31. März 2021

Auf dem Land geht nix ohne Auto

Und wer keines hat, kommt halt nicht raus aus dem Kaff. 

In ländlichen Gegenden und Dörfern haben neunzig Prozent der Leute Autos. In Großstänten sind es um die fünfzig Prozent. Bei den Haushalten wird das noch deutlicher. Nur drei Prozent der Haushalte mit mehreren Personen haben kein Auto zur Verfügung. Und in vielen stehen zwei bis drei Autos (Quelle). Denn der Öffentliche Verkehr ist so schwach, dass es ohne Auto nicht geht.

29. März 2021

Wenn Radfahrende das Tempo des Autoverkehrs bestimmen

Was passiert, wenn Politik und Verwaltung mit dem Ausbau der Radinfrastruktur trödeln? Dann radeln wir eben überall.

Das bremst das Tempo des Autoverkehrs auch und schafft mehr Sicherheit für uns.

Wir haben es im vergangenen Sommer gesehen, und ich schätze, wie werden es auch diesen Sommer wieder sehen: Die Leute kaufen sich Fahrräder (sehr oft Pedelecs), weil sie entschlossen sind, damit nicht nur in er Freizeit, sondern auch im Alltag zu fahren. Und die fahren erst einmal auf der Fahrbahn.

27. März 2021

Gefährliche Falle auf dem Schutzstreifen


Hier ist fast eine Radlerin zu Fall gekommen. Sie drehte sich nach einem Lkw um, der zu dicht überholen wollte, und geriet an der Kante des Asphalts ins Schlingern. 

In der Olgastraße, wurde der Gehweg an die Fahrbahn vorgezogen. Der Asphalt musste aufgefräst werden. Es liegt hier aber auch ein Schutzstreifen, und das Radeln auf einer zwei-Zentimeter-Kante ist eben nicht so ohne. Es herrscht Sturzgefahr. Nun müssen Radfahrende nicht auf einem Schutzstreifen radeln, genau hier sollten sie sich auch unbedingt den Platz nehmen, der auch kleine Lenkerschwenker verzeiht. Das allerdings verstehen viele Autofahrende es nicht, wenn Radfahrende am linken Rand oder neben dem Schutzstreifen radeln. Die Stadt sollte so schnell wie möglich hier den Asphalt wieder einebnen und die Gefahrenstelle entschärfen. 

25. März 2021

Autoverkehr macht Pflaster kaputt

Die Lautenschlagerstraße ist wieder schön. Allerdings eher optisch. Radelt man darauf entlang, wirkt der Untergrund gar nicht eben. Man spürt die Spalten zwischen den Steinen. 

Und lange werden sie nicht so plan liegen wie jetzt. Autoreifen hebeln solche Pflastersteine vor allem dann aus ihren Löchern, wenn sie gedreht werden, also beim Abbiegen, Einbiegen oder beim Kurbeln zum Einparken. Schwere Lkw treiben die Steine außerdem auseinander.

23. März 2021

Die Professorin fürs Radfahren

Karlsruhe hat seit Anfang des Monats eine neue Professorin für Radverkehr an der Hochschule.

Sie ist in Baden-Württemberg die einzige. Bundesweit gibt es sieben solcher Stiftungsprofessuren.

Wie die online-Seite meinKA berichtet  kommt die Verkehrswissenschaftlerin, Angela Francke, aus Dresden. Dort hat sie an der Technischen Universität unter anderem über ganzjähriges Radfahren, über Verkehrspychologie und über das Mobilitätsverhalten von Menschen mit Migrationserfahrungen. 

21. März 2021

Legitimiertes Gehwegradeln


Radelt gefälligst auf dem Gehweg! Das sagt diese Bodenmalerei auf der Türlenstraße Richtung Heilbronner Str. 

Der Bordstein ist mit einer Asphaltrampe versehen. Das erweckt bei Radfahrenden und bei Autofahrenden den Eindruck, sie müssten hier radeln. Müssen sie aber nicht. Der Gehweg ist nur für Radler freigegeben, kein Radweg.

Auf der mehrspurigen Fahrbahn sehen wir eine Busfahrspur. Die ist für Taxis freigegeben, nicht aber für Radfahrende. Warum eigentlich nicht? Okay, der Gehweg ist breit, Fußgänger:innen sind hier wenige unterwegs. Aber noch breiter ist die Busspur, auf der wir bis zur Kreuzung vorfahren könnten.

19. März 2021

Wir wollen uns sicher und akzeptiert fühlen - Fahrradklimatest des ADFC

Die Ergebnisse des Fahrardklimatests des ADFC für das vergangene Jahr sind da. Grundsätzlich hat sich nicht viel verändert. 

Es tut sich nicht viel in Sachen Ausbau, die Planung dauert zu lange, man sieht nur wenig neue Radinfrastruktur auf der Straße. Immer noch massiv bemängelt wird, dass die Städte lasch mit Falschparkern umgehen und die Baustellenumleitungen viel zu wünschen übrig lassen. Am wichtigsten sind den Radfahrenden ein gutes Sicherheitsgefühl (81 %), die Akzeptanz durch andere Verkerkehrsteilnehmende (80 %) und ein konfliktfreies Miteinadner von Auto- und Radverkehr (70%). Und da gibt es immer noch viel zu tun. Die Breite der Radwege und -streifen wird von Jahr zu Jahr kritischer bewertet. Die Radfahrenden wollen immer dringender eine sichere und bequeme Radinfrastruktur. Auch in den Gewinnerstädten ist noch viel Luft nach oben. 

17. März 2021

SWR erforscht das Radfahren im Südwesten

Der SWR will es wissen. Er hat eine Mitmachaktion gestartet. Es geht darum, dass wir Radfahrenden melden, was wir wo erleben.

Auf einer hier auf dieser Seite eingebunden Karte können alle, die es wollen, kritische, schlechte oder auch gute Stellen der Radinfrastruktur in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz melden. Die Eingträge werden überprüft. SWR-Reporter:innen wollen sich die Situationen dann gern vor Ort anschauen (da haben sie viel zu tun, wenn viele mitmachen). Das Ganze geht bis zum 22 April. Die Beiträge sollen mit der Hochschule Karlsruhe und und der TU Berlin ausgewertet werden. Am 9. Juni soll es dann im SWR einen Themenschwerpunkt zur Radverkehrspolitik geben.

Frohes Schaffen!

15. März 2021

Die Theo bekommt den ersten breiten Radweg

Von der Ecke Rotebühlplatz die Theodor-Heuss-Straße entlang bis zur Lange Straße wird  es noch in diesem Jahr den ersten Einrichtungsradweg von drei Metern Breite geben, der per Bordstein von der Fahrbahn abgesetzt ist. 

Noch schlängeln wir uns am Bauzaun entlang und finden immer wieder neue Hindernisse und Sperrungen vor. Aber der Neubau des Gebäudes, das die Calwer-Passage enthält, ist bald abgeschlossen, dann wird da die Ecke mit Gehweg und eben auch der Radweg hergestellt. Der Radweg wird violett asphaltiert werden. Das und der Bordstein dürfte den Respekt der Autofahrenden vor dem Radstreifen sehr erhöhen. Die Stuttgarter Zeitung feiert das als neuartigen Radweg für Stuttgart (mit einem Foto von der falschen Ecke nur als STZ+ lesbar). Der Radweg wird zur Lange Straße hin abgesenkt und geht vorerst in den bestehenden Radstreifen über. Die Planung  für die Radwege entlang der Theo ist schon fertig und befindet sich in der Ausführungsplanung.

13. März 2021

Das Schutz-Paradoxon

Was Radfahrende vor Autos schützen soll, wird zum Hindernis für Radfahrende. 

Eigentlich war Wangen im Allgäu uns fahrradmäßig voraus. Aber an einem neuen Kreisverkehr ist jetzt dieser Schutzsstreifen entstanden. 

Der Streifen beginnt erst kurz vor dem Kreisverkehr. Damit Autofahrende nicht auf ihm weiterrasen, hat man einen Poller mit Warnbake da hingestellt. Leider habe ich so blöd fotografiert, dass man den Aufsteller auf der Fahrbahn hinter der Bake nicht richtig erkennt. Den müssen auch Radfahrende umfahren. Sie müssen also nach links in die Fahrbahnmitte und damit vor die Autos. Danach können sie ein paar Meter auf dem Streifen radeln, der aber aufhört, wie immer in Deutschland, wenn ein Kreisverkehr beginnt. Und wieder müssen sich Radfahrenden zwischen die Autos einordnen. 

11. März 2021

Bitte gut zielen!

Auf dem Schelmenwasen im Fasanenhof ermöglicht die EnBW ihren radfahrenden Mitarbeiter:innen die Einfahrt aufs Gelände mit einer schönen Übung. 

Sie dürfen und sollen zwischen den Schankenenden durchfahren. Da sollten die Lenker sich allerdings nicht gerade auf Höhe der Schrankenenden befinden. Wenn das so ist, müssen Radler die Einfahrt in einer Kurve nehmen, bei der der Lenker schräg gestellt wird. Aber immerhin, es ist eine Lösung, Radfahrende zwischen einer Einfahrt- und einer Ausfahrtsschranke durchzuschleusen.

9. März 2021

Hauptradroute 1 gestern geschlossen

Auf der Hauptradroute 1 am Tagblattturm war  weiterradeln verboten. 

Gestern sah es hier so aus.  Wenn man aus der Eberhardstraße kommt und zur Tübinger Staße will, steht da jetzt diese Sperre. (Heute war die Sperre entfernt.)

Ein legales Weiterradeln ist nicht möglich, auch wenn die Sperre nur Autos meinen kann. Entweder man fährt über die Gehwegecke, was verboten ist, oder man fährt als Geisterralder:in auf die Abbiegespur in den entgegenkommenden Radverkehr. Beides ist nicht erlaubt, ohnehin verbietet das Schild jeglichen Fahrverkehr.

Wieder mal nicht an Radler:innen gedacht.

7. März 2021

Wie sage ich's dem Autofahrer?

Till Raether hat im Magazin der Süddeutschen Zeitung darüber nachgedacht, wie man sich als Radler oder Radlerin im Stadtverkehr behauptet. Und er schlägt eine ungewöhnliche Methode vor. 

Nämlich die sanfte Radl-Revolution. Statt aufs Autodach hauen, toben und schimpfen, versucht er es mit einen Lächeln und mit Reden. Wir kennen das alle: Einer hat uns viel zu knapp überholt, um vor uns an die Ampel zu kommen, die Rot ist und wo wir ihn wiedertreffen. Und dann mit der Hand das Zeichen zum Runterkurbeln des Fensters machen, dem in der Tat kaum jemand widerstehen kann, das habe ich auch schon oft ausprobiert. Und dann reden: "Bitte hupen Sie mich nicht an, ich darf auf der Straße fahren." Oder: "Bitte fahren Sie nicht so eng an mir vorbei. Klar, 1,50 ist viel, aber eine Handbreit ist doch zu wenig und für uns beide gefährlich." Oder ganz raffiniert: "Tut mir leid, dass ich so unvermittelt vor Ihnen eingeschert bin."

Tatsächlich sind wir in der Kommunikation um so erfolgreicher, je weniger aggressiv wir sind.

5. März 2021

Wann werden Geh- und Radwegparker endlich abgeschleppt?

Seit knapp einem Jahr gilt ein Erlass des Landesverkehrsministeriums, wonach Falschparken geahndet werden muss. Karlsruhe will nun
am ersten März schneller abschleppen lassen. 

Das melden die badischen neuesten Nachrichten. Demnach muss nun auf einem Gehweg immer 1,20 Meter zwischen illegal abgestelltem Auto und Zaun oder Hauswand sein, sonst soll abgescheppt werden. Bei einer Restbreite von 1,50 Metern soll erst Mal eine Verwarnung ausgesprochen werden. Das Baden-Württembergische Verkehrsministerium sieht allerdings auch bei einer Restbreite von 1,50 schon die Möglichkeit einer Behinderung und damit ein Anlass, das verkehrswidrig auf dem Gehweg abgestellte Auto abzuschleppen. 

3. März 2021

Kleine Maßnahme hilft viel

So eine Schiene ist nützlich, wenn man das Fahrrad (oder den Kinderwagen) jeden Tag eine Treppe rauf oder runter schaffen muss. 

Das Abstellen von Rädern daheim ist oft das größte Problem. Manche schaffen sich die schweren Pedelecs nicht an, weil sie nicht wissen, wohin damit. Treppen in den Keller oder Treppen rauf zum Hauseingang, wo ein Fahrstuhl wäre oder eine andere Gelegenheit, das Fahrrad abzustellen, sind nicht zu unterschätzende Hindernisse. 

Diese Bewohner:innen eines größeren Wohnkomplexes im Stuttgarter Süden haben eine Schiene auf die Treppen gelegt. Die können mit etwas Geschick und Kraft auch von Menschen mit Kidnerwagen genutzt werden, zummindest besser als wenn gar keine da wäre. 


1. März 2021

Wenn die Radroute am Fußgängerschild endet

Immer wieder (un)gern genommen: Die Radroute mit Schiebestrecke. 

Radelt man die Rotenwaldstraße auf dem freigegebenen linkssseitigen Gehweg am Westbahnhof hoch, kann man geradeaus Richtung Birkenkopf fahren oder hier nach links Richtung Vaihingen Uni über den blauen Weg. 

Wo die Wohnstraße (Osianderstraße) endet, steht am Fußweg hinauf zur Hasenbergsteige dann ein Fußgängerchild, das das Weiterradeln verbietet.