrädern

Mit dem Fahrrad ist man auf Strecken von zwei bis fünf Kilomtern immer schneller als mit dem Auto. Das gilt auch für Sanitäter.

In London fahren sie schon länger auf Fahrrädern, aber auch in Niedersachsen sind die Johaniter  zuweilen auf Fahrrädern unterwegs. Wie das Handelsblatt berichtet, werden Rettungssanitäter vor allem auf Stadtfesten eingesetzt, weil sie schneller durchs Gedrängel kommen als ein breiter Einsatzwagen. Tätsächlich wären sie zu Hauptverkehrszeit im Innenstadtstau oder in Fußgängerzonen auch schneller. Aber so weit scheinen sie noch nicht zu sein.

In London gibt es aber bereits hauptamtliche Sanitäter auf Fahrrädern (Cycle responder), die in verkehrsreichen und belebten Gegenden wie dem Flughafen Heathrow, in der Londoner Innenstadt oder dem Westend schneller sind als jedes Auto.

20. März 2019

E-Räder lösen das Verkehrsproblem in den Städten

Ja, es ist so einfach: Würden wir den Kauf von Pedelecs subventionieren, so wie wir den Kauf von Autos subventionieren, dann würde niemand über Dieselfahrverbote reden. Denn wir bräuchten sie nicht. 

Pedelecs sind viel billiger als Autos. Viele aber sagen, sie sind zu teuer. Sie kaufen sich dann (verkehrte Welt!) einen Gebrauchtwagen für zweitausend Euro, weil sie sich kein Lastenrad für fünftausend Euro leisten können, nicht einmal ein Pedelec, das neu zwischen 1.500 und 4.000 Euro kostet, gebraucht aber viel billiger wäre und ebenfalls viel transportieren kann. Dabei sind Autos in der Haltung viel teurer als Fahrräder (Werkstatt, Reparaturen, Parkgebühren, Strafzettel). Wir denken falsch. Wir (Politik, Gewerkschaften und Bürger/innen) scheinen zu glauben, ohne Auto könne man nicht in Würde leben. Tatsächlich aber leben wir in unwürdiger Abhängigkeit vom Auto.

Von der Politik lange völlig unbeachtet boomen jetzt schon Pedelecs, obgleich so gut wie gar nicht subventioniert werden (von ein paar Lastenradförderprogrammen abgesehen). Die hochsubventionierten E-Autos kauft dagegen kaum jemand. Da liegt doch der Verdacht nahe, dass wir das Falsche fördern. Dass wir fürs Falsche öffentliches Geld ausgeben.

18. März 2019

Acht Räder auf einem Autostellplatz

Es geht. Man kann einen Stellplatz in einen Abstellplatz für mindestens acht Fahrräder umwidmen. So geschehen in der Blumenstraße vor dem Café Babel

Solche Radastellanlagen brauchen wir in Stuttgart im Grunde vor allen Zielen gastronomischer Natur. Es muss nicht so aussehen wie in der Liststraße regelmäßig vor dem  Lehen oder vor anderen Kneipen. Mal ganz abgesehen davon, dass sich Anwohner/innen andere Radabstellplätze wünschen als Schildermasten. Und Fußgänger/innen wahrscheinlich auch. Denn die Räder müssen nicht immer den Raum auf dem Gehweg verknappen.

17. März 2019

Viele Fahrradthemen im Bürgerhaushalt

Noch bis zum 1. April können die Vorschläge im Bürgerhausthalt bewertet werden. Ich habe alle knapp 2.500 Vorschläge durch. Es ist ein moderner Bürgerhaushalt, der auf mehr Vekehrsberuhigung, mehr Radverkehr und bequemeren Fußverkehr abzielt.

Wichtig sind für uns vor allem die wirklich richtig vielen Vorschläge zum Radverkehr. Da werden generell mehr Anstrengungen gefordert für den Ausbau des Radverkehrs, aber auch viele Radwege auf ganz konkreten Strecken vorgeschlagen. Der Charlottenplatz soll fahrradfreundlicher werden, der grüne Pfeil soll eingeführt werden und so weiter. Auch der Radentscheid präsentiert sich da noch mal.

16. März 2019

Das wird lustig auf unseren Radwegen

Auf den Radwegen tummeln sich demnächts auch E-Scooter, also Tretroller mit Elektroantrieb. Sie dürfen 20 km/h schnell sein und ab 14 Jahren gefahren werden. 

Das sieht die Verordung des  Bundesverkehrsministeriums vor, die auf den parlamentarischen Weg geracht wurde. Bike-Bild hat die Regeln zusammengefasst. Wenn so ein E-Tretroller langsamer als 12 km/h ist, dürfen ihn auch Kinder ab 12 Jahren fahren, dann aber nur auf dem Gehweg. Diese Geräte müssen keinen Sitz mehr haben, um zugelassen zu werden (wie derzeit), aber immerhin zwei unabhänige Bremsen, eine Klingel, Reflekoren und Beleuchtung und ein Versicherungskennzeichen. In Österreich ist das schon so.

Ich schätze, und da bin ich nicht die Einzige, dass diese Mini-E-Fahrzeuge unser Straßenbild sehr schnell radikal verändern werden. Sie sind die Verkehrsmittel der Wahl für die erste und letzte Meile, für die Verbindung zwischen Wohnungstür und Stadtahnhaltestelle und zwischen Haltestelle und Arbeitsplatz.

15. März 2019

Radweg am Landtag wird wieder Wiese

Jetzt ist er weg, der viel missachtete Radweg am Landtag.

Eigentlich mochten wir ihn nicht, weil unsere Stuttgarter Fußgänger/innen Schwierigkeiten hatten, zu erkennen, das sie auf einem Radweg gehen.

Die Freude ist trotzdem nicht groß, dass der Weg weg ist. Nach Ende der Landtagsbaustelle verlegt dass Land die HRR 1 zurück. Jetzt müssen wir hinterm Landtag an der B14 entlang auf einem gepflasterten Weg radeln und dabei den Parkplatz irgendwie queren. Wie ist nicht so ganz geklärt.

Dieser Abschnitt ist kein guter Ausweis für unsere Hautpradroute 1. Aber noch hoppeliger wird es auf den schiefen Platten vor der Oper. So isses halt. Aber so sollte es nicht bleiben. Mal sehen, wann wir richtige glatte Radwege kriegen. Ich werde darum kämpfen.

Verantwortlich für den Schlossgarten ist übrigens das Land. Die Hauptradroute 1 wurde nur während der Bauarbeiten am Landtag auf dieses Provisorium gelenkt. Eigentlich geht sie hinterm Landtag und hinter der Oper entlang. Da fehlt allerdings auch noch eine anständige Infrastruktur. Gut ist anders. Aber dieser Radweg war auch nie gut. Ich bin, wenn man konnte, immer hinterm Landtrag gefahren, weil man da weniger Fußgänger/innen vor sich hatte. Der Weg über den Parkplatz ist allerdings auch suboptimal. 

14. März 2019

Darf man auf dem Fahrrad ein Polizeiauto überholen?

Ich bekomme immer wieder Berichte über das Verhalten von Beamt/innen des städtischen Vollzugsdiensts, die befremdlich sind. Drei Beispiele: 

Ein Beamter des Vollzugdiensts pampt Radler an, der eine beim Einfahren in eine Straße die rote Fußgängerampel nicht beachtet. Der Fahrer eines Polizeibehördenfahrzeugs droht mit Anzeige, weil Radler die Hofener Straße nicht auf dem Gehweg entlang fahren. Und jüngst: Die Besatzung eines Fahrzeugs der Polizeibehörde droht Radlerin mit Bußgeld, weil sie ihr Auto überholte.

Anfang März filmte und schilderte Eberhard auf Twitter eine seltsame Szene in der Fahrradstraße Eberhardstraße.

12. März 2019

Irrwegweiser - Wenn Marbach in Fellbach liegt

Am Rosensteinbunker stehen neue Wegweiser. Das ist schön. Allerdings weisen sie komplett in die Irre. 

Normalerweise fallen mir Wegweiser auf bekannten Strecken nicht auf. Aber die hier leuchten nagelneu. Sie sind auch neu hingestellt, aber leider grottenfalsch.

Dass ich am Rosensteinbunker nach Osten irgendwie ins Häusergewürfel der Cannstatter Altstadt radeln soll, um nach Esslingen, Untertürkheim und vor allem nach S-Zentrum zu gelangen, machte mich stutzig, als ich von S-Zentrum her kam, um Richtung Marbach weiterzuradeln.

10. März 2019

Die unlösbare Aufgabe - der Schutzstreifen

Besonders viele Radfahrende bringt er auf der Böblingerstraße zwischen Heslach und Vaihingen in Schwierigkeiten.

Weil die Fahrbahn zu schmal ist für einen Radfahrstreifen, hat die Stadt einen sogenannten Schutzstreifen angelegt. Entlang von parkenden Fahrzeugen.

Man radelt also in der Dooringzone überbreit abgestellter Kleinlaster und wird links von Autos überholt, die den Sicherheitsabstand nicht einhalten können, weil die Fahrbahnbreite das nicht hergibt. Eine unhaltbare Situation, die ein Radfahrender für sich nicht befriedigend klären kann. In einem Twitter-Post zeigt Martin dieses Video wie er die Kaltentaler Abfahrt nach der Kreuzung Waldeck hinauf radelt.

8. März 2019

Knifflige Schutzstreifen am Wallgraben

Wenn es um die Angst auf sogenannten Schutzstreifen geht, wird immer wieder Am Wallgraben in Vaihingen genannt. 

Die Straße klemmt ab dem Kreisverkehr an der Schulze-Delitsch-Straße und den Stadtbahnschienen an der Ernsthaldenstraße mit Schutzstreifen zwischen Stadtbahngleisen, Grünstreifen und Gehweg. Die Fahrbahn ist 4 Meter breit. Der Schutzstreifen ist 1 Meter breit. Bleiben für die Autos, die heutzutage fast alle knapp 2 Meter breit sind, 3 Meter. Ein Radfahrender kann hier nicht mit den nötigen 1.5 Metern Überholabstand überholt werden. Wird aber überholt.

6. März 2019

Wie fahrt ihr zur Arbeit? - Umfrage

Der PendlerRatD macht eine Umfrage zur aktuellen Situation von Berufspendler/innen. Sie wendet sich nichgt nur an Radfahrende, aber auch. Hier der Link.

Dahinter verbirgt sich ein Team um die Heilbronner Professorin Jana Heimel, das erreichen möchte, dass mehr Menschen ihren Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegen. Es will wissen, welche Hindernisse dem entgegen stehen. Es will aber auch von Radfahrenen wissen, wie sie ihren Weg und das Drumherum erleben.

4. März 2019

Die verrückteste Keuzung Stuttgarts

Vor einem Jahr habe ich über die närrische Kreuzung Eberhardstraße am Tagblattturm geschrieben.

Damals fuhren und gingen alle Verkehrsteilnehmer/innen kreuz und quer, wie sie gerade wollten. Jetzt ist die Ampel weg, die bei Radlern als die langsamste Ampel Stuttgarts verschrien war. Aber zu einer Vorfahrtregelung für Radler auf ihrer Hauptradroute 1 konnte man sich nicht durchringen. Der Autoverkehr zu den Parkhäusern hat Vorrang (sogar der Bus muss warten).

Auf der Kreuzung herrscht jedoch immer noch das gleiche friedliche Chaos, weil nach wie vor alle anderen Verkehrsteilnehmer/innen (außer den Radlern) machen, was ihnen passt. Dass die Regelverstöße von Radlern minimal sind, zeigt auch, dass die Kreuzung für sie passend gemacht wurde. 

2. März 2019

Wer traut sich über den Österreichischen Platz?

Wer aus dem Viertel Weißenburgsrtraße, Heusteig rüber ins Gerberviertel radeln will, muss entweder Umwege fahren oder auf der Fahrbahn über den Österreichischen Platz und die Paulinenstraße radeln.

Die meisten wählen ab dem Weißenburgplatz, der für Radler freigegeben ist, aber den Gehweg hinunter zum Fußgängerüberweg am Österreichischen Platz über die B14. Das ist aber verboten. Der Gehweg ist für Fahrräder nicht freigegeben. Die Fußgängerfurt auch nicht, und dahinter geht es auch nur entweder eine Treppe hinunter oder auf dem Gehweg weiter. Kein guter Weg für Radfahrende, dennoch sehr beliebt. Dabei ist der Bordstein am Weißenburgplatz zur Fahrbahn abgesenkt. Nur trauen sich halt die meisten Radler nicht, sich hier unter die Autos zu mischen.

1. März 2019

Ein Jahr Lastenfahrrad - Heinz Blaschke berichtet

Vor genau einem Jahr, hat Steinmetz Heinz Blaschke ein vom Land gefördertes Lastenfahrrad in Betrieb genommen und ist damit inzwischen 5.900 km gefahren. 

Nach Blaschkes Berechnungen ersparte er damit dem Kessel rund 2,2 Tonnen CO2. Er schreibt mir: "Das Lastenfashrrad hat mir Planungssicherheit zurückgegeben." Er fährt damit zu kleinen Reparaturen mit Gabzubehör (Laternen, Weihwasserkessel), transportiert kleine Grabsteine, Material oder Postpakete, fährt zu Kund/innen und Arbeitsstellen und Behörden und weiß immer, wann er dort ankommt.

28. Februar 2019

Radler und das Reißverschlusssystem

Auf solche Markierungen stoßen wir oft. Der Streifen fürs Fahrrad endet vor einer Kreuzung oder vor einem Kreisverkehr, hier dem in Möhringen auf der Rembrandstraße beim Riedsee.

Wer hat hier Vorrang, Fahrrad oder Auto? Beide Verkehrsmittel verfolgen auf ihren Spuren ihren Weg, der sich aber nun verengt. In Deutschland gilt laut StVO seit 2001 das Reißverschlussprinzip. In Österreich wurde es erst jetzt neu eingeführt. Bislang musssten Radfahrende an solchen Stellen warten, bis die Autos durch sind. Aber wenn hier nur ein Auto und ein Fahrrad aufeinandertreffen, wer dann Vorrang?

26. Februar 2019

Hindernisfahrt auf der Fritz-Elsas-Straße

Fritz-Elsas-Straße, ein breiter Fahrradstreifen, als Radweg ausgewiesen, darf von Bussen mitgenutzt werden. Sensationell.

Aber wer nutzt ihn auch: Dieser Lieferant. Merke: breite Radstreifen sind noch besser fürs Be- und Entladen.

Fährt man in Gegenrichtung, vom Berliner Platz zum Rotebühlplatz, hagelt man als Radfahrer und Fußgänger in die Baustelle am Treffpunkt Rotebühlplatz. Eine Zeitlang konnte man sich noch durchquetschen, jetzt ist alles dicht. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Sieht aber nach weitem Umweg aus. Weiß man nicht so genau, wenn man sich nicht auskennt. Fußgänger gehen dann halt eben auf der Fahrbahn vor zu Ampel (leider habe ich die, die das taten, nicht mit dem Fotoapparat erwischt).

24. Februar 2019

Wieder ein Schilderrätsel

Ich fuhr mit einem anderen Radler die Rosenbergstraße runter. Der sagte mir: "Ach, hier ist Radfahren verboten. Das "Radfrei-Schild" ist durchgestrichen."

Wie bitte? Ich hatte das Schild gar nicht gesehen. Also zurück. Wir sahen uns dann diesen Schildern gegenüber. Ampel, ein Vorfahrtsschild, darüber das Gebotsschild "Geradeaus und links" darunter ein "Radfrei-Schild" aber mit Klebeband durchgestrichen.

Das heißt Radfahrenden ist das Rechtsabbiegen gestattet, und weil durchgestrichen, eben nicht mehr gestattet. Schaut man ein paar Meter weiter, so sieht man die Fußgängerzone am Diakonissenplatz und darunter das Schild "Rad frei."Also dürfen wir da lang radeln. Nur dorthin abbiegen dürfen wir nicht.

21. Februar 2019

Es ist passiert: Aus einer Autostadt wird eine Fahrradstadt

Heute ist ein historischer Tag für Stuttgart. Der Gemeinderat hat mit 29 zu 25 Stimmen beschlossen, der Aufforderung des Radentscheids zu folgen und sehr viel mehr für den Radverkehr zu tun.

35.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zugunsten des Radverkehrs, sind ein starker Auftraggeber für die Stadtpolitik. Die Verwaltung hat reagiert und in ihrer Vorlage angekündigt, dass der Radverkehr schneller als bisher und nicht zum Nachteil von Fuß- und öffentlichem Nahverkehr, sondern zulasten des Autoverkehrs ausgebaut wird. Damit die Ämterabsprache schneller geht, wird es einen Kooordinator geben. Mit den von den Grünen beantragten Fahrradgaragen in Wohngebieten, für die es bereits viele Interessenten gibt, soll es jetzt losgehen. Mehr Fahrradstraßen gibt es auch.

Die Grünen haben zusammen mit der SPD und SÖS-Linke-PluS und dem Stadtisten noch eins drauf gesetzt und in einem Ergänzungsantrag die Summen genannt, die künftig für den Radverkehr ausgegeben werden sollen, zunächst 20 Euro pro Einwohner/in und Jahr, später das Doppelte.

20. Februar 2019

Warum tun wir uns so schwer?


Heute im Verwaltungsrat und morgen im Gemeinderat wird es sehr spannend fürs Radfahren in Stuttgart. 

Es entscheidet sich, welche Zukunft die Ziele des Radentscheids haben werden, und ob sich für eine zukunftsträchtige Rad- und Stadtpolitik eine Mehrheit findet.

Mit seinen 35.000 Unterschriften hat der Radentscheid dem Gemeinderat einen Auftrag gegeben, mehr als bisher für den Radverkehr zu tun. Ich könnt euch vorstellen, dass ich dafür ringe, dass wir diesen Auftrag in Form eines eigenen umfassenden Antrags zum Radverkehr annehmen. Die Grünen, SPD, SÖSLinke-Plus, Teile der FDP und die Stadtisten haben selbst Unterschriften für den Radentscheid gesammelt und sich teils auch über ihre Jugendorganisationen und auf Mitgliederversammlungen hinter die Ziele des Radentscheids gestellt, die bedeuten, dass Stuttgart eine Fahrradstadt wird. Hoffen wir, dass wir nun gemeinsam eine Mehrheit dafür herstellen können.

Der Oberbürgermeister hat eine Beschlussvorlage vorgelegt, in der sich die Verwaltung dazu bekennt, dass der Radverkehr nicht aufkosten von Fußgängern oder dem öffentlichen Nahverkehr, sondern aufkosten des Platzes für Autos massiv und schnell ausgebaut wird. Was die Verwaltung vorschlägt, ist kurz formuliert, geht aber sehr weit. Es bedeutet mehr Geld, mehr Stellen, schnelleren Ausbau, Fahrradgaragen in Wohngebieten und viele neue Fahrradstraßen. Der Widerstand wird darum vermutlich heftig werden.

Doch alle Fachleute sind sich einig, dass mehr Radverkehr und weniger Autoverkehr für Großstädte sehr nützlich ist.

18. Februar 2019

Eigentlich ist die Theo längst Fahrradstraße

Nur dass man die Radler vom Auto aus nicht sieht, weil sie auf Gehwegen radeln. Das muss sich ändern.

Diese Fußgängerzonen sind für Radfahrende freigegeben. Nicht überall, aber fast überall.Vor allem dort, wo die Radstreifen aufhören oder noch nicht begonnen haben.

Auf den viel zu schmalen alten Radfahrstreifen zwischen Rotebühplatz und ungefähr Kienestraße radelt es sich nicht gut zwischen Dorinzone und 50-km/h-Autofahrern, die in ihrer Spur bleiben und darum engstens überholen. Das ist Stress. Vom Rotebühlplatz Richtung Bahnhof nehmen die meisten Radfahrenden deshalb den Weg durch die freigegebene Fußgängerzone der Kronprinzestraße, fahren bei Wittwer hoch zur Theo, kreuzen die Tiefgaragen Ein- und Ausfahrt, wo so mancher Autofahrer forsch ankommt, und schlängeln sich zwischen den Fußgängern und den Autos auf dem Geheweg Richtung Lautenschlagerstraße. Und das sind nicht wenige. Es sind viele. Das ist eine der Hauptradrouten zwischen Westen/Süden und dem Gebiet um den Hauptbahnhof.

16. Februar 2019

Stiefkinder des Radroutennetzes


Überall gibt es Radler, die einen Weg täglich radeln und mit den Widrigkeiten einer Strecke kämpfen. So auch zwischen Birkach und Möhringen. 

Blogleserin Anette hat sich an die Gemeinderät/innen mit der Bitte gewandt, diese Route zu sanieren. Es geht um den Geh-/Radweg entlang der Plieninger Straße an den Kelly-Barracks entlang. Da laufen Leute, da fahren Berufspendler mit dem Fahrrad. Unter dem zunehmenden Radverkehr offenbart diese Strecke ihren Behelfscharakter, der dem Bedarf nicht mehr genügt, und den Ansprüchen an eine bequeme Radfahrstrecke schon gar nicht.

Die Feldwege sind schmal, der Radweg wird im Winter nicht gereinigt (er gehört nicht zu den ausgewählten Strecken für dieses Jahr), aber auch das Laub wird nicht entfernt, das eine schöne alte Eiche im Herbst abwirft. Teilweise ist der Gehweg viel zu schmal, Ecken sind unübersichtlich und im Sommer von Grünzeug überwuchert. Und an der Ampel beim Haupteingang zur Kaserne steht man als Radler lang, ohne dass irgendein Auto kreuzt.

14. Februar 2019

Schöner leben in Quartieren ohne Autos

Autofreie Stadtteile sind selten in Deutschland. Mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr funktionieren sie auch gut. 

Andererseits wünschen sich viele genau das: mehr Ruhe im Wohngebiet, Kinder können draußen spielen, sie wachsen nicht zwischen geparkten Autos und Wohngebietsrasern auf. Eigentlich müssten alle Wohngebiete autofrei sein. Das würde auch jenen gut gefallen, die eigentlich ohne ihr Auto vor der Tür nicht leben zu können meinen: Es ist nämlich entspannter (keine Parkplatzsuchverkehr, kein Rangieren, keine lauten Motorräder im Sommer), man hört die Vögel, man trifft sich draußen, man kann einfach eine Bierbank vor die Tür stellen und mit Nachbarn feiern, man kennt sich, man hilft sich, die Nachbarschaft bildet eine Gemeinschaft.

12. Februar 2019

Hauptradroute 2 Wangen-Hedelfingen kann kommen

Die Hauptradroute 2 musste noch eine Runde von mehr als zwei Jahren durch die Gremien und die Verwaltung drehen, weil sich gegen den ersten Entwurf Widerstände geregt hatten. Nun ist sie fertig.

Grund war damals vor allem der Wegfall von Parkplätzen entlang der Ulmer- und Hedelfinger Straße, auch wenn es sich da nur um Parkplätze in einem Gewerbegebiet handelte. Aber auch einoigen Radfahrer hatte der Entwurf nicht gefallen. Immer wieder wurde die Nätherstraße als Alternativstrecke vorgeschlagen. Die allerdings liegt fernab von Zielen wie Schulen, dem Hafen und Arbeitsplätzen und hat einen Abschnitt mit großer Steigung. (Hier eine Linksammlung zur Vorgeschichte). Sie führt aber eben durch Wohn- und Grüngebiete mit weniger Autoverkehr.

Die Verwaltung hat genauestens untersucht, was überhaupt geht, und nun dafür im Bezirksbeirat Wangen eine unerwartet große Zustimmung bekommen. Demnach wird die HRR2 wie urprünglich geplant auf der Ulmer- und Hedelfinger Straße verlaufen.

10. Februar 2019

Dreierlei Geschichten von der Straße

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, hat viele persönliche Begegnungen mit anderen Menschen, die zu Fuß unterweg sind oder im Auto sitzen. 

Alle Radfahrenden können ähnliche Geschichte erzählen, nette und weniger nette.

Geschichte 1 - eine kluge Erkenntnis.
Ich radle am Samstag morgen Richtung Ruderclub und komme den Radweg von der Stadtbahnhaltestelle Richtung Leuze am Sprudler an. Erwachsene stehen auf der Gehwegseite herum, alle mit dem Rücken zum Radweg. Ein kleiner Junger, vielleicht fünf Jahre alt, springt vergnügt herum. Finde ich okay, er ist ein Kind. Er rennt über den Radweg und rennt wieder zurück. Ich bremse. Er dreht sich an der Linie um und springt mit frechem Lächeln noch einmal auf den Radweg vor und gleich wieder zurück. Ich habe längst zum Stillstand abgebremst.
Als klar ist, dass der Junge jetzt stehen bleibt, fahre ich weiter. Dabei höre ich eine Frau unter den Erwachsenen erschrocken sagen: "Wenn das jetzt ein Auto gewesen wäre ..."
Dann rufen sie den Jungen zurück.
Stimmt, als Radlerin sehe ich auch kleine Kinder unmittelbar vor mir und stehe sofort.

8. Februar 2019

Das Kreuz mit den Bordsteinen

Bordsteine versüßen das Radlerleben: hops hoch, rums runter. Es sind nicht nur die 3-cm-Bordsteine, die uns die Ritzel durchschütteln. Wir haben auch richtige Bordsteinhindernisse auf unserer  Radinfrstruktur. 

Dieses Foto hat mir Blogleser Peter geschickt. Es stammt von kürzlich. Meines (Foto darunter) stammt aus dem Jahr 2014, als die Radinfrastruktur auf der Löwentorstraße und hier auf dem Löwentorplatz frisch angerichtet wurde. Seit geschlagenen fünf Jahren also hopsen Radler diesen Bordstein runter. Man sieht, dass sie nicht einfach vorfahren können zum abgesenkten Bordstein, denn da steht der Ampelmast im Weg.

6. Februar 2019

Die Fahrradstraße bleibt Fahrradstraße

Der zweite Bausabschnitt der Sanierung des Österreichischen Platzes steht an. Aber diesemal wird auf der Tübinger Straße die Fahrradstraße zwischen Feinstraße und Cottastraße nicht aufgehoben. Auch die Ampelanlage an der Cottastraße wird es nicht mehr geben.

Gestern (Dienstag) wurden die Pläne im Bezirksbeirat Süd vorgestellt. Die Verwaltung hat aus dem vergangenen Sommer die Konsequenzen gezogen. Sie und wir alle haben germerkt, dass der Autoverkehr weit geringer war als gedacht und Radfahrende an roten Ampel standen (oder auch weiterfuhren), obgleich gar keine Autos da waren. Unsere aller Engagement für eine bessere Lösung hat gefruchtet. Vielen Dank dafür. Und danke an die Verwaltung.

Hier die Einzelheiten:

4. Februar 2019

Gönnen Sie sich den Luxus ...

... mit dem Fahrrad zu fahren. Das empfiehlt der Marathonläufer Arne Gabius. Ich habe ihn mal in Stammheim an mir vorbeilaufen sehen. Er trabte auf der schnurgeraden Solitude-Allee Richtung Ludwigsburg davon.

In der Stuttgarter Zeitung hat er uns am 30. Dezember mit zehn Tipps erfreut, wie man sich in diesem Jahr sportlich etwas auf Trab bringt.

Sein Tipp 1: Fahren Sie Fahrrad. "Fast jeder in der Region Stuttgart", schreibt er, "kann sich ein Auto leisten und nur die Wenigsten fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Zu steil, zu umständlich, zu gefährlich." Alles Ausreden, so der Tenor des Textes. Pedelecs nivellieren die Steilstrecken, und selbst wer Pedelec fährt, verschafft sich immer noch mehr frische Luft, Bewegung, Fitness und gute Laune als jemand, der im Auto sitzt. Mit ein wenig Geschick finde man einen ungefährlichen Weg, Stuttgart und ihre Region hätten erstaunlich schöne Wege zu bieten, und je mehr Menschen das Fahrrad nutzten, desto mehr werde auch in die Radinfrastruktur für Radfahrer investiert. "Wer es sich einrichten kann, sollte sich also den Luxus gönnen, den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurückzulegen."

3. Februar 2019

Die absolut abschreckende Radinfrastruktur

Die Hauptradroute 1 hat ein paar große Schwachstellen. Sie erscheinen solange unlösbar, wie man meint, dem Auto keinen Zentimeter Platz wegnehmen zu dürfen.

In Cannstatt müssen sich Radler zwischen Autos und Bussen behaupten, wenn sie von der König-Karls-Brücke unter der Eisenbahnbrücke hindurch zum Wilhelmsplatz radeln. Ein paar Meter Radstreifen zur Brückenunterführung, ein paar Meter roter Radsteifen danach. Immer wieder Totalsperrung durch Baumaßnahmen oder geparkte Fahrzeuge, und jedes Mal die Frage, wo soll ich jetzt eigentlich lang radeln? Auf der Fahrbahn, auf dem Gehweg oder auf der Busspur, die für mich freigegeben ist? Und ist der Gehweg hier wirklich frei?

Der Wilhelmsplatz in Cannstatt gehört vollständig dem Auto-, Bus- und Stadtbahnverkehr und den Zubringerfurten für Fußgänger/innen.

2. Februar 2019

Der Bürgerhaushalt hat begonnen

Bis zum 18. Februar können alle Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für die Haushaltsberatungen des Gemeinderats Ende dieses Jahres machen.

Man kann Projekte oder Baumaßnahmen vorschlagen, die Geld kosten, aber auch Vorschläge machen, wie die Stadt Geld einnehmen könnte (ist eher selten der Fall). Die Vorschläge werden dann von der Stadt sortiert und zusammengefasst.

Auch Radfahrende können hier Vorschläge zu ihren Themen machen. Der Radentscheid hat bereits einen Vorschlag angelegt, der erneut ordentlich Zustimmung braucht, damit er unter die ersten Plätze kommt und Beachtung findet. Ideal wäre Platz 1 in der Liste des Bürgerhaushalts.

1. Februar 2019

Nur ein Auto auf einem Radweg bringt die ganze Radförderung in Misskredit

Kürzlich habe ich beschrieben, wie sich unsere etwas enge und kümmerliche Radinfrastruktur für mich anfühlt. Eine moderne Radinfrastruktur taugt für alle von 8 bis 80 und macht das Radfahren angenehm. 

So kann sie aussehen. Das Foto stammt von einer Fachtagung des ADFC im vergangenen Jahr zum Thema einer zukunfstweisenden Infrastruktur fürs Fahrrad, wie sie beispielsweise die Stadt Vancouver binnen kurzem auf die Straße gebracht hat. Die Radwege sind breit, verlaufen entlang der Hauptverkehrswege, sind aber durch Poller, Bordsteine oder Grünstreifen vom Autoverkehr getrennt.  Autos können sie nicht mitbenutzen. So fühlen sich Radfahrende sicher. Das scheint entscheidend dafür zu sein, ob sich die zögerlichen 60 Prozent der Bevölkerung trauen, in ihrer Stadt die mehr oder minder kurzen Alltagswege mit dem Fahrrad zu machen.

31. Januar 2019

Am 8. Februar ist Winter-Rad-Pendler/innen-Tag

Immer am zweiten Freitag im Februar gehört denjenigen, die auch im Winter unverdrossen aufs Rad steigen, um zur Arbeit zu fahren. 

Es ist der "Internationale Winter-Fahrradpendlertag" oder auch "Bike to Work Day".

Der ADFC in Göppingen hat dazu die notwenige Aufwärmstation eingerichtet. In Göppingen wollen sich wohl, wie letztes Jahr auch wieder Läden und Cafés beteiligen.

Und das geht so: Hier anmelden und sich registrieren lassen. Diese Anmeldung ausdrucken oder mit dem Handy abfotografieren, aufs Fahrrad steigen und eine der so genannten Aufwärmstationen ansteuern, wo es ein kostenloses Heißgetränk gibt. In Stuttgart sind mir noch keine bekannt. 

30. Januar 2019

Zum Wiederlesen: Was bedeutet Schrittgeschwindigkeit?

Wir wissen, Radler/innen dürfen auf für sie freigegebenen Fußwegen nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Würden wir uns an den Fußgängern orientieren, wären wir mit etwa 4 km/h unterwegs. 

Würden wir auf Wanderer schauen, dann mit 5-9 km/h, bei Joggern wären es dann schon  ungefähr 12 km/h.

Dei Schrittgeschwindigkeit ist in der StVO nicht genau definiert. Das Amtsgericht Leipzig hat 2005 Schrittgeschwindigkeit (für ein Auto) mit bis zu 15 km/h festgelegt und mit den Fahrradfahrern argumentiert, die in einer verkehrsberuhigten Straße ja auch so schnell fahren dürften, sogar müssten, weil sie sonst zu schlingern anfingen.

29. Januar 2019

Der Autoverkehr braucht den Platz doch gar nicht

Es könnte um Stuttgart gehen. Auf dem Ring soll eine Fahrspur auf jeder Seite für den Radverkehr umgewidmet werden.

Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 km/h reduziert. Grüne, CDU und Linke stimmen dafür. Denn nur im Berufsverkehr fahren da viele Autos, für den Rest des Tages ist die Strecke für den Autoverkehr überdimensioniert. Und die Nachfrage nach mehr Radwegen ist vorhanden.

Leider handelt es sich bei dieser Meldung nicht um unseren Cityring in Stuttgart, sondern um den so genannten Gürtel es Kölner Stadtteils Ehrenfeld. Und durch den Gemeinderat ist das auch noch nicht. Der überstimmt auch gern mal den Bezirk.

27. Januar 2019

Typisch Stuttgart

Grund sich aufzuregen haben in diesem Fall die Fußgänger/innen, die aus dem Bus aussteigen. Drei Radler sausen durch sie hindurch. Auf dem Gehweg parkt ein Auto die Ausweichfläche zu. 

Die drei Radler sind vom Schwabtunnel die Schickardtstraße herabgekommen und am Generationenhaus über die Busspur auf den Gehweg gefahren (Karte unten: schwarze Linie). Sie schlängeln sich durch die Leute und biegen nach rechts in die Böblinger Straße Richtung Kaltental ab. Muss das sein? Warum sind sie nicht auf der Fahrbahn geblieben?

25. Januar 2019

Radinfrastruktur - Pest oder Cholera?

 Karlsruhe Radfahrstreifen 
Die optimal zugeschnittene Infrastruktur gibt es für Autos und für Fußgänger/innen. Für Radfahrende gibt es sie nicht. Autos haben Fahrbahnen, Fußgänger Gehwege. Und was haben Radfahrende? 

Radstreifen, Schutzstreifen, Radwege, freigegebene Gehwege und Fußgängerzonen, gemischte Geh-/Radwege ... Wir diskutieren immer wieder über Infrastrukturen und versuchen Gefahren und Vorteile abzuschätzen. Ich kritisiere schwierige, uneindeutige oder stressige Ecken und Strecken. Eigentlich aber frage ich mich immer wieder, welche Radinfrastruktur wohl die beste wäre, um mehr Menschen in Stuttgart zum Radfahren zu verführen. Ich lese Studien und Fachbücher und höre Fachleuten zu. Man schwärmt von Protected Lanes, Kopenhagen und den Niederlanden. Von diesen Bildern trennen uns in Stuttgart dreißig Jahre. Wir müssen erst noch den Wandel dorthin hinkriegen.

Aber was ist denn nun gut, was schlecht? Radwege, Schutzstreifen, Radstreifen? Worauf setzen wir?
Für mich persönlich hat jede Radinfrastruktur Vor- und Nachteile. Ich bin da jetzt mal ganz logisch und widerspruchsfrei und kann mich nicht entscheiden.

24. Januar 2019

Hurra, es schneit!

Die meisten Menschen mögen Schnee. Radfahrende auch. Beim letzten Mal haben ein paar Fotos von verschneiten Rädern und Radfahrenden im Schnee auf Facebook freudige Reaktionen ausgelöst.

Blogleser Stefan schreibt: "Herrlich war es heute! Ich biege morgens vom direkten Weg zur Arbeit ab, um die Strecke zur Arbeit durch den Schnee noch ein bisschen weiter zu machen als meine normalen knapp 10 km. Es ist gar nicht so leicht zu sagen, warum es so schön ist, denn anstrengend ist es ja auch. Aber eben auch: Herrlich!"

23. Januar 2019

Schutzstreifen oder Angststreifen?

Wir Radfahrende wissen es: Die Überholabstände der Autofahrenden sind immer wieder viel zu knapp, vor allem dort, wo Radler auf sogenannte Schutzstreifen gedrängt werden. 

"Eine Radverkehrspolitik, die auf den breiten Einsatz von Schutzstreifen setzt, ist verfehlt", sagt der UDV-Leiter Brockmann.
Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat ein Gutachten erstellt, über das der Spiegel berichtet.

Radwege (verkehrsfern) sind allerdings auch gefährlich, wenn Autos nach rechts über sie einbiegen können. Ist also jegliche Art von Verkehrsinfrastruktur gefährlich, egal welche?

22. Januar 2019

Autofahrer fährt Radler auf Radweg an

Wie Blogleser Jörg berichtet, hat am vergangenen Mittwoch (16.1.) ein Autofahrer, der aus der Quellenstraße einbiegen wollte,  einen Radfahrer auf dem Radstreifen des Radwegs an der Pragstraße angefahren. 

Demnach kam der Radfahrer von oben, fuhr also linksseitig (gegen die Fahrtrichtung der Autos) hinunter. Für den Autofahrer, der aus der Quellenstraße herausfahren wollte, kam er von rechts. Vermutlich hat der Autofahrer aber eben nur nach links geschaut, um auf der Pragstraße die Lücke in den Autos zu finden, in die er hineinfahren kann. Der Radfahrer wurde, dem Bericht zufolge, von einem Krankenwagen abtransportiert.

21. Januar 2019

Umleitung in eine Eisfläche

Die bombastische Baustelle im unteren Schlossgarten wird uns bis Ende Mai erhalten bleiben. Radfahrende werden zur Überfahrt über die Stadtbahnschienen geleitet. Leider ist es am Flora und Fauna spiegelglatt.

Offenbar wird dort nicht gestreut. Blogleser Florian berichtet, er sei schon eine Woche vor Weihnachten dort gestürzt und habe sich eine Rippe angebrochen. Er fährt von Untertürkheim in die Stadt. Bis zum Leuze sei normal gestreut gewesen. Nur der enge kurvige Durchgang beim Flora und Fauna zwischen Schienen und Parkwegen nicht, danach wieder. Fünf Leute seien nach ihm dort auf Glatteis in der Viertelstunde gestürzt, die er sich von seinem Unfall erholte. Diese Woche habe ihm ein Freund erzählt, dass es an der Stelle wieder glatt war.

19. Januar 2019

Ein bisschen Radstreifen auf der Schwarenbergstraße

Die sollen in diesem Jahr kommen. Auch wenn Anwohner um - in diesem Fall illegale - Parkplätze kämpfen. 

Die Stuttgarter Zeitung hat von einer eher ablehnenden Bezirksbeiratssitzung berichtet, aber auch vom unbefriedigenden Stückwerk an Rad- und Schutzsstreifen im Stuttgarter Osten.

Wie der Autor, Jürgen Brand, bemerkt, wird in Stuttgart Radinfrastruktur immer nur dort gebaut, wo ohnehin was an  der Autofahrbahn gemcht werden muss. Und dieses Jahr ist die Schwarenbergstraße zwischen Wagenburg- und Hausmannstraße dran.

18. Januar 2019

Das Rechtsgutachten zum Radentscheid, kurz gefasst

Ein Gutachten der Kanzlei Dolde Mayen kommt zu dem Schluss, dass der Radentscheid rechtlich unzulässig ist.

Nachdem zunächst die Presse mit Inhalten herauskam und der Radentscheid mündlich informiert wurde, veröffentlichte die Stadt das vollständige Gutachten am Mittwochabend.

Ich habe es gelesen und versuche mal, die Argumentation so darzustellen, wie ich sie verstanden habe. Obgleich eigentlich die Hürden für Normalbürger, so ein Begehren zu formulieren, nicht so hoch und besondere Kenntnisse des Verwaltungsrechts nicht erforderlich sein sollten, so scheiterte dem Gutachten zufolge der Radentscheid doch genau daran, dass einzelne Formulierungen zu viel offen lassen oder der Organisation der Straßenverkehrsbehörden widersprechen. Ohne juristischen Beistand, den der Radentscheid übrigens hatte, und der ihn auch Geld gekostet hat, lässt sich so was nicht machen, so mein Fazit. Und selbst dann, ist des ungewiss, ob es klappt.

17. Januar 2019

Mit dem Rad in die Stadtbahn

Man darf in Stuttgart Fahrräder in den Stadtbahnen kostenlos mitnehmen, allerdings nicht zu Stoßzeiten.  

Nicht mitnehmen darf man Räder in Stadtbahnen Montag bis Freitag zwischen 6 und 8:30 Uhr und von 16 bis 18:30 Uhr. In S-Bahnen darf man das, muss aber zwischen 6 und 9 Uhr ein Kinderticket lösen. Die Zahnradbahn hat einen Radwagen, den man bergauf immer benutzen darf, ohne dass es was kostet.

Die Fahrradmitnahme ist für einige, auch gerade Berufspendler wichtig, weil geeignete Radwege bergauf fehlen.

15. Januar 2019

Der Radentscheid ist rechtlich unzulässig, aber nicht verloren

Leider haben wir das aus der Presse erfahren, weil jemand das noch nicht veröffentlichte Gutachten weitergeben hat.

Inzwischen ist es von der Stadt veröffentlicht worden und befindet sich hier


Die Stuttgarter Zeitung berichtet ausführlich über das Rechtsgutachten. Es wäre für den Radentscheid fair gewesen, wenn er das Gutachten zuerst zugeschickt bekommen hätte und das Ergebnis nicht in der Zeitung hätte lesen müssen. So fühlen wir alles uns jetzt etwas verarscht.

Fahr doch Auto, aber hup uns nicht an!

Radfahrer sind nicht die Guten. Sie sind auch nicht die Bösen. Radfahrer sind Radfahrer. In Deutschland ist das Radfahren dennoch ideologisch aufgeladen. 

Die meisten Menschen fahren nicht aus ideologischen Gründen Fahrrad, sondern, weil es für sie praktischer, bequemer und/oder schöner ist als andere Verkehrsmittel. Am wenigsten fahren Menschen Fahrrad, um damit die Stadtluft besser zu machen, am ehesten noch, weil sie an ihre Gesundheit denken. Aber auch der Gedanke, es ist gesünder, ist meistens gar nicht der Anlass, statt des Autos das Fahrrad zu nehmen. Dennoch werden Radfahrende von Autofahrenden als der radelnde Vorwurf angesehen.

14. Januar 2019

Es ist windig

Die Bäume wackeln zwar kaum, dafür aber schweben mir die Werbefolien an der Engstelle beim Leuze waagrecht vor die Nase.

Und zwar alle der Reihe nach. Wären sie unten festgebunden, was ich begrüßen würde, würde es vermutlich bei entsprechenden Böen die ganzen Zaun umwehen.

Radelt vorsichtig heute.

Nachtrag, fünf Tage später: Die unteren Enden der Folien sind jetzt alle wieder festgebunden. Vielen Dank für die schnelle Reaktion.




13. Januar 2019

Schrotträder, Radleichen und Radgerippe

Was passiert eigentlich mit dem, was wir so makaber Radleichen nennen? 

Manche haben den Eindruck, dass die Gerippe oder beschädigte oder einfach nur alte Fahrräder monatelang, wenn nicht überhaupt jahrelang an Schildermasten oder in Radabstellanlagen herumhängen.

Stimmt nicht. Nach Angaben der Stadt werden solche Räder entfernt. Allerdings nicht gleich. Und auch nicht nach wenigen Wochen. So ein Rad darf durchaus viele Wochen stehen bleiben, schließlich stehen auch manche Autos viele Wochen, wenn nicht Monate an ein und demselben Platz (ich kenne da mindestens eines, das in der Tübinger Straße gleich hinter der Schleuse steht, ihr alle kennt es, wenn ihr dort fahrt), ohne dass man davon ausgehen kann, dass sie aufgegeben wurden.

11. Januar 2019

Erster Abbiegeunfall in Stuttgart

Er ereignete sich Dienstragfrüh auf dem Radweg Holzstraße. Ein Autofahrer bog in die Rosenstraße ein, ohne auf den Radverkehr zu achten. Die Radfahrerin wurde leicht verletzt.

Blogleser Benjamin kam zufällig vorbei, als der Fahrer und die verunfallte Radfahrerin schon bei der Polizei im Auto saßen, und machte dieses Foto. Er hat später bei der Polizei angerufen und folgende Auskunft bekommen: Der Unfall passierte gegen acht Uhr. Die Radfahrerin kam von der Marktstraße her und fuhr Richtung Charlottenplatz. Der Autofahrer fuhr auf der Fahrbahn in Gegenrichtung, bog über den Radweg und in die Rosenstraße ein (die für Autos verboten ist), nahm der Radfahrerin die Vorfahrt und stieß mit ihr zusammen. Sie stürzte, wurde leicht verletzt, musste aber nicht ins Krankenhaus. Der Sachschaden beträgt 900 Euro. Wie das Foto nahelegt, war er wahrscheinlich mit ordentlich Schwung unterwegs und kam erst hinter dem Radweg zum Stehen.

10. Januar 2019

Der grüne Pfeil für Radler kommt

Stuttgart nimmt am Pilotversuch teil und installiert grüne Pfeile für Radfahrende an zwei Stellen. Und zwar im Westen und in Mühlhausen. 

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet wird der Pfeil, der Radlern das Rechtsabbiegen erlaubt, auch wenn die Autoampel rot zeigt, an der Kreuzung Rosenbergplatz aufgehängt. Und in Mühlhausen wird man von der Mönchfeldstraße nach rechts in die für Radler freigegebene Einbahnstraße Veitstraße abbiegen dürfen.

Die Regel lautet: Radfahrende fahren an die rote Ampel vor, halten an, schauen und dürfen dann nach rechts abbiegen, obgleich die Autos noch Rot haben, wenn alles frei ist und sie dabei keine Fußgänger/innen gefährden oder stressen. Dieses vorher Anhalten ist sicher etwas, was die meisten Radler in ein langsam Fahren und dann wieder Antreten umdeuten werden. Aber erlaubt ist es nicht.

Den Fußgängerverkehr tangiert das kaum.

9. Januar 2019

Ein Radstreifen als Reserveparkplatz geplant

Entlang der Jahnstraße soll es in diesem Jahr ungefähr ab der Mittleren Filderstraße Richtung Degerloch einen neuen Radfahrstreifen geben.

Er beginnt dort, wo der Gehweg sich von der Fahrbahn entfernt und Radler in den Wald geleitet werden, der im Winter und bei Nacht keinen Spaß macht. Bergauf soll der rechte Fahrstreifen eingezogen und in einen Radfahrstreifen umgewandelt werden, der bis zum Autoabzweig nach links in die Kirchheimer Straße reicht. (Siehe Bild unten). An Veranstaltungswochenden soll er zum Parkplatz werden. Wir haben darüber schon diskutiert, hier sind genauer Informationen und Pläne dazu.