21. August 2019

Noch mehr Verkehrzeichen sollen's richten

In Stuttgart freuen wir uns besonders auf das Schild, das es Autofahrenden verbietet, Radfahrende zu überholen. Der Bundesverkehrsminister will es einführen. Hurra!

Das stellen wir dann zum Beispiel an der Bölinger Straße in Kaltental auf. Oder in der Nedkarstraße. Dann hört die knappe Überholerei am so genannten Schutzstreifen auf. Wunderbar! Alles geritzt. Oder? Wie viel Polizei wird da stehen, um das Überholverbot zu überwachen?

19. August 2019

E-Scooter: teurer Spaß mit Hindernissen

Seit in paar Tagen kann man in Stuttgart E-Scooter ausleihen. Das hat mit Radfahren insofern etwas zu tun, als sie uns auf unseren Radwegen begegnen. 

Sie müssen nämlich die Radinfrastruktur benutzen, dürfen nicht die Infrastruktur der Fußgänger/innen befahren, übrigens auch keine für Fahrräder freigegebenen Gehwege. Denn es sind rein motorbetriene Fahrzeuge, sie brauchen, anders als Pedelecs, keine Muskelkraft. Deshalb haben sie auch Versicherungskennzeichen und unterliegen einer Altersebegrenzung bei ihren Fahrer/innen auf über 14 Jahre.

In Berlin habe ich mir kürzlich ansehen können, was diese E-Tretroller mit einer Stadt machen.

17. August 2019

Raumfahrt mit Lastenrädern

Das DLR, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, untersucht seit zwei Jahren das Lastenfahrrad als Ersatz fürs Auto. 

Bei dem größten Lastenrad-Testprojekt geht es um eine Entlastung der irdischen Städte. Für drei Monate werden Lastenräder an Gewerbetreibende verliehen. So können Alternativen zum Transport mit Verbrennungsmotor ohne finanzielle Risiken getestet werden. Kolleg/innen aus den Bereichen Psychologie, Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre unterstützen die Erhebung uns Auswerung der Daten. Welche erhoben und wie sie bewertet werden, könnt ihr hier ausführlich nachlesen.

Für mich wichtigstes Ergebnis: Die eigene Erfahrung beeinflusst das Nutzungsverhalten sehr stark.

15. August 2019

Die Maus und das Fahrrad

WDR/Ben Knabe
Die Sendung mit der Maus beschäftigt sich mit dem Fahrrad. Und zwar immer wieder sonntags. Das kann man sich in der Mediathek auch in Serie ansehen.

Am vergangenen Sonntag ging es ums Laufrad. Hier der Pressetext: Weiter geht es für Armin und das Maus-Team in der Fahrradwerkstatt. Nachdem der Rahmen fertig lackiert ist, müssen nun Lenker, Sessel und natürlich auch die Räder montiert werden. Fahrradbauer Hertel erklärt dabei, wie Nabe, Speichen und Felgen zusammen funktionieren und zeigt Armin und Anna-Lena das sogenannte Einspeichen. Dabei bekommen die beiden ganz schön schmutzige Hände. Was nun entsteht, ist ein Laufrad. Wie dies wohl in einer Fabrik abläuft und wie es sich mit einem Laufrad fahren lässt? Letzteres prüft Anna-Lena mit einer Testfahrt auf dem Feld.
Zu sehen unter wdrmaus.de, der MausApp und der Mediathek.
https://www.wdrmaus.de/

13. August 2019

Für Fußgänger ist das Auto gefährlich, das Fahrrad nicht

Die Unfallforschung der Versicherer hat für die Verkehrsarten, Fahrrad und zu Fuß Gehen, die Unfallhäufigkeit untersucht. 

Demnach ist das Kfz für Fußgänger und Radfahrende am gefährlichsten und das Risiko für einen Fußgänger, von einem Radfahrer angefahren zu werden, am geringsten.

Die Statistik der UDV zählt in Berlin im Zeitraum von 2006 bis 2010 34.000 Unfälle, die Radahrende oder Fußgänger erlitten haben. An 56 Prozent der Fahrradunfälle waren Autos beteiligt, bei den Fußgänger/innen war das bei 28 Prozent der Fall, wobei unter den Opfern überproportional Kinder und Jugendlich waren. Nur 6 Prozent der Unfälle, die Fußgänger hatten, geschahen durch einen Zusammenstoß mit einem Fahrrad. Generell würde regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr und regelkonforme Gestaltung des Straßenraums so, dass alle einander sehen können, viele Unfälle verhindern. Und das gilt für alle Verkehrsteilnehmer/innen gleichermaßen. Jedoch sind Radfahrende für Fußgänger/innen lange nicht so gefährlich wie sie empfunden werden.

11. August 2019

Die kleinen Sünden der Radfahrenden

Vor mir ein Ausflugspulk auf Rädern. Plötzlich bremst alles und die Fahrräder blockieren den ganzen Weg. 

Oder ich stoße auf einen Familienverband in Krisenstimmung, dessen Räder kreuz und quer stehen. Oder zwei Radler unterhalten sich mitten auf dem Radweg.

Das da noch andere kommen könnten, daran hat man gar nicht gedacht. Auch Radfahrende machen Fehler, mit denen sie andere Radler behindern, im schlimmsten Fall sogar gefährden. Wir haben wie Fußgänger/innen keine Rückspiegel und rechnen fast nie damit, dass hinter uns ein schnelleres Wesen auf dem Fahrrad kommt. Wir bleiben abrupt stehen, ohne uns umzugucken, wir biegen unvermutet ab. Alle von uns haben das bei anderen schon erlebt und machen es selbst.

9. August 2019

Wir wissen es eigentlich genau

Wir müssen es nur tun. Kopenhagen gilt als Vorbild für eine Beruhigung der Innenstädte mithilfe des Fahrradverkehrs.  Und warum kriegen wir das nicht hin? Warum können wir nicht vernünftig handeln?

Um Umweltschutz geht es den Kopenhagenern gar nicht. Der ist ein Collateralnutzen. Ihnen geht es um Bequemlichkeit. Das Fahrrad ist zum zuverlässigsten und bequemsten Verkehrsmittel geworden.

7. August 2019

Viel Holz für einen Überweg?

Von der Bopseranlage zur Popserwaldstraße gibt es bald einen Fußgängerüberweg, der auch mit dem Fahrrad benutzt werden kann. 

Ins Gebüsch zur Hohenheimerstraße wurden allerdings vier Breschen geschlagen, Gebüsch und Bäume abgeholzt. Und das befremdet die Nutzer/innen der Grünanlage jetzt doch erheblich. Und schürt wieder mal Zorn auf Radfahrende. Also ob das nur für uns geschähe. Ist aber nicht so.

5. August 2019

Was ist denn das?

Jahrelang wurde an den Eberhardhöfen gebaut. Der Gehweg am Tagblattturm war weg.

Jetzt taucht er wieder auf. Und zwar mit einer Asphaltspur, die dort liegt, wo früher der Radweg war. Aber den brauchen wir doch gar nicht mehr.

Wir fahren jetzt nun schon jahrelang, wenn wir aus der Tübinger Straße kommen, auf der Fahrbahn zur Kreuzung vor, um nach links in die Eberhardstraße abzubiegen. Und wir radeln geradeaus weiter, wenn wir zum Wilhelmsplatz wollen.

3. August 2019

E-Scooter auf dem Neckardamm verboten

Gestern kam mir der erste E-Scooter auf dem Neckardamm entgegen. Darauf stand eine Frau. Ich kam ins Grübeln. Dürfen E-Scooter auf dem Neckardamm fahren? 

Der Weg zwischen Rosensteinbunker und Hofener Straße ist nämlich ein Gehweg, der für Fahrräder freigegeben ist. Und auf solchen Gehwegen dürfen E-Scooter nicht fahren. Sie sind ja keine Fahrräder. Sie sind auch, anders als Fahrräder, Fahrzeuge, die ohne Muskelkraft fahren und darum ein Versicherungskennzeichen haben müssen.

1. August 2019

Gut gemacht!

Zum ersten Mal sehe ich in Stuttgart eine gelb markierte Umleitungsführung, wo der Radverkehr seinen Platz behält. 

Im Möhringer Zentrum wird gebaut, deshalb müssen Autofahrer anders fahren. Hier, in der Rembrandstraße Richtung Sonnenberg, wurden die Parkplätze allesamt weggenommen, der Schutzstreifen nun geradeaus geführt und für die Autofahrenden eine Linksabbiegespur eingerichtet. Tatsächlich parkt hier auch keiner. Irgendwie gut. Da fühle ich mich wertgeschätzt.

Und wenn wir schon beim Loben sind:

30. Juli 2019

Die Todesangst der Fußgänger vor Radfahrern

Immer wieder höre ich: Wegen der Radfahrer/innen herrsche Lebensgefahr für Fußgänger/innen in der Eberhardstraße. 

Und jetzt soll sie auch noch autofrei werden. O graus! Könnte man sie nicht auf für Radfahrer sperrern?

Woher kommt diese Angst und ist sie begründet? Wie laufen eigentlich Begegnungen zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden ab? Eine Viertelstunde lang habe ich in der Eberhardstraße auf Konflikte zwischen Fußgänger/innen und Radfahrenden gewartet, um sie zu dokumentieren.

28. Juli 2019

Wäre das Fahrrad gerade erfunden worden, würde es verboten

Derzeit graust es allen vor den E-Scootern. Leute fordern ein Verbot, die andererseits Verbote der freien Mobilitätswahl mit lautem Protest ablehnen, etwa Fahrverbote für Autos. 

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert ein Verbot von E-Tretrollern. Sie seien eine Gefahr für Fußgänger/innen. Da die Dinger nicht auf Gehwegen fahren dürfen, bezieht der Polizeigewerkschaftler sich auf die Situationen, wo Ältere, Gehbehinderte, Kinder, Sehbehinderte und so weiter, eine Straße überqueren wollen. Die hören die E-Tretroller nicht und könnten auch gar nicht einschätzen, wie sie sich bewegen (können viele auch bei Fahrrädern nicht). Viele Tretrollerfahrer sind auch noch ziemlich unsicher auf den Dingern und beherrschen sie nur ungenügen. Außerdem würden viele sich auch nicht an die Regeln halten und auf Gehwegen fahren. Die Folgen einer solchen Politik (gemeint ist die Genehmigung von E-Tretrollern durch den Bundesverkehrsminister) würden dann auf die Polizei abgewälzt. Und das dürfe nicht sein.

26. Juli 2019

Wir brauchen ein neues Straßenverkehrsrecht

Das sagte der ADFC-Geschäfttsführer Burkard Stork im Deutschlandfunk zum Weltfahrradtag am 3. Juni. 

Unser Straßenverkehrsrecht postuliert, dass der Kfz-Verkehr gut abgewickelt wird. Alles andere ist zweitranging. Es könnte aber auch ein anderes Ziel im Straßenverkehrsgesetz, dessen Teil die Straßenverkehrsordnung ist, geben.

Zum Beispiel Verkehrssicherheit als zentrales Ziel. Dann müsste der Verkehr so organisiert werden, dass es möglichst überhaupt keine Verkehrstoten mehr gibt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

24. Juli 2019

Das mit dem Sicherheitsabstand

Den Abstand zum Radler einzuschätzen, ist offenbar für Autofahrende ziemlich schwierig. 

Kürzlich radelte ich den Mühlrain runter. Hinter mir kam ein Polizeibus. Und er überholte.

Ich hatte ihn schon hinter mir gesehen. Also, "fahr ordentlich!", dachte ich mir, "nicht zu mittig, wir brauchen keine Diskussionen übers Rechtsfahrgebot." Mein Abstand zum Bordstein war so zwischen 80 Zentimeter und einem Meter bei der Bergabfahrt. Das ist eine Tempo-30-Zone.

An der Stelle, wo das Polizeiauto dann zum Überholen ansetzte, geht die Staße wieder leicht bergauf.

22. Juli 2019

München plant Rad-Schnellweg durch die Stadt

typischer Münchner Radweg
Bislang sind es Pläne, und die allfällige Diskussion über Parkplätze ist noch nicht ausgestanden. 

Das Ganze ist das ein ambitioniertes Projekt, das Radlern auf  rund neun Kilometern quer oder längs durch München drei Meter breite Radwege zugesteht. Dafür müssen rund 800 Parkplätze wegfallen, in der Innenstadt allein 560. Diese neun Kilometer sollen die Radfahrer/innen inklusive Warterei an Ampeln ain 32 Minuten bewältigen können, wenn sie 20 km/h schnell (oder langsam) sind. Übermorgen, am 24. Juli, stimmt der Münchner Gemeinderat darüber ab. Die Kosten in Höhe von rund 24 Millionen Euro, sollen mit Bundesfördermitteln gestemmt werden.

20. Juli 2019

Kraftfahrzeuge runter vom Gehweg!

Der Gehweg dient zunehmend als Parkfläche für kleine motorisierte Fahrzeuge.

Reden wir heute nicht von den großen Pkw und Lkw, die von ihren Fahrern auf Gehwegen abgestellt werden. Der Gehweg wird von Motorradfahrernden, Mopedfahrern und von Fahrer/innen kleiner E-Fahrzeuge geradezu selbstverständlich als Fläche angesehen, auf der sie fahren und parken können.

Dieser Herr hat sein Quad in Degerloch so auf den Gehweg der Epplestraße gestellt. Ein Trupp Kinder wandert um ihn herum, um sich an der Ampel aufzustellen. (Ein Radler drängelt sich auch noch durch.) Der dachte offensichtlich gar nicht daran, sich in der Straße einen regulären Parkplatz zu suchen, er fand, dass er jedes Recht hat, sein Fahrzeug so abzustellen, um schnell beim Bäcker reinzugehen.

18. Juli 2019

Verarschen kann ich mich selber

Da stehe ich nun auf der Verkehrsinsel mitten auf dem Wilhelmsplatz. Meine Radampel zeigt Rot. Parallel dazu haben die Fußgänger Grün.

Sie laufen hinüber und zurück und hinüber. Die Autos auf der Hauptstätterstraße stehen wie festgenagelt. Ich auch. Der Weg ist frei, aber ich habe Rot. Die Autos aus der Torstraße haben dagegen schon wieder Grün gekriegt und rasen links an mir vorbei geradeaus in die Wilhelmstraße, dorthin, wo ich auch hin will. Aber ich stehe. Und stehe.

Schließlich steige ich ab, schiebe das Rad auf den Fußgängerüberweg, wo die Fußgänger immer noch Grün haben, und gehe hinüber. Drüben steige ich wieder auf und radle weiter.

Die (Radler-)Ampeln am Wilhelsmplatz sind eine Strafe für alle, die Rad fahren.

17. Juli 2019

Wieder Rekord an der Zählstelle

Gestern wurden an der Zählstelle beim Leuze 6 393 Fahrräder gezählt.

Darauf hat mich Blogleser Helmut hingewiesen.

Die Sechstausend sind im Juli immer mal wieder geknackt worden. Der Tagesdurchschnitt auf der König-Karls-Brücke hat sich auf rund  2 700 erhöht. Es haben bereits deutlich über eine halbe Million Radfahrfahrende die Zählstelle passiert und sind dabei gezählt worden.

Weiter so! Das wird unser Sommer.

16. Juli 2019

Aufs Auto hauen - darf man das?


Ist es eigentlich verboten, ein fremdes Auto zu berühren, draufzuklopfen oder ihm aufs Dach zu schlagen? 

Wenn wieder mal ein Auto widerrechtlich dort parkt, wo ich mich als Radlerin an einer Ampel aufstellen und meinen Fuß auf den Bordstein stellen möchte, dann stütze ich mich beim Warten gern mal am Autodach ab. Ich spüre dabei fast körperlich die Erregung des Autobesitzers (obgleich er nicht anwesend ist), der dies als Angriff auf sich selbst empfindet. Juristisch dingfest zu machen ist das allerdings nicht. Auch wenn in Internetforen heftig darüber diskutiert wird, ob andere das eigene Moped berühren oder beispielsweise in ein offen dastehendes Cabrio einsteigen dürfen und einhellig die Meinung herrscht, es dürfe niemand das Blech berühren, wenn ich das nicht erlaube.

Besser bekannt ist der Konflikt unter der Überschrift, "Radler schlägt auf Autodach".

14. Juli 2019

Die mediale Verdammung des Radfahrens

Manchmal träume ich davon, die Presse würde das Radfahren informierend begleiten, ohne es zu skandalisieren oder pauschaul für lebensgefährlich zu erklären.

Ich stelle mir vor, es würde in der Öffentlichkeit, unterstützt von den Medien ein fahrradfreundliches Klima entstehen, verbunden mit der durch Untersuchungen und Berichte untermauerten Erkenntnis, dass Fahrradfahrende für eine Stadt und für unsere Gesellschaft besser sind als Autos. (Gegen den Klimawandel sowieso.) Ich würde nichts mehr über "rasende Radler" oder "Radrüpel" lesen, und auch nichts über die Todesgefahren des Radfahrens. Verunglückte Radfahrer wären nicht irgendwie selber schuld, dass ein Auto mit ihnen zusammengestoßen ist, und wir würden alle miteinander an Autofahrende appellieren, Menschen ohne Blech um sich herum freundlich und vorsichtig zu behandeln, und darum vorsichtig und langsam zu fahren.

Nichts da! "Leider ist es lebensgefährlich", titelte das ZEIT MAGAZIN (NR. 26, 19.6.2019, online inzwischen geändert.)

12. Juli 2019

Ein Bakenkäfig für Radler

Wieder sehen wir Radfahrenden uns bunten Hindernissen gegenüber, die man nur deshalb aufstellt, damit Autofahrende nicht mehr notorisch die Regeln verletzen.

Das wird jetzt echt langsam sehr skurril.  Am Tagblattturm darf man als Autofahrer nicht die linke Spur benutzen, um nach links in die Steinstraße abzubiegen. Viele tun das trotzdem. Also hat man jetzt die Abbiegespur mit Klemmfixbaken verengt. War zuzeiten der langsamsten Ampel auch so. Nun müssen die Fahrer/innen breiterer Räder oder mit Kinderanhängern wieder genau zielen. In der Tübinger Straße hat es kürzlich an genau so einer Klemmfixsperre einen schweren Radlerunfall mit einem Kinderanhänger gegeben. Sicherer sind wir hier also nicht unterwegs, sondern erneut wieder unsicherer. Nicht gut!

10. Juli 2019

Ein halbes Leben auf dem Tandem

Renate und Cornelius Gruner fahren seit dreißig Jahren aus Leidenschaft und Überzeugung Tandem, mittlerweile das siebte. 

Sie fahren es im Alltag, auf den Wegen in die Stadt, bei der Critical Mass, zum Spaß auf Ausflügen und auf Reisen längs und quer durch Deutschland oder Dänemark. Ihr erstes Tandem hatte einen Kinderanhänger und eine Babyschale. 17 Jahre lang fuhren sie dann ein Santana-Tandem, das sich inzwischen in Dauerausleihe woanders befindet. Mit dem Tandem und Kinderanhänger kamen sie sogar durch Z-Schranken, früher. Jetzt sind sie nicht mehr so jung. So haben sie sich vor vor einigen Jahren bei Detlef Eschert (Rad und Tour) erst ein für sie maßgeschneidertes E-Touring-Tandem gekauft und beim selben Hersteller im Thüringer Wald dann auch ein E-Fat-Bike-Tandem für Schneetouren, Waldwege und leichte Trails.

Tandem fahren ist aber nicht so einfach. Der Tandem-Kauf auch nicht.

8. Juli 2019

Am Dienstag fangen wir an

Morgen, am 9. Juli ist Radforum im Rathaus, 18 Uhr, Zimmer 408. Es tagt die PG 1, Infrastruktur. Diese Sitzung ist die Initialsitzung für unsere Radzukunft in Stuttgart nach unseren Zielbeschluss.

Jede und jeder kann kommen und mitreden. Die Verwaltung wird mit uns über die nun anstehende Angebotsplanung für Radfahrende sprechen. Es geht darum, Standards für unsere Radinfrastruktur festzulegen, die mit den realen Möglichkeiten vereinbar sind.




6. Juli 2019

Abbiegeunfall in Degerloch

Am letzten Juni-Freitag hat ein rechtsabbiegender Autofahrer hier in Degerloch eine geradeaus fahrende Radfahrerin umgefahren und schwer verletzt. 

Nach Darstellung der Polizei war die Frau am Morgen auf dem gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Jahnstraße Richtung Fernsehturm unterwegs. Der Autofahrer bog über den Radler-Überweg nach rechts in die Karl-Pfaff-Straße ab. Schwer verletzt wurde durch diesen Fehler des Autofahrers nicht der Autofahrer, sondern die Radfahrerin.

4. Juli 2019

Geht doch! - Radfreigabe ist da

Ich habe mich hier vor einem Jahr über diverse Schwierigkeiten beim Radfahren in Degerloch beschwert, unter anderem darüber, dass die Einfahrt in diese unechte Einbahnstraße nicht erlaubt ist.

Die Grünen im Bezirksbeirat Degerloch haben ein Fahrrad-frei Schild beantragt. Und siehe, jetzt hängt es. Das erleichtert es vor allem nicht ortskundigen Radlern, die Obere Weinsteige im geschützen Modus auf dem linksseitigen Gehweg runter zu fahren und den Weg zur Alten Weinsteige zu finden.

3. Juli 2019

Neuer Rekord an der Zählstelle Leuze

Gestern (2. Juli 2019) sind dort 6 256 Radfahrende gezählt worden.

Darauf hat mich Blogleserin Katharina aufmerksam gemacht. Der bisherige Rekord liegt, unserer Information nach, bei 6 191 (4. Juli 2015).


Link zur Zählstelle
Link zur Eco-Public

2. Juli 2019

Lückenschluss auf der Hauptradroute 3 per Überweg

Von der Bopser-Anlage rauf in die Bopserwald-Straße soll es einen neuen Überweg über die Hohenheimer Straße geben. 

Dieser Überweg ist Teil der Hauptradroute 3, die die Etzelstraße hochkommt und dann irgendwie weitergeführt werden muss zur Bopserwaldstraße, die man zum Wald Richtung Degerloch hochradeln kann. Eine Strecke mit Steigung, aber für Normalräder leichter zu befahren als die Alte Weinsteige.

Hier die Einezlheiten.

30. Juni 2019

Warum Radler gegen Regeln verstoßen

Die Kreuzung Böblinger-, Schreiber- und Schickhardtstraße ist ein gutes Beispiel dafür, dass viele Radfahrende Regeln verletzen, weil eine Radinfrastruktur fehlt. 

Ich vermute, dass es die Kreuzung in Stuttgart ist, wo am häufigsten mit dem Fahrrad falsch gefahren wird. Kein Wunder, denn sie ist nur für Autofahrer organsisiert. Ich stand zufällig so gegen 18:15 Uhr eine knappe Viertelstunde auf der Terrasse des Generationenhauses und habe die Kreuzung beobachtet, über die ich auch nicht zum ersten Mal schreibe.

Ich war erstaunt, wie viele Radfahrer/innen die Böblinger Straße Richtung Schwabtunnel queren. Bei jeder Ampelphase fuhren ein bis zwei, fast alle tapfer auf der Fahrbahn. Dabei ergeht es ihnen nicht immer gut.

27. Juni 2019

Baken auf der Tübinger Straße führen zu Fahrradunfall

Am Montagnachmittag gab es einen Unfall auf der Tübinger Straße bei der Cottastraße an der Baken-Schleuse für Radler.

Als ich dort eine Stunde später vorbei kam, war die Polizei noch bei der Unfallaufnahme. Ein Smart stand quer zur neuen Schleuse an der Cottastraße Richtung Silberburgstaße, ein Fahrrad stand rechts daneben auf der Sperrfläche (sie Fotomontage unten). Die Polizei fotografierte Blechschäden über dem rechten Hinterrad des Smarts. Für mich sah es so aus, als sei der Radler mit Kinderanhänger gegen den Smart geprallt, der  entweder gerade links einbog oder schon vor der Einfahrt einer Garage stand. Doch die Fahrzeuge könnten auch nach dem Unfall so hingestellt worden sein, um die Fahrbahn frei zu machen. Aber so war es wohl nicht.

Die Berichte in unseren Zeitungen werfen  mehr Fragen auf, als sie beantworten.Und eine wichtige Frage stellen sie nicht.

26. Juni 2019

So wird die Eberharstraße (fast) autofrei

Am Montagabend hat die Stadtverwaltung die Pläne für die autofreie Eberhardstaße im Bezirksbeirat Mitte vorgestellt. 

Das ist bereits beschlossen, eine Diskussion darüber, ob man das überhaupt will oder nicht, gab es nicht. Allerdings gab es dann doch eine längere Diskussion über das genaue Wie und Wann. Und einen Änderungsantrag.

Losgehen soll es nach Angaben der Stadt nicht wie geplant in den Sommerferien, sondern im September.

24. Juni 2019

Autofreie Innenstadt mit Autos?

Autofreie Innenstädte sind möglich. Und ein Drittel der Deutschen scheint sie sich zu wünschen. Ein Drittel ist dagegen und ein Drittel hat keine Meinung dazu.

Das ist ein Ergebnis einer Umfrage von Norstat vom Februar. Wobei die Jüngeren und die Städter/innen der Autofreiheit von Städten deutlich politiver gegenüber stehen. Die Gegner fürchten nicht nur um ihre Freiheit, jederzeit mit dem Auto in die Innenstadt fahren zu können, sondern machen sich auch Sorgen um den Lieferverkehr. Auch die Befürworter finden die freie Fahrt für den motorisierten Lieferverkehr sehr wichtig.

Bei der Frage, wie man nun die Autos in den Innenstädten reduziert, wird es allerdings wieder typisch deutsch irrational. 

22. Juni 2019

Radabstellanlagen fehlen überall

In der Innenstadt gibt viele Radständer, die auch rege genutzt werden.

Am Marienplatz (Foto) und anderswo reichen sie schon gar nicht mehr. Aber sie  fehlen, je weiter man sich vom Stuttgarter Zentrum entfernt. Eingekauft wird offenabr vozugsweise mit dem Auto, für das es Parkplätze gibt. Radständer sind auch an Supermarkteingängen eher selten, und wenn ein paar dastehen, werden sie nicht sonderlich gut genutzt. Vielleicht liegt es daran, dass es selten eine Radinfrastrutkur gibt, die in zu Supermärkten und in Ortskerne führt. Mit den Fahrrad kämpft man sich durchs Autogeschiebe, die Ein- und Ausparker und über Gehwege dorthin. Mehr Radbügel könnten das Verhalten ändern. In Zürich hat man festgestellt, dass Radbügel die entscheidende Voraussetzung für einen regen Radverkehr sind.

20. Juni 2019

Rad-Reparatur-Station am Österreichischen Platz

Nur eine Kleinigkeit, aber extem nützlich. In Stuttgart finden Radler am Österreichischen Platz eine Luftpumpe und Werkzeug für kleinere Reparaturen. 

Die Fahrradreparaturstation befindet sich ein Stück entfernt von der Tübinger Straße beim Gerber hinein in die Paulinenstraße, dort wo früher die Parkplätze waren und jetzt die Radparkplätze sind. Sie ist so gelb, das man sie leuchten sieht, wenn man auf dem richtigen Weg ist.

Bisher war für Radler der Innenhof vom Rathaus ein Geheimtipp, wenn es darum ging, einen etwas luftlosen Reifen aufzupumpen. Ich habe nicht mitbekommen, seit wann diese gelbe Reparatursäule schon am Österreichischen Platz steht. Sicher scho neine ganze Weile. Fällt ja nicht groß auf.

18. Juni 2019

Die Kostenwahrheit

Radverkehr bringt einer Großstadt und ihren Einwohner/innen etwa die Summe in Millionenhöhe ein, die der Autoverkehr sie andererseits kostet.

Das hat eine Studie ergeben, die der Radentscheid München in Auftrag gegeben hat. Das ist zwar nicht neu,  ich habe darüber schon oft geschrieben, aber es ist am Beispiel München jetzt konkret errechnet worden. Verkehr verursacht nämlich Kosten, nicht nur für Planung, Infrastruktur und Personal, die in Finanzhaushalten auftauchen, sondern auch versteckte Kosten, die auf alle umgelegt werden, etwa Kosten für Unfälle, Luftverschmutzung, Lärmschutz und Klimafolgen, aber auch Zeitverlust im Stau.

16. Juni 2019

Des Fahrrads zweites Leben

Beim Vorbeirradeln habe ich zufällig die Oldtimer-Fahrradwerkstatt von Christoph Preussler entdeckt. 

Wer Retro liebt, und zwar echtes Retro, findet hier sein oder ihr Fahrrad. Oder das schon ewig gesuchte Ersatzteil.

Die Oldtimer-Fahrradwerkstatt liegt an der Neckartalstraße in der Nähe der Krefelder Straße gegenüber vom Mühlsteg und wird von Christoph Preussler betrieben. Er kümmert sich um alte und historische Fahrräder. Interessant dürfte für Besitzer liebgewonnener alter Räder auch das Ersatzteillager sein. Hier gibt es alles, was es woanders nicht mehr gibt. Preusslers Sammlung von Ersatzteilen geht zurück bis in die 30er und 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die meisten Teile im Bestand stammen aus den 50ern. Sein Konzept heißt: Zweileben Bikes. Etwa fünfzig Räder befinden sich derzeit verkaufsfertig im Laden, zweihundertfünfzig warten auf Renovierung.

14. Juni 2019

So geht Fahrradförderung in Unternehmen

Das badische Unternehmen FSM in Kirchzarten ist das fahrradfreundlichste Unternehmen Deutschlands.

Hier radelt der Geschäftsführer selbst und motiviert seine Mitarbeiter/innen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. FSM ist das erste Unternehmen überhaupt, dass das ADFC-Siegel in der höchsten Stufe Gold erhalten hat. Das kommt gut an bei jüngeren Mitarbeiter/innen und hilft gegen Fachkräftemangel, so die Einschätzung des Unternehmens. Das Unternehmen liegt elf Kilometer vom Freiburger Stadtzentrum entfernt. Es bietet ein Dienstrad-Leasing an. Es hat Duschen und eine große Umkleidekabine für Radler geschaffen. Außerdem gibt es eine große beleuchtete und abschließbare Fahrradgarage, in der auch Werkzeug zur Verfügung steht. Eine gute Investition in die Gesundheit der Arbeitnehmer/innen, findet das Unternehmen.

12. Juni 2019

Aufs Zweirad nur mit Zylinder

Viele von uns haben Martin Hauge mit seiner nachgebauten Draisine bei den Rad-Aktionstagen und bei der Eröffnung des Radschnellwegs Römerstraße erlebt. 

Der Mann im Gehrock mit Zylinder erweckt die Erinnerung an Karl Drais wieder zum Leben, den Erfinder des Fahrrads. Wir können draufsteigen und damit losfahren. Ich durfte auch mal. Den Stock, den man auf dem Foto sieht, benutzt er als improvisisierten Fahrradständer. Die Hand hat er auf eine senkrechte Schraube aufgestützt, mit der man diesen Sitz noch um Etliches hochdrehen kann, für langbeinige Menschen. 

10. Juni 2019

Die Speiche in Vaihingen schließt

Der ADFC hat erfahren, dass die Speiche in Vaihingen Ende August schließt. Und zwar für immer.

Nach vierzig Jahren wurde dem Fahrradhändler der Mietvertrag gekündigt, so der ADFC auf Twitter. Der Besitzer möchte dem Vernehmen nach das Haus abreißen und Wohnungen bauen.

Die Speiche gehört auch zu den Stuttgarter Fahrradläden mit einer Treppe am Eingang. Komischerweise sind Fahrrädläden immer in dafür ungeeigneten Ladenräumen untergebracht. Das Haus, in dem sich die Speiche befindet, war vorher eine Eisenwarenandlung.

8. Juni 2019

Bundesverkehrsministerium will neue Regelungen für Radfahrende

Offenbar will das Bundesverkehrsministerium die Straßenverkehrsordnung in dem Sinne ändern, wie es schon die Länder gefordert haben.

Darüber berichtet Bike-Bild und stellt auch die geplanten Änderungen zum Vorteil von Radfahrenden vor. Und hier der Link auf die Seite des BMVI.

  • Halteverbot auf Schutzstreifen und höheres Bußgeld für Parken in zweiter Reihe. (Auf Schutzstreifen darf man heute zwar nicht parken, aber immerhin noch halten.) 
  • Mindestüberhoabstand von Fahrrädern innerorts auf 1,5 Meter und außerords auf 2 Meter in der StVO festschreiben. (Bisher heißt es da nur "ausreichend Seitenabstand".)

6. Juni 2019

Das Kreuz mit den Bettelampeln

Bedarfsampeln mögen eine sinnvolle Lösung sein, wenn Fußgänger/innen oder Radfahrende selten sind. Für Radfahrende stehen sie aber oft ungeschickt.

Die meisten Fußgänger/innen sind daran gewöhnt, auch Radler landen an solchen Masten. Oft sind die Drücker aber so installiert, dass man vom Fahrrad komplett absteigen muss, um sie zu erreichen. So wie hier der Drücker an der Löffelstraße in Degerloch, wo es über die Heinestraße geht.

Als Radlerin will ich aber nicht vollständig aus meiner Radlerhaltung auf dem Sattel herausgeholt werden und gezwungen sein, mit beiden Füßen auf den Boden zu gehen, und das Rad zu einem Mast hinschieben und danach wieder neu ausrichten müssen. Ich will an den Drücker fahren und ihn erreichen können, indem ich nur, wie beim Halten üblich, einen Fuß auf den Boden stelle.

4. Juni 2019

Radahrende müssen nie links abbiegen

Möhringen
Ausgerechnet so ein kleines und wendiges Fahrzeug wie ein Fahrrad wird auf Strecken geschickt, von denen man nicht links abbiegen kann.

Als mein Vater sich in den sechziger Jahren den ersten VW-Käfer kaufte, suchte er sich für die Heimfahrt eine Strecke aus, wo er nur rechts abbiegen musste. Das Linksabbiegen schien ihm zu stressig. Radfahrende bekommen vielerorts nur solche Strecken angeboten.

Ich frage mich schon lange, wieso Verkehrsplaner davon ausgehen, dass Radfahrende nur einen einzigen Radweg brauchen, der sie von einem Punk A zu einem Punkt B bringt. Als ob alle Radfahrenden dasselbe Ziel hätten. Und als ob es keine Ziele gäbe, die auf der linken Seite der Strecke lägen. Linksabbiegen ist für Radfahrende an vielen Stellen in Stuttgart unmöglich oder schwierig, denn die Radstreifen oder Radwege entlang der Fahrbahnen verlaufen nur geradeaus.

2. Juni 2019

Eine erschreckende Geschichte

Liebe Autofahrer/innen, kommt zu euch! Haltet Abstand! Es sind Kinder! Auf Twitter hat Marie folgende krasse Geschichte erzählt: 

"Zwerg (Laufrad) fährt neben mir auf der Straße, der Fußweg wird durch Schüler verstopft, die ihm keinen Platz machen. Wir fahren in einer Tempo 30 Zone. Auf der anderen Straßenseite parken Autos. Ich fahre mittig (auf) unserer Spur, habe den Anhänger hinter (mir). Es sind nur wenige Meter! Der Zwerg fährt ordentlich neben meinem Rad. Von hinten nähert sich ein Auto mit hoher Geschwindigkeit. Bremst und lässt hinter uns mehrfach den Motor aufheulen. Es ist kein Platz zum Überholen. Ich zeige an, das wir (nach links) abbiegen wollen. Noch 4 Meter, dann sind wir weg. Kaum ist die Reihe der parkendes Autos vorbei, quetscht sich das hinter uns fahrende Auto links an mir vorbei. Wir sind schon am (links) Abbiegen. Ich schreie dem Zwerg sein Stoppsignal zu, er steht, 30 cm von dem Auto entfernt. Eine Frau sitzt darin, auf dem Beifahrersitz ein Kind.

1. Juni 2019

Radschnellverbindung Böblingen Sutttgart eröffnet

So, jetzt haben wir sie, unsere erste Radschnellverbindung nach Stuttgart und damit sogar den ersten Radschnellweg in Baden-Württemberg.

Am Freitagvormittag war Eröffnung und Anreadeln mit Landrat Bernhard, Verkehrsminister Hermann, dem Böblinger OB Belz, der ADFC-Vorsitzenden Zühlke, dem SWR und hundertünfzig Radfahrenden. Nach einer Vorführung auf Einrädern, wiesen der Landrat und der Verkehrsminister darauf hin, wie schnell es von der Idee zur Umsetzung ging. 

31. Mai 2019

Wo will der Hund mit dem Fahrrad hin?

Das Schild steht in Ravensburg, wenn Markt ist. 

Klar: Fahrräder beißen und Hunde sind groß und sperrig. Oder umgekehrt?

Oder meinen die nur die Menschen, die zum Fahrrad auch noch einen Hund dabei haben oder zum Hund ein Fahrrad? Und führt man ein Fahrrad auch dann mit, wenn man drauf sitzt? Oder fährt man es dann? Okay, das Verkehrszeichen verbietet jeglichen rollenden und bellenden Verkehr. Ausgenommen Kinderwagen, Leiterwagen. Und Pferde, aber die wiehern ja.

29. Mai 2019

Ich bin wieder drin

Ich habe ich es wieder in den Gemeinderat geschafft. Jedenfalls nach dem vorläufigen Endergebnis. 

Ich danke allen, die mich gewählt haben und allen, die unermüdlich für mich geworben haben

Ihr habt mich auf Platz 16 von 16 grünen Sitzen gewählt. Unsere Fahrradpolitik geht weiter. Sie wird, auch wenn die Grünen im Gemeinderat stärkste Fraktion geworden sind, dennoch weiterhin für eine Mehrheit bei anderen Parteien suchen müssen. Bisher waren die Linke und SÖS und Junge Liste und die SPD mit dabei. Jetzt kommen noch zwei Stadtisten dazu. Das macht Hoffnung. Und vielleicht werden auch die anderen Parteien bald begreifen, dass der Autoverkehr in der Stadt keine Zukunft hat, sondern Mobilität anders besser funktioniert.

Wir, also ich mit meinem Blog Radfahren in Stuttgart, und alle, die wir in Stuttgart Fahrrad fahren, darunter der ADFC, der Zweirat, der VCD, die Critical Mass werden uns weiter für eine Verbesserung der Radinfrastruktur einsetzen und daran arbeiten, dass aus Stuttgart eine echte Fahrradsstadt wird.

Radeln wir's an.

27. Mai 2019

Die Zählstelle in Cannstatt

Wo ist die Zählstelle auf der Waiblinger Straße in Cannstatt? Diese Frage tauchte im Plenum des Radforums im Mai auf.

Die meisten wissen, dass an der König-Karls-Brücke beim Leuze eine Zählstelle gibt, weil dort eine Anzeige steht. Einige dürften auch wissen, dass es auch auf dem Radweg entlang der Böblinger Straße in Heslach, bergauf kurz vor dem Waldeck eine weitere Zählstelle gibt, erkennbar an den Romben im Asphalt, unter denen die Induktionsleitungen liegen.

Radschnellweg Römerstaße wird am Freitag eröffnet

Und zwar am 31. Mai um 11 Uhr. Es ist die erste Radschnellverbindung nach Stuttgart, die fertig ist.


Hier der Link mit Ortsangabe. Man trifft sich gewissermaßen auf halber Strecke zwischen Böblingen und Vahingen auf der Römerstraße, die gerne auch Panzerstraße genannt wird.

Sindelfingen brachte die Idee vor drei Jahren auf, diese Kopfsteinpflasterstrecke zu ertüchtigen, das Landesverkehrsministerium nahm sie auf. Man wollte, dass Radfahrende eine schnelle Verbindung zwischen Vaihingen und Sindelfingen, Böblingen erhalten, damit sie mit dem Fahrrad bequem pendeln können. Auch bei Nacht und auch im Winter. Das Kopfsteinpflaster sollte mit einer Asphaltschicht bedekt und eine mit dem Radler mitlaufende Beleuchtung eingerichtet werden, damit der Wald frühmorgens im Winter und abends nicht gar so finster ist. Spatenstich war im vergangenen Jahr.

25. Mai 2019

Wenns ums Auto geht, verlieren wir den Verstand

Niemand muss Fahrrad fahren, aber wer will, soll es bequem und vergnüngt können. Das könnte das Ziel einer Stadtplanung und Politk fürs Fahrrad sein. Ist es aber nicht.

Unsere Radinfrastruktur wurde bisher halbherzig geplant und gebaut. Viele fürchten sich auf ihr. Aus anderen Städten wissen wir aber, dass Menschen das Angebot einer guten Radinfrastruktur gerne nutzen. Sie steigen vom Auto aufs Fahrrad um. Das Potenzial ist riesig, auch bei uns in Stuttgart. Wir schöpfen es aber nicht ab. Unsere Politik ist da in höchstem Maß irrational und extrem unwirtschaftlich. Sie verschwendet Steuergelder für den Autoverkehr und das auch noch zu unser aller Nachteil. Der Autoverkehr kostet uns Milliarden, die von den Autofahrenden nicht übernommen werden, doch jeder in in den Radverkehr investierte Euro bringt einen Gewinn für uns alle von zwischen 2 und 38 Euro. Es wäre also vernünftig, in den Radverkehr zu investieren. Wer die Zahlen in allen Einzelheiten lesen will, der findet sie in diesem Artikel von David Binnig im Blog RennRad.

Was macht den Autoverkehr so unwirtschaftlich?

24. Mai 2019

Der größte Trick der Autoindustrie war es ...

Basisbild: Wikipedia
... der Welt weiß zu machen, Rad fahren und zu Fuß gehen passten nicht zusammen. 

Diesen Satz hat Modacity auf Englisch auf Twitter gepostet. (The greatest trick the auto industry ever pulled was convincing the world walking and cycling can’t coexist.)  Die beiden erzählen in dem Post, dass sie seit sie in eine Fahrradstadt (Delft) umgezogen sind, mehr zu Fuß gehen als jemals vorher in ihrem Leben, weil die Straßen nicht von Autos verstopft sind. Da macht man gerne Spaziergänge. Aber stimmt der Satz? Aber was erzählt uns die Autoindustrie eigentlich über uns?