30. Juni 2020

Anwohner:innen fordern Konsequenzen aus dem Radunfall auf der Neuen Weinsteige.

Auf der neuen Weinsteige im Abschnitt zwischen Olgastraße und Zellerstraße hat  am 19. Juni kurz vor Mitternacht ein SUV-Fahrer einen Radfahrer schwerst verletzt. Der Fahrer beging Unfallflucht.

Er fuhr bergauf, kollidierte auf Höhe der Hausnummer 12B mit dem Radfahrer, schleuderte ihn in die Heckscheibe eines geparkten Fahrzeugs, ließ ihn lebensgefährlich verletzt liegen und fuhr weg. Die Stuttgarter Zeitung hat sofort darüber berichtet und das Thema später noch einmal aufgenommen, weil die Anwohner:innen von der Stadt Maßnahmen gegen nächtliche Raserei verlangen.

Der 43-jährige Radfahrer ist außer Lebensgefahr (er hat vielfältige Verletzungen am ganzen Körper erlitten), und der Unfallfahrer wurde von der Polizei ermittelt, ein 40-Jähriger. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. 

28. Juni 2020

Mann am Steuer!

Von Männern geht im Straßenverkehr eine höhere Gefahr aus als von Frauen. Das gilt nicht nur beim Autofahren, sondern auch beim Radfahren. 

Die Universität Westminster in London hat Unfälle im Straßenverkehr analysiert und Spektrum berichtet darüber. Anders als andere Studien geht es hier nicht um das Risiko bestimmter Verkehrsmittel für ihre Nutzer:innen (z.B. ist Radfahren gefährlicher als Autofahren?), sondern um das Risiko, dass die Fahrer:innen für andere darstellen. Gemessen wird in Relation zu den gefahrenen Kilometern. Es werden sechs Fahrzeugarten verglichen, unterschieden nach Landstraßen, Autobahnen und Stadt. Und erstmals wird darauf geschaut, wer fuhr, Mann oder Frau.

26. Juni 2020

Radstreifen auf der Holzgartenstraße - teils schön, teil kritisch

Auch auf der Holzgartenstraße, die den Hegelplatz mit dem Hospitalviertel verbindet, gibt es temporäre Radstreifen. 

Radelt man vom Hospitalhof kommend über den Berliner Platz auf die Holzgartenstraße dann ist sie wow! Breit, gerade und mit einer breiten Spur, die Radler:innen auf der Geradeausspur an die Ampelö über den Hegelplatz Richtung Stuttgart Nord führt. Auch diese Fahrradweiche wird von rechtsabbiegenden Autofahrenden überfahren, aber die Spurführung für die Radfahrenden ist klar, eindeutig und prominent. Dass der eine oder andere eine Ampelschlange rechts über den Radstreifen hinweg überholt, kennen wir schon, das passiert auch hier. Der Respekt einiger Autofahrer:innen vor der Radinfrastruktur ist gering. Das kennen wir.

Etwas schwieriger wird es in Gegenrichtung.

24. Juni 2020

Die böse Ecke

Die Theo hat breite Radstreifen bekommen. Was sich jedoch nicht ändert, ist die Radführung an der Ecke zur Fritz-Elsas-Straße. 

Die bleibt ein kurioses Gebastel, und eigentlich ist das auch gar nicht mehr lusig. Wie man sieht, hört der Radfahrstreifen auf. Wir radeln in eine Rechtsabbiegespur  hinein. Weil wir die Ecke kennen, wissen wir, dass wir nur über die Gehwegecke die Fußgänger-/Radampel ansteuern und dort halten können, um auf Grün zu warten. Wer hier zum ersten Mal ankommt, scheitert. Diese Ecke muss man nämlich üben. Wie Lastenradfahrende und Räder mit Kinderanhänger da durch kommen, ist mir schleierhaft.

22. Juni 2020

Mit Kindern radeln

Mit Kindern Radfahren ist in Stuttgart eine Herausforderung, die aber immer mehr Eltern annehmen.

Ab undgefähr vier Jahren können Kinder aufs Fahrrad steigen und Radfahren üben. Die Eltern entscheiden übrigens, ob ihr Kind mit dem Fahrrad zu Schule fährt oder nicht. Kinder dürfen zur Schule radeln, auch wenn sie die so genannte Fahrradprüfung noch nicht abgelegt haben. Sie sind versichert. Auch wenn manche Schulen was anderes sagen.

Das Fairkehr-Magazin hat Tipps zusammengetragen, wie man am besten mit den Kindern das Radfahren beginnt und übt.

20. Juni 2020

Es passt nicht am Waldeck

Am Waldeck müssen Bergaufradler die Böblinger Straße überqueren, um rechtsseitig weiter fahren zu können. An der Ampel passt aber gar nichts.

Man wartet meist sehr lange an dieser Ampel. Und der Platz wird manchmal knapp. Bevor die Radfahrenden Grün kriegen, dürfen erst einmal alle anderen fahren. Und wenn die Stadtbahn ihren Vorrang ausspielt, beginnt der Umlauf mit den Autofahrenden wieder, nicht etwa mit den Radfahrenden.

Temporäre Mobilitätswende auf der Theo

Nun haben wir also temporäre Radfahrstreifen auf der Theo. Es radelt sich super, finde ich. Allerdings bin ich auf dem Rad- und Busstreifen auch angehupt worden. 

Ich stand dort eine Viertelstunde am Fußgängerüberweg Richtung Hospitalviertel, wo die Polizeistation ist, und habe mir angeschaut, wie das so läuft. Es waren doch viele Radfahrende unterwegs, die teils lächelnd zu Bolzstraße radelten, obgleich die vielen Fußgängerampeln immer wieder auf Rot standen. Es gab keinen einzigen Rotlichtverstoß durch Radfahrende, sber viele Verstöße durch den motorosierten Verkehr.

18. Juni 2020

Zwanzig Zentimeter weniger für den Autoverkehr

Und schon gibt es Aufstand, den die Presse aufgreift. Die Epplestraße wird zwischen Tränkestraße und Ohnholdstraße neu asphaltiert.

Beschlossen ist, dass dabei die Geh-/Radwege jeweils zehn Zentimeter breiter und neu asphaltiert werden. Dabei wird die Bushaltestelle barrierrefrei gemacht und die Fußgängerampel verlegt. Nun meinen einige Händler im Gebiet Tränke, die Lkw könnten da nicht mehr durchfahren, sie kämen im Gegenverkehr nicht mehr aneinander vorbei. Zumindest müssten die Fahrer mehr aufpassen. Die Stadt widerspricht, und ich kann mir nicht vorstellen, dass bei uns in Stuttgart irgendetwas geplant wird, bei dem die Mindestbreiten von Fahrbahnen nicht beachtet werden.

Dabei sind die Verbesserungen für Radfahrende und Fußgänger:innen dort nur minimal. Bislang konnte und musste man dort schon auf dem Gehweg radeln. Was aber fehlt, ist die Radverbindung bis ganz raus nach Möhringen.

16. Juni 2020

Darf man am Fahrrad Blinker benutzen?

Nicht alles, was man fürs Fahrrad kaufen kann, bringt Sicherheit oder ist erlaubt. Darauf weist auch dieser Artikel hin. Zum Beispiel Blinker.

An den Lenkerenden darf man sie nicht anbringen, es sei denn, man fährt ein Liegefahrrad oder mehrspuriges Fahrrad, wo man das Handzeichen schlecht sieht. Allerdings darf man einen mit einer Blinkerapparatur versehenen Rucksack oder Helm sehr wohl benutzen. Es entbindet den Radfahrer aber nicht der Verpflichtung, vor dem Abbiegen den Arm rauszustrecken. Man muss ihn aber nicht während es Abbiegevorgangs rausgestreckt lassen. Blinker bringen also nicht so richtig viel. Zumal man die Elektronik ja auch betreuen muss: regelmäßig aufladen, vor der Fahrt anschalten, während der Fahrt betätigen.

Ohnehin scheint der Sicherheitseffekt von Blinkeranlagen am Fahrrad gering.

14. Juni 2020

Wie findet man auf dem Fahrrad den Weg?

Seit fünf Jahren radle ich einmal im Monat längs durch die Stadt aus dem Stuttgarter Süden nach  Stammheim, weil ich dort Gefängnisbeirätin bin. 

Nach rund 50 Fahrten habe ich immer noch keinen zufriedenstellenden Weg gefunden. Und dies ist ein Beispiel für viele längere Radrouten und ihre mangelhafte Beschilderung, die man übrigens nachts gar nicht sieht, weil die Radbeleuchtung sie nicht erfasst, falls sie nicht ohnehin zugewachsen sind oder auf der falschen Straßenseite stehen.

12. Juni 2020

Gute Baustellenbeschilderung

Das findet Blogleser Bernd, der mir Fotos geschickt hat. 

Auf der Fritz-Elsas-Straße zwischen Rotebühlplatz und Berlinder Platz wird bis in den Oktober hinein die Stadtbahnrampe erneuert.

Nachts wird der Verkehr auch mal ganz gesperrt, ansonsten werden je eine Fahrspur weggenommen. Da die rechte Fahrspur Richtung Berliner Platz dem Radverkehr mit Bus frei vorbehalten ist, fällt der Radweg jetzt weg, weil Autos darauf fahren müssen. Die Beschilderung ist allerdings deutlich. Es wird vor Radfahrenden gewarnt und Autofahrende haben auf ihrer linken Spur Vorfahrt-Achten vor dem Rad- und Busverkehr.

10. Juni 2020

Radfahren in Stuttgart feiert siebten Geburtstag

Am 10. Juni 2013 habe ich den ersten Post veröffentlicht. Er ging der Frage nach, warum Radfahrende so oft bei Rot fahren.

Die These damals: Radfahrende bewegen sich in drei Sphären, auf der Fahrbahn, auf Gehwegen auf Radstreifen und Radwegen und müssen sich je nach Sphäre nach drei verschiedenen Ampel-Arten richten. Und weil der Wechsel oft mehrmals auf wenigen Metern geschieht, bewegen sie sich wie Pfadfinder. Sie suchen sich ihre Wege, um möglichst bequem durchzukommen.

Viel ist seitdem geschehen. Sehr viel. Und ich will hier mal nur das Positive aufführen.

9. Juni 2020

Radgerümpel

Wir brauchen jetzt schnell mehr Radabstellanlagen. Immer mehr Leute steigen aufs Fahrrad. Aber viele Supermärkte, sind darauf nicht vorbereitet.

Blogleser Alex hat mir schon vor einiger Zeit Fotos vom Kaufland Untertürkheim geschickt, die sehr gut zeigen, wie stiefmütterlich die Kundschaft, die mit dem Fahrrad kommt, behandelt wird.

Der Parkplatz für Autos ist riesig. Den Radfahrenden werden alberne und völlig veraltete Felgenkiller angeboten, wo man ein Fahrad nicht anschließen kann. Die Räder mit breiteren Reifen passen eh nicht hinein. Genutzt wird dieser unfreundliche auf einem Gitter hinter einer Mauer nottdüftig installierte Radparkplatz gar nicht. Statt dessen stehen die Räder, dort, wo es ein Geländer gibt.

7. Juni 2020

StVO-Novelle: Abhängig von Autofahrers Gnaden

Sagen wir es mal ganz klar: Die neuen Regelungen in der StVO für Radfahrende dienen nur der Zementierung der Verhältnisse. 

Ja, man darf jetzt auch mal nebeneinander radeln. Autofahrende müssen mit 1,5 Metern Abstand überholen. Man kann leichter Fahrradstraßen ausweisen und ganze Viertel zu Fahrradzonen erklären. Lkw-Fahrer dürfen nur in Schrittgewschwindigkeit (11 km/h) abbiegen. Man kann ein Verkehrzeichen aufstellen, das es verbietet, Zweiräder zu überholen. Es gibt den Grünpfeil am Ampeln für Radfahrende. Aber seien wir ehrlich: Was nützt es uns?

5. Juni 2020

Baustellen in Vaihingen - nicht an Radfahrende gedacht

Blogleser Jan hat mich auf Baustellen in Vaihingen aufmerksam gemacht, die auch die Radfahrenden komplett blockieren. 

In der Ackermannstraße, Ecke Hauptstraße wird ein Haus gebaut. Deshalb ist die Ecke seit Wochen auf zwanzig Metern dicht gemacht.  Man kann nicht zur Hauptstraße durchfahren. Ma
n hätte aber auch einen kleinen Durchlass für Radfahrende neben dem Gehweg freilassen können. So hoppeln die Radfahrenden regelwidrig über den Gehweg und über die Fußgängerampel. Der Zustand wird einige Monate so anhalten, denn bisher sieht man nur die Baugrube, mutmaßt Jan.

3. Juni 2020

Radfahren in Stuttgart nominiert für einen Blog Award

Mein Blog ist von Fahrrad XXL Blog Awards 2020 für nominiert worden. Den kriege ich natürlich nur, wenn ihr für ihn stimmt. Das geht hier. 

Die Jury besteht aus allen Usern, die auf die auf die Fahrrad Blog Awards aufmerksam werden. Die Abstimmung beginnt heute (3. Juni) und geht bis zum 3. Juli, also einen Monat. Mein Blog "dasfahradblogspot.com" findet sich in der Rubrik "Fahrradpolitik"

Als Beschreibung hat Fahrrad XXL folgenden Text verfasst:

2. Juni 2020

Zweirad-Überholverbot - das Schild kommt

Die Stadt will an der Böblinger Straße die neuen Verkehrszeichen aufstellen, die es Autofahrenden verbieten, Radfahrende zu überholen. 

Sowohl der ADFC wie auch einzelne Briefschreibende, darunter Bloglser Martin, hatten nachgefragt und dies gefordert.

Alle, die zwischen Waldeck und Haltestelle Engelboldstraße die Böblinger Straße hinauf und hinunter radeln, wissen das: Der Schutzstreifen ist schmal, führt an geparkten Fahrzeugen entlang und lässt den Autos gerade mal eine Spurbreite. Autofahrende dürfen hier nicht überholen, weil sie den neuerdings gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand zum Fahrrad von 1,5 Metern nicht einhalten können. Etliche tun es trotzdem, vermutlich auch aus Unkenntnis. Die beiden Spuren, eine Autospur und eine Fahrradspur suggerieren, dass sozusagen alle in ihrer eigenen Spur mit eigenem Tempo fahren dürfen.