20. Oktober 2019

Das bringt doch dem Radfahrer nichts

Also lassen wir das mit dem Radweg. Der hat eh keinen Anfang und kein Ende. Da radelt doch niemand.

Mit solchen Argumenten werden Maßnahmen fürs Radfahren gerne wegdiskutiert. Bis heute wird immer wieder der Radfahrstreifen entlang der Waiblinger Straße infrage gestellt. Da radelt doch niemand. Stimmt nicht. Ich habe bei einer Fahrt im Auto als Beifahrerin zu unwirtlicher Zeit und bei unwirtlichem Wetter Radfahrende gesehen, die am Autostau vorbei die Waiblinger Straße Richtung Fellbach fuhren.

18. Oktober 2019

Wie reden wir eigentlich miteinander?

Ich verzichte auf die Klingel. Ich rede stattdessen mit den Menschen, egal ob sie zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind.

Wenn ich auf einem gemischten Geh-/Radweg einen Fußgänger oder eine Fußgängerin überholen möchte, dann lasse ich den Freilauf surren und sage: "Ich fahre jetzt links an Ihnen vorbei." Oder wenn ich eine etwas unorganisierte Familie vor mir habe, dann sage ich: "Ich würde jetzt mal versuchen, rechts an Ihnen vorbeizufahren." Im Vorbeifahren bedanke ich mich. Das mache ich auch bei Radfahrenden so, die mir etwas verträumt erscheinen, wenn ich sie überholen möchte.

16. Oktober 2019

Wenn Radfahrer mit Autos verwechselt werden

Wie fühlt sich ein Radfahrer, und wie sieht er für andere aus? Das sind zwei Fragen, die sich der Verkehrsökologe, Jochen Eckart, in Karlsruhe stellt. 

Wie die Klimarreporter berichten, wurde dafür das Sensorbike erntwickelt. Es erfasst beispielsweise Längsneigung, Windgeschwindigkeit, Fahrbahnoberfläche, Seitenabstände, Bremsbeschleunigunge, aber auch Luftschadstoffe, Lärm und Wetter. Damit wollen die Karlsruher Forscher(innen?) herausfinden, wie viel Energie ein Radfahrer aufbringt und wie stressig seine Fahrt verläuft, kurz: wie sich Radfahrende fühlen. Das Sensorbike nimmt gewissermaßen die Perspektive der Radfahrerin ein. Mit den Erkenntnissen könnte man Radwege bequemer und stressfreier gestalten, wenn man das will.  

Aber noch spannender ist eine andere Frage, um die es den Forschern geht.

14. Oktober 2019

Wenn es schwierig wird, endet der Radstreifen

Deutsche Taktlosigkeit, schreibt Burkhard auf Twitter und zeigt dabei dieses Foto von Lindau. Warum eigentlich enden unsere Radfahrstreifen immer vor Kreisverkehren? 

Das sei eine Kapitulation vor jeder ambitionieren Knotenpunktgestaltung und erzeuge Unsicherheit. Kein Wunder, dass manche Radler/innen auf den Gehweg ausweichen. Ja, das habe ich auch schon bemängelt und vom Amt zur Antwort bekommen, man dürfe in Deutschland Radfahrstreifen nicht in einen Kreisverkehr hinein und (möglichst mittig) durch in hindurch führen, wie man das in den Niederlanden macht.

12. Oktober 2019

Die Ästhetik des E-Scooter-Abstellens

Man wundert sich. Man fragt sich. Was ist im Kopf des Rollermieters vorgegangen, als er den E-Scooter abstellte?

Rücksicht auf Fußgänger/innen spielt dabei keine Rolle. Es scheinen vor allem ästhetische Kriterien zu gelten.

Bei allem, was wir tun, wirken Kriterien, meist unbewusst. Wenn es im Raum gechieht, sind es die Kriterien der Gemometrie. Ordentlich und schön soll es aussehen. Rechte Winkel und parallele Linien müssen hergestellt werden. Könner/innen drücken mit Abweichungen vom rechten Winkel darüber hinaus ästhetisches Feingefühl aus. Einfach so an die Wand gequetscht, sieht der E-Scooter jedenfalls nicht gut aus. Das wirkt ängstlich, beflissen und defensiv. Fahrräder werden so hingesellt, aber E-Scooter sind keine Fahrräder und ihre Lenker/innen sind auch keine Radfahrer/innen.

Bei der Raumgestaltung durch das Abstellen des E-Scooters steht der Mieter oder die Mieterin nun allerdings vor diversen ästhetischen Herausforderungen.

10. Oktober 2019

Nein, das ist kein Radfahrstreifen

Die Reinsburgstaße ist für Radfahrende schwierig. Nicht nur, weil es keine Radfahrstreifen gibt, sondern weil die Verlängerung der Parkplätze für die Senkrechtparker aussieht wie ein Radstreifen.

Autofahrende meinen, Radfahrende müssten direkt hinter den geparkten Autos entlang radeln. Das aber ist, wie ich schon 2015 beschrieben habe,  gefährlich. Diese Verlängerungen dienen als Ausparkhilfe und Puffer zum fahrenden Verkehr. Ein Radfahrer, der genau dort fährt, begibt sich in Gefahr, von ausparkenden Fahrer/innen nicht rechtzeitig gesehen zu werden.

Was aber passiert, wenn man nicht dort radelt? Blogleserin Annette fährt täglich mit dem Normalrad die Reinsburgstraße rauf und runter und hat die Situation in einem Brief an die Stadt plastisch beschrieben. Hier Auszüge:

8. Oktober 2019

Kleines bisschen bessere Ampelschaltung am Charlottenplatz

Vielleicht ist es euch auch schon aufgefallen. Die Ampelschaltung am Charlottenplatz aufseiten der Planie hat sich für Radfahrende Richtung Holzstraße verbessert. 

In einem Zug kommt man über die drei Fußgänger-/Radampeln nicht hinüber. Leider haben Autos immer noch an der Einbiegung zur Planie aufsteiten des Landtags Dauerdurchfahrt. Nur ab und zu springt für sie die Schwarz-Ampel auf Rot. Dann dürfen die Radler. Doch dann wartet man gleich wieder an der nächsten Ampel. Zuerst wird die eigene Seite grün. Kenner/innen starteten sehr langsam und radelten noch langsamer, ein ganz langsames Schritttempo zur nächsten Verkehrsinsel, denn so konnte man es vermeiden anzuhalten, bevor die folgende Ampel auf Grün sprang.

Und jetzt... da waren eine Radlerin und ich echt überrascht.

6. Oktober 2019

Eine Gebrauchsanleitung für Radler

Wer die Taubenheimer Straße zur Waiblinger Straße hin radelt, kennt dieses Schild. Es steht da schon lange.

Wer zum ersten Mal hier lang radelt, rätselt. Die anderen wissen eh, wie sie radeln müssen. Anonsten ist das eine vergleichsweise gut organisierte Kreuzung für Radler, samt Induktionsschleifen. Eigentlich versteht sich alles von selbst.

Ich habe mir das Schild kürzlich mal wieder angeschaut. Und hatte das Gefühl, jetzt kapier ich es endlich: Es ist nur eine Gebrauchsanweisung für vorgezogene und verbreiterte Aufstellplätze. Aber warum steht das Schild dann nicht überall, wo es solche Aufstellplätze gibt?

5. Oktober 2019

Wieder Mordversuch an Radfahrer

Diesmal war das das Seil quer über dem Neckarrdamm auf der Seite Richtung Untertürkheim gespannt. 

Die Polizei meldet:"Unbekannte haben am Donnerstagabend (03.10.2019) ein Seil über den Neckardammweg gespannt, ein Radfahrer ist gestürzt. Der 47-jährige Radfahrer fuhr gegen 21.30 Uhr den Radweg auf dem Neckardamm in Richtung Obertürkheim entlang. An einer schlecht ausgeleuchteten Stelle fuhr er gegen das Seil, das etwa auf Brusthöhe gespannt war und stürzte. Der Radfahrer blieb unverletzt. Zeugen werden gebeten, sich bei den Beamtinnen und Beamten der Kriminalpolizei unter der Rufnummer +4971189905778 zu melden."

4. Oktober 2019

Neues Parkverbot für Radfahrende

Der Entwurf des Bundesverkehrsministers für eine Novelle der StVO ist abgeschwächt worden. Und es kommt ein neues Verbot für Radfahrende.

Räder sollen nämlich nicht mehr am Fahrbahnrand abgestellt werden dürfen. Das macht es schwierig für Lastenrad-Fahrer/innen. Man muss die breiten und schweren Dinger nun in jedem Fall auf den Gehweg lenken (eine Bordsteinkante hochheben, ein Stück über den Gehweg fahren), damit man sie dort abstellen kann. Da stehen sie dann den Fußgänger/innen im Weg herum, qua Gesetz. Und beim Bußgeldkatalog hat das Ministierum auch Abstriche gemacht (Siehe unten).

3. Oktober 2019

Alle Jahre wieder?

Rund um die Zugänge zum Cannstatter Volksfest hingen wieder diese Radfahrer-absteigen-Schilder. Dann wurden sie abgeklebt.

Am Wochenende (5. Oktober, siehe Nachgtrag unten) waren die Klebestreifen wieder entfernt worden.
Damit bekommt Blogleser Alex Recht, der mir am 2.Oktober das Foto schickte und schrieb: "Alle Jahre wieder! Radfahrer absteigen! Wobei sich hier wohl jemand den Scherz erlaubt hat, das "absteigen" bei allen Schildern durchzustreichen. Super Aktion!" Ja, Finde ich auch. Ich habe aber guten Grund zu der Annahme, dass dies eine ganz offizielle Abklebeaktion ist. Die Stadt wollte den "Verkehrssicherer" jedenfalls beauftragen, die Absteigen-Schilder zu entfernen und die Warnschilder richtig hinzustellen.Dies war wohl eine falsche Annahme.

2. Oktober 2019

Warum seid ihr nur so?

Das war der Ausruf eines Autofahrers, der rückwärts die Neckarstraße befuhr und dabei fast einen Radfahrer über den Haufen gefahren hätte. 

Die Geschichte ist mir so erzählt worden: Blogleser Hans fuhr die Neckarstraße entlang. Sie ist einspurig. Die Fahrbahn liegt zwischen geparkten Autos und der Gleisanlage. Hinter ihm kamen - noch mit einigem Abstand - zwei weitere Radler und ein Auto. 

30. September 2019

Eine Fahrbahn wird zum Radweg

In der Filderstraße stadtwärts zur Immehoferstraße hin gibt es eine Baustelle. Sie hat sich mitten auf dem Radfahrstreifen platziert.

Von dem Radwegschild, das da aufgestellt ist, ist das "Ende" inzwischen verschwunden. Das heißt nun für alle Radfahrenden und Autofahrenden, die Fahrbahn wird zum Radweg. Autos dürfen hier nicht mehr fahren. Das Radweg-Schild steht prominent rechts von der Fahrbahn: Es gilt also. Und endlich haben wir mal eine ganze Fahrbahn als Radweg. Hurra!

Natürlich wissen alle - Radfahrende wie Autofahrende - dass das nicht gelten kann. Was aber bedeuten Verkehrszeichen dann noch, wenn wir jeweils selbst entscheiden müssen, ob sie gelten oder nicht?

28. September 2019

Der ADAC findet den Radweg Heilbronner Straße super

Der ADAC hat die Fahrradsicherheit an Einmündungen und Kreuzungen in verschiedenen Städten getestet und findet Stuttgart gar nicht so schlecht, was die Kreuzungen betrifft. Teil sogar richtig gut. 

Das hat bei uns (auch im Zweirat) zu Stirnrunzeln geführt. Stimmt schon, wir haben relativ wenige der fürchterlichen tödlichen Abbiegeunfälle in Stuttgart. Was auch daran liegt, dass wir nur ganz wenige Radwege haben, die für vertrauensvolle Radler/innen gefährlich werden, wenn Autofahrer über sie hinweg abbiegen können. Kurioserweise hat der ADAC aber unter anderem ausgerechnet die Radwege an der Heilbronner Straße untersucht und für gut befunden. 

26. September 2019

Was macht die Zeit des Autofahrers so viel wertvoller ...

... als die aller anderen Verkehrsteilnehmer/innen?

Wir sind an dem Moment in der Verkehrswende angekommen, wo wir solche Fragen stellen. Das ist gut. Allerdings sind wir noch weit von grundlegenden Änderungen entfernt.

In Stuttgart - genauso wie in anderen Städten - soll der Autoverkehr immer rollen. Wenn er, wie am Sonntag während der autofreien Theo, kurz von Aktionsgruppen blockiert wird, spricht die Polizei von Nötigung. Wenn eine Baustelle den Gehweg blockiert und den Radstreifen gleich mit, zuckt sie mit den Schultern. Fußgänger/innen und Radfahrende haben offenbar Zeit. Sie benutzen ja nur ihre Muskelkraft, um Wartezeiten und Umwege zu bewältigen.

24. September 2019

Mordversuch auf der Downhillstrecke

Ein Unbekannter hat auf der Downhillstrecke in Degerloch ein Dratseil gespannt. Das ist lebensgefährlich. 

Ein 16-jähriger Downhiller sah den Draht am Samstag zum Glück rechtzeitig, bremste und stürzte dabei. Das Ganze ist glimpflich ausgegangen. Ein zweiter unbekannter Downhiller entfernte dann den vermutlich etwa auf Brusthöhe gespannten Draht und nahm ihn mit. Die Polizei nimmt den Anschlag sehr ernst: Es ermittelt das Dezernat für Körperverletzung und Tötungsdelikte. Man gehe von "gefährlicher Körperverletzung mit lebensgefährlichen Methoden aus", schreibt die Stuttgarter Zeitung.

22. September 2019

Pedelec-Fahren erhält länger jung

Das ist das Ergebnis einer niederländischen Studie. E-Räder gleichen den Mangel an Körperkraft im Alter aus und halten deshalb länger in Bewegung. 

Vor allem Männer, aber auch viele Frauen, die seit ihrer Jugend viel Fahrrad fahren, können sich oft nicht vorstellen, auf ein Pedelec umzusteigen. Aber man wird leider unweigerlich älter. Die Alte Weinsteige radelt man irgendwann nicht mehr so leicht hoch,  schiebt das Rad immer öfter in die Stadtbahn und lässt sich hochbringen.  Aber ein Pedelec? Dazu kann sich ein Normalradler nicht so schnell entschließen.

20. September 2019

Falsche Planung für eine Kreuzung

Schwabstr über Rotebühlstraße Richtung Tunnel
Bevor der Gemeinderat den Beschluss für ein fahrradfreundliches Stuttgart gefasst hat, hat das Bauamt dem Bezirksbeirat West eine neue Planung für die Kreuzung Schwabstraße/ Rotebühlstraße vorgelegt.

Sie sieht eine Erweiterung der je zwei Fahrspuren auf der Rotebühlstaße auf je drei an der Kreuzung vor.  Der Eingang zu U-Bahnhaltestelle muss dafür für 800.000 Euro verlegt werden. Fürs Fahrrad ist gar nichts vorgesehen, keine Radstreifen, keine Aufstellplätze, nix. Das geht so nicht.

18. September 2019

Radfahren im Pfadfindermodus

Auf der Verbindung zwischen Wilhelmsplatz und Finanzamt (Torstraße, Eberhardstraße und Rotebühlplatz) müssen Radfahrende vier Mal die Spur wechseln und kreuzen insgesamt zehn Mal die Fahrlinien von Autos.

Die Strecke auf der Rotebühlspange wirkt auf Radfahrende so, als habe man sie in verschiedenen Epochen fleckchenweise geplant, ohne zu wissen, wie die Radführung zehn Meter weiter organisiert ist. Die Fahrlinien von Autos und Fahrrädern durchschlingen und überkreuzen sich, Wegführungen bleiben unklar, und man landet unerwartet an Verbotsschildern oder Verkehrsinseln. Insgesamt eine verwirrende Streckenführung, die nur für routinierte Radler/innen mit Pfadfindersinn taugt.  

16. September 2019

Alle sind fürs Fahrrad, oder?

Im Herbst stehen im Gemeinderat Haushaltsberatungen an. Mit dabei ein großes und Millionenschweres Paket aus dem Zielbeschluss Fahrradstadt Stuttgart. 

Beschlossen haben es die Grünen im April zusammen mit der knappen Mehrheit von SÖS-LinkePluS und SPD. Inzwischen hat eine Gemeindratswahl stattgefunden, aus der die Grünen zwar als stärkste Kraft (16 von 60 Sitzen) hervorgegangen sind, die es aber nicht leichter gemacht hat, für eine rasche und deutliche Umweltpolitik eine Mehrheit zu finden. Können wir künftig auch mit der CDU in unserem Gemeinderat rechnen?  Im August überraschte die Union unter dem Titel "Klimadialog" immerhin mit dieser Erklärung:

14. September 2019

Ihr werdet doch auch mal schieben können

Oder bremsen. Oder eine U-Kurve fahren. Oder das Rad den Bordstein hochheben. Wenn das nicht mehr zumutbar ist ...

Es gibt entrüstete Antworten, wenn wir Radfahrenden uns über ungeschickte Verkehrsführung beschweren. Über zu hohe Bordsteine, unmögliche Kurven, Schiebestrecken, lange Wartezeiten an Ampeln. Oder gar darüber, dass Linksabiegen nur halblegal möglich ist. "Was wollt ihr denn noch alles? Und ihr fahrt doch sowieso immer bei Rot."

12. September 2019

Die Mobilität ist weiblich, der Verkehr männlich

Petra Sturm ist Rennradfahrerin und zieht im Standard ihre persönliche Bilanz übers Radfahren  in Österreich und die Rolle der Frauen im Straßenverkehr.

"Ich ärgere mich auf Wiens Straßen täglich über breite SUVs, dir mir als Radlerin das legale Fahren gegen die Einbahn verunmöglichen, und fühle mich auf dem Radstreifen bedrängt. Gute Tipps von Polizisten, ich solle halt lieber öffentlich fahren, wenn ich den Straßenverkehr gefährlich finde, brauche ich genauso wenig wie rasende Männer in großen, schwarzen Autos mit fetter Soundanlage, die mir "Verfickte Hure am Rad" nachrufen, oder schnelle Radler, die mich auf dem Radweg riskant überholen. Gegen patriarchale Strukturen bin ich allergisch."

In Österreich ist etwas geschehen, was die Diskussion übers Radfahren zugespitzt hat und symptomatisch ist, für den Umgang mit Radfahrenden. 

11. September 2019

Ja, Wahnsinn!

Geht doch. Noch vor zwei Jahren habe ich mich über Abkürzungen durchs Grün mokiert, weil die Wegeführung zu winklig sind.

Und schon wird am Neckardamm so eine Abkürzung asphaltiert. Es handelt sich um die Spitzkehre am Cannstatter Wasen für Radler, die von der Hall of Fame kommen und Richtung Esslingen weiterradeln wollen (und für die, die in Gegenrichtung unterwegs sind).  Das Foto vom Moment der Vewandlung einer Schlammspur in eine radelbare Fläche hat mir Blogleser Alex geschickt. Danke dafür.

10. September 2019

Wollen wir nicht langsam mal erwachsen werden?

Es wird Zeit, dass wir Radfahrenden aufhören, uns wie Fußgänger/innen zu verhalten

Das denke ich jedes Mal, wenn ein Radler im Kindermodus auf den Gehweg hochfährt, weil er an der Autoampel nicht warten will, um dann mit Fußgängergrün die Fahrbahn zu überqueren. Oder wenn eine Radlerin über einen Gehweg abkürzt.

Ja, ich weiß, auf der Fahrbahn gibt es Konflikte mit Autofahrenden, etwa wenn man die Hasenbergsteige oder die Alte Weinsteige hochfährt, wo kein Platz ist fürs Überholen und einem die Autos fahrbahnausfüllend entgegenkommen. Oder im Schwabtunnel, wo die Autos hinter einem schnauben, wenn man auf der Fahrbahn durchradelt. Aber Gehwege sind nun mal für Fußgänger/innen. Sie sind zwar oft für uns Radler freigegeben, aber oft auch nicht. Und dann sind sie für uns tabu. Punkt.

8. September 2019

Der feindliche öffentliche Raum

Sind wir eigentlich noch Fußgänger/innen? Wenn nein, können wir es wieder werden? Und wollen wir das überhaupt?

Der Wiener Verkehrsexperte Hermann Knoflacher sagt in einem Inverview mit dem Managermagazin: "Die Menschen begreifen nicht, dass das Auto sie in eine völlig andere Raum-Zeit-Dimension katapultiert, die sie nicht verstanden haben. Sie fühlen sich gut, während sie die Natur zerstören, die Landschaft zerstören, die Städte zerstören, die Wirtschaft zerstören. Das sind langsame Prozesse, die viele nicht bemerken. Dazu kommt, dass das Auto Menschen mit nachhaltigen Verkehrsmitteln den Boden entzieht, indem es den öffentlichen Raum zur lebensgefährlichen und ungesunden Umwelt macht."

Und was tun wir? Wir ziehen uns in Innenräume zurück, wir machen unsere Fenster schalldicht, wir fahren mit dem Auto aus der Stadt hinaus, um irgendwo zu wandern und frische Luft zu genießen, wir stellen Luftstaubsauger (natürlich auf den Gehwegen) auf, denn wir haben unseren Außenraum komplett dem Auto überlassen, das uns vergiftet.

6. September 2019

Der oder das Radler, das ist hier die Frage

Das sind Statements: "Radler, nein Danke." Und: "Technisches Hilfswerk, Hilfe für den Nächsten." Beides passt nicht recht zusammen: Nächstenliebe und Radlerhass. 

Aber Nein, nicht aufregen! Der meint ja gar nicht uns Radfahrende! Der meint dieses komische Getränk, das man Radler nennt. Gell! Es gibt zumindest Aufkleber, die das optisch darstellen und nicht nur einfach optisch abkotzen.

4. September 2019

Wenn das Falschparken kein Kavaliersdelikt mehr ist

Eigentlich kann ich nicht glauben, was ich lese: Das Bundesverkehrsministerium will, dass Parken auf Radwegen nicht nur 100 Euro kostet, sondern auch mit einem Punkt geahndet wird.

Das meldete die Saarbrücker Zeitung als erste. Aber wenn man genau hinschaut, wird es schon wieder etwas harmloser. Den Punkt in Flensburg soll es nur geben, wenn eine Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung vorliegt. Also nie  ... Oder?

2. September 2019

Die Critical Mass und die Polizei

Dürfen Autofahrende eigentlich den Verkehr lahmlegen? Beispielsweise morgens und abends, wenn sich alles staut? Dürfen das Radfahrende auch? 

Die Critical Mass Ulm ist am 27. August von der Polizei aufgehalten und dann weg eskortiert worden und hat über Twitter nach den Erfahrungen gefragt, die andere CM-Ausfahrten in anderen Städten haben. Sie hat viele Antworten bekommen.

Hier ein kurzer Abriss der Entwicklung der CM in Deutschland:

31. August 2019

Poller führt zu Fahrradunfall

Auf Rad- und Gehwegen befinden sich Hindernisse, die man dem Autoverkehr niemals zumuten würde. 

Zum Beispiel bringen Poller, die verhindern sollen, dass Autos Wege befahren, wo sie nicht sollen,  Radfahrende zu Fall.

Das ist kürzlich an diesem Poller auf dem Samarasteg über die Heilbronner Straße geschehen. Blogleser Ralph hat mir geschrieben: "Ich in sauer! Wieder mal ein unnötiger Unfall." Seine Frau fuhr oberhalb des Leibfriedschen Gartens vom Osten her kommend nach Westen auf den Steg. Da steht ein grauer Poller, den sie bei schlechten Lichtverhältnissen zu spät erkannte. Sie blieb mit dem Pedal am Poller hängen, stieß mit den Beinen an den Lenker und stürzte.

29. August 2019

Der Autovehr verschlingt Millardensummen

Wie die Stuttgarter Zeitung sehr ausführlich berichtet, hat eine Untersuchung des Züricher Infras-Instituts im Auftrag der Allianz pro Schiene jährliche Verkehrskosten in Höhe von 141 Milliarden Euro errechnet.

Das ist für uns hier ja nichts Neues. Aber es ist schön, dass es in der Zeitung steht. Diese sogenannten externen Kosten oder eben auch Folgekosten des Autoverkehrs entstehen zum Beispiel durch Unfälle, Luftverschmutzung, Lärmstress und Straßenunterhalt.

27. August 2019

Eigentlich hat sich nichts verändert

Das Landesverkehrsministerium hat eine Bundes-Studie über unsere Mobilität veröffentlicht, die den Zeitraum von 2002 bis 2017 beschreibt.

Demnach hat sich in den fünf Jahren kaum etwas verändert. Die Zahl der im Auto zurückgelegten Wege ist gleich geblieben (59 Prozent).  Die Zahl der Fußgänger/innen nahm ein bisschen ab, die Zahl derer, die öffentlich oder mit dem Fahrrad fuhren, etwas zu.

25. August 2019

Neue Umleitung am Leuze

Jetzt wird die Kurve, die wir zwischen den Sprudlern und dem Leuze radeln noch länger und kurviger. 

Wegen der Baumaßnahmen rund um den Rosensteintunnel für Autos, muss unser Radweg noch mal verlegt werden. Wenn man vom Schlossgarten kommt, geht es am Sprudler jetzt nicht mehr links, sondern geradeaus um die Baustelle herum. Der Weg ist jetzt rund drei Mal so lang. Das ist ein echt langer Umweg, übrigens auch für Fußgänger/innen, die solche Windungen durch die Landschaft auf dem Weg zum Ziel hassen.

23. August 2019

Leihräder in Stuttgart - zwischen kostenlos und teuer

In Stuttgart sind die Regioräder in jeder ersten halben Stunde kostenlos. Allerdings nicht alle, und Lastenfahrräder sind richtig teuer.

Immerhin kann man sein Leihrad innerhalb der ersten halben Stunde an einer Station abstellen und für die Weiterfahrt ein zweites ausleihen, ohne bezahlen zu müssen. Das ist ein Luxus, für den der Gemeinderat die nötigen Gelder bereitgestellt hat. Denn die DB-Firma Call a Bike ist ein Wirtschaftsunternehmen, das Gewinne machen muss. Bei der Critical Mass sehe ich aber auch immer wieder Leute, die auf RegioRädern die ganze zwei Stunden dauernde Tour mitradeln (1 Euro pro halbe Stunde, Tarife, siehe unten*).

21. August 2019

Noch mehr Verkehrzeichen sollen's richten

In Stuttgart freuen wir uns besonders auf das Schild, das es Autofahrenden verbietet, Radfahrende zu überholen. Der Bundesverkehrsminister will es einführen. Hurra!

Das stellen wir dann zum Beispiel an der Bölinger Straße in Kaltental auf. Oder in der Nedkarstraße. Dann hört die knappe Überholerei am so genannten Schutzstreifen auf. Wunderbar! Alles geritzt. Oder? Wie viel Polizei wird da stehen, um das Überholverbot zu überwachen?

19. August 2019

E-Scooter: teurer Spaß mit Hindernissen

Seit in paar Tagen kann man in Stuttgart E-Scooter ausleihen. Das hat mit Radfahren insofern etwas zu tun, als sie uns auf unseren Radwegen begegnen. 

Sie müssen nämlich die Radinfrastruktur benutzen, dürfen nicht die Infrastruktur der Fußgänger/innen befahren, übrigens auch keine für Fahrräder freigegebenen Gehwege. Denn es sind rein motorbetriene Fahrzeuge, sie brauchen, anders als Pedelecs, keine Muskelkraft. Deshalb haben sie auch Versicherungskennzeichen und unterliegen einer Altersebegrenzung bei ihren Fahrer/innen auf über 14 Jahre.

In Berlin habe ich mir kürzlich ansehen können, was diese E-Tretroller mit einer Stadt machen.

17. August 2019

Raumfahrt mit Lastenrädern

Das DLR, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, untersucht seit zwei Jahren das Lastenfahrrad als Ersatz fürs Auto. 

Bei dem größten Lastenrad-Testprojekt geht es um eine Entlastung der irdischen Städte. Für drei Monate werden Lastenräder an Gewerbetreibende verliehen. So können Alternativen zum Transport mit Verbrennungsmotor ohne finanzielle Risiken getestet werden. Kolleg/innen aus den Bereichen Psychologie, Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre unterstützen die Erhebung uns Auswerung der Daten. Welche erhoben und wie sie bewertet werden, könnt ihr hier ausführlich nachlesen.

Für mich wichtigstes Ergebnis: Die eigene Erfahrung beeinflusst das Nutzungsverhalten sehr stark.

15. August 2019

Die Maus und das Fahrrad

WDR/Ben Knabe
Die Sendung mit der Maus beschäftigt sich mit dem Fahrrad. Und zwar immer wieder sonntags. Das kann man sich in der Mediathek auch in Serie ansehen.

Am vergangenen Sonntag ging es ums Laufrad. Hier der Pressetext: Weiter geht es für Armin und das Maus-Team in der Fahrradwerkstatt. Nachdem der Rahmen fertig lackiert ist, müssen nun Lenker, Sessel und natürlich auch die Räder montiert werden. Fahrradbauer Hertel erklärt dabei, wie Nabe, Speichen und Felgen zusammen funktionieren und zeigt Armin und Anna-Lena das sogenannte Einspeichen. Dabei bekommen die beiden ganz schön schmutzige Hände. Was nun entsteht, ist ein Laufrad. Wie dies wohl in einer Fabrik abläuft und wie es sich mit einem Laufrad fahren lässt? Letzteres prüft Anna-Lena mit einer Testfahrt auf dem Feld.
Zu sehen unter wdrmaus.de, der MausApp und der Mediathek.
https://www.wdrmaus.de/

13. August 2019

Für Fußgänger ist das Auto gefährlich, das Fahrrad nicht

Die Unfallforschung der Versicherer hat für die Verkehrsarten, Fahrrad und zu Fuß Gehen, die Unfallhäufigkeit untersucht. 

Demnach ist das Kfz für Fußgänger und Radfahrende am gefährlichsten und das Risiko für einen Fußgänger, von einem Radfahrer angefahren zu werden, am geringsten.

Die Statistik der UDV zählt in Berlin im Zeitraum von 2006 bis 2010 34.000 Unfälle, die Radahrende oder Fußgänger erlitten haben. An 56 Prozent der Fahrradunfälle waren Autos beteiligt, bei den Fußgänger/innen war das bei 28 Prozent der Fall, wobei unter den Opfern überproportional Kinder und Jugendlich waren. Nur 6 Prozent der Unfälle, die Fußgänger hatten, geschahen durch einen Zusammenstoß mit einem Fahrrad. Generell würde regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr und regelkonforme Gestaltung des Straßenraums so, dass alle einander sehen können, viele Unfälle verhindern. Und das gilt für alle Verkehrsteilnehmer/innen gleichermaßen. Jedoch sind Radfahrende für Fußgänger/innen lange nicht so gefährlich wie sie empfunden werden.

11. August 2019

Die kleinen Sünden der Radfahrenden

Vor mir ein Ausflugspulk auf Rädern. Plötzlich bremst alles und die Fahrräder blockieren den ganzen Weg. 

Oder ich stoße auf einen Familienverband in Krisenstimmung, dessen Räder kreuz und quer stehen. Oder zwei Radler unterhalten sich mitten auf dem Radweg.

Das da noch andere kommen könnten, daran hat man gar nicht gedacht. Auch Radfahrende machen Fehler, mit denen sie andere Radler behindern, im schlimmsten Fall sogar gefährden. Wir haben wie Fußgänger/innen keine Rückspiegel und rechnen fast nie damit, dass hinter uns ein schnelleres Wesen auf dem Fahrrad kommt. Wir bleiben abrupt stehen, ohne uns umzugucken, wir biegen unvermutet ab. Alle von uns haben das bei anderen schon erlebt und machen es selbst.

9. August 2019

Wir wissen es eigentlich genau

Wir müssen es nur tun. Kopenhagen gilt als Vorbild für eine Beruhigung der Innenstädte mithilfe des Fahrradverkehrs.  Und warum kriegen wir das nicht hin? Warum können wir nicht vernünftig handeln?

Um Umweltschutz geht es den Kopenhagenern gar nicht. Der ist ein Collateralnutzen. Ihnen geht es um Bequemlichkeit. Das Fahrrad ist zum zuverlässigsten und bequemsten Verkehrsmittel geworden.

7. August 2019

Viel Holz für einen Überweg?

Von der Bopseranlage zur Popserwaldstraße gibt es bald einen Fußgängerüberweg, der auch mit dem Fahrrad benutzt werden kann. 

Ins Gebüsch zur Hohenheimerstraße wurden allerdings vier Breschen geschlagen, Gebüsch und Bäume abgeholzt. Und das befremdet die Nutzer/innen der Grünanlage jetzt doch erheblich. Und schürt wieder mal Zorn auf Radfahrende. Also ob das nur für uns geschähe. Ist aber nicht so.

5. August 2019

Was ist denn das?

Jahrelang wurde an den Eberhardhöfen gebaut. Der Gehweg am Tagblattturm war weg.

Jetzt taucht er wieder auf. Und zwar mit einer Asphaltspur, die dort liegt, wo früher der Radweg war. Aber den brauchen wir doch gar nicht mehr.

Wir fahren jetzt nun schon jahrelang, wenn wir aus der Tübinger Straße kommen, auf der Fahrbahn zur Kreuzung vor, um nach links in die Eberhardstraße abzubiegen. Und wir radeln geradeaus weiter, wenn wir zum Wilhelmsplatz wollen.

3. August 2019

E-Scooter auf dem Neckardamm verboten

Gestern kam mir der erste E-Scooter auf dem Neckardamm entgegen. Darauf stand eine Frau. Ich kam ins Grübeln. Dürfen E-Scooter auf dem Neckardamm fahren? 

Der Weg zwischen Rosensteinbunker und Hofener Straße ist nämlich ein Gehweg, der für Fahrräder freigegeben ist. Und auf solchen Gehwegen dürfen E-Scooter nicht fahren. Sie sind ja keine Fahrräder. Sie sind auch, anders als Fahrräder, Fahrzeuge, die ohne Muskelkraft fahren und darum ein Versicherungskennzeichen haben müssen.

1. August 2019

Gut gemacht!

Zum ersten Mal sehe ich in Stuttgart eine gelb markierte Umleitungsführung, wo der Radverkehr seinen Platz behält. 

Im Möhringer Zentrum wird gebaut, deshalb müssen Autofahrer anders fahren. Hier, in der Rembrandstraße Richtung Sonnenberg, wurden die Parkplätze allesamt weggenommen, der Schutzstreifen nun geradeaus geführt und für die Autofahrenden eine Linksabbiegespur eingerichtet. Tatsächlich parkt hier auch keiner. Irgendwie gut. Da fühle ich mich wertgeschätzt.

Und wenn wir schon beim Loben sind:

30. Juli 2019

Die Todesangst der Fußgänger vor Radfahrern

Immer wieder höre ich: Wegen der Radfahrer/innen herrsche Lebensgefahr für Fußgänger/innen in der Eberhardstraße. 

Und jetzt soll sie auch noch autofrei werden. O graus! Könnte man sie nicht auf für Radfahrer sperrern?

Woher kommt diese Angst und ist sie begründet? Wie laufen eigentlich Begegnungen zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden ab? Eine Viertelstunde lang habe ich in der Eberhardstraße auf Konflikte zwischen Fußgänger/innen und Radfahrenden gewartet, um sie zu dokumentieren.

28. Juli 2019

Wäre das Fahrrad gerade erfunden worden, würde es verboten

Derzeit graust es allen vor den E-Scootern. Leute fordern ein Verbot, die andererseits Verbote der freien Mobilitätswahl mit lautem Protest ablehnen, etwa Fahrverbote für Autos. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert ein Verbot von E-Tretrollern. Sie seien eine Gefahr für Fußgänger/innen. Da die Dinger nicht auf Gehwegen fahren dürfen, bezieht der Polizeigewerkschaftler sich auf die Situationen, wo Ältere, Gehbehinderte, Kinder, Sehbehinderte und so weiter, eine Straße überqueren wollen. Die hören die E-Tretroller nicht und könnten auch gar nicht einschätzen, wie sie sich bewegen (können viele auch bei Fahrrädern nicht). Viele Tretrollerfahrer sind auch noch ziemlich unsicher auf den Dingern und beherrschen sie nur ungenügen. Außerdem würden viele sich auch nicht an die Regeln halten und auf Gehwegen fahren. Die Folgen einer solchen Politik (gemeint ist die Genehmigung von E-Tretrollern durch den Bundesverkehrsminister) würden dann auf die Polizei abgewälzt. Und das dürfe nicht sein.

26. Juli 2019

Wir brauchen ein neues Straßenverkehrsrecht

Das sagte der ADFC-Geschäfttsführer Burkard Stork im Deutschlandfunk zum Weltfahrradtag am 3. Juni. 

Unser Straßenverkehrsrecht postuliert, dass der Kfz-Verkehr gut abgewickelt wird. Alles andere ist zweitranging. Es könnte aber auch ein anderes Ziel im Straßenverkehrsgesetz, dessen Teil die Straßenverkehrsordnung ist, geben.

Zum Beispiel Verkehrssicherheit als zentrales Ziel. Dann müsste der Verkehr so organisiert werden, dass es möglichst überhaupt keine Verkehrstoten mehr gibt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

24. Juli 2019

Das mit dem Sicherheitsabstand

Den Abstand zum Radler einzuschätzen, ist offenbar für Autofahrende ziemlich schwierig. 

Kürzlich radelte ich den Mühlrain runter. Hinter mir kam ein Polizeibus. Und er überholte.

Ich hatte ihn schon hinter mir gesehen. Also, "fahr ordentlich!", dachte ich mir, "nicht zu mittig, wir brauchen keine Diskussionen übers Rechtsfahrgebot." Mein Abstand zum Bordstein war so zwischen 80 Zentimeter und einem Meter bei der Bergabfahrt. Das ist eine Tempo-30-Zone.

An der Stelle, wo das Polizeiauto dann zum Überholen ansetzte, geht die Staße wieder leicht bergauf.

22. Juli 2019

München plant Rad-Schnellweg durch die Stadt

typischer Münchner Radweg
Bislang sind es Pläne, und die allfällige Diskussion über Parkplätze ist noch nicht ausgestanden. 

Das Ganze ist das ein ambitioniertes Projekt, das Radlern auf  rund neun Kilometern quer oder längs durch München drei Meter breite Radwege zugesteht. Dafür müssen rund 800 Parkplätze wegfallen, in der Innenstadt allein 560. Diese neun Kilometer sollen die Radfahrer/innen inklusive Warterei an Ampeln ain 32 Minuten bewältigen können, wenn sie 20 km/h schnell (oder langsam) sind. Übermorgen, am 24. Juli, stimmt der Münchner Gemeinderat darüber ab. Die Kosten in Höhe von rund 24 Millionen Euro, sollen mit Bundesfördermitteln gestemmt werden.

20. Juli 2019

Kraftfahrzeuge runter vom Gehweg!

Der Gehweg dient zunehmend als Parkfläche für kleine motorisierte Fahrzeuge.

Reden wir heute nicht von den großen Pkw und Lkw, die von ihren Fahrern auf Gehwegen abgestellt werden. Der Gehweg wird von Motorradfahrernden, Mopedfahrern und von Fahrer/innen kleiner E-Fahrzeuge geradezu selbstverständlich als Fläche angesehen, auf der sie fahren und parken können.

Dieser Herr hat sein Quad in Degerloch so auf den Gehweg der Epplestraße gestellt. Ein Trupp Kinder wandert um ihn herum, um sich an der Ampel aufzustellen. (Ein Radler drängelt sich auch noch durch.) Der dachte offensichtlich gar nicht daran, sich in der Straße einen regulären Parkplatz zu suchen, er fand, dass er jedes Recht hat, sein Fahrzeug so abzustellen, um schnell beim Bäcker reinzugehen.