Warum kommt eigentlich der Ausbau des Radverkehrs auch in den Städten, die sich dafür entschieden haben - mit Radentscheiden und Zielbeschlüssen - nur schleppend voran? Radwege beschlossen und in der Planung, Fahrradstraßen genehmigt, Radgaragen in Wohngebieten beschlossen und finanziert. Aber wir sehen das alles nicht, es ist nicht da. Wir warten. Ampelschaltung soll geändert werden? Wann endlich? Die Planung dauert, der Durchlauf durch die Gemeinderatsgremien dauert, die Detailplanung dauert, die Umsetzung dauert noch länger. Es dauert und dauert!
Schuldige sind immer schnell benannt. Mal die Verwaltung, mal die Parteien, mal die Autofahrenden, mal die Radfahrenden, mal der Protest von Interessenvertretungen und Anwohner:innen. Irgendwer bremst immer, so scheint es. Und wenn eine Fahrbahnsperrung für Autos, die Wegnahme einer Fahrspur zugunsten des Radverkehr droht, dann tkommt sofort der Ideologie-Vorwurf. Und wenn solche Sprüche auftauchen wie "den Verkehrsfrieden herstellen" oder "gemeinsam mobil", dann ist damit immer gemeint, dass die Radfahrenden endlich Ruhe geben sollen, damit die Autogesellschaft so weitermachen kann wie bisher, so nach dem Prinzip: "Mir gebbet nix, die Fahrräder können doch durch den Wald fahren."
Ich vermute, der Gegenwind der Konservativen wird in den kommenden Jahren sogar noch schlimmer, denn nachdem sich Radentscheide, Grüne und Ökoparteien für die Verkehrswende positioniert haben, kommen jetzt die Hubraumfraktionen in der Gesellschaft so richtig auf Touren, starten Bürgerbewegungen und machen Stimmung gegen Radverkehr und für Parkplätze und Überall-Auto-Fahren.