30. Januar 2026

Das ist doch echt Mist, so etwas!

Am vergangene Dienstag standen an der Platanenallee im Schlossgarten an mehreren Stellen diese Verkehrszeichen in beide Richtungen.  

Wahrscheinlich stehen stehen sie immer noch da. Auch einem anderen Radfahrer sind sie gestern übel aufgefallen. Sie stehen rechts neben dem Weg, wo Verkehrszeichen stehen, die gelten, und zwar immer und unbedingt. Die beiden Schilder sagen außerdem Widersprüchliches. Sie sagen uns zunächst, dass wir zehn Meter auf einem Gehweg sind und danach auf einem Radweg. Fußgänger:innen dürfen nicht auf Radwegen gehen. Radfahrende müssen auf Gehwegen schieben. Da weder Radfahrende noch Fußgänger:innen diese Anordnungen befolgen können, gehen und fahren alle ohne Zögern weiter. Die meisten wundern sich nicht einmal. Wenn sie diese Schilder überhaupt wahrnehmen, dann denken sie: Das kann ja nicht stimmen. Und sie missachten damit notgedrungen gültige Verkehrszeichen. So was ist richtig Mist! 

28. Januar 2026

Kurze Verbindung über den Neckar ist offen

Mit dem Fahrrad kann man zwischen Seilerwasen auf der einen Neckarseite und Rosensteinpark auf der anderen jetzt wieder eine kurze Brückenquerung nutzen. Die Strecke ist seit ein paar Tagen offen. 

Bis vor zehn Jahren gab es hier die Holzbrücke und die Elefantenstege, die aber für Radfahrende immer verboten waren, jedoch viel genutzt wurden. Den unter die neue Bahnbrücke gehängten Steg gibt es schon länger. Die Brücke über die Neckartalstraße ist mittlerweile auch gebaut und nun als Fußweg mit Rad frei ausgeschildert. Immerhin eine Verbesserung, auch wenn wir natürlich immer schneller als mit Schrittgeschwindigkeit radeln und damit immer noch gegen die StVO verstoßen. Geschlossen war die Brücke über die Neckartalstraße so lange, weil die höheren Geländer fehlten, die für den Radverkehr nötig sind. Jetzt sind sie da. 

26. Januar 2026

Immer noch keine Schneeketten fürs Fahrrad

Immer wenn Schnee liegt, nehmen die Zugriffszahlen auf meinen Artikel von 2017 zu, der mit Schneeketten fürs Fahrrad überschrieben ist. 

Damals habe ich danach gesucht, wie man Fahrradreifen für ein paar Schneetage ausrüsten kann, wenn man sich keine Spike-Reifen aufziehen lassen will, mit denen man dann die meiste Zeit im Winter auf Asphalt herumnagelt. Seitdem hat sich eigentlich nichts getan. Es gibt keine Schneeketten für Fahrräder im Handel zu kaufen, wenngleich es vielversprechende Erfindungen gegeben hat. Das Angebot von Slipnot bleibt für mich undurchsichtig. Die üblichen Onlinehändler bieten inzwischen Kabelbinder-Varianten für schmalere Reifen an, die teils mit Spikes versehen sind (etwa auch bei eBay). Und der Tipp, Kabelbinder zwischen den Speichen um die Reifen zu ziehen, existiert weiterhin. Der Vorteil, man bekommt vielleicht im Schnee und sogar auf Eis Gripp, allerdings nicht durchgehend, sondern eben nur alle paar Reifenzentimeter. Und man kann sie eben  nur verwenden, wenn man keine Felgenbremse, sondern Bremsscheiben hat. Das anbringen und dann wieder abmachen, dauert zudem einige Zeit. Das macht man nicht in einer Minute vor und nach der Fahrt. 

Eigentlich schade, dass die Industrie nichts entwickelt. Allerdings erkenne auch ich, dass es nicht so einfach ist, für die unendlich vielen Varianten von Fahrradreifen eine Kette zu entwickeln, die man aufziehen kann und die dann auch noch unter die teils knapp bemessenen Schutzbleche passt. Die Winterradler von Oulu am Polarkreis fahren übrigens mit Spike-Reifen. Aber da liegt der Schnee ja auch Wochen  bis Monate lang. Einen Überblick über Spike-Reifen gibt es auf Fahrrad.de 




24. Januar 2026

Morgen Podiumsdiskussion im Merlin über Fahrradstadt Stuttgart

Der Zweirat lädt zu einer Bilanz über den Fortschritt des Ausbaus des Radverkehrs in Stuttgart. Der Zweirat hat einst Unterschriften für einen Radentscheid gesammelt. Daraus ist 2019 der Gemeinderatsbeschluss hervorgegangen, dass Stuttgart zur Fahrradstadt werden soll.

In den beinahe sieben Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich durchaus was getan in Stuttgart, nicht nur an vielen Ecken, sondern auch an langen Strecken wie der Böblinger Straße zwischen Heslach und Vaihingen. Fünf Fahrradstraßen sind angelegt worden. Eine Zählung der Stadt (die ich nicht nachvollziehen kann) ergab, dass der Radverkehr aber nur von 8 auf 9 Prozent angestiegen ist. Zahlen von 2023 lagen bei 14 Prozent. Ziel ist aber 20 bis 25 Prozent Radverkehrsanteil am Modal Split in Stuttgart, und davon sind wir durchaus noch ein ganzes Stück entfernt. Wobei in der Innenstadt sehr viel mehr geradelt wird als in den Außenbezierken, auch und gerade jetzt im Winter. Wir, die wir viel Rad fahren, können uns denken warum nicht so viele Menschen aufs Rad steigen, die es gerne würden, aber sich nicht trauen: Die Radwege und Radstreifen sind nicht durchgängig angelegt, sie hören viel zu oft auf, wo es schwierig wird. Und das macht vor allem unerfahrenen Radler:innen Angst und hält sie davon ab, das Fahrrad selbstverständlich als Alltagsverkehrsmittel zu nutzen. 

Im Merlin soll morgen, am Sonntag, dem 25. Januar um 15:30 Uhr darüber diskutiert werden, warum das alles nicht schneller geht und wie es schneller gehen könnte. Mit dabei ist unter anderen der scheidende Verkehrsminister Hermann, der sich durchaus unermüdlich für mehr Radverkehrsanlagen eingesetzt hat, aber immer wieder auch an dem politischen Unwillen der Städte (auch Stuttgarts) gescheitert ist. Der Eintritt ist frei. 


22. Januar 2026

Höhere Pendlerpauschale auch für Radfahrende

Die vom Bundestag beschlossene Erhöhung der Pendlerpauschale kommt auch Radpendler:innen zugute. Allerdings kann man sie erst bei der Steuererklärung für 2026 geltend machen. 

Es ist letztlich völlig egal, ob man mit dem Fahrrad, mit Öffentlichen oder mit dem Auto zur Arbeit und wieder nach Haus fährt, man bekommt 38 Cent ab dem ersten Kilometer steuerlich gut geschrieben. Bisher gab es für die ersten 20 Kilometer weniger. Arbeitnehmer:innen müssen dafür allerdings schon rund 3.300 km im Jahr fahren (egal womit), um über die Werbungskostenpauschale von 1230 Euro für 2026 zu kommen, die vom Finanzamt sowieso auf die Steuern angerechnet wird. Das entspräche, grob gerechnet, bei einer fünf-Tage-Woche mit 220 Arbeitstagen vor Ort (kein Home-Office) im Jahr einer Arbeitsweg-Strecke von 15 km hin und zurück. Kann man weitere Ausgaben als Werbungskosten angeben (Computer, Arbeitszimmer, Fortbildungen, Fachbücher etc.), dann fällt die Pendlerpauschale durchaus ins Gewicht, auch wenn die tägliche Radelstrecke gar nicht so lang ist. 

20. Januar 2026

Jonas Marwein ist Stuttgarts Fahrradbotschafter

Bislang hatte Stuttgart einen Fahrradbeauftragten und dann eine Fahrradbeauftragte. Ich habe, als ich noch Stadträtin war, den Antrag gestellt, den Posten der Fahrradbotschafterin oder des Fahrradbotschafters zu schaffen.

Sie oder er soll nicht nur das Thema Fahrrad gegenüber der Stadtverwaltung vertreten, sondern auch in die Stadtgesellschaft hinein wirken. Also gewissermaßen zwischen allen Stühlen sitzen und dennoch alle fürs Thema Fahrrad begeistern, so der Gedanke. Es hat etwas gedauert, bis der Gemeinderatsbeschluss umgesetzt wurde. 

Seit Oktober ist diese Stelle nun mit Jonas Marwein besetzt.  Er hat sich inzwischen Vertreter:innen des ADFC vorgestellt und schriftlich auch dem Zweirat. Und auf der Plattform LinkedIn  schrieb er vor zwei Monaten: "Ich möchte Menschen in Stuttgart für das Radfahren begeistern und unsere Stadt gemeinsam gestalten. (...) Ich freue mich auf viele spannende Gespräche übers Radfahren, frische Impulse in der Radverkehrsplanung zu setzen und den Wandel zu einem nachhaltigen Stuttgart aktiv zu begleiten."

Die Stadt Stuttgart  hat ihn auf ihrer eigenen Seite noch nicht vorgestellt. Wer auf der Stuttgartseite nach seinem Namen sucht, findet nichts, wer nach "Fahrradbotschafter" sucht, stößt immerhin auf eine Adresse und einen E-Mail-Adresse und erfährt, dass die Stelle beim Amt für Stadtplanung und Wohnen angesiedelt ist. Es gibt allerdings bereits einen Steckbrief (siehe Foto) der Stadt. Jonas Marwein besitzt Erfahrung mit Radverkehrsplanung und radelt selbst im Alltag, aber auch auf Radreisen und sportlichen Touren. Dass Stuttgarts Weg zu einer Fahrradstadt noch etliche Herausforderungen bereithält, ist im nach eigenen Angaben bewusst. 

Ich wünsche ihm ein gutes Gelingen in dem sicher nicht einfachen Job und uns allen, er möge viel Erfolg haben. 



18. Januar 2026

Nie gleich schnell neben Lkw her radeln!

"Warum Lkw-Fahrer vor allem Frauen übersehen", titelt Chip einen Artikel über sogenannte Abbiegeunfälle. 

Wobei Chip in der Überschrift natürlich den "Fahrer" weggelassen und den Lkw zur handelnden Person gemacht hat. Anlass war das Urteil gegen einen Lkw-Fahrer, der beim Rechtsabbiegen eine Radfahrerin überrollt und getötet hatte und eine Strafzahlung 6.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung leisten soll. Laut Kontrollsystem war er beim Abbiegen 10 km/h schnell gefahren, also schon recht langsam. Laut Gericht war auch diese Geschwindigkeit zu hoch. Die StVO verlangt Schrittgeschwindigkeit. 

Der Unfallforscher Prof. Michael Weyde hat Zusammenstöße in Berlin mit Todesfolge untersucht und sich gefragt, warum mehr Frauen als Männer von abbiegenen Lkw-Fahrern (meist Männern) überrollt und getötet werden. Der Grund war auch mir nicht bewusst.

16. Januar 2026

Karten und Navis fürs Radfahren

Wenn ich mit dem Rad in eine mit unbekannte Gegend von Stuttgart radeln möchte, wie finde ich die Wege mit Radinfrastruktur und kann mir eine erste Orientierung verschaffen? 

Gleich vorneweg: Ich habe die ideale Navi-App fürs Fahrrad noch nicht gefunden. Komoot wurde Anfang letzten Jahres an ein italienisches Tech-Konglomerat verkauft. Sie  funktioniert jetzt nur noch über ein teures Wochenabo und ein etwas weniger teures Jahresabo. In den App-Stores werden Dutzende Tourenplanungs- und Navi-Apps angeboten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Eine kostenlose oder billige Routenplanung und zuverlässige Navigation fürs Fahrrad auf dem Handy scheint es nicht zu geben. Wenn ich eine Strecke zur einem Ziel plane, wo ich noch nie war, oder mich verfahren habe und schnell Hinweise brauche, wie es weiter geht, dann benutze ich, wenn es dumm läuft, verschieden Apps. "Radfahren.de" mal aufgeschrieben, was Navis für bestimmte Zwecke können sollten, nennt aber keine Favoriten.

14. Januar 2026

Wie schützt man eine Fahrradstraße vor illegalem Pkw-Verkehr?

In Cannstatt an der Bahnhofstraße vor dem Bahnhof hat die Stadt einen Blitzer aufgestellt, der jedes Fahrzeug blitzt. Hinterher wird aussortiert, wer da fahren durfte - Busse, Taxis  und Lieferverkehr - und wer nicht. 

Der private Autoverkehr darf hier nicht mehr lang fahren. Für ihn gibt es ein Durchfahrtsverbot. Weil die Polizei erwartete, dass die Autofahrenden das Verbot massenhaft missachten und man außerstande sei, da ununterbrochen Polizisten hinzustellen, die das Verbot durchsetzen, hat man sich entschlossen, einen Blitzer hinzustellen. Er blitzte zunächst praktisch ununterbrochen, weil Autofahrende sich nicht vorstellen konnten, dass das Durchfahrtverbot für sie auch tatsächlich gilt. Und zwar immer. Ende Dezember hat dann jemand das Glas des Blitzers eingeschlagen. Und zum Jahresende verlangte der Datenschutzbeauftragte, dass das Ding wegkommt, aus Datenschutzgründen. Er hat Stuttgart, wie auch Tübingen in einem ähnlichen Fall, einen langen Fragebogen geschickt, wie die Stuttgarter Zeitung (Bezahlschranke) berichtet. 

12. Januar 2026

Farbiger Radstreifen und Grüner Pfeil helfen

In Stuttgart-West, wo die Herderstraße mit der der Botnanger Straße zusammentrifft, gibt es zwei kleine Verbesserungen für den Radverkehr, die durchaus etwas ausmachen. 

Kommt man vom Westbahnhof her und radelt die Herderstraße runter, trifft man an der T-Kreuzung mit der Ampelanlage jetzt auf Radstreifen, die frisch türkisblau markiert wurden. Diese Farbe hilft. Blogleser Matthias, der die Strecke ständig radelt, schreibt: "In den Vorjahren bin ich dort jede Woche von Rechtsabbiegern touchiert worden, seit der farblichen Markierung kein einziges Mal." Gefordert hat er das seit Jahren. Offenbar fällt es Autofahrenden leichter, die Radstreifen zu erkennen und Radfahrende zu respektieren, wenn sie blau leuchten. 

10. Januar 2026

Schwer zu deutende Anordnung

Vor sieben Jahren habe ich schon mal über diese Stelle und deren Beschilderung geschrieben. Es hat sich nichts geändert und die Fragen bleiben dieselben. 

Dieser Ampelmast mit seinen Verkehrszeichen steht an der Johannesstraße, wo es über die Schlossstraße geht. So sieht es an beiden Seiten der Einmündung Johannesstraße aus. Wir sehen einen Schildermast mit dem Vorfahrtachten-Schild und darüber dem Vorschriftszeichen "nach rechts abbiegen". Das heißt, alle, die hier fahren, müssen rechts abbiegen, sie dürfen weder geradeaus noch nach links fahren. Jetzt dürfen hier Radfahrende, Taxis und der Bus aber auch gerade aus fahren. Die Ausnahme wird aber nicht in einem Zusatzschild unter dem Rechtsfahrgebot geregelt. Es gibt vielmehr ein Geradeausfahrgebotsschild mit dem Zusatzzeichen "nur für Bus, Taxis und Fahrrad". An den Bahngleisen jenseits der Fahrbahn steht dann das Schild für "Busspur" mit einer Freigabe für Taxis und Fahrräder darunter. 

Und jetzt stellt sich die Frage für uns Radfahrende, aber auch für Taxifahrende: Dürfen wir auch rechts abbiegen? Schließlich sehen wir den Geradeauspfeil (als Gebot) für uns, Taxis und den Bus. 

8. Januar 2026

Schlecht geräumte Radwege in Stuttgart

Radfahren im Winter? Nö, das mag Stuttgart nicht so gern. Alle wichtigen Fahrbahnen sind frei von Schnee und Eis, die wichtigen Radwege nur sehr sporadisch. 

Ich musste gestern gegen elf Uhr durch die Stadt nach Cannstatt. Da war ein Räumfahrzeug schon durch meine steile Nebenstraße gefahren und ich durfte annehmen, dass die ebenfalls nicht so prioritären Radstrecken bearbeitet sind. Allemal die Hauptradroute 1. 

Das war aber nicht so, auch wenn die Fahrradstraße Tübinger Straße durch die Innenstadt Hoffnung gemacht hat. Doch aus der Marktstraße musste ich auf den Radweg zum Charlottenplatz einbiegen. Wie muss der ausgesehen haben, als morgens die Radpendler:innen unterwegs waren, wenn er gegen elf noch so aussah? 

Wer auch immer das Räumungskonzept für die die Radfahrenden in Stuttgart entwickelt hat, er oder sie mag weder Radfahrende noch hat eine Ahnung, wo es für sie wirklich gefährlich wird, wenn es glatt ist: bei Abfahrten, in Kurven und dort, wo sie bremsen müssen, also an Ampeln und auf Verkehrsinseln.  

6. Januar 2026

Der unsichtbare Zebrastreifen für Kinder

In Österreich gibt es seit 2019 den unsichtbaren Zebrastreifen für Kinder. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass Autofahrende bremsen und anhalten müssen, wenn Kinder die Fahrbahn überqueren wollen. Immer und überall. 

Im Paragraf 29a der StVO Österreichs heißt es: "(1) Vermag der Lenker eines Fahrzeuges zu erkennen, dass Kinder die Fahrbahn einzeln oder in Gruppen, sei es beaufsichtigt oder unbeaufsichtigt, überqueren, so hat er ihnen das unbehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Er hat zu diesem Zweck, falls erforderlich, vor den die Fahrbahn überquerenden Kindern anzuhalten."

Zwar ist es eigentlich selbstverständlich, dass Autofahrende anhalten müssen, wenn Kinder eine Fahrbahn queren, denn über den Haufen fahren dürfen sie sie in keinem Fall. Allerdings definiert die neue Regelung ein Prinzip: Autofahrende müssen auf Kinder achten, die auf Gehwegen gehen, und zwar immer. Erkennen sie, dass Kinder (deren Alter wird nicht definiert), über die Straße gehen (wollen), egal ob dort ein Zebrastreifen ist oder eben nicht, dann müssen sie anhalten und die Kinder queren lassen, übrigens auch dann, wenn sie mit einem Erwachsenen unterwegs sind. Diese Regelung gilt immer und überall. Im Bereich von Schulen müssen Autofahrende sogar schon bremsbereit fahren, wenn noch gar keine Kinder zu sehen sind. 

In Österreich nennt man das den unsichtbaren Zebrastreifen. In Deutschland kennt man das nicht. 

5. Januar 2026

Lust am Lärm

Mir scheint, wir Menschen machen gerne Krach. Laubbläser, Motorsägen, Rasenmäher, Autos, Motorräder, Züge, Flugzeuge. Alles dröhnt.

Junge Männer lassen die Motoren ihrer Autos extra aufheulen. Motorräder bullern laut durch die Nacht. Mopeds knattern. Und immer hängt das Rauschen des Verkehrs über dem Kessel oder das leise Tosen einer Autobahn über einer Landschaft. Dauerkrach macht krank, er belastet Herz und Kreislauf, weil er den Organismus in Gefahrenstress versetzt. In Südtirol üben die Massen an Motorradtouristen und Sportwagenfahrenden regelrecht Lärmterror aus, und auch bei uns im Schwarzwald ist das der Fall. Krach kann aber auch eine heilsame Wirkung haben. Vor allem dann, wenn wir ihn selber und gemeinsam mit anderen machen, etwa Silvesterfeurwerk, bei Fußballspielen, in der Fastnacht, auf Konzerten oder beim Auto-Posen. Entscheidend ist das Gemeinschaftsgefühl, dann ist Krachmachen ein Lustfaktor, der die gute Laune schafft. Viele von uns scheinen jedenfalls laute Geräusche (insbesondere überlaute Musik) zu mögen. Was wir weniger mögen, ist, wenn andere Krach machen. Wenn es uns nicht als bedrohlich erscheint, so steigert es den Ärger und verhindert, dass wir nachts schlafen können. Und manche mögen übrigens ausgerechnet den Lärm nicht, den Kinder beim Spielen draußen machen. Warum aber machen wir so gern Krach?

3. Januar 2026

Knobelspiel für einen Radfahrer in Lüneburg

Ein FB-Nutzer hat der Radelgemeinde ein hübsches Problem vorgelegt, das leider typisch ist für die unklaren Verhältnisse, die wir Radfahrenden oft vorfinden. 

In der Gruppe "Verkehrsrecht" beschreibt er eine Situation in Lüneburg bei der Zufahrt aus der Harvey-Benjamin-Fuller-Straße in der Willy-Brandt-Straße. Die hat auf der gegenüberliegenden Seite einen Radweg, der als Zweirichtungsradweg ausgeschildert und mithin verpflichtend ist. An der Ampel nach rechts abbiegen (was eine Ampel mit grünem Pfeil erlaubt, wenn frei ist) und auf der Fahrbahn weiterradeln, führt vermutlich zu Irritationen bei den Autofahrenden (und der Polizei). Und vielleicht will man das ja auch gar nicht. Aber von der Ampel auf den Radweg kommt man gar nicht so einfach. 

1. Januar 2026

Brauchen wir bald eine Fahrradzulassungsbehörde?

Zentrale Kfz-Zulassungstellen gibt es gut zweihundert in Deutschland. Auch online-Zulassungdienste gibt es bereits. Irgendwas dieser Art brauchen wir auch für Fahrräder, sollte die Politik ernsthaft meinen, es müsse Fahrradkennzeichen geben. 

Es gibt schätzungsweise 82 Millionen Fahrräder in Deutschland (im Vergleich zu 50 Millionen Autos).  Die bräuchten alle ein Kennzeichen. Bei Autos gibt es rund 4 Millionen Neuzulassungen im Jahr, Firmen und Zulassungsstellen kümmern sich um die Versorgung. Dann bleibt das Kennzeichen über Jahre oder Jahrzehnte am Auto. Fahrradkennzeichen aber müssten jedes Jahr neu verschickt werden, 82 Millionen Mal. Und das, obgleich die allermeisten Radfahrenden bereits ein private Haftpflichtversicherung haben.