29. April 2021

Fatamorgana-Fahrrad-Politik

Der Bundesverkehrsminister will Deutschland in neun Jahren zum Fahrradland machen und dafür 1,5 Milliarden Euro bereitstellen, etws 30 Euro pro Einwohner:in. 

Das Ding heißt Nationaler Radverkehrsplan 3.0. Und eigentlich habe ich keine Lust, darüber zu schreiben. Papier ist ja auch sooo geduldig. Sagen kann man viel, ankündigen auch. Ein "lückenloses Radnetz" will er bis 2030, deutlich mehr Radschnellwege, Radwege entlang aller Fernstraßen, es müsse künftig einen guten Grund geben, wenn kein Schnellweg für  Fahrräder gebaut wird, sagt er. Und mehr Stadtplaner (Stadtplanerinnen, sagt er nicht) für den Radverkehr müssten an den Hochschulen ausgebildet werden. Da müsse man nacharbeiten, sagt er. Ja dann mal los! Auf geht's! Wir warten drauf. 

27. April 2021

Rosensteinsteg ist offen

Seit einer Woche ist der neue Neckarsteg für den Fuß- und Radverkehr offen. Ausgeschildert ist sie als Gehweg, der für Radfahrende freigegeben ist. 

Am Wochenende herrschte Besichtigungstourismus zu Fuß und auf dem Fahrrad. Gemessen an den Wegen in der Umgebung, dem Nackardamm und auf der anderen Seite den Gehwegen an der Weißen Flotte, ist die Brücke breit genug (4,50 Meter). Kein Weg, der dorthin führt, ist breiter. Radfahrende müssen ja ohnehin auf dem Steg langsam tun, weil sie sich auf einem Gehweg befinden. 

Auf der anderen Seite gibt es eine Rampe hinunter. 

25. April 2021

Am Dienstag werden die deutschen Fahrradpreise verliehen

Am Dienstag von 14:45 bis 16:00 Uhr findet die digitale Preisverleihung des Deutschen Fahrradpreises in Hamburg statt.

In den Kategorien Infrastruktur, Service und Kommunikation sind jeweils drei Projekte nominiert. Die Erstpaltzierten bekommen jeweils 5.000 Euro, die zweiten je 3.000 und die dritten je 1.500 Euro an Preisgeld. 

Bei der Infrastruktur sind nominiert: 

  1. die Fahrradstraßen 2.0 in Münster nominiert. Münster hat Standards entwickelt für Fahrradstraßen (Vorrang, Schutzabstand zu geparkten Autos). 
  2. Die Pop-up-Radwege in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg.
  3. Die Qualitätsstandards und Musterlösungen für das Radnetz Hessen. Da geht es um eine einheitliche Gestaltung und Schutzmaßnahmen. 

Beim Service sind nominiert: 

23. April 2021

Zweiter Anlauf für die Novelle der StVO.

Nachdem die erste Novelle vor einem Jahr an Formfehlern gescheitert war, haben sich die Länder jetzt mit dem Bundesverkehrsminister auf eine Neufassung geeinigt. 

Für Autofahrende werden die Bußgelder für Falschparken und Raserei immer noch deutlich erhöht, aber die Fahrverbote für Geschwindigkeitsübertretungen brereits ab 21 Km/h zu viel sind weg. Ich zähle hier nur das auf, was für uns Radfahrende wichtig ist: 

21. April 2021

Radfahrende leben in einer verkehrten Welt

Etwas schräg ist das schon. Wer von Vaihingen bergab nach Heslach radelt, sieht sich an der Engelboldstaße  und am Waldeck neuen Fahrbahnmarkierungen gegenüber. 

Man soll langsam machen, weil offenbar zu viele Autofahrende nicht bemerken, dass rechts hinter ihnen auf dem Radfahrstreifen ein Radfahrer oder eine Radlerin angesaust kommt, und unbekümmert rechts abbiegen und dabei den Menschen auf dem Fahrrad umnieten. Es dient dem Schutz der Radfahrenden, und jeder Unfall wengier an der Stelle, bei dem Radfahrende verletzt werden, ist ja auch gut. Aber es befremdet eben doch, dass Radfahrende  aufgefordert werden, die schweren Fehler nicht umsichtiger Autofahrer:innen vorsorglich auszugleichen. Der Rotstreifen soll laut Aussagen der Stadt allerdings auch Autofahrende warnen und ihnen zeigen, dass sie einen Radstreifen überqueren. 

19. April 2021

Neuer Steg über den Neckar ist fertig.

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, dass der unter der neuen Eisenbahnbrücke untergehängte Steg für Fugänger:innen und Radfahrende aufgemacht wird. 

Er ersetzt den Holzsteg über den Neckar, den man nie beradeln durfte, auf dem aber viele nicht vom Rad abgestiegen sind, aber nicht den Elefantensteg, der führt also nur ans andere Neckarufer, nicht auch noch über die Straße. Das kommt dann später. 

17. April 2021

Die Bremer Campagne für Gelassenheit im Straßenverkehr

In Bremen ist eine Campagne im vergangene Sommer schief gegangen, die alle Verkehrsteilnehmer:innen zu einem freundlicheren Umgang ermahnen sollte. 

Gezeigt wurden auf blauen Plakaten typische Konfliktsituationen, in denen einer der beiden wie ein Rohrspatz schimpfte. Darunter die Zeile: "Auch wenn du Recht hast, #fahrrunter."  Das haben vor allem viele Radfahrende als "runter von der Fahrbahn" und als gegen sie gerichtet verstanden, wie die taz berichtete. Ende September startete die zweite Campagne, die nun positive Beispiele eines rücksichtsvollen Miteinanders von Rdaler:innen und Autofahrer:innen zeigt. Das dürfte weniger Aufregung erzeugen als die Campagne der Scheimpfwörter.

15. April 2021

Hurtig über die Straße - Senior:innen bitte üben!

Es ist nämlich so, dass alte Menschen, allemal mit Rollator, nicht so schnell bei Grün über einen Fußgängerüberweg kommen wie junge Menschen. Da wird es meist schon Rot. 

Die sogenannten Räumzeiten rechnen das mit ein, das heißt, es wird für den Autoverkehr erst dann wieder Grün, wenn nach menschlichem Ermessen auch derjenige vom Überweg runter ist, der ihn betreten hat, kurz bevor die Fußgängerampel auf Rot springt. Man muss aber schon mit 4,32 km/h (1,2 m/s) gehen (Quelle), was nicht gerade langsam ist. Das mag für einen alten Menschen dann eben nicht ausreichen. 

13. April 2021

Taugt der Heusteig als Fahrradstraße?

Die Heusteigstraße ist eigentlich eine gute Radroute vom Lehen zur Innenstadt. Aber sie ist nicht wirklich angenehm. 

Ich bin die Heusteigstraße früher sehr viel geracdelt, aber inzwischen meide ich sie, weil die Straße reichlich Tücken bereithält. Das Pflaster ist uneben, man quert zwischen Lehenstaße und Immehofer Straße zahlreiche 3-Zentimeter-Bordsteine mit brüchigen Anrampungen. Es gibt eine richtige Stopper-Ampel, an der man lange steht, und der Asphalt ist uneben, an Kreuzungen gibt es zwsichen Immenhofer und Wilhalmstaße Kopfsteinfplaster und hoppelige Schmuckelemente, und Engstellen gibt es auch noch.

11. April 2021

Weiße Linien

Über diese Radstreifenmarkierung amüsieren wir uns immer wieder. Sie befindet sich an der Einmündung der Ludwigstraße in die Johannesstraße.

Weiße Linien dürfen doch eigentlich nicht überfahren werden. Oder? Doch, sie dürfen. Schauen wir uns diese Busspur an, die sich in der Epplestraße in Degerloch befindet. Sie beginnt auch mit einem gekrümmten weißen Streifen.

9. April 2021

Benachteiligen völlig autofreie Städte Frauen?

Wenn wir, wie Teresa Bücker es in ihrem Artikel tut, die Stadt aus weiblicher Perspektive betrachten, dann ändern sich unsere Ansprüche an sie.

Über die Frage, warum unsere Städte autofrei ein Gewinn für uns sind (leise, ungefährlicher, mehr Platz, mehr Bäume, mehr Sozialkontakte) habe ich schon oft geschrieben, und das kann man in dem Artikel auch alles noch mal lesen. Bücker wirft aber noch eine zweite Frage auf: Benachteiligen autofreie Städte Frauen? Ist die Vision sexistisch? Huch! Das müssen wir uns genauer anschauen.

7. April 2021

Radfahren mit Baby

Eine Schwangerschaft ist kein Grund, mit dem Radfahren aufzuhören. Bewegung ist immer gut. Und Schwangerschaft ist ja auch keine Krankheit. 

Und auch das Familienleben nach der Geburt erfordert nicht unbedingt ein Auto. Tatsächlich aber stellen viele jungen Familien ihre Mobilität vom Fahrrad aufs Auto um, wenn das erste Kind kommt. Die neu entstehende Lastenfahrrad-Kultur hilft aber vermutlich inzwischen, dass mehr Menschen beim Fahrrad bleiben.

Es gibt eine Internetseite, die sich mit Radfahren mit Baby im Bauch und später dann im Anhänger oder Lastenfahrrad beschäftigt.

5. April 2021

Radwegweiser nach dem Wanderwegprinzip

Bei Wegweisern gibt es eine klare Hierarchie. 

Oben und groß die Schilder für Autofahrende, darunter kleiner die für Radfahrende, darunter winzig die für Fußgänger:innen. 

Klar, Autos fahren schnell, ihre Insassen müssen die Schilder auf weite Entfernung sehen können. Fahrräder fahren langsamer. Allerdings so viel langsamer fahren sie auf vielen Straßen auch nicht als Autos. Und wer sich nicht schon auskennt, muss anhalten und die Wegweiser studieren, denn im Heranrollen ist die Schrift nicht so schnell lesbar. Wanderer/innen können anhalten um den Schilderbaum herumgehen und dann ihre Richtung einschlagen.

3. April 2021

Abbiegeunfall in Degerloch

Geh- und Radwege sind gefährlich, vor allem, wenn man sie linksseitig befährt. Linksabbiegende Autofahrer achten nämlich nicht auf Radler. 

Am vergangenen Donnerstag war hier ein Radfahrer linksseitig auf dem Geh- und Radweg auf der Jahnstraße Richtung B27 unterwegs. Ein Skoda-Fahrer ist in gleicher Richtung unterwegs und biegt nach links in den Hans-Neuffer-Weg ab. 

2. April 2021

Hofener Straße wird zu Ostern problematisch

Letzten Ostern wurde die Hofener Straße am Neckar schon ab den Osterfeiertagen für den Autoverkehr gesperrt. Das passiert heuer wohl nicht. 

Denn wir haben einen anderen Oberbürgermeister, der das nicht anordnet. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde auch nicht mehr rechtzeitig behandelt. Das Ordnungsamt prüft.

Eigentlich wird die Hofener Straße erst ab 1. Mai für den Autoverkehr gesperrt. Dann dürfen Radler:innen nicht mehr auf dem Gehweg radeln, der gehört dann ganz allein den Menschen zu Fuß. Letztes Jahr haben wir beobachtet, dass gerade zu Corona-Zeiten in den Osterferien viele Leute daheim bleiben, aber raus wollen. Sie nutzen die städtischen Naherholungsgebiete.