19. Januar 2019

Ein bisschen Radstreifen auf der Schwarenbergstraße

Die sollen in diesem Jahr kommen. Auch wenn Anwohner um - in diesem Fall illegale - Parkplätze kämpfen. 

Die Stuttgarter Zeitung hat von einer eher ablehnenden Bezirksbeiratssitzung berichtet, aber auch vom unbefriedigenden Stückwerk an Rad- und Schutzsstreifen im Stuttgarter Osten.

Wie der Autor, Jürgen Brand, bemerkt, wird in Stuttgart Radinfrastruktur immer nur dort gebaut, wo ohnehin was an  der Autofahrbahn gemcht werden muss. Und dieses Jahr ist die Schwarenbergstraße zwischen Wagenburg- und Hausmannstraße dran.

18. Januar 2019

Das Rechtsgutachten zum Radentscheid, kurz gefasst

Ein Gutachten der Kanzlei Dolde Mayen kommt zu dem Schluss, dass der Radentscheid rechtlich unzulässig ist.

Nachdem zunächst die Presse mit Inhalten herauskam, der Radentscheid aber keine Informationen hatte, veröffentlichte die Stadt das vollständige Gutachten am Mittwochabend.

Ich habe es gelesen und versuche mal, die Argumentation so darzustellen, wie ich sie verstanden habe. Obgleich eigentlich die Hürden für Normalbürger, so ein Begehren zu formulieren, nicht so hoch und besondere Kenntnisse des Verwaltungsrechts nicht erforderlich sein sollten, so scheiterte dem Gutachten zufolge der Radentscheid doch genau daran, dass einzelne Formulierungen zu viel offen lassen oder der Organisation der Straßenverkehrsbehörden widersprechen. Ohne juristischen Beistand, den der Radentscheid übrigens hatte, und der ihn auch Geld gekostet hat, lässt sich so was nicht machen, so mein Fazit. Und selbst dann, ist des ungewiss, ob es klappt.

17. Januar 2019

Mit dem Rad in die Stadtbahn

Man darf in Stuttgart Fahrräder in den Stadtbahnen kostenlos mitnehmen, allerdings nicht zu Stoßzeiten.  

Nicht mitnehmen darf man Räder in Stadtbahnen Montag bis Freitag zwischen 6 und 8:30 Uhr und von 16 bis 18:30 Uhr. In S-Bahnen darf man das, muss aber zwischen 6 und 9 Uhr ein Kinderticket lösen. Die Zahnradbahn hat einen Radwagen, den man bergauf immer benutzen darf, ohne dass es was kostet.

Die Fahrradmitnahme ist für einige, auch gerade Berufspendler wichtig, weil geeignete Radwege bergauf fehlen.

15. Januar 2019

Der Radentscheid ist rechtlich unzulässig, aber nicht verloren

Leider haben wir das aus der Presse erfahren, weil jemand das noch nicht veröffentlichte Gutachten weitergeben hat.

Inzwischen ist es von der Stadt veröffentlicht worden und befindet sich hier


Die Stuttgarter Zeitung berichtet ausführlich über das Rechtsgutachten. Es wäre für den Radentscheid fair gewesen, wenn er das Gutachten zuerst zugeschickt bekommen hätte und das Ergebnis nicht in der Zeitung hätte lesen müssen. So fühlen wir alles uns jetzt etwas verarscht.

Fahr doch Auto, aber hup uns nicht an!

Radfahrer sind nicht die Guten. Sie sind auch nicht die Bösen. Radfahrer sind Radfahrer. In Deutschland ist das Radfahren dennoch ideologisch aufgeladen. 

Die meisten Menschen fahren nicht aus ideologischen Gründen Fahrrad, sondern, weil es für sie praktischer, bequemer und/oder schöner ist als andere Verkehrsmittel. Am wenigsten fahren Menschen Fahrrad, um damit die Stadtluft besser zu machen, am ehesten noch, weil sie an ihre Gesundheit denken. Aber auch der Gedanke, es ist gesünder, ist meistens gar nicht der Anlass, statt des Autos das Fahrrad zu nehmen. Dennoch werden Radfahrende von Autofahrenden als der radelnde Vorwurf angesehen.

14. Januar 2019

Es ist windig

Die Bäume wackeln zwar kaum, dafür aber schweben mir die Werbefolien an der Engstelle beim Leuze waagrecht vor die Nase.

Und zwar alle der Reihe nach. Wären sie unten festgebunden, was ich begrüßen würde, würde es vermutlich bei entsprechenden Böen die ganzen Zaun umwehen.

Radelt vorsichtig heute.

Nachtrag, fünf Tage später: Die unteren Enden der Folien sind jetzt alle wieder festgebunden. Vielen Dank für die schnelle Reaktion.




13. Januar 2019

Schrotträder, Radleichen und Radgerippe

Was passiert eigentlich mit dem, was wir so makaber Radleichen nennen? 

Manche haben den Eindruck, dass die Gerippe oder beschädigte oder einfach nur alte Fahrräder monatelang, wenn nicht überhaupt jahrelang an Schildermasten oder in Radabstellanlagen herumhängen.

Stimmt nicht. Nach Angaben der Stadt werden solche Räder entfernt. Allerdings nicht gleich. Und auch nicht nach wenigen Wochen. So ein Rad darf durchaus viele Wochen stehen bleiben, schließlich stehen auch manche Autos viele Wochen, wenn nicht Monate an ein und demselben Platz (ich kenne da mindestens eines, das in der Tübinger Straße gleich hinter der Schleuse steht, ihr alle kennt es, wenn ihr dort fahrt), ohne dass man davon ausgehen kann, dass sie aufgegeben wurden.

11. Januar 2019

Erster Abbiegeunfall in Stuttgart

Er ereignete sich Dienstragfrüh auf dem Radweg Holzstraße. Ein Autofahrer bog in die Rosenstraße ein, ohne auf den Radverkehr zu achten. Die Radfahrerin wurde leicht verletzt.

Blogleser Benjamin kam zufällig vorbei, als der Fahrer und die verunfallte Radfahrerin schon bei der Polizei im Auto saßen, und machte dieses Foto. Er hat später bei der Polizei angerufen und folgende Auskunft bekommen: Der Unfall passierte gegen acht Uhr. Die Radfahrerin kam von der Marktstraße her und fuhr Richtung Charlottenplatz. Der Autofahrer fuhr auf der Fahrbahn in Gegenrichtung, bog über den Radweg und in die Rosenstraße ein (die für Autos verboten ist), nahm der Radfahrerin die Vorfahrt und stieß mit ihr zusammen. Sie stürzte, wurde leicht verletzt, musste aber nicht ins Krankenhaus. Der Sachschaden beträgt 900 Euro. Wie das Foto nahelegt, war er wahrscheinlich mit ordentlich Schwung unterwegs und kam erst hinter dem Radweg zum Stehen.

10. Januar 2019

Der grüne Pfeil für Radler kommt

Stuttgart nimmt am Pilotversuch teil und installiert grüne Pfeile für Radfahrende an zwei Stellen. Und zwar im Westen und in Mühlhausen. 

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet wird der Pfeil, der Radlern das Rechtsabbiegen erlaubt, auch wenn die Autoampel rot zeigt, an der Kreuzung Rosenbergplatz aufgehängt. Und in Mühlhausen wird man von der Mönchfeldstraße nach rechts in die für Radler freigegebene Einbahnstraße Veitstraße abbiegen dürfen.

Die Regel lautet: Radfahrende fahren an die rote Ampel vor, halten an, schauen und dürfen dann nach rechts abbiegen, obgleich die Autos noch Rot haben, wenn alles frei ist und sie dabei keine Fußgänger/innen gefährden oder stressen. Dieses vorher Anhalten ist sicher etwas, was die meisten Radler in ein langsam Fahren und dann wieder Antreten umdeuten werden. Aber erlaubt ist es nicht.

Den Fußgängerverkehr tangiert das kaum.

9. Januar 2019

Ein Radstreifen als Reserveparkplatz geplant

Entlang der Jahnstraße soll es in diesem Jahr ungefähr ab der Mittleren Filderstraße Richtung Degerloch einen neuen Radfahrstreifen geben.

Er beginnt dort, wo der Gehweg sich von der Fahrbahn entfernt und Radler in den Wald geleitet werden, der im Winter und bei Nacht keinen Spaß macht. Bergauf soll der rechte Fahrstreifen eingezogen und in einen Radfahrstreifen umgewandelt werden, der bis zum Autoabzweig nach links in die Kirchheimer Straße reicht. (Siehe Bild unten). An Veranstaltungswochenden soll er zum Parkplatz werden. Wir haben darüber schon diskutiert, hier sind genauer Informationen und Pläne dazu.

8. Januar 2019

Reden wir über die Radpolitik in Stuttgart

Gelegenheit git es für euch alle dazu am kommenden Freitag bei einer Podiumsdiskussion im Württembergischen Kunstverein am Schlossplatz um 18 Uhr. 

Der Radentscheid hat die Stadträt/innen der Fraktionen im Gemeinderat eingeladen, Rede und Antwort zu stehen. Zugesagt haben Beate Bulle-Schmid (CDU), Christine Lehmann (B'90/Grüne), Martin Körner (SPD) und Christoph Ozasek (SÖS Linke PlusS), es moderiert Mominic Egger vom ADFC.

Ja, sagt mal: Warum fahren so wenige Schulkinder mit dem Fahrrad zur Schule? Wieso haben wir keinen Radweg die Neue Weinsteige hinauf? Warum müssen Radfahrende an Ampeln immer so lange warten? Warum wird der Radverkehr nicht prioritär ausgebaut? Warum gehen Parkplätze immer noch vor, wenn es um Radfahrstreifen geht?

7. Januar 2019

Lkws richten Blutbad unter Radfahrenden an

Leider muss dieser Titel einmal sein. Denn jeden Monat sterben drei bis vier Radfahrende durch blicklos abbiegende Autofahrende, im zurückliegenden Jahr waren es mindestens 40 Menschen.

Würden 40 Menschen, darunter mehrheitlich Frauen, Kinder und ältere Menschen an einem Tag und einem Ort getötet werden, würden alle Medien darüber berichten, würde es Sondersendungen geben und wir würden laut fragen, wieso nichts gegen diese bekannte Todesgefahr getan wurde. Wir würden den Verkehrsminister auffordern, zurückzutreten, vor allem aber würden alle Medien Maßnahmen fordern, die sicherstellen, dass sich so ein Blutbad nicht wiederholt.

Im zurückliegenden Jahr 2018 sind mindestens 40 Radfahrende von abbiegenden Autos, meist Lkw, überfahren und getötet worden. Mindestens 30 überlebten diesen Unfall schwer, teils schwerst verletzt. Das ergibt meine eigene Buchführung, die von der Mutter einer 2017 auf diese Weise getöteten Tochter ergänzt wurde. Sie hat mir geschrieben:

5. Januar 2019

Stuttgart hat eine neue Fahrradbeauftragte

Offiziell ist es noch nicht, aber auf der Seite der Stadt Stuttgart hatte der Fahrradbeauftragte gestern eine neue E-Mail-Adresse mit neuem Namen bekommen. 

Heute früh hat die Stadt die Seite dann offline gestellt. Am Abend war sie wieder aufrufbar: Da steht jetzt unter dem Titel "Fahrradbeauftragte - Verkehrsplanung" (weiblich) wieder der Name des Vorgängers. Allerdings finden wir ihren Namen am Ende des Links zu "Radforum".

Demnach wird sich Éva Ádam künftig um unsere Belange kümmern.

Wenn Frau Ádam unsere neue Fahrradbeauftragte ist, ist sie nicht ganz unbekannt. (Ein verwendbares Foto gibt es allerdings noch nicht von ihr.) Sie hat seit 2015 in Leonberg als Verkehrsplanerin  und Fahrradbeauftragte gearbeitet. Ende September 2018 machte sie mit einem Radhäusle am Leonberger Bahnhof in der Presse von sich reden. Außerdem warb sie für den Fahrradklimastest des ADFC. Da lesen wir: "Beispielsweise wird in Erfahrung gebracht, ob das Radfahren im Stadtgebiet Spaß oder Stress bereitet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren für Familien mit Kindern sicher anfühlt", so Eva Adam vom Stadtplanungsamt.

3. Januar 2019

Knapp die Million Radler passierten 2018 die Zählstelle König-Karls-Brücke

Der Radverkehr nimmt langsam zu in Stuttgart. Das sieht man besonders deutlich an der Zählstelle an der Böblinger Straße in Kaltental. 

Auch an der König-Karls-Brücke geht es wieder bergauf mit den Zahlen. Die Million haben wir 2018 dort noch knapp verfehlt. Aber ein Rekord ist es trotzdem. (Die genaue Zahl habe ich leider am 31.12.2018 verpasst. Das Foto ist eine Montage.)

Vor sechs Jahren, 2012, wurde in Stuttgart an der König-Karls-Brücke die erste Zählstelle für Fahrräder eingerichtet, damals noch so verborgen, wie es heute auch noch die Zählstelle am Waldeck in der Böblinger Straße ist. Inzwischen steht an der Neckarbrücke eine Säule, die die Radfahrten verdeutlicht. Beide Zählstellen liegen an der Hauptradroute 1. Und sie spiegeln viel an Stimmung und Chancen.

1. Januar 2019

In Baden-Württenberg gibt es mehr Fahrräder als Pkw

In Baden-Württemberg hat gut 11 Millionen Einwohner/innen, die fast 10 Millionen Fahrräder besitzen. 

Nach Informationen des Statistischen Landesamts kommen auf 100 Haushalte durchschnittlich 192 Fahrräder. Die Zahl der Pkw beträgt 6,5 Millionen.

Am meisten Fahrräder stehen in Haushalten, in denen Paare mit Kindern leben, im Durchschnitt 3,5. Auch Wohngemeinschaften haben überdurchschnittlich viele Räder. Bei Menschen, die alleine leben, haben mehr Männer ein Fahrrad (103 auf 100) als Frauen (86 auf 100). Der Bestand von Pedelecs unter diesen Fahrrädern liegt bei 12 Prozent, wobei die älteren mehr der teuren Räder besitzen als die Jüngern.