25. September 2018

Neue Linie auf dem Ferdinand-Leitner-Steg

Das ist das Ergebnis der Wartung des Ferdinand-Leitner-Stegs. Eine Trennung der Fläche in Rad- und Fußgängberbereiche mit durchgezogener Linie. 

Okay. Mag sein, dass sich Fußgänger beschwert haben, weil Radler überall lang fahren. Das halte ich für das Wahrscheinlichste, denn niemand beschwert sich, weil Fußgänger überall lang gehen. Tatsächlich aber gehen sehr viele von ihnen überall lang, auch auf Radstreifen oder Radwegen, die mit blauen Schildern ausgezeichnet sind. So sah es am vergangenen Sonntag aus. Alle orientierten sich. Ein armer Fußgänger rannte dabei voll Stoff gegen den Pfosten. Die sollte man vielleicht wegnehmen!

24. September 2018

Aktion gegen Radstreifen-Parker

Besonders gern halten und parken Autofahrende auf den so genannten Sicherheitsstreifen auf der Wilhelmstraße beim Rewe nahe dem Kreisverkehr. 

Deshalb hat der Radentscheid dort heute eine Aktion gemacht, zu der die Presse eingeladen war Stuttgarter Zeitung,  Regio-TV und der Fotograf von Konkret kamen. Es ging darum, zu zeigen, wie heikel es ist, wenn Radfahrende die auf ihrem Radstreifen abgestellten Fahrzeuge umfahren müssen. Sie brauchen dafür Platz und natürlich eine Lücke im nachfolgenden Autoverkehr. Diese Lücke und diesen Platz haben die Akteur/innen ihnen für ein paar Minuten durch Hütchen geschaffen.

Wer macht eigentlich die Beschilderung in Stuttgart?

Also, mal ehrlich: Was soll das eigentlich? Blogleser Martin schickt mir diese Foto von der Robert-Koch-Straße, nach der Kreuzung mit der Vollmöllerstraße, Richtung Möhringer Landstraße.  Baustelle. Umleitung durch den Stadtpark. Okay.

Über diese Sperrung des Radstreifens und Gehwegs habe ich vor ein paar Tagen schon geschrieben. Ich frage mich jetzt: Was bedeuten diese Schilder eigentlich wirklich?

Hier dürfen keine Fußgänger mehr laufen, soweit alles klar, wenn auch unverschämt den Fußgänger/innen gegenüber, für die Umwege anstrengend sind (im Gegensatz zu Autofahrenden, für die Umwege nicht anstrengend sind.) Aber hier sollen auch keine Radfahrenden mehr fahren.

23. September 2018

Am Fahrrad ist die Klingel das Lauteste

Städte sind laut. Alle fünf Jahre muss eine Stadt die Lärmbelastung erfassen und veröffentlichen. Das hat Stuttgart jetzt für 2017 getan. 

Lärm kostet übrigens richtig Geld, uns alle und die Stadt. Das Fahrrad ist unbestreitbar das leiseste Verkehrsmittel. Es steht diesem ungeheuren Geräuschpegel als stille Alternative gegenüber. Es ist billig in der Anschaffung, macht Spaß und macht die Stadtgesellschaft gesünder.

Elektro-Autos sind auch nicht immer die Lösung. Sie mögen in der Stadt leise sein, auf Autobahnen sind sie es nicht. Denn das Hauptautobahngeräusch sind die Reifengeräusche, die auch ein E-Auto macht. Für Anwohner/innen in Autobahnnähe würde sich also durch einen E-Autoverkehr nichts ändern.

22. September 2018

Zum Teufel mit den Radfahrern und Fußgängern, die Zweite

Eine Baustelle blockiert in der Robert-Koch-Straße in Vaihingen Gehweg und Radweg. 

Fußgänger sollen hier auf die andere Straßenseite wechseln, Radfahrende auf die Fahrbahn. Geht, kann man machen, auch wenn viel Verkehr herrscht und man ein routinierter und furchtlos Radler ist. Nur die Jugendlichen und unsicheren Radfahrenden tun das nicht. 

Falls wir in Stuttgart das Radfahren unter keinen Umständen fördern wollen, dann machen wir so was. Man könnte ja auch mal den Autofahrenden eine Spur wegnehmen (die haben ja hier zwei Fahrspuren Richtung Schwabengalerie) und Fußgänger und Radfahrer um die Baustelle herum führen. 

Auf die Situation hat mich Blogleser Jan aufmerksam gemacht, von dem auch die Fotos stammen. 

Das ist hier wieder mal sehr schlecht gemacht.

21. September 2018

Ferdinand-Leitner-Steg gesperrt

Der Ferdinand-Leitner-Steg ist gesperrt, weil er gewartet werden muss.

Das soll gelten in der Nacht vom 21. auf 22. September und vom 22. auf den 23. jeweils von 22 Uhr bis 8 Uhr. So steht es auf der Stuttgart-Seite.

Das scheint aber nicht Realität zu sein. Denn sonst hätte die Sperrung jetzt noch nicht stattfinden dürfen.

Das ist natürlich ein neuralgischer Punkt, weil hier alle Radler und alle Fußgänger die Straße zwischen Oper und Schlossgarten überqueren. Radler berichten mir, dass sie durch die Klettpassage und ein Stück über die Königstraße umgeleitet wurden. Ist nicht schön, aber eine Sanierung/Wartung des Stegs ist halt schon nötig. Alternativstrecken für die Morgenpendler:

Cooles E-Faltrad im Angebot

Zwei Geschwister aus Kopernhagen haben ein E-Faltrad mit fetten Reifen entwickelt, dass man derzeit bei Indiegogo vorbestellen kann. Und zwar zu sensationell geringem Preis von um die 800 Euro.

Es heißt Mate X, und es wird als S-Pedelec und als Pedelec angeboten. Reichweite rund 80 km. Gefaltet wird es wie jedes andere Faltfahrrad auch. Es wiegt immerhin noch 29 kg. Das besondere an diesem Teil ist, dass man mit den Reifen (die es in zwei Ausführungen gibt) überall, also auch off-road fahren kann.

Hier noch mal der Link zum Vorbestellen zum Sonderpreis. Auslieferung soll bereits Dezember sein.

19. September 2018

Zwei Umfragen: Fahrradklimatest des ADFC und rote Ampeln

Es ist wieder soweit, ihr könnt und müsst beim Fahrradklimatest des ADFC mitmachen. Er misst, wie sich Radfahrende in den jeweiligen Städten fühlen, was sie bemängeln und was sie gut finden, und vergleicht die Städte miteinander. 

Die Fragen sind großenteils die gleichen wie jedes Jahr. Es geht darum, wie ihr das Radfahren in eurer Stadt findet, wie ihr euch fühlt und was ihr objektiv an Mängeln feststellt. Doch diesmal geht es auch besonders um das Thema Familien und Kinder. Mit Zusatzfragen will der ADFC herausfinden, ob die Stadt (also bei uns Stuttgart) ein kinderfreundliches Radklima bietet. Hier gehts zum Test.

18. September 2018

Den beliebtesten Fahrradblog wählen

Und wieder veranstaltet Fahrrad.de die Wahl der beliebtesten Fahrradblogs

Und auch dieses Jahr steht mein Blog "Radfahren in Stuttgart" in der Kateroie "Stadtrad und Fahrradpolitik" zur Abstimmung.

Im letzten Jahr habt ihr mich in dieser Kategorie auf Platz 1 gewählt. Mal sehen, was dieses Jahr passiert. Hier der Link zum Voting in dieser Kategorie.

Im oberen Fenster findet ihr in der Liste auch mein Blog "dasfahrradblog.blogspot.de"
Die Umfrage fragt euch auch dann nach der Url eures Lieblingsartikels  in meinem Blog. Dann werdet ihr nach eurer E-Mail-Adresse gefragt und könnte schließlich abstimmen.

17. September 2018

Die langsamste Ampel Stuttgarts ist weg

Die Kreuzung am Tagblattturm mit der langsamsten Radlerampel Stuttgarts ist Geschichte.

Ab dieser Woche soll die Kreuzung zwischen Tagblattturm, Hegelhaus und Galerie Kaufhof für die neue P-Buslinie umgebaut werden.

Das bedeutet auch eine Aufwertung der Hauptradroute 1. Mit Behinderungen des Radfverkehrs ist sicher zu rechnen. Ich gehe aber davon aus, dass der Radverkehr auf der HRR 1 nicht unterbrochen wird oder dass praktikable Umleitungen ordentlich ausgeschildert werden.

15. September 2018

Zum Teufel mit den Radfahrenden

Und es geht immer noch. Man kann einen Radweg kommentarlos sperren und es den Radfahrenden überlassen, wo sie fahren.

Dieses Foto stammt von Blogleser Thomas und zeigt den Abschnitte der Hauptradroute 1 am Augsburger Platz in Cannstatt.

Für routinierte und furchtlose Radler kein Problem, sie mischen sich dann halt unter die Autos. Jugendliche oder unsichere Radfahrende werden das Fahrrad über den Bordstein hochheben auf den Gehweg flüchten. Sie müssten dort schieben, was sie aber vermutlich nicht tun werden.

13. September 2018

Radwege ohne Benutzungspflicht sind möglich

Endlich können Radwege und gemeinsame Rad- und Fußgwege so ausgewiesen werden, dass für Radfahrende nicht automatisch eine Benutzungspflicht entsteht und sie auch nicht zu Schrittgeschwindigkeit gezwungen werden wie bei einer Radfreigabe des Gehwegs. 

Darauf hat Bernd Sluka (VCD Bayern) auf seiner Internetseite hingewiesen. Seinem Bericht zufolge hat man sich zwanzig Jahre nach der Aufhebung der Benutzungspflicht für Radwege, die aber fast nirgendwo vollzogen wurde, im Bund-Länder-Fachausschuss StVO auf eine Bodenmarkierung geeinigt, die es Radlern erlaubt, auf einem Fußweg zu fahren, ohne dass sie es müssen. Das sieht so aus, dass auf den Asphalt oben ein Fußgänger und unten ein Fahrrad mit waagrechtem Zwischenstrich gemalt werden. Dann muss kein Schild mehr aufgestellt werden, und allen ist klar, was hier fährt und geht. Sluka verweist auf diese Broschüre, wo das auf Seite 40 beschrieben wird.

Hier das Foto der Seite in der Broschüre:

11. September 2018

Spatenstich für den ersten Radschnellweg in der Region Stuttgart

Es kann losgehen. Gestern war Spatenstich für den ersten Radschnellweg, der Stuttgart in diesem Fall mit Böblingen und Sindelfingen verbindet. 

Er ist 7,7 km lang, führt auf der Römerstraße (gerne auch als Panzerstraße bezeichnet) von Böblingen/Sindelfingen durch den Wald nach Vaihingen Rohr  und zur Universität und soll im kommenden Frühjahr fertig sein. Ich habe mehrfach über die Pläne berichtet.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann hat sich besonders dafür eingesetzt, dass es bei uns endlich losgeht mit schnellen Routen für Radfahrende. Und auch Böblingen ist da vorangeschritten.

9. September 2018

Acht Jahre Critical Mass in Stuttgart

Die September-Ausfahrt der Critical Mass ist für mich immer die schönste. 

Man fährt in die Dämmerung, meist ist das Wetter noch sommerlich und man trifft sich nach dem Sommer wieder.

Am vergangenen Freitag zählte die Polizei beim Start über 2.000 Teilnehmer/innen, doch die eigene Zählung der Critical Mass kam nach etwa einer Stunde am Anstieg der Olgastraße zur Neuen Weinsteige nich mehr an die 1.800 heran. Gezählt wird mit einem Handzählgerät und viel Konzentration. Meist zählen entlang der Strecke mehrere und meist gibt es keine großen Abweichungen, sie liegen etwa bei 10 Personen. Dann wird halt das Mittel gebildet. Die Zahlen von 2018 findet ihr hier. 

7. September 2018

Radkult und Radkultur - Leipzig

Leipzig hat eine junge und kreative Kultur. Deshalb auch eine andere Radkultur. 

Hier fährt man stressfreier, meinen manche, die hier in Stuttgart radeln. Allerdings gab es in Leipzig in diesem Jahr schon zwei tödliche Abbiegeunfälle. Leipzig hat eine alte Radinfrastruktur, aber auch eine, die weiter ausgebaut wurde. Rund um die Innenstadt gibt es viele, viele Radabstellmöglichkeiten und es  gibt ein Fahrradparkhaus an der Uni.

In Leipzig sieht man viele alte Räder, wie wir sie in der Jugend gefahren haben, dafür aber wenige Pedelecs. Leipzig hat eine große Jugend- und Subkultur. Das zeigt sich auch an den Rädern.

5. September 2018

Müssen Radfahrer einen Parkschein lösen?

Wenn sich viele Fahrradfahrer in einer Kneipe treffen, es aber keine Radständer gibt, was dann? Den Gehweg vollstellen? Nein, sagten wir uns. Wir nehmen einen Parkplatz.

So geschehen in der Tübinger Straße, der Fahrradstraße, in der es eklatant an Radabstellbügeln fehlt. Fünf Fahrräder stehen auf einem Autoparkplatz. Sogar einen Parkschein haben wir gelöst und an die Mittelstange des dritten Rades von hinten geklemmt. Aber hätten wir das müssen? Nein, hätten wir nicht, weil Fahrräder im Parkscheinssystem nicht vorgesehen sind.

3. September 2018

Radfahren mit Lastenrädern - unsere kleine Sommertour

Am vergangenen Donnerstag war ich mit dreißig Radlern, darunter etlichen mit Lastenrädern und Kinderanhängern in Stuttgart unterwegs.

Das Thema dieser Sommertour war: Das Fahrrad war gestern, heute ist Lastenrad, Kinderanhänger und Dreirad. Aber die Radinfrastruktur ist darauf noch gar nicht vorbereitet.
Mit von der Partie waren drei Polizist/innen der Fahrradstaffel. Die ist heuer viele Kilometer geradelt, erzählten sie mir, die Dienstpedelcs waren jeden Tag im Einsatz, und zwar in ganz Stuttgart, darunter  in Weilimdorf, Feuerbach, Zuffenhausen.

1. September 2018

Ein kleines Missverständnis

Es ist ja richtig schön, wenn weniger Paketlastwagen in unseren engen Straßen unterwegs sind. 

Paketauslieferung mit Lastenrädern ist umweltfreundlich und sehr platzsparend. Kein Postauto, das die Fahrbahn blockiert, um das ich als Radlerin drum herum kurven muss.
Wir sehen hier die Lehenstraße, eine freie Fahrbahn und ein Lastenrad der dpd Pakete.
Aber, oje! Leider steht es auf dem Gehweg. Der Fahrer muss da etwas eklatant missverstanden haben. Ob es nämlich die Fußgänger so gut finden, wenn sich der Lastenraddienst auf die Gehwege verlagert? So wie der hier steht, ist er auch auf dem Gehweg geradelt. So habe ich mir das nun wieder  nicht vorgestellt. Zumal auf der Fahrbahn jede Menge Platz wäre, zum Fahren und sogar zum Halten.

30. August 2018

Warum verstehen sich Fußgänger/innen und Radfahrende so schlecht?

Ein bisschen musste ich schmunzeln, als ich das las. Die Stuttgarter Zeitung hat den Mischverkehrsbereich in der Tübinger Straße beim Gerber problematisiert. 

Ich finde diesen Teil der Hauptradroute 1 auch problematisch. Der Behindertenbeauftragte der Stadt, Tattermusch, beklagte allerdings, "dass Menschen mit Behinderungen sich von Autofahrern, die hier eigentlich Schrittgeschwindigkeit fahren sollten, und rücksichtslosen Radfahrern, die die Tübinger Straße für eine Radfahrerstraße halten, immer wieder erschreckt, bedrängt und angedrängt" würden. In Deutschland funktioniert ein rücksichtsvolles Miteinander nicht, so der Tenor des Artikels. Ein neues Schild müsse her, das wie in der Schweiz den Bereich so regelt: Tempo 20, Fußgänger haben Vortritt, dürfen jedoch Fahrzeuge nicht unnötig behindern und das Parken ist nur dort erlaubt, wo es Schilder gestatten.
Drei kleine Irrtümer stecken allerdings in den Aussagen. 

28. August 2018

Stutzt mal die Schilderbäume!

Es gibt Schilderbäume, die jede Menge Fragen aufwerfen, sobald man sie genauer betrachtet und nicht nur im Vorbeiradeln sieht.

Auf Twitter hat X-Tof Hoyer bei diesem hier folgende Frage aufgeworfen: Ob es wohl einen triftigen Grund gibt, dass Radfahrer/innen an der Kreuzung Schloss-/ Johannesstraße nicht rechts abbiegen dürfen?

An dieser Stelle dürfen Autofahrer nicht geradeaus fahren, sondern nur rechts abbiegen. Das zeigt das blaue Schild mit dem Pfeil nach rechts. Radfahrende müssten sich daran auch halten.

Aber es gibt über der Ampel das blaue Schild mit dem Geradeauspfeil und darunter ein weißes Schild auf dem "Nur" steht und darunter ein Buszeichen, das Wort "Taxi" und ein Fahrradzeichen. Ich habe das ohne Nachdenken bisher so verstanden, dass ich auf meinem Fahrrad eben geradeaus fahren darf. Doch so einfach ist das nicht. Denn ein blaues Schild ist ein Gebotsschild. Mit dem Zusatzschild bedeutet das Geradeausschild, dass "nur Busse, Taxis und Radfahrer" geradeaus fahren müssen. Sie dürfen allesamt nicht rechts abbiegen.

26. August 2018

Radeln bekakeln mit Christine Lehmann am Donnerstag

Ich lade euch ein zu meiner kleinen Fahrradsommertour.

Das Fahrrad war gestern, heute ist Lastenrad, Rad mit Kinderanhänger, Tandem, Dreirad-Pedelec. Immer mehr Familien sind mit ihren Kindern unterwegs, immer mehr Waren werden mit Lastenrädern ausgeliefert, die Bürgerrikscha bringt Seniorinnen und Senioren zu Terminen.

Aber dafür ist unsere Radinfrastruktur kaum ausgelegt. Wir kämpfen vielerorts noch für den Standardausbau der Radinfrastruktur und brauchen eigentlich jetzt schon mehr. 

24. August 2018

Ist das Fahrrad eine Feinstaubschleuder?

Immer wieder erklären mir ganz Schlaue, dass doch auch das Fahrrad Feinstaub produziere. Bremsabrieb, Reifenabrieb ... Und was ist mit dem CO2?

Der Bund Osnabrücker Bürger, der Umweltzonen für den Autoverkehr abschaffen möchte, hat so eine schlaue Rechnung vorgelegt, über die vergangenen August die Osnabrücker Zeitung berichtete. Der BOB behauptete, das Helmholtz-Institut (tatsächlich war es aber ein Interview)  habe errechnet, dass ein Fahrrad auf 1.000 km einen Felgenverschleiß von 0,1 Millimeter habe. Beim Bremsen würden Metalloxide in die Umgebung abgegeben, etwa 3 bis 4 Milligramm auf einen Kilometer. Der Partikelausstoß aus dem Auspuff eines Diesels liege bei 0,2 bis 0,5 Milligramm. Beim modernen Diesel gebe es dagegen kein Feinstaubproblem mehr.Hurra! Das Fahrrad ist die Feinstaubschleuder.

Dabei hat der schlaue Rechner allerdings völlig vergessen, dass auch ein moderner Diesel auf vier Reifen fährt und seine Bremsscheiben ständig benutzt.

22. August 2018

Radfahren und Rechtssprechung

Wer haftet wann? Grundsätzlich sind Autofahrer an Unfällen mit Radfahrenden mit schuld, wegen der größeren Betriebsgefahr, die vom Auto ausgeht. Es sei denn, Radler machen grobe Fehler. 

Hier ein paar Gerichtsurteile. Wer als Radler die Spur wechselt, muss das genauso rückschauend und vorausschauend tun wie ein Autofahrer. Allerdings müssen Autofahrende, die bei abknickender Vorfahrt geradeaus fahren, höllisch aufpassen, dass sie keinen Radler umnieten, der am rechten Fahrbahnrand der abknickenden Vorfahrtsstraße folgt. Radfahrende können nicht auf Schadenssersatz und Schmerzensgeld bestehen, wenn sie in einem Schlagloch im Radweg stürzen, sie hätten langsamer fahren müssen. Auch beim Schienenqueren müssen Radfahrer selber aufpassen. Fährt einer ohne Licht und wird von einem Auto gerammt, trägt der Radler die Schuld. Und Räder müssen fürs Fahren ausgelegt sein. Hier die Sachverhalte und Urteile im Einzelnen:

20. August 2018

Richtig mit Scheibenbremsen umgehen

Scheibenbremsen sind bei Pedelecs fast üblich, wenn auch nicht immer vorteilhaft. Vor allem, wer täglich lange Strecken den Berg runterbremst, muss die Bremsen meist mindestens einmal jährlich erneuern.

Scheibenremsen bremsen zwar zackig, das ist aber eigentlich nicht nötig, weil dann das Hinterrad ausbricht. Gute moderne Felgenbremsen würden eigentlich reichen. Sie machen auch in der Wartung und beim Dauerbremsen weniger Probleme.
Jetzt haben wir aber nun mal das Pedelec mit Scheibenbremsen gekauft. Deshalb habe ich hier eine Seite gefunden, die Tipps gibt.
  • 1. Richtig bremsen. Man braucht nicht viel Kraft für eine große Wirkung. Es reichen zwei Finger am Bremshebel und ein kurzes Antippen. Der Vorteil, der Großteil von Hand und Fingern umfassen den Lenkergriff und können bei einer harschen Bremsaktion den Lenker besser halten.

18. August 2018

Ampeln und freigegebene Gehwege

Ich überlege mal ganz generell: Muss man eigentlich auf der anderen Seite einer Radler-/Fußgängerampel ein Rad-frei-Schild auf den Gehweg sehen oder nicht?

Darf man als Radler davon ausgehen, dass Gehwege, auf die man über die Ampelfurt zufährt, grundsätzlich für Radfahrer freigegeben sind? Oder muss man davon ausgehen, dass sie es nicht sind? Ich habe dazu in der StVO nichts gefunden. Aber vielleicht habe ich nur falsch gesucht. In den meisten Fällen steht das Radfreischild irgendwo auf dem Gehweg herum. In manchen aber nicht. Nach meiner Einschätzung muss ein Schild an jeder Bordkante stehen, die ein Radfahrer anfährt, wenn der Gehweg für Radfahrer freigegeben ist. Beispielsweise in Degerloch fehlt es.

16. August 2018

Schrecksekunden

Manchmal landet man mit dem Fahrrad irgendwo an und denkt: Hui! Dieser Abbiegepfeil in der Herzogstraße beim Finanzamt ist so eine Stelle.

Die Stadt bietet Radlern die Möglichkeit, auf den freigegebenen Gehweg beim Finanzamt Richtung Rotebühlzentrum abzubiegen. Das ist löblich und schön. Dann steht man aber hier mitten auf der Straße und kann nicht recht sehen, ob jetzt gleich einer vom Rotebühlplatz her in die Herzogstraße einbiegt. Wenn einer einbiegt kommt er in einer Grünphase und deshalb schnell, weil er das Grün noch erwischen will. Und schleudern dann schleudert er um die flache Kurve auf mich zu.

14. August 2018

Monster der Großstadt

Radfahrende sind das am wenigsten verstandene Element im Straßenverkehr. 

Letzten Sommer habe ich zugeschaut, wie ein Vater sein Kind fotografieren wolle, das auf der anderen Seite eines recht viel von Radlern befahrenen Wegs stand. Ein Radler kam heran, die Augen auf das Kind gerichtet, die Hand an der Bremse. Der Vater pfiff seinem Jungen, um dessen Aufmerksamkeit zu erregen, und der Junge rannte augenblicklich los, genau vor das Rad. Der Radler bremste und hielt. Dem Kind ist nichts geschehen. Ich habe mich gefragt, was sich der Vater eigentlich dabei gedacht hat. Und ich habe mich gefragt, was ein Unbeteiligter dachte, als er die Notbremsung des Radlers und das Kind sah: Ist doch gemeingefährlich, was der Radfahrer da macht.

12. August 2018

Zu weit rechts radeln ist gefährlich

Linksabbiegen ist gefährlich für Radfahrende, wenn sie dabei zu weit am rechten Fahrbahnrand bleiben. 

Über diese Gefahr in Kreisverkehren habe ich oft geschrieben. Dasselbe gilt für nach links abknickende Vorfahrten. Theoretisch muss ein Autofahrer blinken, wenn er der abknickenden Vorfahrt folgt (machen aber die wenigsten). Genauso muss ein Radfahrer den Arm nach links rausstrecken, wenn er der Vorfahrtsstraße folgen will. Dann hat er Vorrang gegenüber einen Autofahrer, der die Vorfahrtsstraße geradeaus verlassen will. Diesen Vorrang würde ich als Radfahrerin aber nicht versuchen durchzusetzen. Denn das Auto ist stärker. Kommt es hier zu einem Unfall, trifft den Autofahrer die ganze Schuld. (OLG Oldenburg v. 03.12.1992OLG Oldenburg v. 14.01.1999)

10. August 2018

Nicht so viel Angst vor Diebstahl haben

Mit dem alten Göppel zum Bahnhof, das teure Fahrrad mal am Wochenende ausführen und dabei nie aus den Augen lassen. Aus Angst vor Diebstahl. Das muss nicht sein. 

Je mehr Stuttgart zu einer Fahrradstadt wird, desto mehr dürften auch Diebstähle zunehmen. Aber aus Angst vor Diebstahl nie das teure Fahrrad fahren und es nirgendwo an einem Radbügel stehen lassen, das ist nicht die Lösung. Billige und leichte Kabelschlösser sind auch keine. Bügel-, Falt- oder Kabelschlösser müssen schwer sein, damit sie Dieben halbwegs standhalten. Es gibt inzwischen auch leichtere, aber beispielweise Texlock konnte sein Versprechen nicht halten.

Der beste Tipp, finde ich, ist: Im Zweifelsfall zwei Schlösser benutzen, eines mit Zahlen, das andere mit Schlüssel, eines als Bügelschloss, das andere als Kabel, oder ein Felgenschloss mit Schlüssel und ein gutes Kabelschloss mit Zahlencode. Denn Diebe sind meist auf eine Schlossart spezialisiert. Ein zweites Schloss kostet sie dann zu viel Zeit. Und natürlich: das Fahrrad irgendwo anschließen.

8. August 2018

Wer muss ausweichen, wenn der Platz nicht reicht?

Wir kennen das: Wir dürfen eine Einbahnstraße in Gegenreichtung radeln, aber links und rechts parken Autos und jetzt kommt mir ein überbreiter SUV entgegen. Wer hat Vorrang? 

Klar ist, dass ich es mit meinem Fahrrad nicht auf eine Konfrontation ankommen lasse. Ich ziehe den Kürzeren, wenn mich nur der Außenspiegel des Autos berührt. Also halte ich an und lass das Auto durch. Übrigens auch deshalb, weil ich annehme, dass ein Autofahrer, der auf seiner Einbahnstraße unterwegs ist, davon ausgehen darf, dass ich sozusagen gerade mal noch so zugelassen bin und darum Platz machen sollte. Die StVO kennt keine spezielle Vorschrift für diesen Fall, hat die Zeit recherchiert.

6. August 2018

Der Helm schützt bei den meisten Fahrradunfällen nicht

Ich fahre mit Helm. Allerdings schützt er nur bei Kopfverletzungen, die den geringsten Teil aller Verletzungen bei Unfällen mit dem Fahrrad ausmachen. Hier mal die Statistik eines Rettungsassistenten. 

Die Presse konzentriert sich gern auf die Frage, ob ein Unfallopfer einen Helm trug oder nicht. Das hat auf Twitter MTB-Hardtrailer dazu veranlasst, folgendes zu kommentieren. "Wenn ich lese, dass Personen eine Helmpflicht für Fahrradfahrer fordern mit der Begründung, es gibt zu viele Kopfverletzungen, dann haben sie die Infos sicher nur aus der Tageszeitung. Ich habe jetzt mal zwei Monate überschlagen, welche Verletzungen ich als Rettungsassistent bei Radfahrenden versorgen musste."  Wobei eine Person auch mehrer Verletzungen haben kann. Bei insgesamt 28 Einsätzen ging es um:

4. August 2018

Wien unterbindet Elterntaxis

Wiener Schulen wehren sich gegen Elterntaxis. Im Herbst wird die Straße vor der Volksschule Vereinsgasse in der Leopoldstadt für Autos gesperrt. Nur Fahrräder können dann noch durch.

Im Versuchsstadium soll es diesem Bericht zufolge für einige Monate eine Sperre und Kontrollen in der Zeit geben, wo die Schule anfängt. Niemand kann dann die Kinder mehr bis vors Schultor fahren. Was allerdings dann an der Sperre losgeht, möchte ich mir nicht vorstellen. Schließlich ist es ja egal, wo die Eltern halten, ihre Kinder aus dem Auto lassen, rangieren und wenden. Gefährlich wird das immer für die Kinder, die dort schon auf der Staße sind. Aber vielleicht hat Wien auch dafür ein Konzept. Die Bunte Schule in der Schulgasse will Elterntaxis ganz aussperren und anstelle der Straße einen Rasen vor der Schule, der sie mit einem Park verbindet.

2. August 2018

Der fatale Mythos einer Gleichberechtigung auf den Straßen

Alle Verkehrsteilnehmer müssen einander mit Respekt begegnen und den Raum zugestehen, den sie brauchen. Einfach gesagt, aber zwischen Radfahrenden und Autofahrenden eine Illusion.

Wie gleichberechtigt sind eigentlich Radfahrende und Autofahrende unterwegs, fragt The Converssation in einem Artikel über Australien. Gleichberechtigung auf der Straße ist ein fataler Mythos. Das Auto dominiert. "Die meisten Radfahrer müssen nicht daran erinnert werden, ein zwei Tonnen schweres Fahrzeug, das mit Tempo 80 nur wenige Zentimeter vom Ellbogen entfernt vorbeifährt, mit großem Respekt zu behandeln." Radfahrer haben nicht die Macht, den Platz, den ein Autofahrer beansprucht, nicht zu respektieren. Autofahrer umgekehrt aber sehr wohl. Wir Radler haben keinen Blechpanzer um uns herum, wir bewegen keine zwei Tonnen Überbreite, sondern vielleicht hundert Kilo ohne jeglichen Schutz für Haut und Knochen. Wir sind ohnmächtig. Wir haben de facto nicht die gleichen Rechte wie Autofahrer, denn wir können sie nicht durchsetzen. Es herrscht ein deutliches Machtgefälle.

Unsere Sicherheit liegt nicht  in unseren Händen, sondern weitgehend in den Händen der Autofahrer.

31. Juli 2018

Hunde auf Rad-/Gehwegen

Wie ist das eigentlich? Müssen Hundehalter ihren Hund auf gemeinsamen Geh- und Radwegen angeleint führen? Die Frage tauchte unlängst im Radforum auf.

Ja, würde man spontan sagen. Aber in Stuttgart gilt zunächst erst mal kein genereller Leinenzwang für Hunde. Es  dürfen aber nur Hunde ohne Leine laufen gelassen werden, wenn sie aufs Wort gehorchen (und wenn jemand dabei ist, dem sie gehorchen). Andererseits müssen Hunde auch wieder fast überall an der Leine geführt werden. In der Polizeiverordnung der Stadt Stuttgart heißt es:
An der kurzen Leine (1,5 Meter) laufen müssen Hunde in öffentlichen Anlagen, in Fußgängerzonen, in Fußgängerunterführungen und auf allen unterirdischen Verkehrsflächen, an Haltestellen, an Zu- und Abgängen zu Stationen des öffentlichen Verkehrs und auf dem Neckardamm. Und in Menschenansammlungen. Auch in Naturschutzgebieten müssen Hunde an der Leine bleiben.

29. Juli 2018

Handynutzung beim Radfahren - Umfrage

Und noch eine Umfrage: Das Institut für empirische Soziologie in Nürnberg möchte wissen, wie wir beim Radfahren mit unseren Handys umgehen.

Hier der Link zur Umfrage.

Das Institut erklärt, es gehe darum "Rückschlüsse auf eine weitere Verbesserung der Sicherheit von Radfahrenden" zu ziehen. Ich kann mir aber nicht denken, welche? Sollte  nämlich herauskommen, dass einige während des Radelns telefonieren (und seien es nur ein bis zwei Prozent), dann wird das erneut zur Skandalisierung von Radfahrenden verwendet werden. Ich sehe durchaus hin und wieder Radler mit dem Telefon am Ohr. Das sind gefühlt ein oder zwei von  200. Kein Vergleich mit den Autofahrenden, die ich mit Handy am Ohr sehe, oder gar mit Fußgängern, von denen wirklich sehr viele das Telefon am Ohr oder vor der Nase haben, auch während sie über die Straße gehen.

28. Juli 2018

Hurra - die Tübinger ist reine Fahrradstraße! - Och nö: Fake


Gestern war fahrradpolitische Besichtigung des Abschnitts der Tübinger Straße, die für den Umleitungsverkehr während der Baustelle am Österreichischen Platz entwidmet wurde. 

Mit dabei Radfahrende des ADFC, der Naturfreunde, aus der Bürgerschaft und ich.

Wir konnten es nicht verheben, dass wir uns über das Schild amüsierten, das den Abschnitt zur reinen Fahrradstraße macht, auf dem keinerlei Autos fahren dürfen. Die Fahrradstraße ab Fangesbachstraße zur Feinstraße ist für Autos nicht freigegeben. Sie fahren trotzdem, sie sollen ja auch. Das ist die Autoumleitung.

26. Juli 2018

Baustellenumleitung Tübinger Straße ist eingerichtet

Aus der städtischen Information über den Umbau von 200 Metern Tübinger Straße, die Fahrradstraße ist, in eine Autostraße wird dargestellt, dass die Sperre an der Feinstraße wegkommt, dort aber nur nach rechts abgebogen werden darf. 

Das stimmt allerdings nicht. Autos dürfen auch geradeaus fahren. Das bedeutet, dass hier auch der Zulieferverkehr mit Lastwagen zum Gerber durchfährt. Diese jetzt markierte Führung mit Geradeausfahrten für alle ist so im UTA gegen die Stimme von Grünen, SÖS,Linke und Stadtist beschlossen worden.
Morgen, Freitagnachmittag, um 15:30 Uhr trrefen wir (ADFC, Interessierte und ich) uns an der Ecke Silberburgstraße sein und die Lage anschauen und besprechen. Jeder kann dazu kommen. 

25. Juli 2018

Das ist unsere Hauptradroute 1 - eine Analyse

Die Hauptradroute ist die erste, die in Stuttgart fertig wurde. Sie hieß ganz am Anfang Tallängsweg, weil sie von Vaihingen-Rohr längs durch den Stuttgarter Kessel nach Cannstatt und dann bis Fellbach führt. 

Sie ist allerdings kein durchgehender Radweg, sondern eine ziemlich gemischte Strecke. Die Route ist knapp 18 km lang. Alle, die sie ganz oder in Teilabschnitten radeln, wissen, dass sie etliche Stellen hat, die einer Hauptradroute nicht würdig sind. Es gibt nicht nur Engstellen und seltsame Führungen durch Fußgängerbereiche oder über Spielstraßen, wo man eigentlich Schrittgeschwindigkeit fahren müsste, wir werden auch über zu schmale so genannte Sicherheitsstreifen oder über Gehwege und durch reichlich Autoverkehr geführt.

23. Juli 2018

Fahrradpolitische Tour durch Wangen nach Hedelfingen

Der ADFC hat eingeladen zur Besichtigung der Hauptradroute 2, die wegen politischer Differenzen im Gemeinderat auf Eis liegt. 

Es kamen nicht nur Bürgermeister Pätzold, sondern außer mir auch die Stadträt/innen Bulle-Schmid, Körner und Schertlen.
Übrigens fuhren nur drei Frauen unter einem guten Dutzend Männern mit. Die meisten saßen auf Pedelecs, Normalräder waren es vielleicht vier. Für die Normalradfahrenden waren die Steigungen auf der Alterntivstrecke deutlich spürbar. SPD und CDU wollen abwarten, was die Verwaltung im Herbst vorstellt. Der Stadtist ist strikt gegen Radstreifen auf der Hauptstraße,  die Vertreterin der FDP ist für die Route entlang der Ulmer- und Hedelfinger Str., weil sie viel radelt und die flache, schnelle Strecke richtig gut findet. Aber es ist nicht sicher, ob sie ihre Fraktion überzeugen wird. Ich bin immer noch für Radstreifen auf Hauptstraßen (dann hängen auch die Autos nicht hinter mir, wenn ich da fahre) und finde, dass die Alternativstrecke über die Nätherstraße als Ausflugsstrecke taugt, aber nicht als Hauptradroute. Ich meine auch, dass die Anwohner/innen in dem sehr schmalen Gässchen zwischen Buchauer und Zinkbrunnestraße sich nicht freuen werden, wenn hier Radler in Massen fahren. Radpendler werden oft als "rasende Radler" empfunden.

22. Juli 2018

Die Ampel ist weg

Sehr schön. Jetzt ist der Radstreifen auf der Tübinger Straße Richtung Marienplatz hindernisfrei. 

Die Ampel seht seit Freitagabend hinter dem Geländer der Dinkelackergastronomie. Sie ist derzeit so gedreht, dass Radfahrende kein Rotsignal sehen würden, wenn sie in Betrieb genommen wird. Womöglich ist auch das noch nicht der endgültige Platz. Aber das böse Hindernis mitten auf dem neuen Radstreifen ist weg. Vielen Dank an die Ämter, die unseren vielfachen Protest gehört haben. Vielen Dank an alle, die geschrieben haben.

21. Juli 2018

Der Radweg Holzstraße wird vor Autos geschützt

Es tut sich was auf dem Radweg Holzstraße. Autos sollen nicht mehr auf dem Rad- und Fußgängerbereich fahren können. 

Kurz nach der fahrradpolitischen Tour am Freitag, dem 13., hat die Stadt die Fahrradständer nach vorn gestellt, an den Radweg heran. Wenige Tage später kam eine zweite Reihe auf der Fahrbahnseite. So soll unterbunden werden, dass Autofahrer über den Radweg diese Plätze anfahren, die längst keine Parkplätze mehr sind, aber vor allem an Samstagen gern genutzt werden. Und das bedeutet immer, dass Autos über den Radweg fahren.  Poller sollen das künftig verhindern.

19. Juli 2018

Ich hoffe, das ist noch nicht die Lösung - Tübinger Straße

Das Tiefbauamt und das Amt für Öffentliche Ordnung haben Prüfung versprochen. Ich hoffe aber, dass das jetzt nicht das Ergebnis ist. 

Seit einigen Tagen bilden Schwellen und eine Ampel ein gefährliches Hindernis im Verlauf des Fahrradstreifens auf der Tübinger Straße an der Cottastraße Richtung Marienplatz. Der Protest dagegen ist riesig.

Auch bei einem etwas verkleinerten Schwellendreieck mit Baken bleibt das Hindernis eine Gefahr. Denn Radfahrende müssen dem Hindernis immer noch genau vor die Kühler der Autos ausweichen, wenn auch vielleicht nicht ganz so weit. Aber auch halb mit dem Kühler gestreift ist gestürzt. Für Kinderanhängergespanne immer noch keine Lösung.

Wenn's schon nicht funktioniert, ist auch noch der Wurm drin

Gestern habe ich von der Schwelle mit der Ampel darin in der Tübinger Straße berichtet. Am Mittag habe ich den Fahrradbeauftragten an der Stelle getroffen, am Abend weitere Radler.

Dabei konnten wir zusehen, was alles nicht funktioniert. Es parkte ein Auto auf dem Radstreifen rechts Richtung Gerber. Am Abend stand direkt hinter dem Rastreifen auch ein Auto in Fahrtrichtung Gerber. Der kann da nur gegen die Einbahnstraße hingekommen sein. Sogleich fuhr ein Auto vom Marienplatz kommend geradeaus gegen die Einbahnstraße Richtung Gerber, einen weiteren Autofahrer konnten wir aufhalten, er sah dann auch, dass ihm Autos entgegenkommen. Einer der Entgegenkommenden fuhrt dann flugs geradeaus gegen die Einbahnstraße Richtung Marienplatz weiter und verspottete uns mit seiner Warnblinkanlage. Wenn schon allgemeine Regelwidrigkeit herrscht, fahren immer mehr regelwidrig.

18. Juli 2018

Böse Schikane für Radfahrende auf der Tübinger Straße

Wir wissen, die Fahrradstraße wird in Teilen in eine Autostraße umgewandelt. Es kommen zwei Ampeln hin, an denen auch Radfahrende warten müssen. Jetzt wurde auch noch eine Schikane auf den Radstreifen gebaut.

Diese Schwellen liegen genau quer zum Verlauf des Radstreifens. Sie zwingen Radfahrende zu einem jähen Schlenker nach links vor die Autokühler. Wer sie zu spät sieht, stürzt. Ich habe heute früh da schon einen Radler sturzgefährlich schlingern sehen. Es besteht zudem  Gefahr, dass Radfahrende zwischen Autos und den Schwellen eingeklemmt werden, entweder weil Autofahrer ihre Spur nicht halten, so wie dieser hier, oder weil sie versuchen, regelwidrig geradeaus zu fahren. Nachtrag Mittag: Da steht jetzt eine Ampel drin.  

Diese Schwellen samt Ampel dienen einzig und allein der Bändigung des Autoverkehrs, die Interessen der Radfahrenden, einschließlich ihrer Sicherheit fallen diesen Maßnahmen zum Opfer.

17. Juli 2018

Das vorläufige Ende unserer einzigen funktionierenden Fahrradstraße

Die Umbausmaßnahmen auf der Tübinger Straße haben begonnen. Sie wandeln die Fahrradstraße auf rund 200 Metern in eine reine Autostraße um. 

Damit die vielen Autos, die da durchfahren, nicht zusammenstoßen, werden zwei Ampeln eingerichtet, an der auch Radfahrende warten müssen, und zwar so lange, wie die Autofahrer. Die Ampeln stehen an der Cottastraße und an der Fangelsbachstraße (in einem Abstand von nicht einmal hundert Metern).

Grund für die Entwidmung sind Sanierungsmaßnahmen am Österreichischen Platz. Weil die Autos dort nicht mehr von der Paulinenbrücke Richtung Heslacher Tunnel abbiegen können, werden sie umgeleitet. Eigentlich großräumig, aber viele werden vor allem anfangs über die Silberburgstraße auf der Tübinger Straße landen und über die Cottastraße Richtung Tunnel abfahren.

15. Juli 2018

Stuttgart sucht eine neue Fahrradbeauftragte

Claus Köhnlein verlässt seine Stelle als Fahrradbauftragter zum Ende dieses Jahres. Die Stadt hat die Stelle ausgeschrieben

Bewerben kann man sich bis September, angetreten werden soll sie zum 1. Januar kommenden Jahres.

Hier ist die Stellenausschreibung. Der/die Radbeauftragte soll die Themen rund ums Radfahren in Stuttgart nach außen und nach innen vertreten, also in den Ämtern koordinieren und in Bezirksbeiräten und Bürgerinnen und Bürgern gegenüber erklären und vertreten. Bewerben kann sich, wer ein abgeschlossenes Studium mit Schwerpunkt im Bereich Verkehrsplanung vorweisen kann.
Ich hoffe, dass sich mehr als eine Frau darauf bewirbt und unsere künftige Radbeauftragte eine Frau ist. Denn Radverkehr ist derzeit noch hauptsächlich Männersache.

13. Juli 2018

Sturz in Stadtbahnschienen

Eine Radfahrerin ist am vergangenen Dienstag in Straßenbahngleise geraten und schwerst gestürzt.   Das berichten die beiden Stuttgarter Zeitungen. 

Sie trug einen Helm und erlitt trotzdem schwere Kopfverletzungen, soll aber außer Lebensgefahr sein. Die Straße, die sie fuhr, ist wie viele andere, gefährlich, weil Radfahrende hier die Gleise mehrmals überqueren müssen. Sie kam die Hausmannstraße hinunter. Am Eugensplatz muss man vom rechten Fahrbahnrand in die Schienen fahren, danach wieder hinaus. Dabei geriet sie mit dem Vorderreifen ins Gleis und stürzte. Ähnlich gefährlich sind die Böblinger Straße, die Hackstraße, die Freihofstraße (Stammheim, Foto) oder die Landhausstraße.

11. Juli 2018

Elegante Radabstellpfosten - Neuheit

Erfunden und zum Patent angemeldet hat sie der Stuttgarter Steinmetz Heinz Blaschke. Sie werden aus heimischem Granit gefertigt und per Lastenfahrrad geliefert. 

Da hat sich einer wirklich Gedanken gemacht. Die Kette, die man für so einen Steinpfosten braucht, darf zwar nicht zu kurz sein. Aber es  können endlich Damenfahrräder, also solche mit tiefem Einstieg, und Lastenfahrräder daran angeschlossen werden.
Die üblichen Fahrradbügel sind ja für Herrenräder mit Stange gebaut. Eine unteren Querbalken auf Höhe der stabilsten Stelle des Damenfahrrads haben sie nur selten, in Stuttgart gar nicht.

Diese Pfosten finde ich persönlich sehr elegant. Sie fügen sich besser in eine mit Sorgfalt gestaltete Stadtumgebung ein als diese martialischen Radbügel. Und sie passen besonders gut zu Stuttgart, wo es ja besonders viele Steinquader als Fußgängerbereichs-Begrenzung gibt. Ohne Fahrräder sehen sie hübsch aus und verraten ihre Funktion nicht gleich. Mit Fahrräder drin sind sie dann eben Fahrradständer.