30. Mai 2025

Spezialräder testen am 5. Juni auf dem Marienplatz

Radfahren ist keine Frage des Alters oder einer körperlichen Einschränkung, sondern eine Frage des passenden Fahrrads.  

In unseren Fahrradläden stehen all die Liegeräder, Dreiräder oder Tandems nicht herum, die älteren oder Bewegungseingeschränkten helfen würden, ihre Mobilität zu erhalten oder wieder zu entdecken.  

Mit einem E-Fahrrad - egal ob auf zwei, drei oder vier Rädern - kann man sich in der ganzen Stadt bewegen, kommt fast überall hin und ist völlig unabhängig von Taxiunternehmen, U-Bahnhaltestellen mit nicht funktionierenden Aufzügen oder dem eigenen Auto samt nerviger Parkplatzsuche. Eine Voraussetzung: Man muss wissen, wo man daheim das Fahrrad unterstellen kann. 

Bei der Suche nach dem richtigen Rad hilft am Donnerstag, dem 5. Juni von 13 bis 18 Uhr auf dem Marienplatz in Stuttgart-Süd die Stadt Stuttgart zusammen mit Cargobike. Es werden verschiedene E-Fahrräder unterschiedlicher Hersteller zu sehen sein. Man darf sie ausprobieren und bekommt Beratung. Es ist eine reine Info-Veranstaltung, ohne Kaufzwang und herstellerunabhängig. Die Stadt Stuttgart fördert übrigens die Anschaffung von E-Trikes (noch bis mindestens Ende dieses Jahres) und anderer Spezialräder bei nachgewiesener körperlicher Beeinträchtigung mit einem Zuschuss. Sie hat damit schon einige Menschen richtig glücklich gemacht. 

Wer sich auf dem E-Bike nicht mehr sicher fühlt, aber weiter Rad fahren will, oder wer früher geradelt ist und es wieder anfangen möchte, ist herzlich Willkommen. Und hoffentlich ist das Wetter schön. 


28. Mai 2025

Waldburgstraße wird für den Radverkehr ertüchtigt

Die Waldburgstraße in Vaihingen ist die Verbindung zum Radschnellweg von und nach Böblingen. Doch noch radelt es sich dort gar nicht angenehm. 

Während Böblingen eine Radbrücke baut, lassen die Ertüchtigungsmaßnahmen auf Stuttgarter Seite doch ziemlich auf sich warten. Nun soll die Waldburgstraße dem zunehmenden Radverkehr angepasst werden. Eine Diskussion im Bezirksbeirat Vaihingen ging unentschieden aus. Es sollen nämlich rund hundert öffentliche Abstellflächen für Autos wegfallen. Auch Radfahrende dürften grummeln, denn statt eines Radfahrstreifens kommt hier nur ein Schutzstreifen bergauf hin, der aber deutlich breiter ist als der, den wir derzeit haben. So wie es ist, kann es jedenfalls nicht bleiben. 

26. Mai 2025

Velotunnel in Zürich eröffnet

Quelle
Die Geschichte des Fahrradtunnels unter dem Züricher Hauptbahnhof ist eine lange. Sie begann in den 80er Jahren mit einer Fehlplanung für den Autoverkehr und 2011 mit einer Petition für den Radverkehr. 

Wie die Seite provelozürich schildert, wurde der Tunnel in den 1980er Jahren als Vorinvestition für eine Autobahnverbindung mitten in der Stadt gebaut, dann aber nicht gebraucht, weil man Autobahnen nicht mehr durch die Stadt führen wollte. Der Tunnel unterquert den gesamten Hauptbahnhof und blieb ungenutzt. 

Pro Velo Zürich fand, dem Radverkehr könnte er als Abkürzung unter dem Bahnhof hindurch gute Dienste erweisen, und sammelte Unterschriften. 2014 hätte der Tunnel eröffnet werden sollen, aber daraus wurde nichts. Irgendwie versackte alles irgendwo, bis sich 2019 der Stadtrat dahinter klemmte. Technische Schwierigkeiten verzögerten und verteuerten den Bau noch über Jahre. Nachdem 2021 auch das Züricher Stimmvolk dem Fahrradtunnel (der hohen Kosten wegen) zustimmte, konnte er jetzt am 22. Mai mit einem Velo-Fest eröffnet werden. Der Tunnel führt mit einer Breite von 25 Metern an der Sihl entlang unter den Bahngleisen hindurch und erspart Radfahrenden einen langen Umweg um den Hauptbahnhof herum. Und hier noch ein Video, das die Durchfahrt zeigt. 

Wir gratulieren der Stadt Zürich und ihren Radfahrenden. 


24. Mai 2025

Farbe ist keine Infrastruktur? Anscheinend doch.

Rote Farbe auf Radspuren reduziert Konflikte zwischen Radfahrenden, Autofahrenden und Fußgänger:innen.  

Das hat die Uni Bochum festgestellt. In der Studie wurde untersucht, wie sich rote Farbe auf Radfurten an Ampelkreuzungen auf das Verhalten auswirkt. Es  wurden sieben auch von Radfahrenden stark befahrene Kreuzungen in Düsseldorf vor und nach der Rotfärbung der Radspuren betrachtet. An diesen Kreuzungen werden Radfahrende übrigens meistens auf ziemlich schmalen Radstreifen parallel zu den Fußgänger:innen über beampelte Furten geschickt. Luxuriös ist diese Radinfrastruktur nicht. 60 Stunden Videomaterial wurden ausgewertet. Außerdem befragte man vor der Rotfärbung 140 und danach 150 zufällig ausgewählte Radelnde. 

Ergebnis:

22. Mai 2025

Die Radfahrstreifen in Kaltental bleiben

Vor drei Jahren wurden die Radfahrstreifen bergauf und bergab an der Böblinger Straße zwischen Waldeck und Engelboldstraße als Pop-up-Radwege angelegt. 

Pop-up deshalb, weil das schnell gehen konnte. Und es musste schnell gehen, weil Radfarhende vor allem bergauf innerhalb der Dooringzone fuhren und ständig in kritisch engem Abstand von Autofahrenden überholt wurden. Polizeiaktionen und zusätzlich aufgestellte Überholverbotszeichen halfen nichts.  Außerdem radelte man in der Dooringzone der rechts abgestellten Autos, vielfach Firmenfahrzeuge. 2017 machte der Zweirat mit einer Aktion auf die Gefahren der Dooringzone aufmerksam. Außerdem filmte immer wieder ein Radfahrer wie er von Autofahrenden bedrängt wurde. Es war offensichtlich, dass die äußerst konflikträchtige Strecke nicht so bleiben konnte. Im März 2022 beschlossen dann die städtischen Gremien die Radfahrstreifen. Dagegen protstierten Anwohner:innen und Gewerbetreibende, denn hundert Autoabstellplätze mussten dafür wegfallen. Allerdings erwies sich auch, dass viele ihre Garagen und Stellplätze auf ihren Grundstücken nutzen können. Im August 2022 wurden die Radfahrstreifen angelegt, eine Weile kämpfte man noch gegen Falschparker auf den Radstreifen, aber auch das legte sich. Dem Gemeinderat zugesagt war eine Evaluation nach zwei Jahren. 

20. Mai 2025

Im Schwabtunnel geben die Auto-Rambos den Ton an

Im Februar hat sich Blogleserin Katharina an mich gewandt, die täglich mehrmals mit Kindern auf dem Rad durch den Schwabtunnel radeln muss und es beängstigend findet. Und nun stehen Radfreigaben für die Gehwege. 

Katharina schilderte mir das aggressive Fahrverhalten leider ziemlich vieler Autofahrenden. Sie halten sich nicht ans Überholverbot, das generell im Tunnel gilt, auch gegenüber Radfahrenden, was mit einem Extraschild bekräftigt wird, und überholen teils "im Eichhörnchenabstand", wie es das Kind einer anderen Mutter formulierte. Anfang Mai griff die Stuttgarter Zeitung das Thema auf und berichtet, dass die Angst von Katharina auf dem Fahrrad im Schwabtunnel kein Einzelfall ist. Nachdem auch die Polizei immer wieder Kinder über 10 Jahre, die auf den Gehwegen radelten, vom Rad holen musste, aber nicht auf die Fahrbahn schicken mochte, so gefährlich erschien auch ihr das Radeln dort, beschloss die Stadt, die Gehwege fürs Radfahren freizugeben. Die stehen nun an beiden Seiten und erlauben jeweils in Fahrtrichtung rechtsseitig das Radeln auf dem Gehweg. Das aber bringt Fußgänger:innen (und Radfahrende) in Bedrängnis, denn die Gehwege sind eng, und das Gebot, Schrittgeschwindigkeit zu radeln, ist eines, das man realistischerweise nicht einhalten kann. 

Diese Gehwegfreigabe ist eine Kapitulation von Polizei und Ordnungsamt vor dem Rowdytum der Autofahrenden. Wie krass es dort zugeht, habe ich an einem Mittwochabend gegen 18:30  Uhr eine knappe Viertelstunde lang beobachtet. 

18. Mai 2025

Was verbietet dieses Schild wirklich?

Es erscheint zunächst ganz eindeutig. Wer auch immer das Verkehrszeichen 254 hier aufgehängt hat, möchte uns damit sagen, dass man Fahrräder am Geländer nicht abstellen darf. 

Das ergibt sich auch aus der Situation in den letzten Jahren. Entlang des Geländers des Abgangs zur Unterführung an der Seitenwand des Operngebäudes waren jeden Arbeitstag zahllose Fahrräder angekettet. Die Radbügel auf dem Radparkplatz aufseiten des Landtags blieben ungenutzt. Über die Psychologie des Radparkens habe ich schon mal geschrieben. Das soll hier nicht das Thema sein. Dass jemand - vermutlich irgendeine Landesbehörde - hier keine abgestellten Fahrräder haben möchte, sei akzeptiert. 

 Allerdings ist das aufgehängte Verkehrszeichen falsch.  Es sagt etwas ganz anderes. 

16. Mai 2025

Wir Glücklichen, die wir Rad fahren können

Radfahren ist gesund, stärkt die Seele, macht schlau, kreativer und achtsamer, respektiert die Umwelt, steckt andere an und ist cool, hip oder knorke, je nach Lebensalter. 

Die Seite beatyesterday hat auch mal zusammengetragen, was alle, die meinen Blog regelmäßig lesen, schon wissen. Ich finde aber, man kann es nicht oft genug sagen, auch weil es so schön und stärkend ist, dass wir mit dem Radfahren etwas tun, was gut ist - für uns und für andere - und auch noch Spaß macht: kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Wer genervt von der eigenen sitzenden Lebensweise (in Autos und Büros) für den Arbeitsweg aufs Fahrrad umsteigt, merkt spätestens, nachdem er oder sie den ersten Winter durchgeradelt ist, wie sich das eigene Leben ändert. Der Blick auf die Welt wird anders, man sieht, hört und riecht mehr, das Körpergefühl ändert sich, man hat das Wetter wieder spüren gelernt und kann mit Kälte oder Hitze umgehen. Wir befinden uns auf einmal wieder mitten in der Welt. Sie fliegt nicht mehr jenseits von Glasscheiben an uns vorbei. Und wer das Glück hat, durch Felder zu radeln, wie zwischen Stammheim und Ludwigsburg (Foto oben), kann sich jeden Tag an irgendwas erfreuen, an Vögeln, an Gülleduft, am Wachsen von Kohl oder Getreide. 

14. Mai 2025

Suche sicheren Radweg - Stadtradeln ist kein Freizeitspaß

Foto: Rainer
Das ist ein Slogan von Changing Cities anlässlich des Stadtradelns, das jährlich stattfindet und in Stuttgart noch bis übernächsten Sonntag dauert. 

Auf der Seite heißt es: "Stadtradeln ist kein dreiwöchiger Spaß. Wir fahren jeden Tag und wissen: Diese Straßen sind nicht für uns gemacht. Wir fordern sichere und durchgängige Radwege." In Stuttgart hat aich deshalb beim Stadtradeln das Team "SucheSicherenRadweg" mit zahlreichen Unterteams gebildet, das in der zweiten Wochen 200 Mitglieder hatte und auf Platz vier des Teamrankings stand.  Die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte hat Vertreter:innen des Teams in den Bezirksbeirat eingeladen, wo sie Daten und Fakten zur Situation der Radverkehrsanlagen in Stuttgart vortrugen und eine Beschlussempfehlung aussprachen, die der Bezirsksbeirat Mitte einstimmig annahm. 

Die Empfehlung lautet: "Der Bezirksbeirat fordert die Stadtverwaltung auf, noch in diesem Jahr konkrete und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen vorzulegen, mit denen die wesentlichen Ziele des Radentscheids bis 2030 erreicht werden können. Diese Maßnahmen sollen in enger Abstimmung mit fachkundigen Bürger:innen entwickelt werden." 

12. Mai 2025

Ablenkung beim Fahren ist hochgefährlich

Ich bin kürzlich fast in einen entgegenkommenden Radfahrer hineingefahren, weil ich kurz auf meinen Tacho am Fahrradlenker geschaut habe. Wer sich beim Radeln mit dem Handy beschäftigt ist noch länger abgelenkt. 

Viele rätselhaft erscheinende Unfälle von Autofahrenden dürften auf Ablenkung durchs Handy zurückgehen, was aber nur schwer nachweisbar ist. Ein Indiz ist für die Polizei, wenn das Telefon links vorn im Fußraum eines verunfallten Autos liegt. Das tödliche Potenzial von Autos und abgelenkten Fahrer:innen ist sehr viel höher als das von Radfahrenden, die abgelenkt sind, weil sie telefonieren oder auf dem Smartphone am Lenker herumtippen. Aber man gefährdet auch sich selbst. Kürzlich hat mir eine Radlerin erzählt, dass sie mal auf einem Feldweg radelte und dabei auf dem Handy etwas eintippte. Sie hörte ein Hupen, schaute hoch und sah, dass ein Traktor auf sie zu kam. Zum Glück hatte dessen Fahrer das Gefühl, er solle jetzt mal auf sich aufmerksam mache, sonst wäre sie in ihn hineingefahren. Ich sehe immer wieder auch Radfahrende mit dem Handy in der Hand oder am Ohr radeln.

10. Mai 2025

Österreichisches Gericht urteilt übers Helmtragen

Dem Urteil des Obersten Gerichtshofs zufolge bekommt ein unschuldiger Radfahrer eine Mitschuld an seiner Verletzung durch einen Autofahrer, weil er keinen Helm trug. 

Der Standard bezeichnet das Urteil als wegweisend und schildert den Hergang so: Im Februar 2023 benutzte ein Autofahrer eine Tankstelleneinfahrt illegal aus Ausfahrt. Wegen einer Hecke sah er nichts, und als er anfuhr, stieß er mit einem Radfahrer zusammen, der per Pedelec mit 20 bis 25 km/h unterwegs war. Der Radler wurde schwer im Gesicht und am Kopf verletzt. Er hatte keinen Helm getragen. Schon das Landgericht Feldkirch hatte zwar die alleinige Schuld des Autofahrers festgestellt, dem Pedelec-Fahrer aber das Schmerzensgeld um 20 Prozent gekürzt, weil eine gerichtliche Analyse ergaben habe, dass ein Helm ihm 20 Prozent der Schmerzen erspart hätte. (Das ist schon ziemlich absurd, denn auch kleine, nicht schwere Verletzungen können tierisch weh tun, eine Prellung zum Beispiel, während ein Knochenbruch nahezu schmerzlos bleibt.) Das Landgericht befand, es sei doch mittlerweile üblich, einen Helm zu tragen.

8. Mai 2025

Auf der Straße werden wir angehupt, auf dem Gehweg angeschrien

Das sagte ein junger E-Scooter-Fahrer zu mir, mit dem ich auf dem Gehweg an einer Fußgängerampel wartete. 

Diese Erfahrung teilt er mit uns Radfahrenden. Kürzlich bin ich wieder mal angehupt worden, weil ich auf einer Fahrbahn radelte und einem Autofahrer das nicht gefiel. Anderntags kam mir eine Autofahrerin entgegen, die um ein Auto herumfahren musste, das auf ihrer Seite in zweiter Reihe stand. Ich musste bremsen, damit sie vorbeikam, obgleich sie hätte warten müssen. Sie hielt dann neben mir (obgleich sie nicht hätte anahlten müssen) und schrie mich an: "Du kannst doch auf dem Gehweg fahren!" Ich antworte: "Kann ich nicht, das ist verboten" - "Nein, ist es nicht!", schrie sie. Während viele Autofahrende die Verkehrsregeln nicht kennen, sie aber dahingehend interpretieren, dass man ihnen immer Platz zu machen hat, kennen auch viele Fußgänger:innen die Regeln nicht und machen - manchmal viel zu freundlich und bereitwillig - Platz, wenn jemand auf dem Gehweg radelt. 

An einem Samstag pflaumte mich ein Jogger an, der mit einer Frau auf dem freigegebenen Gehweg der Hofener Straße am Neckar unterwegs war.

7. Mai 2025

Freitag Gedenkmarsch zum Olgaeck

Sieben Organisationen laden ein zu einem Gedenkmarsch für die Opfer des Verkehrsunfalls am Olgaeck von vergangenem Freitag.

Wir treffen uns am Freitag, dem 9. Mai um 17:30 Uhr auf dem Karlsplatz, wo eine kurze Kundgebung stattfindet. Kurz vor 18 Uhr gehen wir zum Olgaeck. Dort wollen wir still unser Mitgefühl für die Opfer und unsere Anteilnahme am Leid der Angehörigen der Toten und der sieben Verletzten bekunden. 

Danach geht es zum Stadtpalais, wo der Gedenkmarsch endet.

Kommt. Es geht um was. Es geht um mehr Sicherheit für unsere Schulkinder, für alle, die wir ohne Autos unterwegs sind. Es geht darum, dass die Stadtpolitik endlich handelt. 

Jetzt können und müssen wir der Politik und der Stadtgesellschaft zeigen, dass es uns nicht egal ist, wenn immer wieder Menschen im Autoverkehr sterben oder schwerst verletzt werden, dass wir uns elend fühlen, wenn wir hören, dass so viele Kinder auf einer Fußgängerinsel überfahren werden, dass es uns erschüttert, dass dabei eine Frau in der Mitte ihres Lebens zu Tode kommt. 

Wir wollen, dass jetzt etwas getan wird gegen das Sterben auf unseren Straßen. 





6. Mai 2025

Der Autoterror auf Stuttgarts Straßen muss aufhören

Am Freitag, dem 2. Mai ist in Stuttgart gegen 18 Uhr am Olgaeck der Fahrer eines schweren Mercedesgeländewagens in eine Gruppe von Fußgänger:innen gefahren, die auf der Verkehrsinsel an der Stadtbahnhaltestelle warteten. 

Eine 46-jährige Frau starb wenig später im Krankenhaus,  sieben Menschen wurden teils sehr schwer verletzt, darunter fünf Kinder. Der 42-jährige Fahrer war mit seinem kleinen Sohn vom Charlottenplatz kommend geradeaus bergauf Richtung Degerloch unterwegs. Warum er nach dem Überqueren der Kreuzung Olgastraße von der Fahrbahn abkam, ist der Presseöffentlichkeit noch unbekannt.  Den Presseberichten zufolge fuhr er in das Z-Schranken-Gitter der Verkehrsinsel an der Haltestelle, nietete das Gitter um, überfuhr Menschen und kam erst am Geländer der Treppe zum Bahnsteig zum Stehen. Dieses Geländer ist ebenfalls verbogen. Die Bildzeitung vermutet, dass der Fahrer wieder zurückgesetzt hat und dabei die schon Verletzten erneut überfuhr. Der Wagen jedenfalls stand nach dem Unfall wieder auf der Fahrbahn vor der Verkehrsinsel. 

Ich bin seit Tagen entsetzt und aufgewühlt. Ich stelle mir das Grauen vor, das die Kinder und viele Umstehende erlebt haben. Ich traure mit den Hinterbliebenen der Toten und bange mit den Kindern und deren Eltern. 

4. Mai 2025

Gilt das Schild? Oder wurde die Fahrradstraße grundlos gesperrt?

Die Fahrradstraße Eberhardstaße war Samstagnachmittag für sämtlichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Aus gutem Grund. Aber leider war sie es schon am Freitag davor. Einen Grund dafür gab es nicht. 

Ich bin Freitagnachmittag da reingeraten und fragte mich: Ist das noch vom 1. Mai am Donnerstag übrig geblieben oder steht das für etwas, das am Wochenende kommt? Das Internet gab mir die Antwort: Am Samstagnachmittag findet/fand die Griechische Parade statt, von 12 bis 17 Uhr. Warum aber stehen die Sperren schon am Vortag, wenn auch offen? Und warum  verbietet das Verkehrszeichen weißer Kreis mit runden Rand uns die Durchfahrt?   Umleitungsschilder standen auch da. Gültig oder nicht? Nach verwirrten Zögern bog der größte Teil des Fahrradverkehrs auf seiner Hauptradroute 1 in die Eberhardstraße ab, während Fußgänger:innen übrigens auf ganzer Breite auf der Fahrbahn die Baustelle am Tablattrum umrundeten und die Radfahrenden, die der Umleitung folgen wollten, behinderten.

2. Mai 2025

Auf die Details kommt es an

Es ist nur ein kleines viereckiges Schlagloch, das seit Jahren auf der Hauptradroute 1 liegt, genau vor dem Anstieg zum Ferdinand-Leitner-Steg Richtung Oper. Aber an solchen Details zeigt sich, ob eine Stadt ihre Radfahrenden wertschätzt oder eben nicht. 

Alle, die hier radeln - tausende Radler:innen täglich - haben sich angewöhnt, akkurat an dem Viereck vorbei zu fahren, wenn sie den Schwung der Anfahrt mit in den Anstieg nehmen wollen, obgleich es genau in der Fahrlinie liegt, die man nehmen würde, wäre es dort nicht. Auf jeder Fahrt gilt es darauf zu achten, nicht in dieses kleine Schlagloch zu fahren, jedes Mal, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. In einem Winkel des Gehirns frage ich mich jedes Mal, wenn ich da vorbei ziele, warum das ausgefräste Quadrat niemand zu macht.