31. Mai 2020

Schildersalat auf der Hauptradroute 1

Ab Dienstag gibt es eine Baustellenumleitung auf der Hauptradoute 1 zwischen Südheimer Platz und Vogelrainstraße.

Man kann dann nicht mehr an der Tankstelle die Böblinger Straße überqueren. Der Grund sind umfangreiche Baumaßnahmen, die bis Anfang August dauern sollen. Auch für die Autofahrer wird es Bechränkungen geben.

Der Schildersalat ist schon angerichtet.

29. Mai 2020

Warum musste in der Hegelstraße eine Fußgängerin sterben?

Der Fahrer eines Pick-ups ist an einem Bus vorbeigefahren und hat eine Fußgängerin getötet.

Das geschah vor einer Woche. Viele Menschen haben seitdem am Unfallort der Toten gedacht.

Die Hegelstraße bei der Russischen Kirche im Stuttgarter Westen ist nicht unproblematisch. Autofahrende müssen sich die Fahrbahn erst mit der Stadtbahn teilen, dann müssen sie warten, wenn der Bus an der Haltestelle Ecke Seidenstraße hält, weil es nur eine Fahrbahn gibt. Die Stadtbahnschienen links sind mit weißen Streifen als Sperrfläche gekennzeichnet, die nicht überfahren werden darf. Radfahrende sind auch unterwegs und lösen Überholdruck aus.

Hätte der Fahrer des Dodge sich an die Verkehrsregeln gehalten, würde die junge Frau noch leben.

27. Mai 2020

Liebe Presse: Nein, es liegt nicht an den Radfahrern

An Christi Himmelfahrt wurden in Stuttgart zwei Radfahrende durch Autofahrende schwer verletzt. 

Die Zeitung benutzt die Schilderung der Unfälle, um das Pedelec-Fahren zu problematieren. Das Problem waren aber die Autofahrer.

Die Überschrift lautet: "Pedelecunfälle fordern zwei Schwerverletzte." Das klingt so, als hätten Menschen auf Pedelecs zwei Unfälle verursacht und als seien die Opfer andere. Das stimmt aber nicht. Es waren zwei Autofahrer, die eine Radfahrerin und einen Radfahrer schwer verletzt haben, weil sie nicht auf sie geachtet hatten.

25. Mai 2020

Wo radeln, wenn nicht durch den Killesbergpark?

Durch den Killesbergpark darf man nicht radeln. Aber wie kommt man um ihn herum? Nur schlecht.

Die Stuttgarter Zeitung berichtete vor einigen Tagen, das Ordnungsamt wolle im Park jetzt verstärkt Radfahrende kontrollieren. Ein paar sehe ich dort immer radeln, wenn ich dort bin.

Ich finde es in Ordnung, dass es radlerfreie Parks in Stuttgart gibt. Zufußgehende müssen auch mal nicht aufpassen müssen. Allerdings sollte es dann unbedingt eine Radinfrastruktur geben, die zum Umfahren einlädt. Und die fehlt. Es fehlen auch Wegweiser, die Radfahrende um den Park herum leiten. Wo auch immer die Ziele der Radler:innen liegen, die die Wege des Parks befahren, sie über die Straßen außen herum anzusteuern, ist kein Vergnügen.

23. Mai 2020

Ein Radstreifen für vier Stunden auf der Theo

Greenpeace hat in dreißig Städten Deutschlands heute mit Pop-up-Bike-Lanes für mehr Radwege demonstriert, auch in Stuttgart. 

In Absprache mit Polizei und Ordnungsamt wurden Fahrspuren in Radspuren umgewidmet. So auch auf der Theodor-Heuss-Straße. 

Das Wetter war leider nicht so prickelnd. Aber Radfahrende gibt es immer und viele radelten lächelnd auf einem kleinen Abschnitt der Theodor-Heuss-Straße zur Bolzstraße vor. Mit dabei auch OB-Kandidatin Veronika Kienzle.

Heute geht es auf die Theo

Auch wenn es heute leider regnet: Der Radentscheid und Greenpeace laden zum Probe-Radeln ein. 

Greenpeace schreibt in seiner Einladung: "Am Samstag (heute) schließen wir die Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart und verwandeln sie zwischen 11.30 Uhr und 15.30 Uhr in einen Fahrradweg! Kommt vorbei und radelt mit uns auf einem Stück Straße, um eure Zustimmung für den Ausbau von Fahrradwegen zu zeigen! Wir wollen eine Stadt für Menschen und nicht für Autos." Eine ähnliche Aktion gab es bereits auf der Mercedesstraße in Cannstatt. 

21. Mai 2020

Nö, nicht mehr Platz fürs Fahrrad in Stuttgart

In Stuttgart wird es keine weiteren temporären Radstreifen geben. Grüne, Links-Fraktion und Puls haben im zuständigen Gemeinderatsauschuss keine Mehrheit für die Anträge bekommen. 

Sie wurden zur weiteren Beratung auf Ende Juli verschoben. Eine Abstimmung fand nicht statt, die hätten wir verloren, weil die SPD nicht mit uns gestimmt hätte. Es ging unter anderem um den Antrag, zum Schlossgarten auf der Cannstatter Straße eine Parallelstrecke zu schaffen. Denn im Schlossgarten sind immer mehr Fußgänger:innen unterwegs und vor allem aber mehr Radfahrende denn je. Das bedeutet Stress vor allem für Fußgänger:innen. Und es ging um den Antrag, auf der Neuen Weinsteige einen Zweirichtungsradweg (oder einen Einenrichtungsradweg bergauf, darauf häten wir uns runterhandeln lassen)  einzurichten. Die Verwaltung (Stadtbplanung und Verkehrsbehörde) zeigte und äußerte sich wenig begeistert. Das Verfahren sei kompliziert, weil bei Bundesstraßen auch das Regierungspräsidium mitzureden habe. Es sei auch nicht einfach umzusetzen. Im Übrigen würden solche Anträge Kräfte in den Ämtern binden, die sonst mit der Arbeit am Radhauptroutennetz beschäftigt seien.

19. Mai 2020

Böblingen gibt dem Fahrrad eine ganze Fahrspur

Ein kleiner Lichtblick für den Radverkehr in Böblingen, meint  Blogleser Hubert.

Er hat mir die Fotos geschickt. Ein vierspuriges Straßenstück in der Calwer Straße wird - ganz unabhängig von Corona-Pop-Up-Projekten - auf zwei Fahrspuren reduziert. Auf den anderen Fahrspuren entstehen Radstreifen.

Hubert schreibt mir, wichtig sei bei der neuen Radführung in der Calwer Str., dass sie über die Kreuzung hinweg und über die Bahnbrücke geführt wird. Die war bisher ein Nadelöhr für den Rad- und Fußgverkehr. 

17. Mai 2020

Neues Fahrrad gegen altes Auto tauschen


Quelle: Auftragsrad
Das geht in Berlin. Dort übernimmt der erste Fahrradhändler Deutschlands beim Kauf eines Fahrrads das Auto des Käufers. 

Das geht so: Man kauft eines oder mehrere Fahrräder und lässt das Auto stehen. Der Wert des Autos wird mit dem des Fahrrads verrechnet, und wenn das Fahrrad billiger ist als die Blechkiste, dann kriegt man die Differenz sogar ausbezahlt. So geht Mobilitätswende.

Das kann der Auftragsrad-store, der sich in Kreuzberg befindet, allerdings nur machen, weil er selbst eine Expertise im Autohandel besitzt. Das Auto wird direkt im Laden bewertet. Der Laden übernimmt auch die Abmeldung beim Kraftfahrbundesamt.



15. Mai 2020

35 Euro, 55 Euro, 80 Euro

Offenbar ist man im Ausnahmezustandsmodus unterwegs. Nicht nur die Fußgänger:innen und Radler:innen, auch die Autofahrer:innen. 

Auf den Gehwegen gibt es nicht genug Platz für den Fußverkehr mit Abstandsregelungen. Doch nicht genug, es stehen auch noch jede Menge Autos auf Gehwegen herum. Sie stehen auch exzessiv auf Radstreifen und Radwegen. Und die Gehwegecken sind auch zugeparkt. Alle scheinen sich irgendwie im "Wo soll ich denn sonst ..."-Notmodus zu befinden. Aber auch in Ausnahmezeiten bleibt Radweg- Radstreifen-, Schutzstreifen- und Gehwegparken verboten.

Und seit der Novelle der StVO kostet das nun auch richtig Geld und schnell auch einen Punkt in Flensburg.

13. Mai 2020

Radlerfeindliche Umleitung in Hedelfingen

Die Hedelfinger Straße Richtung Wangen ist bis Anfang Februar wegen Kanalbauarbeiten voll gesperrt. Das Tiefbauamt hat eine garstige Umleitung für Radler:innen ausgeschildert. 

Das ist eine Umleitung, die den Normalrad-Fahrenden wohl das Radfahren abgewöhnen soll. Sie führt nämlich von der Amstetter Straße erst einmal Richtung Rohracker über die Rohrackerstraße und dann den Beundweg den steilen Berg hinauf (12-14 % Steigung, Karte unten). Über den Alosenweg kommt man wieder nach Wangen runter. Darauf hat mich Blogleser Jahn aufmerksam gemacht, der mir auch die beiden Fotos geschickt hat.

11. Mai 2020

Nehmt der Autoindustrie die Deutungshoheit über unsere Zukunft!

Wir wissen, was gut ist: Weniger Autos, mehr Radverkehr, mehr Fußverkehr, mehr öffentlichen Nahverkehr auf dem Land.

Ist ja auch schön, dass derzeit so viele das Fahrrad als Transportmittel entdecken. Allerings ist es eine Tragödie, dass dies infolge der Corona-Pandemie aufkosten des öffentlichen Nahverkehrs geht. Denn der ÖV ist neben dem Fahrrad die Basis für eine Mobilitätswende. Das Gebot des Abstandhaltens und die Wirtschaftskrise infolge der Pandemie spielte wieder der Autoindustrie in die Hände. Sie erzählt uns, dass Deutschland untergeht, wenn die Leute keine Autos mehr kaufen.

Zwei gegensätzliche Narrationen ringen heftiger denn je um politisches Gehör.

9. Mai 2020

Sind Radfahrer gefährlich?

Radfahrende können Ärger auslösen, wenn sie Rotlichter missachten oder auf Gehwegen radeln, aber sind sie darum auch gefährlich? 

Und wenn nicht, ist es dann eigentlich ein Problem, wenn sie sich nicht an die Regeln halten? Diese Frage stellt ein Bike-Journalist des Guardian in einem Video (auf Englisch) und bemerkt sinngemäß, Radfahren rettet die Welt, doch die Medien fokussieren sich auf sogenannte Kampfradler und lenken uns von den wahren Todesgefahren im Straßenverkehr ab. Im Video sind hübsche Beispiele zu sehen von Radfahrernden, die verboten wüst fahren, und wie die Medien solche Fälle skandalisieren.

7. Mai 2020

Räumt doch bitte jetzt mal die Gehwege frei!

Unglaublich, was auf Gehwegen derzeit alles herumsteht: Mopeds, Fahrräder, Müll, E-Scooter und natürlich Autos.

Der Gesetzgeber hat deutlich gemacht, dass Fußgänger:innen ihm etwas wert sind und die Bußgelder erhöht. Auf der Ecke Parken kostet 35 Euro. Auf dem Gehweg das Auto abstellen kostet bis zu 100 Euro Strafe (samt Punkt in Flensburg), mindestens aber 55 Euro. Auch Motorräder oder Mopeds dürfen nicht auf Gehwegen stehen. Derzeit steht jedoch noch mehr auf dem Gehweg herum als sonst, vor allem eine Armada von Motorrädern und Mopeds.

5. Mai 2020

Es geht los - mehr Platz fürs Fahrrad

Stuttgart fängt an mit schnellen Pop-up-Radstreifen. Zunächst geplant sind sie auf der Theo und in der Holzgartenstraße, ingesamt etwa 1,5 km.

Der zuständige Ausschuss, der STA, hat den Plänen am Vormittag mit 9 zu 5 zugestimmt (dagegen stimmten CDU, FDP und Freie Wähler, die AfD war nicht anwesend). Die Radstreifen sollen in den Pfingstferien angelegt werden.

Ich finde es gut, dass wir damit jetzt in Gang kommen, nachdem ich vor zwei  Wochen noch pessimistisch war, weil gerade sehr viel Ansprüche an die verschiedenen Ämter der Stadtverwaltung gestellt werde, insbesondere ans Ordnungamt.

3. Mai 2020

Nur wer starke Nerven hat, radelt durch den Schwabtunnel

Durch den Schwabtunnel muss man auf der Fahrbahn radeln. Dabei hält man Autos auf. Das ist reine Nervensache. Die letzten in der Schlange hupen. Einer überholt dann doch.

Das Argument des Ordnungsamts gegen Tempo 30 im Schabtunnel lautet, man sehe keine Gefährdung für die Radfahrenden. Wenn sie da durchradeln, dann würden sie ja eh das Tempo der nachfolgenden Autos bestimmen. Aber so einfach ist das eben nicht.

1. Mai 2020

Radlerunfall in Weilimdorf - schwierige Radinfrastruktur


Symbolbild für Weilimdorf
Die Radinfrastruktur in Weilimdorf scheint mir teils vernachlässigt, teils gefährlich. 

Am Dienstagabend (ca 21 Uhr) hat es einen schweren Unfall mit einem Radfahrer gegeben. Der Radfahrer fuhr auf dem Radweg, parallel zur Solitudestraße. Eine Autofahrerin überquerte die Solitudestraße Richtung Thaerstraße und sah den Radfahrer nicht, als er auf die Schutzstreifen hinaus fuhr, um die Einmündung Thaerstraße zu überqueren. Die Autofahrerin fuhr ihn dort um. Der Radfahrer musste ins Krankenhaus. Wir wünschen ihm gute Besserung und vollständige Genesung.