30. November 2018

Reflektierende Kleidung mal anders

Es muss nicht immer die Bauarbeiterweste sein, dieses französische Unternehmen hat sich Gedanken gemacht über reflektierende Kleidung, die normal aussieht, nachts aber in Teilen reflektiert. 

Es gibt reflektierende Gürtel und Wende-Jacken, die man (großer Vorteil gegenüber allen anderen Reflektorjacken!!) tagsüber auch in dezentem Schwarz tragen kann.

Im Winter mag reflektierende Kleidung sinnvoll sein, wenn man ein Fahrrad mit nicht sonderlich auffälliger Beleuchtung fährt. Man ist als Radler/in bei Dunkelheit von Autofahrenden wirklich nur sehr sehr sehr schlecht zu sehen.
Besser ist aber eine anständige Beleuchtung am Fahrrad.

28. November 2018

Radfahren ist wie Wahrsagen

Radfahrende müssen vorhersehen können, was in fünf Sekunden passiert. Sie nehmen vielfältige Feinabstimmungen vor, um Zusammenstöße zu vermeiden. 

Das macht kein andere Verkehrsteilnehmer in diesem Maß.

Zum Beispiel: Ich muss am Bahnhof über die Fußgänger-/Radampel. Die Lichtzeichen sind immer noch gesetzwidrig falsch und zeigen nur ein Fußgänger-Männchen. Auf der Fläche, die mit einem Radzeichen gekennzeichnet ist, sammeln sich die Fußgänger mit Koffern und Kinderwagen. Ein Radfahrer stellt sich am Rand des Fußgängerbereichs auf, eine Radlerin wartet hinter der Barriere der Fußgänger/innen. Wenn Grün wird, setzt sich alles in Bewegung. Ich schaue allen Fußgänger/innen in die Augen und versuche abzuschätzen, ob sie mich sehen, und durchlassen und zu welcher Seite sie ausweichen. Zugleich schätze ich ab, wohin die Radfahrer wollen. Alles geht chaotisch durcheinander, dann sind alle drüben. 

27. November 2018

Endspurt Radentscheid! Stuttgart

Die Initiative Radentscheid teilt mit: Die Auswertung der ersten Unterschriften hat ergeben, dass die Quote der ungültigen Stimmen leider zu hoch ist. 

Wir haben zig tausend Unterschriften, aber sehr viele Menschen, die den Radentscheid unterstützen, sind zu jung, wohnen erst seit kurzem oder im Nebenwohnsitz hier. Oder haben zu unleserlich geschrieben. Daher sammeln wir noch weiter, damit wir deutlich über die 20.000 gültigen Unterschriften kommen. Wir können es schaffen, aber dafür muss jetzt jede/r noch ein paar Unterschriften sammeln und sei es nur eine Liste.
Macht mit bei unserer Radentscheid-Challenge: 10 Tage = 1000 Stimmen."

26. November 2018

Nicht das Opfer bestrafen, bitte!

Ein Vorschlag der Dekra geht an der grausamen Wirklichkeit vorbei. Sie möchte erreichen, dass Radfahrer nicht mehr rechts von Autos zur Ampel vorfahren dürfen.  

Die Dekra meint, das rechts von stehenden Autos Vorfahren sei die Ursache für die fürchterlichen Abbiegeunfälle, bei denen Radfahrende viel zu oft sterben oder schwerst verletzt werden. Das ist aber nicht so. Das ist der falsche Ansatz.

24. November 2018

Autos auf Autos brauchen ganz viel Platz

Regelmäßig nutzen Autotransporter den Radweg Heilbronner Straße vor dem Autohaus Toyota als Parkplatz zum Entladen. Blogleser Ingo hat dafür zahlreiche Beispiele. 

Für Radfahrende und Fußgänger wird es hier regelmäßig sehr eng. Ein Fahrer aus der Tschechei, darauf angesprochen, zeigte zu seiner Entlastung den Frachtschein, den ihm den Toyota Logistic Services Frankreich ausgestellt hat. Darauf steht: "Unloading of vehicles should not be done on the B10/B27 (...) but on the connecting sidewalk/cycle track." (Lastwagen sollten auf der B10/B27 ... entladen werden, und zwar auf dem angeschlossenen Fußweg/Radweg.)

22. November 2018

Seitenabstandsmessgeräte zeigen: Viele Autofahrende überholen viel zu knapp

Die österreichische Polizei hat auf Fahrrädern Tests mit einem Seitenabstandsmesser gemacht, wie im vergangen Jahr in Zeitungsartikeln zu lesen war. Man wollte wissen, in welchem Abstand Autofahrende Fahrräder überholen. 

Ich habe bei der zuständigen Polizeibehörde in Salzburg nachgefragt, weil ich wissen wollte, was dabei herausgekommen ist, und freundliche Antworten bekommen. Daraus geht hervor, dass in den österreichischen Fahrschulen gelehrt wird, dass von Radfahrenden 1 Meter Abstand gehalten werden sollte, zu dem man für jeden Stundenkilometer einen Zentimeter dazuzählen muss. Das wären bei Tempo 50 dann 1,50 Meter (bei Tempo 70 schon 1,70 Meter). In der StVO ist das allerdings nicht so konkret festgeschrieben, weshalb die Polizei keine Strafen verhängen könne. Dennoch hat die Stadt Salzburg ein paar Mal per Fahrrad mit Hilfe des am Lenker angebrachten Messgeräts Messungen durchgeführt.

20. November 2018

Halblegal, illegal - wo sich an Ampeln aufstellen?

Wo stellen wir uns an der Ampel auf? Was dürfen wir, was nicht?

Blogleser B. berichtet, dass er hier an der Cottastraße von städtischen Vollzugsdienst getadelt wurde, weil er rechts neben den Autos vorgefahren war und sich auf der schraffierten Fläche aufgestellt hatte.

In der Tat, hier darf kein Fahrzeug stehen, und Fahrräder sind Fahrzeuge. Dort nicht zu stehen ist auch gar kein Problem, wenn kein Auto an der Ampel wartet oder wenn es keinen Autostau zur dieser Ampel hin gibt. Aber wie das zweite Foto zeigt, muss man dort stehen, wenn Autos warten.

18. November 2018

Denkfehler Fahrradkennzeichen

Fahrradkennzeichen werden immer wieder wütend gefordert und hochemotional abgelehnt. Die Zeit-online hat die Diskussion in einem Artikel wieder aufgemacht und das Für und Wider abwiegen lassen. 

Grundtenor von Pro: Wenn wir Radler endlich im Straßenverkehr anerkannt würden und unsere sicheren und bequemen Wege bekommen wie die Autofahrenden, dann würden wir auch ein Kennzeichen in Kauf nehmen. Und vielleicht würden sich so manche Radler dann endlich an die Regeln halten.

Grundtenor von Contra: Autofahrer haben Kennzeichen, werden geblitzt und angezeigt, trotzdem halten sich viele nicht an die Regeln, parken falsch, fahren bei Rot über die Ampel, töten beim Abbiegen Radfahrende. Und es gehört zur Kultur des Radfahrens, dass sich Radler/innen in den von Autos vollgefüllten Städten durchschlängeln. Nummernschilder schaffen keine "Waffengleichheit" zwischen Autofahrenden und Radfahrenden.

Was bei der Diskussion außer Acht gelassen wurde:

15. November 2018

Wo bleibt die Radinfrastruktur für die vielen Radler?

Rund 1 211 000 Radfahrende passierten bis zum 14. November die Zählstellen. Bis zum Jahresende dürfte das eine Zunahme von 20 Prozent sein. Aber die Infrastruktur hinkt hinterher. 

Das stellt die Stuttgarter Zeitung fest und kommentiert es auch. Der Radverkehr in Stuttgart liegt auf Rekordhoch. Mitverantwortlich dürfte der lange Sommer sein. Aber viele, die das Fahrrad für sich neu entdeckt haben, fahren auch jetzt noch und werden den Winter über fahren. In Stuttgart steigt der Radverkehr unaufhaltsam. Auch das Budget für den Radverkehr ist auf Rekordniveau gestiegen. Allerdings vermissen wir, wenn wir auf unsere täglichen Wege gucken, den Fortschritt beim Ausbau der Radinfrastruktur. Viele Projekte, die ich als Pläne aus den Bezirksbeiräten und dem UTA kenne, sind weder letztes Jahr noch in diesem Jahr angegangen worden. An der Umsetzung hapert es enorm in Stuttgart.

Bitte auf dem Radfahrstreifen parken

In Aalen sollen ab heute bis Sonntag Radfahrstreifen als Parkplätze freigegeben werden. Das berichtet die Schwäbische Zeitung

Mehr Geringschätzung für den Radverkehr entlang der Rombacher Straße geht kaum. Grund ist eine Messe. Aus einer Pressemitteilung der Grünen im Aalener Gemeinderat, die die Schwäbische Zeitung zitiert, geht hervor, dass die Stadt im Ostalbkreis offenbar immer wieder während der Messen diese Radfahrstreifen als Parkplätze ausweist.

14. November 2018

Stuttgarter Chaos

Gepflegtes Chaos - das ist das Ergebnis der bisherigen Maßnahmen für oder gegen den Fahrradverkehr am Marienplatz, vor allem aufseiten des alten Rewe.

Hier kommt durch eine äußerst enge Passage, die für Radler nur freigegeben ist, die Hauptradroute 1 zum Marienplatz. Radler stehen dann an dieser Fußgänger-Radlerampel mit Drücker. Sie springt schnell auf Grün, sofern nicht gerade Hauptverkehrszeit ist. Die Fußgängerfurt ist verbreitert worden, damit die Ströme aneinander vorbeikommen.

13. November 2018

Die Sache mit den Fahrradgaragen

Die ist jetzt angelaufen. Bei den Haushaltsberatungen vor einem Jahr hat der Gemeinderat ja Geld für Fahrradgaragen in Wohngebieten bereitgestellt. 

Sie sollen in dicht besiedelten Gebieten wie dem Westen von Anwohner/innen für wenig Geld angemietet werden können, die ihr Fahrrad draußen abstellen müssen, weil sie keine Garage haben oder keinen Keller oder das Pedelec nicht in den Keller tragen können.

12. November 2018

Radabstellen leicht gemacht

Da ist man in Chile in der Atacama-Wüste doch schon ein bisschen weiter als wir vielerorts in Stuttgart. 

Blogleser David hat mir aus dem Valle de la Luna dieses Foto geschickt. Der mit dem Rad anreisende Tourist kann sein Fahrrad sicher an Bügeln anschließen. Muss auch sein, denn Laternenmasten, Bäume, Geländer oder Fenstergitter gibt es hier keine.

Sehr gut.

10. November 2018

Stuttgarter Familien stürzen sich auf Lastenradförderung

Dreihundert Familien haben im Oktober den Zuschuss der Stadt beim Kauf des Lastenrads in Höhe von insgesamt 2.000 Euro beantragt. Jetzt muss der Gemeinderat nachlegen. 

Das Geld, das die Grünen im Haushalt für die Förderung für Familien beantragt haben, betrug eine Viertelmillion Euro. Das reicht nur für 165 Familien und Lastenräder. Die Stadt hat aber festgelegt, dass alle, die sich im Oktober anmelden, auch Geld bekommen. Erst ab November sollte das Windhundprinzip gelten (wer zuerst kommt, kriegt zuerst). Ich hatte schon den Verdacht, dass es im Oktober schon mehr sein würden, als wir fördern können.  Die Grünen wollen aber, dass alle die volle Summe bekommen.

9. November 2018

Es wird kalt und nass

Alle Jahre wieder. Und sofort sind auch die Artikel da, die Gründe fürs Radfahren im Winter aufzählen.

Sieben, acht, zehn oder zwölf gute Gründe, jetzt nicht nicht wieder den Autoschlüssel zu nehmen, zählen verschiedene Zeitungen auf. Die geschliffensten Gründe stammen dieses Jahr von bike-bild. Radfahren ist gesund, Radler kommen schneller durch den Berufsverkehr, Radfahren hält fit und schlank, Radfahrende lernen ihre Umgebung kennen, Radler leisten einen Umweltbeitrag, Radfahren spart Geld, Radfahren spart Platz, Radfahren verbessert die Gehirn-Aktivität, Radfahrer entschlacken den Autoverkehr und das Rad ist auf dem Vormarsch.

Na, wenn das nicht genügend gute Gründe sind, sich die Handschuhe anzuziehen ...

8. November 2018

Radfahrer absteigen!

Das ist ein Schild, das in der Straßenverkehrsordnung nicht vorkommt.  Es ist allerdings im Verkehrszeichenkatalog unter Teil 7, Zusatzzeichen aufgeführt. Dennoch bedeutet es nichts. 

Eine Zuwiderhandlung wird nicht bestraft, es gibt nichts dazu im Bußgeldkatalog. Die Bedeutung des Zeichens bleibt damit nebulös, wie Bernd Sluka in seiner unnachahmliche Art ausführt. Es handelt sich nämlich um ein Zusatzzeichen (also so etwas wie "Rad frei" unter dem Fußgängerschild), das unter einem Gebots- oder Verbotsschild hängen muss und dort Radfahrenden etwas erlaubt, was der Anordnung des Verkehrszeichens widerspricht.

7. November 2018

Anarchie auf der Alten Weinsteige

Der Städtische Vollzugsdienst hat auf Antrag des Bezirksbeirats Süd den Autoverkehr kontrolliert, der zumeist völlig regelwidrig die Alte Weinsteige rauf und runter fährt. 

Die Alte Weinsteige ist eine wichtige Radstrecke, denn es gibt eigentlich keine andere direkte Verbindung von Stuttgart Mitte und Süd nach Degerloch hinauf. Wer selbst nur im Auto sitzt, kann sich das nicht vorstellen, aber ich sehe: Es fahren viel mit ihren Pedelecs hoch, übrigens auch immer noch viele mit Normalrädern, die die sportliche Herausforderung suchen. Noch mehr radeln da hinunter. Der Autoverkehr auf der einseitig zugeparkten schmalen Straße bringt Radler/innen hier regelmäßig in Bedrängnis.

6. November 2018

Ich fahre doch nur Fahrrad

Ich bin keine Radfahrerin, ich fahre nur Fahrrad. Das Rad ist für mich ein Verkehrsmittel, mit dem ich besser in die Stadt und durch die Stadt komme. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Entscheidung fürs Fahrrad fiel vor zwölf Jahren, als es Pedelecs gab, mit denen ich meinen Berg hochkomme. Schnell habe ich gemerkt, dass Radfahren mehr ist als nur eine Bewegung von A nach B. Es ist eine Lebensart, eine Freiheit und, leider für viele, hauptsächlich Nicht-Radler, auch noch ein politisches Statement. Und das macht es schwierig.

5. November 2018

Bitte Wenden!


Verkehrwendekonferenz Süd
Freitag, 16. November 2018, 12.30 - 19.00 Uhr Gewerkschaftshaus, Stuttgart

Theoretisch wissen wir, wie Verkehrswende geht - aber wie gehen wir sie praktisch an? Wie sieht die lebenswerte Stadt der Zukunft aus? Wie kommt mehr Bewegung auf die Straßen und in Veränderungsprozesse? Wie begeistern wir Menschen für andere Mobilitätsformen?

Die „Verkehrswendekonferenz Süd“ lädt alle Bürger/innen, Initiativen und Fachleute ein, die sich nicht nur in Stuttgart, sondern in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus für die Verkehrswende interessieren bzw. engagieren. Hier  kann man sich anmelden. Es sind dabei, unter anderen:

3. November 2018

Ein schönes Ampel-Rätsel

Blogleser Michael aus Gablenberg hat der Sammlung von kuriosen Ampeln für Radfahrende noch eine hinzugefügt. Jeden Tag, wenn er die Aspergstraße hochfährt und an die Planckstraße kommt, fragt er sich, wie er sich verhalten muss. 

Die Autos haben eine Haltelinie,  von der aus sie auf die Autoampel schauen. Der Radler sieht hinter dem Fußgängerüberweg (und damit knapp hinter der Autoampel) aber einen Aufstellplatz für Radler. Soll er nun dorthin fahren, an der roten Autoampel vorbei? Vor allem aber durch die Fußgänger hindurch, die gerade grün haben? Tut er das, sieht er rechts (weißer Pfeil auf dem Foto) auf dem Gehweg eine kleine Radlerampel. Aha. Also ist er richtig. Beide Ampeln werden gleichzeitig grün.

Michael hält jedoch vorsichtshalber an der roten Autoampel, also an der Haltelinie für Autos. Muss er das?

2. November 2018

Radrouten bremsen Radler aus

Warum kriegen wir Radfahrenden immer die winkligen Strecken mit Z-Übergängen angeboten? Das bremst uns jedes Mal total aus. 

Wer von Degerloch nach Möhringen will, hat viele Möglichkeiten. Die Wegweiser aus dem Degerlocher Zentrum schickt Radfahrende durch die Löwenstraße in die Schöfflenstraße auf die eine von zwei Brücken, die über die B27 führen. Ist man drüber, sieht man sich diesem kleinen Radlerpfeil gegenüber.