14. Juli 2017

Der Landwirtschaftsminister und die militanten Mountainbiker


In Baden-Württemberg dürfen Radler im Wald nur dort fahren, wo der Weg mindestens zwei Meter breit ist. Das ist allen ein Ärgernis.

Nicht nur allen Radlern. Auch Politiker kriegen regelmäßig Ärger mit der Regel, wenn sie sich mit unbedachten Äußerungen in die Nesseln setzen.

So wie Landwirtschaftsminister Hauk, der in einem Interview von "ein paar militanten Mountainbikern" gesprochen und damit sein "Wir werden nichts ändern" begründet hat. Aber auch Spaziergänger müssten sich über die Regel ärgern, wenn sie darüber nachdächten.

Denn auf breiten Wegen sind alle unterwegs, auf schmalen Waldwegen dagegen sowohl deutlich weniger Fußgänger als auch weniger Radfahrer. Radfahrer aber zwingt diese Regel auf die breiten Wege. Da stören sie Spaziergänger. Downhiller und Montainbiker, aber auch radelnde Kinder und Jugendliche lieben zudem schmale und gewundene Strecken.

13. Juli 2017

Hofener Straße am Sonntag wirklich für Autos gsperrt


Die Cannstatter Zeitung berichtet über das Problem der massenhaften Durchfahrt am vergangenen Sonntag und erwähnt auch das Video eines Blogs (gemeint ist meiner), das die Situation zeigte. Die Stadt wird nun reagieren.

Der Cannstatter Zeitung zufolge wird es für Autofahrer bessere Umleitungsschilder geben. Die Ampelschaltung an der Kreuzung mit der Reinhold-Maier-Brücke wird geändert, und es wird am kommenden Sonntag an der Schranke bis 21 Uhr ein Wachdienst stehen. Die Polizei will, so heißt es in der Zeitung, zudem die Durchfahrer, die sie selbst am vergangenen Sonntag erwischt hat, mit Bußgeldern belegen (15 Euro).

Schauen wir mal, wie es am Sonntag da aussieht. Ich bin sowieso dort, weil Ruderclubfest ist. Mal sehen, wie viele in der Einfahrt zum Ruderclub wenden müssen.

12. Juli 2017

Die uneingeschränkte Macht der Straße

Eine Doktorarbeit beschreibt die Haltung von US-Autofahrern Radfahrenden gegenüber. 

Dabei kommt heraus, dass Autos wie Waffen sind, sie werden als Mittel der Kontrolle und Einschüchterung betrachtet.

Die Arbeit geht von der Frage aus, die sich Radfahrende immer wieder stellen: Warum hassen uns die Autofahrer? Und zwar zuweilen so sehr, dass sie unseren Tod in Kauf nehmen indem sie gnadenlos knapp überholen oder schnell abbiegen. Warum geben wir so schnell den Radfahrern die Schuld an ihren Unfällen, zumindest aber eine Mitschuld? Diese Fragen hat sich Tara Godddard in ihrer Doktorarbeit gestellt. Und über das Ergebnis berichtet Lloyd Alter in diesem Artikel, erstaunt darüber, dass auf unseren Straßen ein sozialer Machtkampf stattfindet, der Opfer fordert, die wir akzeptieren.

10. Juli 2017

Radfahrer halten sich doch an keinerlei Regeln

So heißt es immer. Die fahren auf Gehwegen, auch wenn es verboten ist. Ja. Stimmt. 

Was ich gesehen habe, gestern an der Schranke Hofener Straße, war bestürzend.

Ich habe doch tatsächlich in der Viertelstunde, die ich das Video gedreht habe, drei Radfahrende erwischt, wie sie auf den Gehweg einschwenkten, statt die Fahrbahn zu benutzen. Das müssen sie nämlich sonntags, wenn die Hofener Straße für den Kraftverkehr (Autos, Motorräder, Lieferwagen etc.) gesperrt ist. Was da sonst noch passierte, war echt krass. Hier das Video.

8. Juli 2017

Zweierlei Maß

Das Foto vom Fahrrad, dass neben dem Radstreifen auf der Fahrbahn parkte, wurde vielfach geteilt und belacht. "

Ein Kölner Kommunalpolitiker wollte darauf aufmerksam machen, wie oft Autos auf Radstreifen stehen, weil ihre Fahrer nur kurz was besorgen wollen. So wie hier vor dem Kiosk auf dem Radweg in Kaltental (Foto unten). Autofahrende, die ihr Auto so abstellen, müssen  nur ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro befürchten (so viel wie wenn die Parkuhr abgelaufen wäre). Dieses Verhalten gilt nicht als gefährlicher Eingriff in den Strarßenverkehr, obgleich es Radfahrenden sehr gefährlich werden kann.

5. Juli 2017

Was weiß die Stadt wirklich übers Radfahren?


"Stadt arbeitet an besseren Bedingungen", lautet die Überschrift des Artikels in der Stuttgarter Zeitung über unseren Stresstest auf dem Radweg Holzstraße vom Freitag. 

Aber geschieht auch wirklich etwas? 

Es ist ein langer Artikel im "Innenstadt"-Buch der StZ, in dem ausführlich die Konfliktstellen und die Haltungen von uns Radfahrenden dazu beschrieben werden: Die Antwort der Stadt durch den Pressesprecher Sven Matis ist vergleichsweise lakonisch.

Wieder eine Einbahnstraße für Radler offen

Schon lange wünschen sich Radler im Süden, dass sie den kleinen Abschnitt der Liststraße, der zur Böheimstraße hinunterführt, hinauf radeln dürfen. 

Jetzt endlich ist das auch legal. Die Stadt hat die Einbahnstraße für Radfahrende in Gegenrichtung freigegeben, übrigens bevor die Fahrbahnmalerei abgeschlossen war (siehe Foto ganz unten), und einen deutlichen Radstreifen an den Rand gemalt, der die Radler hinauf führt und Autofahrenden klar macht, dass sie Platz lassen müssen. Schön gemacht.

3. Juli 2017

Stresstest auf dem Radweg Holzstraße - das sind die Konflikte

Zum Video
Am vergangenen Freitagabend haben rund dreißig Radler/innen den Radweg Holzstraße einem Stresstest unterzogen. 

Die Frage war, wie funktioniert er, wenn wirklich viele Radfahrende unterwegs sind, so wie das auf einer Hauptradroute 1 zu erwarten ist. Wie geht das mit den Autos, die queren? In welcher Situation befinden sich die Fußgänger hier? Wo gibt es Konflikte? Wo wird es echt gefährlich? Und wo sind die Hindernisse für Radfahrende, diesen Weg überhaupt zu benutzen? Eine konfliktträchtiges Begegnungs-Areal, wie auch das dieses neue Video zeigt.

Rückblick: Der Umbau des Dorotheenviertels hat uns eine Fahrradstraße weggenommen. Sie ist jetzt Fußgängerzone mit Radfreigabe, was Schrittgeschwindigkeit bedeutet. Geht, wenn nicht im Durchfahrtmodus als Radpendler unterwegs ist. Die Hauptradroute 1 führt jetzt und künftig an der B14/10 entlang, also über die Holzstraße. Vormittags und Mittags herrscht auf dem Radweg reichlich Autoverkehr, wie dieses Video zeigt.

2. Juli 2017

Selbsthilfe in Lettland

Quelle: Hier
Die lettische Hauptstadt Riga hat jahrelang Radstreifen und Radwege versprochen, aber im konkreten Fall haben Politiker immer festgestellt, dass doch kein Platz für Radfahrer da sei. 

Jetzt hat eine Gruppe gezeigt, dass der Platz sehr wohl da ist. Die Aktivisten malten Radstreifen auf den Asphalt, weil sie es leid waren, immer wieder vertröstet zu werden. Das berichtet Citylab und zeigt auf dem Foto, dass Radler ihn sofort benutzt haben. Wer das war, ist nicht bekannt. Die Fahrbahnmalerei ist jedoch so exakt und professionell gemacht, dass es Gerüchte gibt, es seien städtische Angestellte gewesen, unterstützt von einer politischen Partei. Die Radstreifen haben viele in der Stadt so überrascht und aufgeweckt, dass einige sogar der Stadt gratulierten, die allerdings die Radstreifen umgehend wieder wegmachen ließ.