Pedelecs sind erfolgreiche Hybridfahrzeuge, die auf dem Zusammenspiel von menschlicher Muskelkraft und elektrischer Unterstützung basieren.
31. März 2023
Der Erfolg der Pedelecs hat Gründe
29. März 2023
Respektierst du Radfahrende?
Ob ein Mensch im Auto mich als Radlerin nicht mag oder aber selber Rad fährt, merke ich an den Überholvorgängen.
Obgleich etliche Menschen am Wochenende auch mal Rad fahren, verhalten sie sich in ihren Autos oft nicht so, als wüssten sie, wie Radfahrende sich fühlen. Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass Ausflugsradler:innen im Freizeitmodus unterwegs sind, an schwierigen Stellen auf dem Gehweg radeln oder sich zu zweit oder in größeren Gruppen auf der Fahrbahn sicher fühlen.
Wir aber radeln meistens allein unsere Alltagswege. Seit ich viel Rad fahre, fahre ich auch mit dem Auto anders. Ich schaue mich mehr um, ob von irgendwoher Radfahrende kommen, ich bleibe am Berg ganz weit hinter einem Radfahrer, damit er sich nicht gehetzt oder bedrängt fühlt (nützt meistens nix, er/sie weicht irgendwann doch auf den Gehweg aus), biege nicht noch schnell vor dem entgegenkommenden Radler nach links ab und überhole weiträumig und ohne den Motor in ein zorniges Beschleunigungsgeräusch zu versetzen.
27. März 2023
Unfreundliche Baustelle
Für Autofahrende ist der Abschnitt der Heusteigstraße bei der Schule eine Sackgasse. Für Radfahrende gibt es an der Wendeplatte eine Überfahrt über den Gehweg. Die Strecke ist nicht unwichtig, denn auf der parallelen Hauptstätter Straße oder der Filder-/Immenhofer Straße will man nicht radeln.
Aber wer hier jetzt an der Baustellensperrung an der Kreuzung mit der Römerstraße angelangt ist, hat eigentlich keine Alternative, als komplett umzudrehen. Eine Umleitung ist natürlich auch nicht ausgeschildert. Und wie üblich ist die Beschilderung missverständlich.
25. März 2023
Lastenräder mit Brennstoffzelle
Lastenräder mit einer Brennstoffzelle auszurüsten, ist möglich. Aber ist es auch sinnvoll?
Die Stadt Stuttgart fördert laut einer Pressemitteilung innovative klimafreundliche Mobilität. Nun hat das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts unterschiedliche Lastenräder (nicht das auf dem Foto) mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, sogenannte FCCP, also Fuel Cell Cargo Pedelecs. Diese Lastenräder sollen bis zum Sommer im Killesberg-Park und dem Hauptklärwerk Mühlhausen eingesetzt werden. Dabei wird ihr Potenzial untersucht.
Der Vorteil von Brennstoffzellen-Lastenrädern: Ihre Reichweite sei größer, heißte es in der Mitteilung, die Räder ließen sich auch bei Minus-Temperaturen verlustfrei fahren, wo Akkus versagten. Getankt sei auch schneller als der Akkus aufgeladen ist, und die Akkus müssten zu oft teuer ersetzt werden.
Der Nachteil: Es gibt überhaupt nicht genug Wasserstoff.
24. März 2023
Solidarität mit den Stuttgarter Straßenbahnen
"Park dein Geld lieber woanders" oder "Dies ist ein Auslaufmodell" oder "Das Parkzeitalter ist abgelaufen".
Ich gratuliere der SSB zu dieser gelungenen Werbekampagne und schließe mich ihr an. Autos sind teuer, nicht nur für ihre Besitzer:innen, sondern auch für die Gesellschaft, die sie hoch subventioniert.
Die Entrüsteten sehen in der Verhüllung von Autos (dir übrigens Autos der Werbeagenturen waren (Bilder unten) eine Aufforderung, sich kein Auto zu kaufen oder es abzuschaffen, was unserer Autoindustrie schade. Ähnlich regte man sich in den sechziger Jahren auf, wenn ein jemand öffentlich zum Kirchenaustritt aufforderte.
Die Leute, die diese geistreiche Kampagne kritisieren, möchten offensichtlich nicht, dass die SSB sich den Stuttgarter:innen als Alternative zum Autobesitz anbietet. Sie möchten die Mobilitätswende nicht, die bedeutet, dass Menschen ihr Geld sinnvoller investieren als in Autos, beispielsweise in ein Stadtbahn-Abo, eine Bahncard und/oder in ein gutes Pedelec. Ein bisschen Radfahren oder Stadtbahnfahren ist ja schön und gut, aber kein Auto haben, das geht zu weit! Nun rudern die Verantwortlichen zurück. So mächtig ist die Autoindustrie.
Aus gegebenen Anlass deshalb die Guerilla-Werbekampagne von Radfahren in Stuttgart.
23. März 2023
Warum Fußgänger:innen den Radweg benutzen
Vom Botnanger Sattel geht es für Radfahrende auf dem Gehweg nach Bontang hinunter. Er ist als geteilter Geh-und Radweg ausgeschildert.
Das Ganze ist ein Zweirichtungsradweg, man radelt auch hier rauf. Dabei gibt es ein Problem. Er liegt nämlich auf der Geländeseite, die Fußgänger:innen sollen zwischen Radweg und Fahrbahn gehen. Fußgänger:innen gehen aber gar nicht gern so dicht neben dem brausenden Autoverkehr. Eltern mit Kindern schon gar nicht, da muss man ein kleines Kind ja immer an der Hand halten. Zudem befinden sich die Kinder noch viel näher an den Auspüffen der Autos.
Fußgänger:innen, die hier - zugegeben - nicht zahlreich unterwegs sind, gehen eigentlich immer auf dem Radweg. Ohnehin sehen sie weder Radwegschilder noch Markierungen und die Außenseite des Gehwegs ist ihr natürlicher Schutzraum. Radfahrende müssen dann über die Fußwegseite ausweichen, ganz abgesehen davon, dass die Kurve unten nicht auf Entfernung einsehbar ist. Geht alles irgendwie, und das schon seit Jahren, ist aber nicht gut. Es ist eine Anordnung, die beide Verkehrsarten zu regelwidrigem Verhalten verführt beziehungsweise zwingt. Auf Radwegen darf man nicht gehen, und Radfahrende dürfen von ihrem Radweg nicht auf die Fußwegseite abweichen, das gilt dann als Gehwegfahrt.
21. März 2023
Der Höllentunnel unterm Flughafen
Unter der Landebahn des Stuttgarter Flughafens führt ein Tunnel hindurch, der Filderstadt/Bernhausen mit Plieningen verbindet. Und zwar für Menschen, die in Autos fahren.
Radfahrenden und Fußgänger:innen steht nur ein einziger Gehweg auf einer Tunnelseite zur Verfügung. Da die Fahrbahn für Fahrräder gesperrt ist, müssen sie unter der Bedingung der Gehwegfreigabe (Schrittgeschwindigkeit!) den Gehweg benutzen, dessen Verkehrsfläche so knapp bemessen ist, dass Fährräder nicht aneinander vorbei kommen, ohne dass sich die Lenker verhaken, Satteltaschen bleiben aneinander hängen, einem Fahrrad mit Anhänger darf niemand entgegenkommen.
Wird der Tunnel für Autos gesperrt, fragte die Stuttgarter Zeitung Anfang März.
19. März 2023
Das routinemäßige Missverständnis der Unfallstatistik
17. März 2023
Wieder eine Fahrradstraße fertig
Die Möhringer Straße im Stuttgarter Süden ist zwischen Marienplatz und Schoettle-Platz in eine Fahrradstraße umgewandelt und umgebaut worden. Jetzt wird jenseits der Schreiberstraße weitergebaut.
Noch roch es nach Farbe, als ich am Mittwoch dort lang radelte. Der Asphalt ist frisch und glatt. Links und rechts haben wir das türkisfarbene Band, das unsere Fahrradstraßen kennzeichnet. Die Fahrradstraße ist für Anlieger (die in Autos kommen) freigegeben.
15. März 2023
Schikanen gegen Radfahrer:innen
Schikanen ist das, was eine Macht einer Minderheit auferlegt, um ihr das Leben schwer zu machen. Da gibt es für den Radverkehr tolle Ideen.
Autos werden schnell und laut gefahren, aber nicht Autofahrende, sondern Radfahrende wegen Raserei mit Einschränkungen belegt. So geschehen im August in Düsseldorf, wo die FDP ein Tempolimit forderte, aber eben nicht für Autofahrende auf der Autobahn, sondern für Radfahrende, und zwar von 10 km/h für einen Radweg, der auf der Schadowstraße durch eine Fußgängerzone gelegt wurde. Auf der Mittelfahrbahn gibt es ein paar Radzeichen, aber offenbar sehen und akzeptieren Fußgänger:innen die nicht. Vermutlich weil der Antrag zu scheitern drohte, zog die FDP ihn Ende August zurück. Jetzt könnte man ja was machen, um die Grenzen zwischen Radweg und Gehwegen deutlicher zu kennzeichnen. Aber Farbe will man aus stadtgestalterischen Gründen nicht einsetzen. Und so geht, auch nachdem ein Radfahrer nicht mehr bremsen konnte, als ein Kind auf den Radweg trat und es schwer verletzte, die Diskussion über rasende Radler weiter, womit Radfahrende gemeint sind, die vermutlich mit Tempo 20 auf einem Radweg fahren.
Tempo 10 auf einem Radweg gibt es aber natürlich schon.
13. März 2023
Fahrradstau im Fahrradparadies
"Die Niederlande ist beides, ein Paradies fürs Radfahren und fürs Autofahren. Denn viele kurze Strecken werden zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt, so gibt es mehr Platz auf den Fahrbahnen für diejenigen, die mit dem Auto fahren wollen (oder müssen)."
Das behauptet die Dutch Cycling Embassy auf Facebook. Auch ich sage immer wieder: Radwege sind gut für Autofahrende, denn sie sorgen dafür, dass Radfahrende auf definierten Spuren fahren. Und jeder, der Rad fährt statt Auto, verkürzt den Autostau. In den Niederlanden wird immer noch gern und viel Auto gefahren, aber eben auch gern und viel Fahrrad. Beide haben eine ausgebaute Infrastruktur. Allerdings hat auch das seine Tücken. Dass für einen Ausländer (in diesem Fall einen US-Amerikaner) das Radfahren in Amsterdam eher stressig als paradiesisch ist, beschreibt dieser Bericht (Englisch) sehr anschaulich: Es sind viele, sie radeln für den Beobachter von außen unberechenbar und gefährlich. Zudem sind Fahrradparkplätze knapp und Räder werden geklaut. Anderseits gibt es auch begründete Begeisterung über die Radkultur der Niederlanden.
Dass Amsterdam kein Fußgänger:innen-Paradies sei, habe ich schon öfter gehört.
11. März 2023
Fundstück Fahrradkultur
Wie transportiert man eine Person zum Arzt, die gerade nicht laufen kann? So.
Sie hat sich offenbar den rechten Knöchel verletzt, er steckt in einer Schiene, eine längere Strecke kann sie so nicht zu Fuß gehen. Aber ein Fahrrad ist ja fast wie ein Rollstuhl. Sie sitzt auf dem Rad und bremst, er geht neben ihr und schiebt, wo nötig, und hält sie fest, denn bei Schrittgeschwindigkeit fällt man leicht um.
Übrigens, interessante Frage: Dürfen die auf dem Gehweg unterwegs sein? Er schiebt das Fahrrad. Zwar sitzt da jemand drauf, aber sie fährt nicht aktiv. Also ja. Und in so einem Fall wäre ich sehr nachsichtig.
10. März 2023
Den Bambusfahrradrahmen selber bauen in Stuttgart
Im April bietet das Werkstatthaus Stuttgart wieder einen Kurs an, in dem man seinen/ihren eigenen Bambusrahmen für ein Fahrrad bauen kann. Man kann sich jetzt anmelden.
In dem Kurs kann jeder einen Rahmen für ein voll funktionstüchtiges Fahrrad bauen. Bambus ist stabil (ich fahre seit zwei Jahren ein Bambusrad) und besitzt dennoch eine gewisse Eigenfederung. Und es ist ein nachwachsender Rohstoff, der anders als Stahl oder Aluminium keine Energie zur Herstellung benötigt. Rahmengröße und Symmetrie werden individuell angepasst. Wegen der Knoten und der Verbindungen, die geleimt werden, entstehen jeweils hochwertige Unikate. Es wird angepasst, verklebt, laminiert, geschliffen und lackiert und wer dann das vollständige Fahrrad mit Reifen und Bremsen aufbauen will, bekommt Rat und Hilfe.
Das Werkstatthaus Stuttgart teilt mit: Am Samstag, dem 25.03.2023 findet um 15:00 Uhr eine Vorbesprechung für den Workshop statt, bei der wir nebst einer allgemeinen Einführung, die Rahmensymmetrie und die Rahmengröße festlegen.Kosten (inklusive alle Werkstoffe/Bauteile für den Rahmen): 600 Euro. Für Nichtverdiener: 500 Euro
wöchentlich Freitag/Samstag, 5 Termine. Freitags 18-22 Uhr, Samstags 14-19 Uhr
KONTAKT/Anmeldung: bildhauerei@werkstatthaus.net
8. März 2023
Die Ampel, die für Radler:innen nicht grün wird
Radelt man die Geißeichstraße Richtung Killesberg, dann wird man vor der Ampel an der Gaußstraße auf eine Nebenfahrbahn hinausgeleitet und landet an einer Ampel, die nicht grün wird.
Ich sehe zwar jede Menge Induktionsschleifen im Asphalt, aber auf mein Bambus-Rad mit Pedelecmotor haben sie nicht reagiert. Eine Weile stehen ist man ja gewöhnt. Aber wenn die Autos parallel auf der Geißeichstraße vier mal Grün kriegen und Starten und bei mir die Fußgängerampel immer noch auf Grün steht und meine Ampel auf Rot, kommen einem doch Zweifel, ob es die Stadt so übel mit uns meinen kann. In meinem Fall kam kein Auto, das mir hätte Grün verschaffen können. Es half auch nicht, dass ich mein Rad mehrmals über die Schleifen bewegte. Schließlich habe ich das Fahrrad über den Gehweg geschoben und in der Gaußstraße hinter der Ecke wieder auf die Fahrbahn gesetzt.
7. März 2023
Die leidigen Fahrradschlösser
Sie sind ein ungelöstes Problem, dessen sich die Fahrradindustrie auch gar nicht annimmt. Man muss sie immer extra dazu kaufen. Und es gibt für sie eigentlich keinen guten Platz am Fahrrad.
Und sie sind umständlich zu handhaben. Wir transportieren sie in Taschen und müssen sie herauskramen. Immer müssen wir viele Handgriffe tun, um ein Fahrrad ab- und wieder aufzuschließen. Fast immer müssen wir uns dabei bücken. Eigentlich erstaunlich, dass die Fahrradindustrie sich so gar nicht dafür interessiert, wie wir unsere Fahrräder gegen Diebstahl sichern können und nicht längst serienmäßig Schließsysteme ins Fahrrad integriert hat. Jedes Auto und jedes Moped kann einfach abgeschlossen werden, aber ein Fahrrad nicht. Da kramen und bücken wir uns und fummeln herum.
5. März 2023
Radfahren triggert
Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass das Fahrrad das dritte Element zwischen Auto- und Fußverkehr ist und deshalb hin- und hergeschoben und von Autofahrenden und Fußgänger:innen als störend empfunden wird.
Der Radentscheid Bonn hat auf seiner Seite dem Gedanken unter dem Titel "Radfahren triggert - Und das ist auch gut so" einen Aspekt hinzugefügt, den ich interessant finde. Ausgangspunkt ist die Frage, warum Radfahrende Irritationen (manchmal sogar Aggressionen) auslösen. Wenn sie mit dem Rad etwas tun, was andere nur mit dem Auto tun, zum Beispiel den Wochenendeinkauf machen oder ins Büro fahren oder zum Opernbesuch, wird dieses Verhalten vom Autoabhängigen als abweichendes Verhalten bemerkt und irritiert zumindest unbewusst. Es ist aber nicht komplett absurd, sondern eigentlich vernünftig, und deshalb löst es bei etlichen eine Selbstrechtfertigungsreaktion aus. Schließlich ist ja allen bekannt, dass Radfahren besser für die Umwelt, für den von Autos vollgestopften Stadtverkehr, für einen selbst und für die eigenen Kinder ist. Und fast alle teilen den Wunsch nach einer weniger autogerechten und ruhigeren Stadt. Allerdings müssten sie dafür ihre eigenen Gewohnheiten ändern. Und das tun die meisten Menschen nicht gern. Radfahren löst dann bestimmte Abwehrmechanismen aus, es triggert.
3. März 2023
Prinz Harrys Enthüllungsbuch und das Radfahren
Es ist schon eine Weile her, dass sich die Öffentlichkeit über Prinz Harry und sein Enthüllungsbuch den Kopf zerbrach. Und mit Radfahren hat das ja nun gar nix zu tun. Oder doch?
Die Zeit ließ Patrik Schwarz darüber nachdenken, inwiefern der Gestus des Buchs symptomatisch für die Rechthaber-Schlachten unsere Zeit sei. Der Artikel ist am 11. Januar unter dem Titel "Das Prinzip Harry" erschienen und befindet sich leider hinter der Bezahlschranke. Und mit Radfahren hat er nichts zu tun. Doch, hat er.










