Frauen bewegen sich im Durchschnitt umweltschonender als Männer, sie besitzen weniger Autos und sie fahren, wenn sie eines haben, weniger lange Strecken. Sie gehen mehr zu Fuß, benutzen Bus und Bahn, und sie fahren Fahrrad, wenn auch nicht unbedingt mehr als Männer.
In unseren Städten sind die Straßen hauptsächlich für Arbeitswege konzipiert, man kommt radial rein, man kann das Auto auf Firmenparkplätzen und in der Nähe der Wohnung abstellen. Auch die Radinfrastruktur orientiert sich stark am Pendelverkehr. Von vielen Radstreifen und Radwegen kann man überhaupt nicht links abbiegen, sie sind konzipiert für Wege in die Innenstadt und zurück. Außerdem geht die Radinfrastruktur in den meisten Städten, auch in Stuttgart, ziemlich robust mit den Menschen um, die Rad fahren: schmale Radstreifen, Radwege und Radstreifen die aufhören, wo es schwierig wird, reichlich Mischverkehr mit Autos, die auch noch immer größer werden und Radfahrenden immer weniger Platz lassen, Fahrradweichen vor Kreuzungen, über die der Autoverkehr quert und so weiter. Nicht nur den Laura-Test besteht Stuttgart nicht. Unsere lückenhafte Radinfrastruktur lädt auch die Menschen nicht ein, für die Radfahren keine Mutprobe sein soll, die sich den Platz auf der Fahrbahn nicht erkämpfen wollen. Viele Frauen haben kein Interesse am Machtkampf mit dem Autofahrer (oder der Fahrerin), sondern wollen in Frieden mit dem Rad fahren.
In ihrer Masterthesis "Gender und Nachahaltigkeit im Radverkehr" hat Hanna Rohn an der Uni Graz dies untersucht.













