31. März 2026

Spitzkehren - nicht an den Radverkehr gedacht

Infrastruktur, mit der Menschen, die nicht in Autos sitzen, die Autoströme überqueren können, wurde nie  fürs Fahrrad geplant. Sie wird aber oft fürs Radfahren freigegeben, denn irgendwie müssen die ja auch über die Verkehrsschneisen kommen. 

Spitzkehren sind bei Brückenbauwerken an den Auf- und Abgängen für niemanden angenehm, aber die einzige halbwegs platzsparende Lösung, um es Menschen in Rollstühlen oder mit Kinderwagen zu ermöglichen, runter oder rauf zu kommen. Für Fußgänger:innen und Radfahrende verlängern sie die Überquerungswege um ein Vielfaches. Für Radfahrende ist der Umweg nicht ganz so lästig, aber dafür sind die Spitzkehren eine radlerische Herausforderung. Blogleser Andreas hat mir die Situation in Esslingen auf der Pliensaubrücke geschildert, die zwischen der Stuttgarter Straße und der Neckarstraße den Neckar, die Eisenbahngleise und Neckarstraße überquert. Die Fotos sind von ihm.  

29. März 2026

Das Problem mit den Werkstattterminen fürs Fahrrad

Es gibt zu wenige Händler, die die vielen Fahrräder reparieren können, die online oder bei den wenigen großen Anbietern gekauft wurden. 

Neue Bremsen, ein kaputtes Licht, die Kette springt ständig raus, das sind einige der Probleme, die bei Fahrrädern auftauchen, die viel gefahren werden. Also ab in den nächsten Fahrradladen. Der aber hat einen Termin erst in zwei oder vier Wochen. Wie Bike-x berichtet, haben knapp die Hälfte Schwierigkeiten bei der Wartung der Räder und für 33,1 Prozent sind vor allem die Wartezeiten auf einen Reparaturtermin zu lang. Ging mir übrigens auch schon so. Mit einem kaputten Rücklicht bin dann erst Mal in den Keller 5 gefahren, wo man gemessen hat, woran es liegt. Dann habe ich mir ein Rücklicht im Internet bestellt und bin damit zu meinem Fahrradhändler des Vertrauens am Marienplatz gefahren. Der hatte zwar keine Zeit, aber er hat mir das Werkzeug gegeben, sodass ich das Licht vor der Ladentür selber ersetzt habe. Ich bin aber keine Bastlerin und Bremsen ersetze ich nicht selber. Doch ich brauche ein fahrtüchtiges Fahrrad. Deshalb brauche ich auch einen Fahrradladen, der mir bei Problemen hilft. Den habe ich, aber so viel Glück haben nicht alle. 

Manche haben ja zwei Fahrräder, die nehmen dann das andere, aber zwei Pedelecs haben die Leute selten. Viele steigen dann, so die europäische Studie im Auftrag von Shimano  auf andere Verkehrsmittel um, nicht nur temporär, manche auch für immer. Sie lassen das Fahrrad Fahren sein und kaufen sich natürlich auch kein neues mehr, was die Fahrradbranche beunruhigen sollte. 27 Prozent versuchen, ihr Fahrrad alleine zu reparieren. Für Stuttgart kann ich empfehlen, mit dem Rad zur Fahrradwerkstatt des ADFC oder in eine andere zu gehen, wo einem bei der Reparatur geholfen wird. 

27. März 2026

Trotz Durchfahrtssperre Autochaos auf der Fahrradstraße

Auf der Böblinger Straße wird am Südheimer Platz die Stadtbahnhaltestelle verlängert. Deshalb ist sie dort gesperrt. Autofahrende werden im Vorfeld umgeleitet. 

Das allerdings interessiert sehr viele Autofahrende überhaupt nicht. Sie fahren trotz unübersehbarer Sperren und Verbotsschilder durch die Burgstallstraße und blockieren die Fahrradstraße für Radfahrende. 

Sie blockieren natürlich auch sich selbst, weil die Straße für diese Massen an Autos im Gegenverkehr gar nicht ausgelegt ist. Und sie zwingen dann Radfahrende anzuhalten und abzuwarten, bis der eine Autofahrer rückwärts rangiert hat, der andere über den Gehweg ausgewichen und der dritte in eine Einfahrtenlücke gefahren ist. Das geht jetzt seit Montag so. Und in den ersten Tagen muss das Chaos perfekt gewesen sein, bis hin zu Staus. Das wird auch noch ganz lange so gehen, denn die Baustelle auf der Böblinger Straße soll noch Monate dauern. Der illegale Autoverkehr wird vermutlich etwas weniger werden, aber nicht aufhören. Es sei denn, die Polizei würde sich da mal ein paar Abende zwischen 17 und 17:30 Uhr hinstellen, was wir Radfahrende ja kaum zu träumen wagen. 

25. März 2026

Radfahrtypen

Die Niederländer:innen haben zwei verschiedene Worte für Leute auf Fahrrädern. 

"Wielrenners" radeln in Spezialkleidung mit Helm und vielleicht Sicherheitswesten sportlich und so schnell wie möglich. "Fietsers" sind diejenigen, die in moderatem Tempo, Normalkleidung und ohne Helme und Sicherheitswesten ihre Alltagswege in der Stadt zurücklegen. Wir haben vor allem die Negativ-Begriffe  "rasende Radler". "Ramboradler" und "Kampfradler". Na gut, auch wir kennen den Begriffe "Alltagsradler:in", "Radpendler:innen" oder "Freizeitradler:innen". 

In der Regel amüsiert man sich in den Niederlanden oder auch in einer Radfahrstadt wie Kopenhagen über unsere Neigung, für Alltagswege Sportkleidung und Outdoorausrüstung zu tragen. Herren, die im Anzug Rad fahren, sind bei uns selten, Frauen in Röcken oder eleganten Kostümen noch seltener. Häufig sind die Fietsers bei uns semisportlich ausgerüstet mit reflektierenden Jacken und Jeans, manche mit Sicherheitswesten über dem Mantel. Und wir fahren (fast) alle gerne ziemlich schnell. Auch das unterscheidet uns von Radfahrnationen. Uns fehlt das noch ein bisschen Radkultur. 

23. März 2026

Radverkehr bleibt im Fußverkehr stecken

Eine wichtige Radroute in Stuttgart wird zunehmend untauglich für den Radverkehr. Es handelt sich um die Strecke zwischen König-Karls-Brücke (Wasen) und Hofen auf dem Neckardamm. 

Seitdem die Wilhelmsbrücke gesperrt ist, bleiben Radfahrende zwischen neuem Rosensteinsteg und Einmündung Wilhelmsbrücke im Fußgängerverkehr stecken. Wobei diese Strecke ohnehin nur als Gehweg mit Radfreigabe ausgewiesen ist, also nicht im Radpendlertempo befahren werden dürfte, sondern nur in Schrittgeschwindigkeit. Das war schon immer völlig wirklichkeitsfremd, weil man auf so langen Strecken wie dem Neckardamm nicht Schrittgeschwindigkeit radeln kann. Solche Anordnungen zwingen Radfahrende deshalb systematisch in die Illegalität. Die Wilhelmsbrücke war die wichtigste Fuß-Verbindung zwischen Cannstatter Vorstadt und Cannstatter Altstadt. Jetzt müssen alle Fußgänger:innen den neuen Steg anstelle der abgerissenen Rosensteinbrücke benutzen. Das führt dazu, dass sie nun massenhaft auf dem links und rechts der Bäume zweigeteilten Gehweg zwischen Steg und Wilhelmsbrücke unterwegs sind (Foto oben). Das ist selbstverständlich ihr gutes Recht. Sie haben genug Nachteile und Umwege durch die Sperrung der Wilhelmsbrücke. 

21. März 2026

Pedelecs während des Einkaufs aufladen

Die Outdoorausrüster Vaude hat seinen Fabrikverkauf in Obereisenbach bei Tettnang im Schwäbischen Allgäu. Der Parkplatz ist riesig. Aber es gibt auch Radabstellanlagen. 

Und seit neuestem gibt es zudem neben der Reparaturstation auch drei einfache Ladestationen für Pedelecs. Laden kann man während der Öffnungszeiten mit hauseigenem Solarstrom, muss aber das eigene Ladekabel dabei haben. Das Element entspricht dem, das hier angeboten wird. Die blauen Boxen sind übrigens für Akkus zu eng, sie dienen der regengeschützten Aufbewahrung des Ladegeräts, das man darin fixieren kann, damit es niemand klaut.  

Man stöpselt hinten in der Steckdose ein, legt das Ladegerät in die Box und zieht vorne durch ein verschließbares Loch das Kabel zum Fahrradakku. 

Ein einfaches System, dass immerhin noch einen knappen Tausender gekostet haben dürfte. 





19. März 2026

So sieht es mit dem Radverkehr in Stuttgart aus

Stuttgart baut seit 15 Jahren die Radinfrastruktur aus mit dem erklärten Ziel, den Radverkehr bis 2030 auf 25 Prozent beim Modal Split zu steigern. 

Schließlich hat es 2019 auch einen Zielbeschluss des Gemeinderats dazu gegeben. Anfang März veröffentlichte die die Stadt einen langen Bericht. Demzufolge konnte der Radverkehr zwischen 2017 und 2023 stadtweit trotz aller Bemühungen nur von 8 auf 9 Prozent gesteigert werden. Das ist das Ergebnis einer Befragung, bei der die teilnehmenden Haushalte für einen bestimmten Stichtag danach gefragt werden, welche Wege sie wie zurückgelegt haben. In der Woche radeln demnach deutlich mehr Menschen als am Wochenende, was dafür spricht, dass Fahrräder für Alltagswege genutzt werden, für Fahrten zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen. 2017 war der Freizeitradelverkehr noch höher. Das Deutschlandticket hat es den Leuten wohl erleichtert, ihre Wochendausflüge mit dem Zug zu machen. Außerdem wurden in Stuttgart vor allem Alltagsradrouten ausgebaut. Allerdings ist 2023 ja nun auch schon wieder drei Jahre her. Die Zahlen sind also nicht aktuell. 

17. März 2026

Umlaufsperren oft nicht mehr zeitgemäß

Zwei Sperrgitter, jeweils eines nach links und eines nach rechts versetzt, sollen in der Regel verhindern, dass Kinder aus seinem Seitenweg heraus auf eine Fahrbahn laufen oder Radfahrende zu schnell auf einem querenden Weg fahren. 

Sie dienen dazu, Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern drastisch runterzubremsen. Das kann an einigen Stellen durchaus nötig und sinnvoll sein. Für Menschen mit Kinderwagen oder in Rollstühlen stellen sie dabei jedoch oft ein Hindernis dar, das nicht einfach zu überwinden ist. Auch mit breiten Fahrrädern, etwa Dreirädern und Lastenrädern oder mit Rädern mit Kinderanhängern kommt man zuweilen kaum oder gar nicht durch. Die Stadt Osnabrück will zahlreiche Wege wieder besser nutzbar machen (auch für den Radverkehr) und darum überprüfen, ob die Umlaufsperren zu eng sind und nicht mehr den heutigen Anforderungen an Berrierefreiheit entsprechen oder ob sie ganz weg können, und ruft die Bevölkerung dazu auf, Probleme zu melden. 270 Ulaufsperren sind der Stadt Osnabrück bekannt, es könnte aber noch mehr geben, von denen die Stadt nichts weiß. 

Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr in einem Erlass festgestellt, dass Sperrpfosten und Umlaufgitter auf Radverkehrsflächen eine Gefahr darstellen und entfernt werden sollen.

16. März 2026

Richtige Haltung auf dem Fahrrad testen

Wer sich zeigen lassen will, welche Haltung auf dem Fahrrad die richtige ist, kann sich morgen, Dienstag, ab 17 Uhr in der Villastraße 14 einfinden. 

In der Fahrradwerkstatt Alf Cycling Bar lädt Eurorad zu einem kostenlosen Event ein. Experten von Canyon wollen Einblicke geben und ein Gewinnspiel machen. Verpflegung gibt es auch. Es richtet sich an alle Fahrradinteressierten. Hier kann man sich anmelden. (Datum der Veranstaltung: 17.03.2026)

Vielleicht sehen wir uns ja. 




15. März 2026

Radweg ohne Nutzungspflicht mit neuem Schild

Oberhausen hat ein neues Schild eingeführt, um Radfahrenden und vor allem Autofahrenden zu zeigen, dass der Radweg nicht benutzungspflichtig ist, man also auch auf der Straße radeln kann. 

Darüber berichtete der SWR. Grund ist, dass diese alten Radwege auf Gehwegen neben den Fußgängerbereichen und in der Dooringzone der Beifahrenden oft nicht gut sind, zu schmal, zu holprig und eben auch zu gefährlich. Deshalb steht an ihnen auch nicht mehr das blaue Radwegschild. Radfahrende dürfen auch die Fahrbahn benutzen. Das aber scheinen etliche Autofahrende nicht recht eingesehen zu haben, sie gingen davon aus, dass Radfahrende auf diese Gehwegflächen mit anderem Pflaster gehören. Es gab Streitereien. Manche Autofahrende meinen ja auch, Radfahrende würde Radwege nicht benutzen, sie wissen nicht, dass manche nicht benutzt werden müssen, weil sie schlecht und gefährlich sind. Das Verkehrszeichen soll die Verhältnisse erklären. 

Eine gute Idee, finde ich. Ein ähnliches Schild würde auch bei fürs Radfahren nur freigegebenen Gehwegen helfen, Autofahrenden klar zu machen, dass die keine Radwege sind und Radfahrende auf der Fahrbahn radeln dürfen. 

Das Foto stammt vom Service-Port der Stadt Oberhausen und wurde von Tom Thöne gemacht. Auf das Thema aufmerksam gemacht hat mich Blogleser Hans-Jürgen. 



13. März 2026

Wie soll der Vorplatz am Hauptbahnhof aussehen?

Der Arnulf-Klett-Platz zwischen Hauptbahnhof und Königstraße muss neu gestaltet werden, wenn der Bahnhof fertig ist. Privatautos sollen nicht mehr fahren, dafür sollen Fußgänger:innen und Radfahrende Platz bekommen. 

Und der Busverkehr bleibt. So die Stadt Stuttgart. Die Verlegung des City-Rings ist bereits beschlossen. Der Autoverkehr soll nicht mehr vor dem Hauptbahnhof vorbei rauschen. Was auch dem Radverkehr eine Chance gibt. 

Bisher gibt es nur diese Visualisierung der Stadt Stuttgart. Aber so wird das hoffentlich nicht aussehen. Der Wettbewerb, der ausgeschrieben werden soll (GRDrs-156/2024), wird hoffentlich ein Konzept zeigen, das dem Klimawandel - vor allem der Überhitzung der Städte - gewachsen ist und für den Radverkehr ernstzunehmende Streckenführungen bringt. Allerdings gibt es hier unterirdische Bauten (Stadtbahnhaltestellen, S-Bahn und Klettpassage), weshalb man nicht so einfach Bäume pflanzen kann. Dennoch ist eine Pflastersteinwüsste nicht mehr zeitgemäß.  Und ob der Autoverkehr wirklich bis zur Einmündung Lautenschlagerstraße geführt werden muss, stelle ich auch in Frage. Die Lautenschlagerstraße braucht man für den privaten Autoverkehr als Durchgangsstraße zum Bahnhof eigentlich auch nicht. Es gibt andere Möglichkeiten von ihr abzufahren. Den Ladengeschäften dort täte eine Fahrradstraße (ohne Pkw-Freigabe) und Fußgängerzone gut. 

11. März 2026

Neue Weinsteige dauert noch

Seit ungefähr sechs Jahren wird die Stützmauer an der Neuen Weinsteige erneuert und in diesem Zuge ein breiter Gehweg angelegt, der auch für den Radverkehr bergauf freigegeben werden soll. 

Fertig sollte das Ganze 2024 sein und begleitet wurden die Baumaßnahmen nicht nur von temporären Verengungen der zwei Richtungsfahrbahnen auf der Neuen Weinsteige in eine und zahllosen Diskussionen mit Anwohnenden, die um Parkplätze kämpften und gegen einen "Radweg" waren, befeuert auch von Artikeln der Stuttgarter Zeitung gegen die Millionen die für einen Radweg ausgegeben werden sollten. Was alles falsch war. Denn ein Radweg war nie geplant, aber der Gehweg muss hergestellt werden und zwar in begehbarer Breite. Denn seit Jahren wird er von Autos so zugeparkt, dass man buchstäblich nicht drauf gehen kann. Richtig teuer wird es wegen der Parkplatzbuchten, die extra hergestellt werden, damit es noch ein paar öffentliche (kostenlose) Autostellflächen gibt. Derzeit ruht die Baustelle, die im Lauf der Jahre von oben nach unten gewandert ist, wieder. Laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung (Bezahlschranke) ist die Baufirma insolvent und es muss eine neue gesucht werden. Im Frühjahr soll weiter gearbeitet werden. Deshalb haben Autofahrende derzeit nur eine Richtungsfahrspur zur Verfügung. Radfahrende natürlich auch, falls sie hier hoch radeln, was allerdings selten ist  und bei zwei Richtungsfahrspuren wesentlich angenehmer als bei nur einer. 

9. März 2026

Handzeichen im Straßenverkehr

Radfahrende müssen Handzeichen geben, bevor sie abbiegen. Übrigens nur davor und nicht während des ganzen Abbiegevorgangs. 

Inzwischen ist es erlaubt, das Handzeichen durch eine Blinkeranlage am Fahrrad zu ersetzen. Aber es gibt noch andere Handzeichen mit denen man kommunizieren kann. Im Autoverkehr ist der Einsatz von Handzeichen weitgehend verloren gegangen, weil man sich gegenseitig hinter getönten Scheiben nur noch schlecht sieht. Und wenn ich beim Ranradeln an eine Kreuzung nicht sehe, ob ein Autofahrer, der von rechts kommt und anhält, mich durchwinkt, dann bremse auch ich und halte an. Und wenn ich schon stehe, dann warte ich solange, bis er losfährt, was manche Autofahrende nicht kapieren, weshalb ich dann winke. Denn sollte der Autofahrer plötzlich doch fahren, während ich glaube, er hält, und selber fahre, kann ich mich vor Gericht nicht darauf berufen, dass ich den Eindruck hatte, er wolle mich durchlassen, weil er stand. Ich muss sein Handzeichen deutlich gesehen haben. Und selbst dann kann der Autofahrer oder die Fahrerin leugnen. 

Juristisch ist es so, dass man mit einem Handzeichen, mit dem man auf die eigene Vorfahrt verzichtet, eigenmächtig die Verkehrsregeln außer Kraft setzt. Dazu ist man als Privatmensch nicht befugt. Der andere, dem man etwas gewährt, kann sich also nicht darauf berufen, wenn es wegen eines Missverständnisses dann doch zu einem Zusammenstoß kommt. Für ihn gelten immer die Verkehrsregeln. Deshalb nehme ich es so gut wie nie an, wenn ein Autofahrers an einer Kreuzung anhält und mir Vorfahrt gewährt, obgleich ich sie nicht habe. Das ist zwar nett, aber sich an die gültige Verkehrsregel halten (rechts von links) wäre für mich einfacher. Ich bin auch schon mal von einem Autofahrer umgenietet worden, bei dem ich dachte, er habe mich gesehen. 

Mein Dankeshandzeichen hingegen, sehen Autofahrende sehr deutlich, etwa, wenn sie mir in beidseits zugeparkten Straßen Vorrang geben (und in einer Einfahrtenlücke warten). 

7. März 2026

Körschtalbrücke soll Radweg bekommen

Die Körschtalbrücke zwischen Möhringen und Fasanenhof ist marode und muss erneuert werden. Sie ist bisher eine reine Autobrücke. Das soll sich ändern. 

Beim Neubau soll die Forderung des ADFC und des Gemeinderats erfüllt werden, neben der Fahrbahn einen Geh- und Radweg anzulegen. Dann kommt man zu Fuß und mit dem Fahrrad direkt von Möhringen zum Fasanenhof, ohne ins Körschtal hinunter und drüben wieder hinauf radeln oder gehen zu müssen. Wie die Stuttgarter Zeitung meldete, hat das Landesverkehrsministerium klargestellt, dass auf der Westseite der neuen Brücke ein vier Meter breiter Betriebsweg angelegt werden soll, der als Geh- und Radweg genutzt werden kann. Allerdings muss die Stadt die Zuführungen zur Brücke für den Rad- und Fußverkehr selber planen und bauen. Die Entwurdsplanung für die Brücke soll im Sommer abgeschlossen sein, und wenn der Bund das Ganze genehmigt, kann mit dem Bau frühestens 2028 begonnen werden. Die Kosten für die Schnellstraßenbrücke werden auf 35 Euro Millionen geschätzt. 

5. März 2026

Wann kommt denn nun Tempo 30 in Stuttgart?

In der Fachzeitschrift "Straßenverkehrstechnik" ist in der Ausgabe 1/2026 ein Stadtentwicklungskonzept für Stuttgart veröffentlicht worden, das sich mit der Einführung von Tempo 30 auf den meisten Straßen Stuttgarts beschäftigt. Für Geschäftsstraßen mit viel Fuß- und Radverkehr soll Tempo 20 gelten. 

Das hat die Stuttgarter Zeitung  (Bezahlschranke) veranlasst, zu fragen, ob OB Nopper das Gutachten gegenüber dem Gemeinderat zurückhält. Denn vorgelegt wurde es noch nicht. Die Verwaltung antwortete, dass die Detailuntersuchungen noch nicht abgeschlossen seien und ein Konzept vor der Sommerpause vorgelegt werde. Das scheint aber so nicht ganz richtig zu sein, denn - wie die Stuttgarter Zeitung (SPlus)  anschließend berichtet - hat die beauftragte Planungsgesellschaft das Gutachten bereits im September 2024 fertig gestellt (siehe auch hier). Gemeinderatsmitglieder fordern jetzt, dass es vorgelegt wird. 

Dass OB Nopper gegen Tempo 30 ist, ist bekannt. 2022 hatte der Gemeinderat gegen seinen Willen beschlossen, dass Stuttgart der Städteinitiative für Tempo 30 beitritt. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Städten ist nicht nur gut für den Autoverkehrsfluss, für Radfahrende und für den Lärmschutz, es rettet vor allem Leben. In Stuttgart wurden im vergangenen Jahr 9 Menschen im Straßenverkehr getötet, darunter sechs Fußgänger:innen. In Helsinki gab es dagegen kein einziges Todesopfer, denn dort hat man den Autoverkehr verlangsamt. 

Der ADFC Stuttgart hat zum noch nicht ganz bekannten Stadtgeschwindigkeitskonzept eine Stellungnahme vorgelegt und an die Politik geschickt, in dem er das Konzept begrüßt. Auch Tempo 20 seien für Radfahrende in stark von Fußverkehr benutzten Straßen akzeptavel (in der Tübinger Straße beim Gerber haben wir das ja schon).  

3. März 2026

Feldwege sind keine Alternative zum Flughafentunnel

Seit 2021 beschäftigt der Flughafentunnel und die Befahrbarkeit mit dem Rad das Bündnis Filder intensiv. Nun ist der Tunnel für sieben Monate für jeglichen Verkehr gesperrt, weil er renoviert werden muss. 

Radfahrende wünschen sich, dass sie die kurze Verbindung zwischen Bernhausen/Filderstadt und Plieningen/Stuttgart unter dem Flughafen Echterdingen hindurch problemlos nutzen können. Aber für einen Radweg neben zwei Richtungsfahrbahnen ist kein Platz. Der Autoverkehr müsste auf eine Richtungsfahrspur verzichten. Dafür gab es bisher keine politische Mehrheit. Deshalb hat man den Radfahrenden eine Ertüchtigung der Feldwege um den Flughafen herum versprochen. Das aber ist illusorisch. Die Strecke ist zeitweise schlicht nicht befahrbar, weil die Wege auch landwirtschaftlich genutzt werden. 

1. März 2026

Begegnungskurve auf Radweg entschärft

Auf der Hauptradroute 1 in Kaltental beim Vogelsang hat die Stadt den Schwenk des Zweirichtungsradwegs hergerichtet. 

Entschärft wurde vor allem die Ecke bei der Einfahrt in die Verschwenkung stadtauswärts (Foto unten). Die Grünflächen-Spitze mit Bordstein ist weg. Man fährt also sehr viel leichter rein. Andere Änderungen gegenüber vorher sind schwerer zu erkennen. Breiter scheint der Weg nicht geworden zu sein, auch der Kurvenradius ist nicht flacher geworden. Die Bordsteine sehen teils neu gesetzt aus. Der Gulli, der sich da am Rand befindet, war vorher auch dort am Rand. Und die Kanalabdeckung (Foto oben) befindet sich immer noch mitten auf der Fahrspur stadteinwärts.