31. August 2020

Der richtige Fahrradsattel hilft

Ich schätze, viele, die jetzt im Sommer erstmals auf längeren Fahrradtouren unterwegs waren, stellten fest: Das tut weh. Der Sattel passt nicht.

Wenn der Hintern weh tut, nicht aufgeben, sonderen einen anderen Sattel suchen, der passt! Das ist nicht immer leicht, aber möglich. Frauen brauchen nicht grundsätzlich andere Sättel als Männer, sie brauchen beispielsweise keine breiteren, sie müssen aber unter Umständen auf andere Details achten.

29. August 2020

Miteinander statt gegeneinander

Verkehrsfragen werden offenbar am liebsten als Konkurrenz diskutiert, als Kampf um Raum und ungestörtes Vorankommen.

Für Autos gibt es viele Straßen und auf sie zugeschnittene Ampelschaltungen, für Zufußgehende gibt es Gehwege und Überwege. Das Charakteristische dieser beiden Infrastrukturen: Es gibt sie schon sehr lange, sie sind - vor allem für Autos - durchgängig und ausgefeilt. Die Infrastruktur für Radfahrende ist dagegen lückenhaft, brüchig und mit permanenten Systemwechseln verbunden. Sie ist jung. Das Fahrrad ist das dritte Verkehrsmittel, dass zwischen Fußgängerwegen und Autostraßen hin und her geschoben wird. Radler stören Autofahrer, und sie stören Fußgänger. Aber sie können nichts dafür. Für sie sind, auch bei uns in Stuttgart, die Wege nicht angelegt.

27. August 2020

Gilt der Überholabstand auch bei Radfahrstreifen?

Radfahrstreifen Möhringen
Auf Twitter ist im Juli eine Diskussion darüber entstanden, ob Radfahrstreifen Teil der Fahrbahn sind und mithin der Überholabstand gilt. 

Der ADFC vertritt die Ansicht, dass er überall gilt, auch für Radfahrende auf Radfahrstreifen. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Verkehr handelt es sich bei Radfahrstreifen um Sonderwege, die nicht Teil der Fahrbahn sind, weshalb aus rechtlicher Sicht kein Überholvorgang vorliegt. (VwV-StVO zu § 2 StVO zu Abs. 4 Satz 2 unter I. 3)

Dazu hat der  Grünen-Bundestagsabgeordneten Gelbhaar  eine Anfrage an das Verkerhsministeirum gestellt, aber keine Antwort erhalten. Es gibt aber eine Antwort von der Unfallforschung der Versicherer.

25. August 2020

Es ist noch nichts geschwätzt

Oder anders gesagt: Autofreie Innenstädte lösen Panik in unserer autoverliebten Gesellschaft aus und scheitern immer wieder an der Angst der Politik.

Was der neue grüne OB von Hannover erlebt, ist durchaus typsich und gilt auch für Stuttgart. Sobald Straßrenrandparkplätze im Innenstadtbereich reduziert und einzelne kleine Straßen für den Autoverkehr gesperrt werden sollen, treten die Händler:innen und deren Verbände auf den Plan und beschwören den Untergang des Innenstadthandels. Die Gedankenwelt, in der sie und die ihnen verbundenen politischen Parteien leben, sieht aus wie in den Neunziger Jahren und beinhaltet die Sehnsucht nach den siebziger Jahren. Das heißt: Man fährt mit dem Auto in die Innenstadt und stellt es am besten mitten auf einem Marktplatz ab, zumindest aber am Straßenrand vor der Drogerie, wo man ein Schampoo kaufen möchte.

Wenn das nicht geht, wird das Schampoo im Internet bestellt, so die Dauerdrohung.

23. August 2020

Stehen und liegen lassen


Super Idee! Rad abstellen, absteigen und mitten auf dem Radweg stehen lassen (Ironie). 

Gute Idee. Ein Radfahrer steigt ab und stellt das Regiorad zu den anderen in die Abstellanlage zurück (keine Irionie). So gesehen auf dem Zweirichtungsradweg an der Leuze-Haltestelle an einem Samstagvormittag. Manchmal frage ich mich schon ... obgleich ich ja für vieles Verständnis entwickeln kann.

21. August 2020

Radzeichen geben Orientierung

Blogleser Reinhard war im August in Frankfurt mit dem Fahrrad unterwegs. Er schreibt mir, dass dort vielfach Radzeichen auf der Fahrbahn sind, wo die Radstreifen aufhören und Kreuzungen beginnen.

Reinhard findet die Situation für Radfahrende und die Radpolitik in Frankfurt deshalb besser, weil es mehr breite Straßen gibt, wo man Radstreifen oder Radwege einrichten kann. Aber auch die hören immer wieder vor Kreuzungen auf und Radfahrende müssen im Mischverkehr weiterfahren. Er findet, dass die Radzeichen dem Radler Orientierung geben, wo er auf seiner Radroute weiterfahren soll. Auch Autofahrende sehen, dass die Stadt nicht erwartet, dass Radfahrende sich hier auf Gehwege verdrücken, sondern dass sie auf der Fahrbahn fahren.

19. August 2020

Parkende Autos sind das größte Radunfallrisiko

Die Tagesschau hat einen WDR-Bericht veröffentlicht. Demnach sind parkende Autos für jeden fünften Radunfall verantwortlich. 

Das Hauptroblem sind Dooring und Sichtbehidnerung, sagt Siegfried Brockmann, der für die UDV eine Studie über Unfälle erstellt hat, die direkt oder indirekt mit dem ruhenden Verkehr zu tun haben. 

Zum Beispiel: 

17. August 2020

Rechtsfreier Raum Fußgängerzone Milaneo

Die StVO muss auch durchgesetzt werden. Geschieht das nicht, entstehen schnell rechtsfreie Räume. Die Fußgängerzone an der Stadtbibliothek ist so einer.

Fast alle Fußgängerzonen werden von Autos befahren. Oft ist der Lieferverkehr bis 11 Uhr frei. Hier am Milaneo ist das nicht so. Das ist Fußängerzone mit Rad frei. Wegen der Baustelle an der Stadtbibliothek ist der Weg ohnehin eng. Dennoch fahren ziemlich viele Autofahrer völlig unbefangen geradeaus aus der Moskauer Straße dort hinein und durch. Die Fotos enstanden innerhalb von weniger als zwei Minuten.

15. August 2020

Ego-Radler:innen sind ...

... solche, die auf Gehwegen radeln, obgleich er nicht freigegeben ist, und die das auch noch zu schnell tun und Fußgänger:innen beschimpfen, die ihnen sagen, dass sie das nicht dürfen. 

Der Tagesspiegel in Berlin hat dem Ärger der Zufußgehenden einen ganzen Artikel gewidmet, der leider aber auch nur allgemeine Aufregungen abfragt und dabei oft das Wort "rasen" verwendet. Die Organisation des Verkehrs in unseren Städten kann offensichtlich nur als Gegeneinander betrachtet werden, wo sich jeder über den anderen relativ enthemmt aufregt. Autos schüchtern Radfahrende ein, Radfahrende schüchtern Fußgänger:innen ein. Das Kind, die Alte, der Behinderte stehen am Rand und fragen sich, wo sie eigentlich bleiben.

13. August 2020

Mülltonnen statt Fahrräder

Dies ist der "schönste" Radparkplatz in Stuttgart. So sieht es an dieser Stelle immer aus. 

Zwischen den Radbügeln unter dem Schild Radparkplatz stehen mal mehr mal weniger Mülltonnen, und es wird je nach Anlass weiteres hinzugestellt.

Das ist die Ecke Neue Brücke und Schmale Straße, wo die Fußgängerzone hinauf zur Königstraße beginnt. Radfahrende könnten theoretisch hier ihre Räder anschließen und zu Fuß in die Fußgängerzone gehen. Aber eben nur sehr theoretisch. Praktisch bleiben nur die üblichen Schildermasten zum Anschließen.

Muss das eigentlich sein?

11. August 2020

Gegen Autos ist kein Kraut gewachsen

Zwischen Pfaffenweg und Oberem Berg in Stuttgart Süd beim Haigst gibt es einen Fußgweg durch steile Privatgärten. Die Einfahrt vom Oberen Berg aus ist verboten. 

In das Landschaftsschutzgebiet Kauzenhecke dürfen nur landwirtschaftliche Fahrzeuge reinfahren. Das aber stört die Besitzer:innen der drei in der Kehre geparkten Fahrzeuge (Foto 3 unten) und des gerade hinunter fahrenden Fahrzeugs (Foto 2) nicht. Sie sie sind deutlich erkennbar keine landwirtschaftlichen Fahrzeuge, aber sie fahren trotzdem runter.

9. August 2020

Die für Radfahrende riskantesten Stellen in Suttgart

Das Stadtistische Bundesamt hat den Unfallatlas 2019 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass der Radweg Holzstraße für Radfahrende mit der unfallträchtigste Ort ist. 

Nur drei Stellen sind in Stuttgart rot markiert, was zwischen 4 und 15 Unfälle mit Radbeteiligung bedeutet: Das ist neben dem Radweg Holzstraße der Kreisverkehr Deckerstraße in Cannstatt und der Abschnitt am Rosensteinbunker/ Rosensteinbrücke/ Badstraße. Gelbe Abschnitte (2-3 Unfälle) sehen wir schon öfter.

7. August 2020

Ein Radweg ist kein Abstellplatz für gar nichts

Ein Gruß an die Autofahrenden steht auf dem Radweg. Wo soll das Schild auch sonst hin? Auf die Autofahrbahn?

Die Stadt hat das Schild inzwischen entfernt. Die Kritik sei berechtigt, es habe sich um ein Missgeschick gehandelt.

Der Zweirichtungsradweg auf der König-Karls-Brücke ist eh schon zu schmal für die zwischen fünf- und siebentausend Radfahrenden, die sich hier jeden Tag begegnen. Ein Schild samt Schildfuß stellt ein Hindernis dar und macht den Radweg schmaler. Das Foto hat  X-tof am 4. August gemacht.

5. August 2020

Wegweiser contra Straßenschild

Wer sich nicht auskennt, guckt hier Fragezeichen. Man darf nur rechts abbiegen. Aber die Radwegweiser für Radfahrende bieten munter sehr viele schöne weitere Richtungen an. 

Das Kuriosum befindet sich in Leinfelden-Echterdingen am Ende der Schulstraße, wo sie über die Stadtbahnschienen auf die Max-Lang-Straße geht. Geradeaus ins Wohngebiet dürfen Autos nicht. Die sollen alle rechts abbiegen. Das Gebot ist überdeutlich, eine Ausnahme für Radfahrende ist hier nicht vorgesehen. Also ab nach rechts, ganz egal, was die schönen grünen Wegweiser, die hinter der Kreuzung stehen so alles an Zielen vorschlagen.

3. August 2020

Radschnellwege haben Zukunft

Wie kommt man mit dem Fahrrad von Leipzig nach Halle. Das geht uns hier in Stuttgart eigentlich nichts an. Aber die Strecke ist nur (oder immerhin) 36 km lang. 

Der Stuttgarter Gemeinderat hat kürzlich mit satter Mehrheit 13 Korridore für Radschnellverbindungen auf Stuttgarter Gemarkung gebilligt. (Dazu unten mehr). Bleiben wir erst mal bei Leipzig und Halle. Es gibt dort bereits drei Trassenvorschläge, und die MDR-Redakteurin (die in Coronazeiten nicht Zug fahren wollte) hat schon mal ausprobiert, wie sich das so radelt. Ihr Bericht ist lang und interessant und zeigt, dass es Spaß machen kann, 35 km zu radeln, vor und nach der Arbeit, auch wenn sie bei der Testfahrt über teils ungebahnte Wege dafür noch kapp vier Stunden unterwegs war. Auf einer nahezu kreuzungsfreien, gut asphaltierten Strecke, würde sie (allemal mit einem Pedelec oder als sportliche Radlerin) knapp zwei Stunden brauchen. Täglich würde sie das nicht machen, schreibt sie, aber ab un zu vermutlich schon.

1. August 2020

Ich wohne an einer Fahrradstraße ...

Der Mann kann viel erzählen und lässt sich  nichts sagen. Er redet, die anderen nicken nur noch. 

Rasende Radler und Schönwetterradler kommen in dem, was er erzählt, genauso vor wie Radfahrer (es sind immer nur Männer), die ihm absichtlich reingefahren sind (worein auch immer). Dabei, so sagt er, "Ich fahre ich selber Fahrrad, aber ..." Sie führen auf dem Gehweg, jeder vierte, nein jeder zweite nehme dem Auto, das von rechts kommt, die Vorfahrt. Und bei Regen, sei sowieso nur die Hälfte der Rafahrer unterwegs, und für die wolle man seine Straße in eine Fahrradstraße umwandeln und dafür Parkplätze wegnehmen. Die fahren doch sowieso alle auf dem Gehweg, er könne gar nicht mehr gefahrlos aus dem Haus treten, und in der Fußgängerzone am Spielplatz, wie die da rasen. Die könnten auch nicht einfach mal anhalten, wenn einer über die Straße gehen will. Man könne doch da einfach mal anhalten.