31. Mai 2023

Kurze Mitteilung zum Stand der HRR1 und Außengastro Oper

Die Stuttgarter Zeitung meldet, das Ganze sei gelöst. Die Außengastro könne stattfinden, die Radroute bleibe ungeschmälert im Schlossgarten. 

Der Zeitungsmeldung zufolge hat sich Oberbürgermeister Nopper mit dem Ministerium für Wirtschaft und Kunst, dem Theater und dem Ordnungsamt darauf geeinigt, dass die Tische und Stühle nach hinten neben die Treppe der Oper gerückt werden, dorthin wo das Schillerstandbild steht, das vermutlich die meisten von uns noch nicht bemerkt haben. Es sollen nicht mehr 144, sondern nur noch 120 Menschen sich da hinsetzen können. Diverse Container für die Bewirtung müssen auch noch untergebracht werden. 

Die Führung der Hauptradroute 1 auf der anderen Seite entlang der B14 oder gar auf einer Spur der B14 sei nicht möglich. Dem Autoverkehr darf von seinen acht Spuren keine einzige weggenommen werden. Deshalb war die Außengastro nach den ursprünglichen Plänen der Staatstheater nicht möglich. Nun muss sie kleiner werden, damit der Autoverkehr dem Radverkehr keine Spur abtreten muss. Ob es mit der abgespeckten Variante und dem Rad- und Fußverkehr klappt, wird sich zeigen. 

Ich kenne die genauen Pläne noch nicht und weiß nicht, wie weit die Außengastro in die bisherigen Fahrlinien der Radler:innen hineinragt. Es gibt zwei Gemeinderatsanträge, darunter einen der Grünen, die beide die Außengastro für unvereinbar mit der Hauptradroute halten und eine Verlegung der HRR1 auf die andere Seite auf die B14 und eine Behandlung im zuständigen Ausschuss für Städtebau (STA) fordern. 

Der Schlossgarten allerdings gehört dem Land. Und das kann die Dinge dort so ordnen, wie es das für richtig hält. Der Einfluss des Gemeinderats ist offensichtlich sehr begrenzt. Wir Radfahrenden haben dann ab 30. Juni Gelegenheit zu testen, ob wir uns auf engerer Fläche durch deutlich mehr Fußverkehr schlängeln müssen oder ob das nicht so ist. 

30. Mai 2023

Es gibt noch einen Weg

Man kann vom Cannstatter Wilhelmsplatz stuttgartwärts ampelfrei zum Radweg auf der König-Karls-Brücke kommen. Das ist aber nur wenigen bekannt. 

Wenn man die Hauptradroute 1 von Fellbach nach Stuttgart radelt, wird man kurz vor dem Wilhelmsplatz über eine indirekte Linksabbiegestelle über die Daimlerstraße und diverse Kreisverkehre zum Neckar und zum Radweg auf der König-Karls-Brücke geleitet. Der Weg ist häkelig und derzeit von Bussen verstopft. 

Wer das nicht will oder diesen Abzweig verpasst hat, radelt mit den Autos zweispurig über den Wilhelmsplatz auf die Ampelanlage an der Schönestraße zu. Dahinter darf man mit dem Rad nicht mehr fahren, es gibt ein Verbotsschild. Wir müssen also irgendwie nach links rüber zum Radweg auf der Brücke. Wir können das Rad auf den Gehweg heben, uns an dem Fußgängerüberweg aufstellen, lange warten und dann rüber radeln. Aber das geht auch anders. 

28. Mai 2023

Wen schützen wir eigentlich vor was?

Eine dicke Doppelleitplanke zwischen Radweg und Autostraße verengt den Radweg zu einem Nadelöhr. Und das nur, um Raser in Autos vor einem Sturz in einen Bach zu bewahren. 

Wir mir ein Blogleser und wie die ZVW (Bezahlschranke) berichtet, befindet sich die Stelle auf dem linksseitigen Radweg der Schorndorfer Straße, wenn man aus Waiblingen Richtung Freibad hinausradelt. Nachdem man das Freibad passiert und die B14 unterquert hat, kommt man an den Schüttelgraben. Dort fließt ein Bächlein unter der Straße durch. Hier befanden sich schon immer Leitplanken und die wurden erneuert: massiv und in doppelter Ausführung wie die Mittelleitplanke einer Autobahn. Offenbar, damit Autos nicht in den Schüttelgraben schanzen. Ertrinken würden ihre Fahrer:innen allerdings im Bach nicht. Und dass das passiert, ist auch eher unwahrscheinlich, denn einerseits darf hier nur 60 gefahren werden und andererseits liegt das Bollwerk in der Innenkurve, und die meisten trägt es aus der Kurve raus. Laut Zeitungsbericht lehnt das Amt einen Rückbau ab, weil "das Fahrzeugrückhaltesystem primär dem Autoverkehr und sekundär dem Radverkehr" diene. 

Um den Schutz von Radfahrenden geht es definitiv nicht. 

26. Mai 2023

Der Autoverkehr als Naturgewalt

Der Autoverkehr sei wie Wasser, höre ich, wenn es um die Verengung einer Fahrbahn für Autos geht, er suche sich seinen Weg dann eben durch die Nebenstraßen. 

Der Autoverkehr als Naturgewalt. Nicht nur die Presseleute, sondern auch Planer:innen gebrauchen gern Wasser- und Medizin-Metaphern. Da wird von "Durchfluss", Flaschenhälsen", "Abfluss", "Verkehrsfluss" oder "Autoflut", aber auch von "Verkehrsadern" oder dem "Verkehrsinfarkt" geredet. Unnötig zu sagen, dass in all diesen Sprachbildern das Wort "Verkehr" nur für den Autoverkehr steht, nicht aber für den Rad- oder Fußverkehr. 

Wenn wir den Autoverkehr mit Wasser gleichsetzen, dann tun wir so, als säßen in den Autos keine Menschen, die Entscheidungen treffen. Ihre Rolle als Aktive, als Täter, wird ausgeblendet. Wasser folgt immer der Schwerkraft. Der Autoverkehr fließt aber nicht gezogen von einer äußeren Kraft, sondern wird geschoben durch Menschen mit Füßen auf dem Gaspedal und verbraucht dabei Treibstoff. Autofahrende überlegen sich, wie und wo sie fahren wollen. Sie entscheiden sich zwischen Stecke A oder B. Und diese Entscheidungen sind keineswegs die, die dem Verhalten von Wasser entsprechen (siehe Verkehrsverpuffung und Braess-Paradoxon). Wenn man nun den Autoverkehr mit einem Fluss gleichsetzt, scheint es der Politik notwendig, ein Bett zu bauen, dass ihn am Fließen hält. Diese Metaphern schaffen ein Frame (einen Assoziationsrahmen), der uns dem Autoverkehr ausliefert. Und wenn die Flut kommt, dann rette sich, wer kann. (Siehe: Grenzenlose Mobilität und fließender Verkehr)

Sprachbilder aus dem Bereich der Biologie machen die Rettung des Autoverkehrs zusätzlich dringlich. Es scheint, als ob der Straßenverkehr ein empfindlicher Organismus wäre, dessen Leben es zu retten gelte. In seinen Arterien stock es, weshalb ein Bypass nötig wird, damit es nicht zum Verkehrsinfarkt kommt. An dem dann wer genau stirbt? 

24. Mai 2023

Sonntags herrscht Autoanarchie in Stuttgart

Am vergangen Sonntag war Flohmarkttag. Und alles rundum war zugeparkt. 

Vermutlich können nur in Stuttgart Autofahrende damit rechnen, dass sie ihr Auto unmittelbar an und im Flohmarkt abstellen können, illegal und ungestraft. 

Die von der Stadt rund um den Karlsplatz aufgestellten Halteverbotsschilder (teils verdreht) kümmerten niemanden. Wozu auch in Parkhäuser fahren: Es war ja niemand unterwegs, der/die die Falschparker aufschrieb. Und sie standen überall: An den Wänden des Alten Schlosses, entlang der Münzstaße, im Dorotheenviertel in der Fußgängerzone, entlang der Sitzelemente in der Dorotheenstraße, eigentlich auf jeder freien Fläche. Und keinen dieser Parkplätze gibt es, keiner ist legal, überall ist parken verboten. 

Was für ein trostloser Anblick! 

23. Mai 2023

Außengastro totgefahren

Weil der Autoverkehr keine Fahrspur hergeben soll, kann eine Radroute nicht verlegt werden, weshalb die Staatstheater keine Außengastronomie im Schlossgarten machen können. Das ist Stuttgart.

Der Autoverekehr muss rollen, dahinter muss alles andere zurückstehen. Menschen dürfen sich nicht im Park an Tische setzen und essen und feiern. Denn dort geht die Hauptradroute 1 lang, und die müsste dann verlegt werden. Ein schneller Vorschlag der Grünen war, dass man auf der B14 eine der beiden seitlichen Spuren wegnimmt und auf ihr einen Zweirichtungsradweg anlegt, der vom Parkplatz Landtag in die Straße zwischen Theater und Katharinen-Stift verläuft. Nein, sagt die Verkehrsbehörde der Stadt Stuttgart. Weil die B14 in der Unterführung wegen Baumaßnahmen demnächst nur noch eine Richtungsspur gen Heslacher Tunnel zur Verfügung habe, brauche man oben vor dem Theater zwei Fahrspuren für die Autos. Sonst breche der Autoverkehr zu sammen, und Busse stünden im Stau. Der Kompromissvorschlag, die Route über Parkplätze (die weggkommen) und die Anlieferstraße am Kulissengebäude zu führen, wurde vom Ordnungsamt, Polizei und dem ADFC verworfen. Der Anlieferverkehr sei zu gefährlich für Radfahrende. Tausende Radler:innen täglich eng an Tischen vorbeizuschicken, kann man aber weder Fußgänger:innen noch Radfahrenden zumuten. 

Keine Lösung, Keine Idee. Aus die Maus.

Das muss man sich nun bewusst machen: Der dem Autoverkehr zugebilligte Anspruch auf drei bis vier Fahrspuren in eine Richtung verhindert, dass Menschen im Park sitzen und essen und trinken und dass Radfahrende zugleich eine Routenführung außerhalb des Parks zwischen Eckensee und Oper bekommen. Das ist Herrschaft des Autos über alle anderen Interessen von Menschen in einer Stadt. Das ist Stuttgart. 

Nachbemerkung für alle, die sich in Stuttgart nicht auskennen:

22. Mai 2023

Nur ein Drittel der Radfahrenden ist misstrauisch

Solche Radwege gehören zu den gefährlichsten Wegen für Radfahrende. Der Radweg ist durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt. Autofahrende können nach rechts einbiegen. 

Der Kurvenradius - hier an der Heilbronner Straße bergauf - ist so weit, dass Autofahrende vor dem Abbiegen kaum abbremsen müssen. Sie können praktisch mit Tempo 40 in die Seitenstraße reinschießen. 

Radfahrende haben hier Vorrang, weil sie geradeaus fahren. Auf dem Asphalt ist ein Radstreifen aufgemalt. Aber auch wenn er rot markiert wäre, für Autofahrende macht das keinen großen Unterschied. Wenn sie nicht auf Radfahrende achten wollen, dann sehen sie sie nicht. Nur wenige Autofahrende nehmen uns Radler:innen im Seitenraum (also auf dem Gehweg) wahr, für sie kommen wir unvermittelt, wenn sie abbiegen, wie aus dem nichts. Sie haben uns vorher nicht gesehen, und wir sind schneller auf der Fahrbahn als Fußgänger:innen. 20 Prozent aller Zusammenstöße mit einem Fahrrad haben mit falschem Abbiegen der Autofahrenden zu tun. Ungefähr 10.000 Menschen werden jedes Jahr verletzt, weil Autofahrende ohne zu gucken abbiegen, ungefähr 140 Radfahrende oder Fußgänger:innen werden dabei getötet, wobei zu 90 Prozent Radfahrende die Opfer sind. Es empfiehlt sich also, dass wir Radfahrende uns vergewissern, ob da ein Auto kommt, dessen Fahrer oder Fahrerin womöglich - auch ohne zu blinken - abbiegen will. Ein solcher Zusammenstoß (Autofahrer wollte über den Radfahrestreifen auf ein Grundstück einbiegen) hat sich am vergangenen Dienstag auf der Waiblinger Straße ereignet. In Leinfelden-Echterdingen gab es Anfang des Monats einen ähnlichen Zusammenstoß. Es passiert also oft. 

Dennoch: Nach links scheinen nur knapp 30 Prozent der Radfahrenden zu schauen.

20. Mai 2023

Fellbach rollt den roten Teppich aus

Seit Montag ist die Bahnstrecke Stuttgart Waiblingen gesperrt, es rollen Ersatzbusse und es rollt der Radbus des ADFC. 

Damit die Pendler:innen mit dem Fahrrad es wirklich bequem haben, hat die Stadt Fellbach sofort, also noch am Samstag vor Beginn der Bahnsteckensperrung, rote Teppiche für den Radverkehr ausgerollt. Die Fotos wurden mir von Blogleser Martin zugeschickt und zeigen in Fellbach die Kreuzung Stuttgarter Straße/Bahnhofstraße. Und sie zeigen, dass am Samstag gearbeitet wurde. Die Bauarbeiter haben der Veröffentlichung der Fotos ausdrücklich zugestimmt. Sie sind stolz auf ihre Arbeit. 

Der ADFC bietet seit Montag geführte Radfahrten an für alle, die zwischen Waiblingen und Stuttgart pendeln und nicht aufs Auto umsteigen und nicht in den Bussen fahren wollen. Eine wirklich gute Sache. So gelingt die Verkehrswende. 

18. Mai 2023

Gruselig und gefährlich - Busse aus der Kleemannstraße

Ich bin sparsam mit dem Wort "gefährlich", aber bei dem was gerade an der Kleemannstraße in Cannstatt abgeht, kann ich nicht anders. 

Am Dienstag, dem 16. Mai, am zweiten Tag des Schienenersatzverkehrs nach Waiblingen, hat es dort am Mittag den Zusammenstoß eines Busses mit einem Fahrrad gegeben. Der Fahrer eines der Ersatzverkehrsbusse wollte aus der Kleemannstraße auf die König-Karl-Straße unter den Bahntunnel einbiegen. Offenbar kam ein Radfahrer aus seiner Sicht von rechts. Den hat er nicht gesehen und angefahren. Das belegt ein Foto. (Hier der Bericht der Stuttgarter Nachrichten mit dem Foto, leider hinter der Bezahlschranke.) Und ich selber konnte gestern (Mittwoch) sehen, wie so ein Unfall mit einer Fußgängerin zustande kommt; zum Glück hatte sie einen Schutzengel, der Busfahrer hätte sie nicht gesehen. 

16. Mai 2023

Laufräder für Erwachsene

Es ist faszinierend, wie leicht es eigentlich ist, Menschen mobil zu erhalten, die nur noch schlecht gehen können. Zwei Räder helfen viel. 

Laufräder für Kleinstkinder kennen wir seit Jahren. Und immerhin war die Draisine auch nichts anderes als ein Laufrad. Erstaunlich, wie lange wir gebraucht haben, es erneut zu erfinden. Hier die sportliche Variante, die aber wohl nie in Serie ging. 

Warum soll es nicht auch vor allem für diejenigen Menschen eine wunderbare Gehhilfe sein, die es mit dem Knie oder der Hüfte haben oder aus anderen Gründen nicht lange laufen oder stehen können? Auf Laufrädern kommt man zum Einkaufen oder einen ganzen Tag lang über ein Messegelände. Man kann sich durch lange Gänge des Büros bewegen, an Stehkonferenzen teilnehmen, über Märkte schlendern, Spazierengehen, auf der Gasse ein Schwätzchen mit Bekannten halten. Man sitzt, aber man bewegt sich auch, ohne die Gelenke zu allzu sehr zu belasten. Rechtlich ist das Laufrad übrigens dem Fußgänger gleichgestellt, man ist auf Gehwegen unterwegs. 

14. Mai 2023

Die fahren doch alle bei Rot!

Sowohl Autofahrende als auch Radfahrende und Fußgänger:innen begehen Rotlichtverstöße, und zwar in ungefähr ähnlicher Menge. 

Aber anders als Autofahrende und Fußgänger:innen werden Radfahrende mit drei verschiedenen Ampelsystemen konfrontiert: der Autoampel (hoch oben und groß), der Radlerampel (klein und weiter unten, dafür oft nicht in Blickrichtung) und der Fußgängerampel mit Radzeichen (auf der anderen Straßenseite stehend und ohne Gelbphase). Sie müssen an jeder Kreuzung herausfinden, welche Ampel für sie gilt. 

Auch Autofahrende halten ungern an roten Ampeln. Sie heizen frappierend häufig bei schon Rot noch durch, sogar dann noch, wenn die Ampel schon mehr als 1 Sekunde auf Rot steht. In Berlin passiert das an 19 Ampeln mit Blitzer ca. 5 Mal am Tag. Rechnet man das auf die 2000 Ampelanlagen hoch, dann sind es schon 10.000 Mal.  Statistiken zu Unfällen nach Rotlichtverstößen von Autofahrenden habe ich nicht gefunden. Für den Radverkehr hat der ADFC Berlin gerechnet: In Berlin waren im Jahr 2015 Radfahrende für 229 Unfälle verantwortlich, weil sie eine rote Ampel missachteten. Dies sei ein Anteil von 3 Prozent, also sehr wenig. Auch eine solche Rechnung gibt es für den Autoverkehr nicht. Autofahrenden werden Rotlichtfahrten ja auch nicht so laut und vehement vorgeworfen wie Radfahrenden, obgleich sie häufig geschehen und lebensgefährlich für Radfahrende und Fußgänger:innen sind. Wenn Menschen hinterm Steuer ein Rotlicht nicht sehen oder nicht darauf achten, dann sterben Menschen, so wie hier oder hier.

Auch Fußgängerinnen gehen gern bei Rot. Der Rotlichtverstoß eines Fußgängers ist aber nicht zu vergleichen mit dem Rotlichtverstoß eines Autofahrers. 

12. Mai 2023

Die Literatur-Radtour mit Joachim Zelter und Christine Lehmann

Sie beginnt am Sonntag, dem 21. Mai, um 14 Uhr auf dem Karlsplatz in Stuttgart. 

Wir radeln und der leidenschaftliche Radfahrer und Literat Joachim Zelter liest an vier Stationen aus seinen Büchern. 

Die Tour endet nach einer Fahrt die Neue Weinsteige hinauf am Garnissonsschützenhaus beim Dornhaldenfriedhof. Anmeldungen nur hier: info@stuttgarter-schriftstellerhaus.de. 

Die Strecke ist ungefähr 8 km lang und es geht bergauf, die Lesungen werden sich vermutlich auf eine Stunde summieren. 

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 40 Personen begrenzt. 

10. Mai 2023

Schwierige Radführung in Wangen/Hedelfingen

In den Medien wird immer davon gesprochen, dass die HRR2 (Abschnitt 1) in Wangen bereits fertiggestellt sei, schreibt mir Blogleser Jan und fährt fort:  

"Jetzt radel ich hier so gut wie jeden Tag lang und muss sagen, dass ich nicht ansatzweise feststellen kann, wo hier neue Radinfrastruktur vorhanden sein soll.
Von Wangen-Marktplatz bis Obi-Kreisel ist meines Erachtens nach nichts vorhanden. Lediglich in Fahrtrichtung Hedelfingen wurde eine Art Dooring-Zone liniert, welche aber total missverständlich ist, denn es fehlen Schilder die das den Nutzer:innen erklären. PKW-Fahrende hupen einen regelmäßig weg und sind der Meinung, dass die Dooring-Zone der Radweg sei. Es ist im Vergleich zu vorher nun schlimmer hier langzufahren, denn der Druck ist größer geworden.

8. Mai 2023

Warum sind Fahrradhelme so blöd?

Ich radle mit Helm, weil ich nicht mehr so jung und reaktionsschnell bin wie vor zwanzig Jahren. Aber meinen idealen Helm habe ich noch nicht gefunden.  

Ich probiere ja auch deshalb viel aus, damit ich darüber schreiben kann. Darüber, wie groß oder klein die Schutzwirkung von Helmen ist, will ich heute hier nicht diskutieren. In Stuttgart entscheiden sich einer Zählung von 2019 zufolge 42 % der Fahrradfahrer:innen für einen Helm. Bei den weiblichen Radlerinnen lag die Helmtragequote sogar bei 45 %. Das sind im Vergleich mit anderen deutschen Städten recht viele, vermutlich, weil Stuttgart als unsichere Fahrradstadt gilt. Helm oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung. Helme können durchaus den für mein Schicksal entscheidenden Schutz bieten. Sie verändern aber auch die Kräfte, die bei Stürzen auf den Kopf wirken. 

Helme als Sonnen- und Regenschutz. Im Lauf der Zeit habe ich festgestellt, dass ich auch einen Helm aufsetzen kann, wenn ich ansonsten gegen Regen oder blendende Sonne (oder bei langen Fahrten gegen den Sonnenstich) eine Kappe auf den Kopf setzen würde. Wenn der Helm oben keine Löcher hat, schützt auch auch vor Regen. Leider sind die meisten Helme aber gar nicht so beschaffen, dass sie nützliche Zusatzfunktionen bereitstellen. 

6. Mai 2023

Bodenwellen kosten Radfahrende viel Energie

Rad fährt man intuitiv so kraftsparend wie möglich. Bremsen und wieder antreten kosten Kraft. Deshalb vermeiden Radfahrende Strecken, wo sie das oft machen müssen. 

Heute reden wir nicht von Ampelstopps, sondern über Asphalt. Wie die Seite Fahrrad Zukunft ausführt, sind glatte Radwege oder glatte Untergründe einer Radroute nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch der Sicherheit und Ökonomie. Denn wer weniger Energie zum radeln braucht, kommt weiter. 

Doch dort wo wir radeln sollen, liegt oft rauer Untergrund: Unsere Nebenstraßen, durch die man in Stuttgart viele Radrouten legt, sind meistens übersät von Flickstellen und nach dem Winter kommen noch Schlaglöcher hinzu, die wieder geflickt werden. Die Gullideckel liegen im Seitenraum der Fahrbahn, genau dort, wo der Radstreifen ist. Und manche Strecken haben seit Jahren eine Ratterrille, der man nicht ausweichen kann. Tausende Radler:innen bremsen, halten den Lenker fest, rumsen durch und treten wieder an. 

4. Mai 2023

Polzei kennt Verkehrsregeln nicht

Eine Radfahrerin fährt durch den Schwabtunnel, wird von zwei Autofahrenden und dann von von einem Polizeiauto überholt und kriegt Überraschendes von der Polizei zu hören.

An der nächsten Ampel sieht man sich ja immer wieder (weshalb diese Überholmanöver völlig sinnlos sind). Die beiden Autos stehen an der roten Ampel und auch das Polizeiautoto steht dort. Die Radfahrin spricht die Beamten an. 

 "Guten Abend", sagt sie, "Sie dürfen das natürlich, aber die beiden anderen Autofahrer haben mich gerade im Tunnel überholt."

"Ja, das dürfen die ja auch mit einem gewissen Abstand", antwortet die Polizei. 

"Nein, düfen die nicht! Da ist Überholverbot."

"Echt? Seit wann das?" 

"Da steht ein Schild und da ist eine durchgezogene Linie." 

"Wir haben jetzt andere Sorgen", antwortet die Polizei. 

2. Mai 2023

Ihr braucht keine Warnwesten anzuziehen

Radfahrende werden weder besser noch schlechter gesehen, wenn sie leuchtend gelbe Jacken oder reflektierende Bauarbeiterwesten tragen. 

Die Kleidung von Radfahrenden hat keinen Einfluss darauf, ob sie von Autofahrenden enger oder weiter überholt werden. Das haben britische Wissenschaftler:innen festgestellt. In einer Studie stellten sie fest, dass Radfahrende, die Helme trugen, sogar enger überholt wurden, vor allem von Lkw-Fahrer:innen. Nur Westen mit einer Aufschrift, die so ähnlich wie "Polizei" aussah, erzeugten etwas mehr Respekt. Trugen die Probanden (männlich) eine Perücke mit langen Haaren und sahen von hinten weiblich aus, wurden sie in größerem Abstand überholt. Gelbe Jacken kann man sich also wirklich schenken.